Söderbaum, Kristina

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Kristina Söderbaum (1912–2001)
Kristina Söderbaum
Veit Harlan und Kristina Söderbaum
Kristina Söderbaum (ca. 1940)
Kristina Söderbaums Grab
Seeshaupt
Inschrift des Grabsteins

Kristina Söderbaum (Lebensrune.png 5. September 1912 in Stockholm; Todesrune.png 12. Februar 2001 in Hitzacker) war eine schwedische Schauspielerin. Sie feierte im deutschen Kinofilm ihre größten Erfolge zur Zeit des Nationalsozialismus.

Leben

Jugend

Kristina Söderbaum, ev. (1955 zum Katholizismus konvertiert), war die Tochter des Chemieprofessors Henrik Gustaf Söderbaum und dessen Frau Margareta Charlotta Katarina. Ihr Vater war Präsident der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften und führte zeitweise den Vorsitz des Nobelpreiskomitees. Söderbaums Schwester Ulla machte sich einen Namen als Tänzerin.

Weimarer Republik

Söderbaum besuchte ein Lyzeum in Stockholm sowie Internate in Frankreich – sie besuchte ab 1929 in Paris zwei Jahre lang das „Collège feminin du Boffémont“ – und in der Schweiz.

Drittes Reich

Nach dem Tod ihrer Eltern kam die junge Schwedin 1934 nach Berlin, begann ein Studium der Kunstgeschichte und nahm nebenher privat Schauspielunterricht.

Bereits zwei Jahre später sah man sie erstmals in der Rolle des Bauernmädchens Minning in der wenig beachteten Fritz-Reuter-Verfilmung „Onkel Bräsig“ unter der Regie Erich Waschneks auf der Leinwand, 1937 wurde der Regisseur Veit Harlan auf sie aufmerksam, der ihr die Hauptrolle als Ännchen in seinem Pubertätsdrama „Jugend“ (1938) übertrug; kurze Zeit darauf wurden beide ein Paar, 1939 wurde die Ehe zwischen Harlan und Söderbaum geschlossen. Veit Harlan machte seine Frau in zahlreichen nachfolgenden Filmen zum erfolgreichsten Filmstar der 40er Jahre; hierbei ließ er sie auch tragische und melodramatische Rollen spielen.

Nachkriegszeit

Nach dem Kriege war Söderbaum wegen ihrer Darstellungen in einigen Filmen im Dritten Reich Anfeindungen und Verfolgungen im Nachkriegsdeutschland ausgesetzt. Wegen ihrer Rolle der Dorothea in dem Spielfilm „Jud Süß“ (1940) wurde auch Söderbaum vor ein Nachkriegsgericht zitiert.

1947 wurde Veit Harlan zwar als „Entlasteter“ eingestuft, auf Intervention der Veröffentlichten Meinung aber Ende Juli 1948 erneut wegen angeblicher „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ angeklagt und 1950 von der Anklage freigesprochen. Erst danach wirkte die Söderbaum wieder in Filmen ihres Mannes mit, konnte aber nicht mehr so recht an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Sie hatte zunächst Theater gespielt und aus Solidarität mit ihrem mit einem mehrjährigen Berufsverbot belegten Mann auch internationale Filmangebote abgelehnt.

Ab 1950 drehte sie dann wieder mehrere Filme unter der Regie ihres Mannes; die Gloria-Filmproduktion schickte sie und Harlan unter anderem nach Asien, um dort Filme zu machen, in denen neben einer unechten Handlung auch echte Elefanten und echte Palmen zu sehen waren – die zwar künstlerisch mißglückten, aber die Sehnsucht des Publikums nach der weiten Welt und Exotik befriedigten.

Nach dem Tod ihres Mannes stand die Filmschauspielerin verschuldet da. Die Mutter zweier Söhne ließ sich zur Fotografin ausbilden, arbeitete erfolgreich als Mode- und Portraitfotografin und lichtete bekannte Filmschauspieler mit der Kamera ab. Nur vereinzelt stand sie noch vor der Filmkamera.

In den BRD-Medien wird immer wieder die Aussage gemacht, Söderbaum habe in der Zeit des Deutschen Reiches im Volke den Spottnamen „Reichswasserleiche“ gehabt, wofür der Umstand verantwortlich gewesen sei, daß sie in einigen Filmen jener Zeit tragische Rollen übernommen hatte. Allerdings werden hierzu keine Belege gegeben. Tatsache ist, daß sie in ihren Filmrollen einmal ins Moor ging („Die goldene Stadt“, 1942) und in zwei Filmen ertrank („Jugend“, 1938 und „Jud Süß“, 1940).

Am 12. Februar 2001 verstarb der beliebte UFA-Star Kristina Söderbaum; in den letzten Jahren lebte sie meist in München bei einem ihrer Söhne, ab dem Alter von 88 Jahren in einem Pflegeheim im niedersächsischen Hitzacker. Sie hinterließ die Söhne Kristian Veit und Caspar Harlan und fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Seeshaupt am Starnberger See.

Filmbeiträge

V.S.-Produktion: Schauspielerleben: Kristina Söderbaum (Staffel 2 / Folge 6) (2010)

Filmographie