Hildebrandt, Friedrich

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Friedrich Hildebrandt (1898–1948)
Unterschrift Hildebrandt, Friedrich.jpg

Friedrich „Fritz“ Karl Heinrich August Hildebrandt (Lebensrune.png 19. September 1898 in Kiekindemark; Todesrune.png 5. November 1948 in Landsberg am Lech) war ein zuletzt deutscher Soldat des Deutschen Heeres, Vizefeldwebel der Freikorps sowie der Vorläufigen Reichswehr, Angehöriger der Schutzpolizei, Politiker der NSDAP (Mitgliedsnr. 3.653) und Offizier der SS (SS-Nr. 128.802), zuletzt SS-Obergruppenführer, Reichsstatthalter und Gauleiter des Gaues Mecklenburg (1931–1945). Er wurde von den Alliierten als angeblicher Kriegsverbrecher hingerichtet.

Leben

Gauleiter und Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt
Gauleiter Hildebrandt zum Reichsstatthalter ernannt

Jugend

Friedrich Hildebrandt wurde am 19. September 1898 als Sohn einer armen Häuslerfamilie in der Gegend von Parchim geboren. Schon von früh an lernte er die Not und das Elend des Landarbeiterstandes kennen, des Standes, welcher bei schwerster körperlicher Arbeit die geringste Anerkennung seitens der adligen Arbeitgeber erfuhr. Nach dem Schulabschluß in verschiedenen kleineren Ortschaften Mecklenburgs wurde er selbst landwirtschaftlicher Arbeiter, dann Eisenbahnarbeiter. Stets aber war er bemüht, sich über seine Tätigkeit hinaus für höhere Aufgaben fortzubilden. Er vertiefte sich vor allem in das Studium der deutschen Geschichte und erhielt aus ihr wertvolle Anregungen für seinen späteren politischen Kampf.

Erster Weltkrieg

Als Achtzehnjähriger meldete er sich 1916 freiwillig in den Ersten Weltkrieg und kam sofort an die Westfront, wo er bis zum Kriegsende an allen großen Schlachten teilnahm. In den Materialschlachten um die Siegfriedstellung und in Flandern erwarb er sich das Eiserne Kreuz und das Mecklenburgische Verdienstkreuz Erster Klasse. Er wurde dreimal schwer verwundet und erlitt auch eine schwere Gasvergiftung. Auch nach dem Schandtage des 9. November war für ihn der Krieg noch nicht beendet. Er eilte in das Baltikum und wurde im Freikorps von Brandis wegen seiner Tapferkeit vor dem Feinde vom Vizefeldwebel befördert. Kurze Zeit geriet er in russische Gefangenschaft.

Politische Laufbahn

Nach Beendigung der Feindseligkeiten kehrte er in die Heimat zurück und wurde dort wieder Landarbeiter. Er hatte durch die Erfahrungen des Krieges an Reife gewonnen. Mit seiner beruflichen Tätigkeit vermochte er allerdings seinen politischen Tatendrang nicht zu stillen. Er wandte sich immer mehr den sozialen und politischen Fragen zu. Zunächst betätigte er sich im Landesarbeiterbund und wurde 1921 Vorsitzender der Kreisgruppe Westprignitz des Brandenburgischen Landesarbeiterbundes. Bald darauf kehrte er wieder nach Mecklenburg zurück.

Infolge des Marsches auf die Feldherrnhalle wurde er 1924 als Spitzenkandidat der Deutsch-Völkischen Freiheitsbewegung in den mecklenburgischen Landtag gewählt. Schon nach kurzer Zeit schied er im Jahre 1926 aus der Partei wieder aus; bereits im Februar des Vorjahres war er in die NSDAP unter Zuerkennung der Mitglieds-Nummer 3.653 eingetreten. Durch Vermittlung der Gebrüder Strasser wurde er noch im selben Jahr von Hitler zum Gauleiter für den Gau Mecklenburg-Lübeck bestimmt. Von 1929 bis 33 saß Hildebrandt erneut im Landtag von Mecklenburg-Schwerin, von 1930 bis 1945 war er Mitglied des Reichstages. Wegen Beurlaubung erfolgte ab Juli 1930 eine zwischenzeitliche Ersetzung durch den kommissarischen Gauleiter Herbert Albrecht, jedoch wurde Hildebrandt dann ab Februar 1931 wieder in seinem Gauleiteramt eingesetzt.

Drittes Reich

Nach der nationalsozialistischen Revolution mit der vom Reichstag ratifizierten Machtübertragung auf Hitler wurde Hildebrandt Reichsstatthalter von Mecklenburg.

Er, seinerseits ehemaliger Land- und Eisenbahnarbeiter, setzte sich insbesondere für die Verbesserung der sozialen Lage unter den Landarbeitern ein. In Hildebrandts Nachlaß fanden sich in dessen Privatbibliothek nicht nur Werke nationalgesinnter Autoren. Hildebrandt besaß auch Literatur über sozialdemokratische und kommunistische Inhalte, auch aus jüdischer Hand. Bücher von Marx, Liebknecht, Luxemburg, Bebel, Kautsky, Remarque, Heinrich Mann und Heinrich Heine gehörten ebenfalls zur Sammlung Hildebrandts.

Er war ebenfalls Herausgeber der Zeitungen „Der Niederdeutsche Beobachter“, „Lübecker Beobachter“ und „Strelitzer Beobachter“.

Nachkriegszeit

Hildebrandt wurde für mehrere Fälle angeblicher Mißhandlungen VS-amerikanischer Flugzeugführer von Bombenflugzeugen in seinem Gaugebiet verantwortlich gemacht und von den Sieger-Militärgerichten entsprechend für schuldig erklärt.

Tod

Am 5. November 1948 wurde Friedrich Hildebrandt in den sogenannten Fliegerprozessen der Dachauer Prozesse der Alliierten wegen postulierter Verbrechen gegen die Haager Landkriegsordnung hingerichtet. Vollstrecker des Urteils war John C. Woods. Als Grund wurde ein angeblicher Erschießungsbefehl für VS-amerikanische Terrorflieger vom 21. Juli 1944 angeführt, dessen Echtheit Hildebrandt bis zum Schluß bestritt.

Im Abschiedsbrief an seine Frau heißt es über die Behandlung der vermeintlichen Kriegsverbrecher:

„Wo in der Welt hat ein Kulturvolk ein solches erlebt. Kameraden werden alles erzählen. Von den Gräbern von Landsberg wird die deutsche Jugend einst die Kraft holen, Deutschland wieder aufzubauen. [...] ich tat meine Pflicht, an meinen Händen klebt kein Blut oder irgend ein Frevel. [...] Ich sterbe ungebrochen für mein liebes Deutschland auch als mecklenburgischer Landarbeitersohn.“

Unwürdige BRD-Tat

Am 16. März 2006 folgte die Stadtvertretung von Güstrow dem Vorschlag zur Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Hildebrandts. Ebenso wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Gnoien aberkannt.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen (Auswahl)

Literatur

  • Christian Madaus: Friedrich Hildebrandt: Hitlers Gefolgsmann und Befehlsempfänger in Mecklenburg, 1. Aufl., Stock & Stein, Schwerin 2000
  • Bernd Kasten: Friedrich Hildebrandt (1898–1948) – Ein Landarbeiter als Gauleiter und Reichsstatthalter von Mecklenburg und Lübeck, In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 86 (2006), S. 211–227
  • Hildebrandt, Friedrich; In: Biographisches Lexikon zum Dritten Reich (2002), S. 207–208
  • Rebecca Hoßbach: Friedrich Hildebrandt, In: Mecklenburger in der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (2001), S. 273–284
  • Klaus Schwabe: Verschollener Hildebrandt-Nachlaß jetzt im Landeshauptarchiv Schwerin, In: Stier und Greif, Bd. 9 (1999), S. 119–121
  • Bernd Kasten:
    • Konflikte zwischen dem Gauleiter Friedrich Hildebrandt und dem Staatsministerium in Mecklenburg 1933–1939, In: Mecklenburgische Jahrbücher, Bd. 112 (1997), S. 157–175
    • Hildebrandt, Friedrich; in: Biographisches Lexikon für Mecklenburg, Schmidt-Römhild, Rostock (1999), S. 132–135
  • Michael Buddrus: Mecklenburg im Zweiten Weltkrieg. Die Tagungen des Gauleiters Friedrich Hildebrandt mit den NS-Führungsgremien des Gaues Mecklenburg 1939–1945. Eine Edition der Sitzungsprotokolle, Edition Temmen (2009), ISBN 978-3837840001

Verweis