Apfel, Holger

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Holger Apfel

Holger Apfel (Lebensrune.png 29. Dezember 1970 in Hildesheim) ist ein deutscher Verlagskaufmann und ehemaliger Bundespolitiker der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Er war Fraktionsvorsitzender der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag sowie von 2011 bis 2013 Vorsitzender der NPD, aus der er am 24. Dezember 2013 austrat. Seit Mai 2014 ist Apfel als Gastronom auf der spanischen Ferieninsel Mallorca tätig.[1]

Leben

Apfel im Sächsischen Landtag
Jasmin Apfel 2019 in Riesa; seit 2016/17 prominenteste Klientin des „Aussteigerprogramms Sachsen“. Wenngleich sie behauptet, „Angst“ vor der „Rache“ ehemaliger Gesinnungsgenossen zu haben, weigert sie sich, Riesa zu verlassen und ist dort immer wieder in aller Öffentlichkeit anzutreffen.

Schule und Beruf

Nach dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife absolvierte Apfel eine Lehre als Verlagskaufmann und war bis 1996 in diesem Bereich tätig.

Deutsche Stimme Verlag

Ab 1996 war er Leitender Angestellter des in Riesa ansässigen Deutsche-Stimme-Verlages. Apfel fungierte zudem als Chefredakteur der Monatszeitung „Deutsche Stimme“.

NPD

Buchankündigung im Januar 2017: „Wer sich mit einer Klapperschlange ins Bett legt, der muß sich nicht wundern, wenn er gebissen wird!“ – so Apfels ernüchterndes Fazit über seine Zeit innerhalb jener Partei, die zweimal verboten werden sollte und in der Hochphase der NSU-Debatte als Staatsfeind Nummer Eins gehandelt wurde. Ob Apfel sich selbst als die Klapperschlange sieht, bleibt dabei unbeantwortet.

Seit 1988 war er Mitglied der NPD und der Jungen Nationaldemokraten. Nach der Übernahme verschiedener Funktionen in der Partei von 1993 bis 1999 war er Vorsitzender der NPD-Jugendorganisation, ab 1993 Mitglied im NPD-Parteivorstand, ab 2000 stellvertretender Parteivorsitzender und ab 2011 Bundesvorsitzender der NPD.

Seit 2002 war er stellvertretender sächsischer Landesvorsitzender und Vorsitzender des Nationalen Bündnisses Dresden. Holger Apfel war von 2004 bis 2013 NPD-Fraktionsvorsitzender im Sächsischen Landtag und Mitglied im Innenausschuß sowie im Ausschuß für Geschäftsordnung und Immunitätsangelegenheiten.

Im August 2009 schaffte die NPD unter seinem Fraktionsvorsitz zum ersten Mal in ihrer Geschichte den erneuten Einzug in ein Landesparlament.

Holger Apfel stand für eine bürgernahe bzw. eine sich von sogenannten „Krawallnazis“ distanzierende Politik, die sich vorwiegend an die Mittelschicht und mittelständische Unternehmen innerhalb der BRD richtete, ohne dabei von der proklamierten Weltanschauung abweichen zu wollen.

34. Bundesparteitag der NPD

Apfel wurde am 20. April 2013 auf dem 34. Bundesparteitag der NPD in Weinheim mit 122 zu 37 Stimmen erneut zum Parteivorsitzenden gewählt.[2]

Kritik

In Teilen der Partei, vor allem an der Basis, stand Apfel in der Kritik, den typischen Vertreter des Parteibonzen zu repräsentieren.

Rücktritt als NPD-Vorsitzender

Am 19. Dezember 2013 gab die NPD bekannt, daß Holger Apfel aus gesundheitlichen Gründen sowohl vom Parteivorsitz als auch vom Fraktionsvorsitz zurückgetreten sei. Thorsten Thomsen teilte der Öffentlichkeit mit, Apfel leide laut einer Krankschreibung unter einem schwerwiegenden Ausgebranntsein, ein Erschöpfungszustand, der jedoch nicht mit dem Chronischen Erschöpfungssyndrom verwechselt werden darf.

Am 22. Dezember 2013 nahm auch das NPD-Parteipräsidium Stellung zum Rücktritt, ob es sich um persönliche Verfehlungen Apfels oder eine parteipolitische Intrige handelt, die bei allen Bundesparteien an der Tagesordnung sind, bleibt offen:

„Am Vorabend des Wahljahres 2014 sieht sich die NPD durch den plötzlichen Rücktritt ihres Vorsitzenden Holger Apfel am Donnerstag in eine schwierige Situation gebracht. Mit Befremden muß das Parteipräsidium, das am heutigen Sonntag in Frankfurt/Main zu einer Sondersitzung zusammentrat, dabei zur Kenntnis nehmen, daß die zunächst von Apfel zur Begründung für seinen Rücktritt angeführten ‚Krankheits‘gründe offenbar nur ein Teil der Wahrheit sind. Weitergehende Vorwürfe, die Verfehlungen in der Vergangenheit betreffen, hat Apfel bislang nicht entkräftet. Das Parteipräsidium war sich auf seiner heutigen Sitzung einig darin, daß die Partei ihre Glaubwürdigkeit jetzt nur durch rückhaltlose Aufklärung aller im Raum stehenden Vorwürfe behalten kann. Die Parteiführung sieht sich dabei insbesondere auch in der Verantwortung gegenüber der Parteibasis, die in der augenblicklichen Situation ein Recht auf umfassende Information geltend machen kann. Sollten sich die im Raum stehenden Vorwürfe tatsächlich bestätigen, will das Parteipräsidium Holger Apfel einen zeitnahen Parteiaustritt nahelegen. Darüber hinaus soll der Ex-Parteivorsitzende aufgefordert werden, anhand eines umfangreichen Fragenkatalogs einen substantiellen Beitrag zur lückenlosen Aufklärung aller Fragen zu leisten. [...]“[3]

Parteiaustritt

Am 24. Dezember 2013 trat Apfel aus der NPD aus[4] und legte sein Mandat im Sächsischen Landtag nieder.[5] Als ehemaliger Landtagsabgeordneter erhielt Apfel fast ein Jahr lang ein monatliches Übergangsgeld von mehr als 5.000 Euro.

„Irrtum NPD“

Zu Apfels Buch „Irrtum NPD“ meinte ein Rezensent:

„Es gibt im Grunde zwei Arten von AussteigerInnen aus der extremen Rechten: Solche die mit der extrem rechten Ideologie brechen und solche, die sie beibehalten und sich aber aus menschlicher Enttäuschung von ihren ehemaligen KameradInnen abwenden. Zu letzteren gehört ganz unzweifelhaft der ehemalige NPD-Vorsitzende und sächsische NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel, wie er in seinem Buch ‚Irrtum NPD‘ zeigt. Das unlängst erschienene Buch liest sich über weite Strecken wie der Bericht eines verschmähten Liebhabers.“[6]

Holger Apfel schreibt in seiner Schrift (Seite 381):

„Doch auch wenn sich meine Weltsicht im Lauf der Zeit gewandelt hat, ich heute über viele Torheiten im politischen Hamsterrad den Kopf schüttele und in den Augen vieler früherer Weggefährten ein ‚Aussteiger‘ beziehungsweise ein ‚Verräter‘ bin: Ein ‚Berufs-Antifaschist‘ bin ich deshalb im Gegensatz zu manch einem anderen nicht geworden.“

Familie

Apfel war mit Jasmin, geb. Langer (Lebensrune.png 1983) verheiratet, aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen. Im Sommer 2012 hatte sich das Ehepaar getrennt, Ehefrau Jasmin trat aus der NPD aus, im September 2013 kam es zu einer Versöhnung. Nach der Auswanderung nach Mallorca soll die Familie erhebliche Schwierigkeiten gehabt haben. Im November 2014 kehrte Apfels Frau mit den Kindern zurück in die BRD. Wie BRD-Medien zu berichten wußten, hat sich Jasmin Apfel auch politisch von nationalen Ansichten abgewandt. Holger Apfel hält Verbindung zu seinen Kindern und besucht sie in der deutschen Heimat.

Privates

Holger Apfel ist Fußballanhänger vom Eintracht Braunschweig. Bei Eintracht Braunschweig hat er aufgrund seines nationalen Engagements unbefristetes Stadionverbot.[7]

Zitate

  • „Das war ein großartiger Tag für alle Deutschen, die noch deutsch sein wollen.“ – Holger Apfel am 19. September 2004 im Wahlstudio des ZDF in Dresden nach Einzug der NPD in den Sächsischen Landtag
  • Dresden, das Gedenken an Dresden war noch nie so aktuell wie heute. Die gleichen die damals keine Skrupel hatten, abertausende Zivilisten kaltblütig umzubringen, kennen auch heute keine Skrupel: Von Dresden über Korea, Vietnam und Bagdad zieht sich eine Spur durch das 20. Jahrhundert, die sie offenbar mit noch so viel Niedertracht nicht den Deutschen in die Schuhe schieben können.“ – Holger Apfel im Sächsischen Landtag zum Gedenken der Zerstörung Dresdens 1945

Bildergalerie

Schriften

  • „Alles Große steht im Sturm“ – Tradition und Zukunft einer nationalen Partei, Deutsche Stimme Verlag, 1999, ISBN 978-3980584432
  • Irrtum NPD. Ansichten – Einsichten – Erkenntnisse: Ein Vierteljahrhundert in der NPD, Hess Verlag, Bad Schussenried 2017, ISBN 978-3873365971

Verweise

Fußnoten

  1. FAZ vom 21. Mai 2014: Der rechtsextreme Ausländer
  2. 34. Bundesparteitag der NPD – Holger Apfel bleibt ParteivorsitzenderNPD, 21. April 2013
  3. NPD-Parteipräsidium berät Situation nach dem Rücktritt Holger Apfels
  4. Apfel tritt aus NPD aus, NDR Info, 24. Dezember 2013
  5. Nachrichten aus der Parteizentrale, Ausgabe 13, März 2014: Veränderung in den Verbänden – Parteivorstand, S. 5
  6. BuchKRITIK „Irrtum NPD“ von Holger Apfel
  7. Stadionverbot für NPD-Chef in Braunschweig, Die Welt, 22. Mai 2013
  8. Holger Apfel lt. ZDF-Morgenmagazin, 14. September 2005