Horwitz, Dominique

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Dominique Horwitz (2005)
Schauspieler Horwitz und seine Lebensgefährtin Anna Wittig

Dominique Horwitz (geb. 23. April 1957 in Paris) ist ein in der Bundesrepublik Deutschland lebender jüdischer Schauspieler, Sänger und Produzent.[1]

Werdegang

Herkunft

Der Schauspieler Dominique Horwitz kam 1957 in Paris als Sohn eines Lebensmittelhändlers zur Welt.[2] Seine jüdischen Eltern hatten sich in der Seine-Metropole kennengelernt und nach Kriegsende die französische Staatsbürgerschaft angenommen. Im Pariser Nordwesten betrieben sie einen kleinen Lebensmittelladen. 1971 zog die Familie nach Berlin.[3]

Ausbildung

Nach dem Abitur arbeitete Dominique Horwitz aushilfsweise im Berliner KaDeWe (Kaufhaus des Westens), begann aber bereits zu dieser Zeit auch Interesse für die Schauspielerei zu entwickeln. Dabei wollte Horwitz nie Schauspieler werden, viel lieber Kaufhausdirektor. Er machte im zweiten Versuch sein Abitur, ließ sich im KaDeWe zum Verkäufer für Herrenmoden ausbilden, ehe er doch dem Reiz der Bühne erlag. Der Grund? Eitelkeit!

Wirken

Ohne Schauspielausbildung stand Dominique Horwitz 1976 erstmals für den Fernsehfilm „Jugendliebe“ vor der Kamera. 1976 setzte ihn Regisseur Peter Lilienthal in seinem Film „David“ ein.[2] Parallel zu den ersten Fernsehrollen begann auch Horwitz' Theaterkarriere. 1978/79 stand er im Berliner Cabaret des Westens (CaDeWe) auf der Bühne, danach war er vier Jahre am Tübinger Zimmertheater engagiert. 1983 engagierte ihn Frank Baumbauer an das Münchner Residenztheater, wo Horwitz allerdings zunächst mit kleineren Rollen vorlieb nehmen mußte. Viel Beifall brachte ihm 1984 sein erster Jacques-Brel-Abend im Münchner Marstalltheater ein, dem weitere folgten.[3]

1985 wechselte Horwitz an das Hamburger Thalia Theater. Dort gehörte er zunächst bis 1988 zum Ensemble, anschließend hatte er regelmäßige Gastauftritte, Ende 1993 schloß er erneut einen Zeitvertrag ab. Man sah ihn u. a. unter der Regie von Thomas Langhoff als Hermann Kasimir in Wedekinds „Der Marquis von Keith“, unter der Leitung von Jürgen Flimm als Laertes in Shakespeares „Hamlet“ und als Assistent in Tankred Dorsts „Ich, Feuerbach“. Begeistern konnte er Publikum und Fachkritik 1990 als Satan in William Burroughs' legendärem, mit Musik von Tom Waits begleiteten Stück „The Black Rider“ (Regie: Robert Wilson). Am Thalia Theater spielte Horwitz auch seine erste große Theaterhauptrolle als Franz Moor in Wolf-Dietrich Sprengers Inszenierung von Schillers „Die Räuber“. In dem Harold-Pinter-Stück „Moonlight“ (Regie: Peter Zadek) übernahm er 1995 den Part des neurotischen Sohnes; neben Ulrich Tukur stand er 1996 bei den Hamburger Kammerspielen unter der Regie von Hans-Christoph Blumenberg in dem Stück „Kunst“ von Yasmina Reza auf der Bühne.[3]

Der Wechsel zwischen Schauspielerei und Gesang kennzeichnete Horwitz' weitere Karriere. 1994 gab er den Mackie Messer in einer „Dreigroschenoper“-Inszenierung von Katharina Thalbach im Thalia Theater. Kurz darauf präsentierte er als „Ein-Mann-Show“ mit beachtlicher Publikumsresonanz erstmals die von ihm selbst entworfene und inszenierte Revue „The Best of Dreigroschenoper“, in der er nicht nur die bekannten Männerpartien vortrug, sondern auch allein das Eifersuchtsduett und den Part der Seeräuber-Jenny sang. Eine weitere Eigenproduktion von Horwitz, „Dominique Horwitz singt Jacques Brel“, hatte 1997 an den Hamburger Kammerspielen Premiere. Als Theaterproduzent trat Horwitz zusammen mit seinem Geschäftspartner Christoph Hauptmann – die beiden hatten gemeinsam eine Produktionsfirma gegründet – erstmals 2001 in Erscheinung. In Koproduktion mit den Hamburger Kammerspielen brachten sie im Amerikahaus das Stück „Beast on the Moon“ auf die Bühne, in dem Horwitz auch selbst auftrat; im Januar 2002 folgte Edward Albees „Alles im Garten“ in Zusammenarbeit mit der Körberstiftung im Bergedorfer Haus im Park. Die bis dahin größte Produktion des Duos H. & Hauptmann, das Stück „Cool“, als „musikalische Reise durch die Nacht“ charakterisiert, kam im September 2002 auf der Bühne der Kammerspiele zur Uraufführung.[3]

Populär beim breiten Publikum wurde Dominique Horwitz durch eine Vielzahl von Fernsehrollen. Er war ein Gefängnisinsasse in „Knastmusik“ (1989), „Ballerstaller Junior“ in der Rubrik des gespielten Witzes „Familie Ballerstaller“ in „Voll daneben“ (1990) und ein cleverer Verkäufer in „Der Große Bellheim“ (1992). Man sah ihn neben Jürgen Prochnow in dem ZDF-Dreiteiler „Tödliche Wahl“ (1995) und neben Peter Striebeck in der zehnteiligen Kiezgeschichte „Große Freiheit“ (1997). Nina Hoger war seine Filmpartnerin in dem ARD-Film „Enthüllungen einer Ehe“ (2000; Regie: Michael Verhoeven), in dem er als Transsexueller auftrat. 1998 spielte er die Hauptrolle im Film „Ein tödliches Verhältnis“ (zwei geistesgestörte Frauen buhlen um denselben Mann). Gelegentlich sieht und hört man Horwitz als Brecht-Interpreten, wobei er beispielsweise sowohl den Mackie Messer als auch die Seeräuber-Jenny gibt.[2]

Auf der Kinoleinwand konnte man Horwitz u. a. in Peter Zadeks „Die wilden Fünfziger“ (1983) sehen, in Joseph VilsmaiersStalingrad“ (1992) sowie neben Jennifer Nitsch und Martina Gedeck in der Verwechslungskomödie „Frauen lügen nicht“ (1998), als Obdachloser in „Nachtgestalten“ (1999) und als Gerhard Leibholz in „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“ (2000). In dem Kinofilm „Sams in Gefahr“ nach einem von Paul Maar geschriebenen Kinderbuch verkörperte Horwitz „grausam und ambitioniert“[4] den sadistischen Sportlehrer.

2003 sollte Dominique Horwitz die Leitung der Hamburger Kammerspiele übernehmen, was aber nach Mitteilung des Hauses an seinen „unerfüllbaren Forderungen“ scheiterte.[2] Bei den Bad Hersfelder Festspielen im Juni 2006 führte er erstmals Regie und inszenierte die „Dreigroschenoper“ auf der Bühne.

Im Dezember 2007 spielte er in Wien im Theater in der Josefstadt in Neil LaBute „Wie es so läuft“. Nach der deutschen Uraufführung am Berliner Renaissance-Theater spielte Horwitz im März 2008 an den Hamburger Kammerspielen das Ein-Personen-Stück „Ich mach ja doch, was ich will“ von Doug Wright „über die wahre Lebensgeschichte von Charlotte von Mahlsdorf“.[5]

Obwohl er mit der Witzfigur „Ballerstaller Junior“ bundesweit bekannt wurde, distanzierte er sich anschließend von seiner kurzen Phase als Kommödiant.

Familie

Dominique Horwitz wohnte etwa zwanzig Jahre lang in Hamburg. Seit 2003 lebt er von seiner Frau Patricia getrennt (Heirat 1982; Scheidung 2005). Aus der Ehe stammen der Sohn Lazlo und eine Tochter, die Schauspielerin Miriam Horwitz. Diese konnte als Schauspielerin bereits erste Erfolge verbuchen und wird von ihrer Mutter gemanagt, die eine eigene Schauspielagentur betreibt.

Bei Dreharbeiten zum Film „Blindgänger“ (2004) lernte er seine zweite Frau Anna Wittig (Annette Wittig) kennen und zog zu ihr nach Weimar. Heute lebt er mit ihr und den Kindern Mick und Marlene in Tiefengruben (bei Bad Berka), einem Dorf in der Nähe von Weimar in Thüringen.[6]

Zitat

  • „Ich hatte nie Streß damit, daß ich Jude bin und nie Streß damit, daß ich abstehende Ohren habe.“[7]

Filmographie (Auswahl)

  • 1978 – David
  • 1992 – Der große Bellheim (Fernsehfilm)
  • 1993 – Stalingrad - Er spielt einen deutschen Soldaten, der in einer filmischen Handlung einem unmenschlich dargestellten deutschen Soldaten (Nationalsozialisten) ins Gesicht spukt.
  • 1993 - Der kleine Vampir – Neue Abenteuer (Fernsehserie)
  • 1997 – Shalom, meine Liebe - Hier kämpft seine filmische deutsche Freundin (Katja Weitzenböck) gegen rassistische Vorurteile seiner jüdischen Familie, gegen Deutsche.
  • 1997 – Trickser
  • 1998 – Nachtgestalten
  • 2000 – Bonhoeffer – Die letzte Stufe
  • 2002 – Verrückt nach Paris
  • 2003 – Sams in Gefahr
  • 2004 – Die Blindgänger
  • 2005 - Die blaue Grenze
  • 2005 – Off Set
  • 2006 – Shooting Dogs
  • 2006 – Strajk – Die Heldin von Danzig
  • 2007 - Krauses Fest
  • 2007 - Du bist nicht allein
  • 2008 - Die rote Zora
  • 2008 - Die Frau des Friseurs

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 33/2006 vom 19. August 2006
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Munzinger-Archiv GmbH, 2006
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Dezember 2003
  5. Hamburger Morgenpost, 10. März 2008: „Wir urteilen viel zu schnell“ Gespräch über seine Rolle als Transvestit Charlotte von Mahlsdorf
  6. Berliner Zeitung, 12. Mai 2007: Ich bin ein Preuße mit Leidenschaft - Dominique Horwitz über seine neuen Rollen, seine neue Heimat und seine neue Liebe
  7. Der Jüdische Kalender Fünftausendsiebenhundertachtundsechzig (2007–2008), Ölbaum Verlag, Augsburg, zum 21. April 2008 / 16. Nissan 5768