Indogermanen

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Indogermanen, auch Indoeuropäer oder (mit rassischem Bezug) auch Indo-Arier genannt, sind dem linguistischen Verständnis gemäß alle muttersprachlichen Sprecher einer indogermanischen Sprache. Die Bezeichnung ist eine Zusammensetzung, gebildet aus den östlichsten Mitgliedern dieser Sprachfamilie, den (arischen) Indern, und den westlichsten, den Germanen, welche in früherer Zeit gemeinsam zur nordischen Rasse zählten. Zum Zeitpunkt der Benennung war das Germanische die äußerste indogermanische Sprache im Westen. Daß auch die keltischen Sprachen dazu gehören, fand man erst später heraus.

Verbreitung des Indogermanischen

Erläuterung

In der Völkerkunde und der Ethnolinguistik bezeichnet man mit (Ur-)Indogermanen die Angehörigen der prähistorischen Kulturgruppen (Urvolk), von welchen man ausgeht, daß sie die durch die vergleichende Sprachwissenschaft ermittelte hypothetische Indogermanische Ursprache gesprochen haben könnten. Die Verbindung der prähistorischen Kulturgruppen mit der ur-indogermanischen Sprache wird dadurch motiviert, daß nur durch ein Urvolk und nicht schon durch einen Sprachbund die enge lexikalische und grammatische Verwandtschaft vieler europäischer, indischer und iranischer Sprachen erklärbar ist.

Die vergleichende Sprachwissenschaft setzt für das Ur-Indogermanische den Zeitraum zwischen 6000 und 3000 v. d. Z. an. Diese Datierung ist kein linguistisch zwingendes Ergebnis beispielsweise der Glottochronologie, sondern wird aus dem plausibelsten Szenario der Ausbreitung des Indogermanischen abgeleitet.

Herkunft bzw. Urheimat der Indogermanen

Die Frage nach der Herkunft der Indogermanen, nach deren Urheimat, beschäftigt die Forschung bis auf den heutigen Tag. Von verschiedenen Thesen, die es gibt, werden inzwischen nur noch zwei in Fachkreisen ernsthaft diskutiert, nämlich die Südrußland- und Kleinasien-Theorie. Z. T. werden die Indogermanen in der Fachliteratur mit den Urgermanen gleichgesetzt.

Südrussische Steppe

Die heute als am wahrscheinlichsten betrachtete Herkunftsannahme verortet die Urheimat der Indogermanen in der südrussischen Waldsteppe zwischen Wolga und Don. Marija Gimbutas hatte die sogenannte Kurgan-Theorie in den 1970er Jahren vorgestellt. Nach dieser lasse sich die Ausbreitung der Indogermanen an den sogenannten Kurganen – Kammergräbern unter monumentalen Erdhügeln – ablesen, die bis in das Kaukasusvorland und Südeuropa nachweisbar sind.[1]

Kleinasien

In den 1980er Jahren kam die sogenannte Diffusionstheorie auf, nach der die Indogermanen von Kleinasien aus nach Europa eingewandert seien. Colin Renfrew vertrat 1987 die Ansicht, die Indogermanen hätten den Ackerbau mit nach Europa gebracht. Vor allem bei Archäologen und Humangenetikern fand die Difussionstheorie großen Zuspruch, da sie das Bild der Indogermanen als Träger und Verbreiter von Kultur und Fortschritt stützte. [2] Harald Haarmann ist hierbei jedoch der Ansicht, daß die Verbreitung des Ackerbaus und die Ausbreitung der Indogermanen zwei verschiedene Entwicklungen seien. Archäologisch lasse sich zudem auch nicht greifen, daß die Indogermanen wirklich anfangs in Kleinasien siedelten.

Atlantis

Auch das sagenhafte Atlantis (wo immer es auch zu veorten sei) galt als mögliche Urheimat der Indogermanen. Demnach wäre die Ausbreitung der Indogermanen die Folge einer großen Katastrophe, nämlich des Untergangs Atlantis'.

Skandinavien

Ebenso wurde Skandinavien, welches bereits von dem antiken Schriftsteller Jordanes als Mutter vieler Völker gesehen wurde, als mögliche Urheimat gefunden. Die Sichtweise ist allerdings ideologisch nicht ganz unvoreingenommen gewesen, sondern versuchte, den germanischen Norden als Ausgangsort aller großen Kulturen in Europa und Vorderasien zu deuten.

Indien

Die Arier, der östliche Zweig der Indogermanen, waren im 2. Jahrtausend v. d. Z. nach Indien gelangt und hatten dort verschiedene Herrschaften errichtet. Eine vor allem bei Hindu-Nationalisten berühmte, wissenschaftlich aber nicht haltbare Annahme besagt, daß die Arier nicht Einwanderer, sondern die Urbevölkerung dieses Gebietes gewesen seien. Demnach hätten die Drawiden und nicht die Arier die Induskultur, eine der frühesten Hochkulturen in Asien, geschaffen. Somit wären von Indien aus die Indogermanen weiter nach Westen gezogen.

Kaukasusregion

Eine weitere These ging davon aus, daß die Urheimat der Indogermanen in der Kaukasusregion zu verorten sei. Diese Annahme wirkt in den Vereinigten Staaten von Amerika bis heute noch insofern nach, als daß weiße Amerikaner in offiziellen Dokumenten bei der rassischen Zuordnung als Caucasian bezeichnet werden.

Weltall

Im Zuge des Aufkommens der Prä-Astronautik, also der Vorstellung, daß in der Vorgeschichte die Menschen Kontakte zu Außerirdischen gehabt hätten, wurde auch dies mit der Frage nach der indogermanischen Urheimat verbunden. So gab es Annahmen, daß die Indogermanen von Außerirdischen geschaffen wurden und ihre Schöpfer als Götter in den verschiedenen Religionen der Indogermanen fortlebten. Die These besitzt keine wissenschaftliche Grundlage, sondern ist reine Spekulation, zudem in der Regel darauf bedacht, die Europiden als den anderen Großrassen weit überlegen darzustellen. Ein bekannter Vertreter einer solchen Theorie ist der norwegische Musiker Varg Vikernes, der einmal behauptet hatte, die Ursprünge der Europiden seien nicht auf der Erde zu suchen. Als Indizien dafür nannte er, daß einige Götter Planeteneigenschaften ähneln würden: Donars roter Bart etwa seien eine Erinnerung an Jupiters rostrote Oberfläche, da die anderen Götter blond dargestellt werden. Dessen Asteroidengürtel habe die selbe Funktion wie der Hammer des Gottes, nämlich die Erde bzw. deren Bewohner vor Gefahren zu schützen.[3] Vikernes vertritt diese Ansicht inzwischen wohl aber nicht mehr und geht davon aus, daß die heutigen Europäer größtenteils vom Neanderthaler, der dem angeblich aus Afrika stammenden homo sapiens überlegen gewesen sei, abstammen.

Sprache

Hauptartikel: Indogermanische Sprachen

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Harald Haarmann: Die Indoeuropäer. Herkunft, Sprachen, Kulturen (Beck’sche Reihe, Bd. 2706), München 2010, S. 16f.
  2. Harald Haarmann: Die Indoeuropäer. Herkunft, Sprachen, Kulturen (Beck’sche Reihe, Bd. 2706), München 2010, S. 17f.
  3. Michael Moynihan u. Didrik Søderlind: Lords of Chaos. The Bloody Rise of the Satanic Metal Underground, Revised and Expended Edition, Los Angeles 2003, S. 182