Landwehr

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Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Landwehr (Auswahlseite) aufgeführt.
Auszug der preußischen Landwehr bei der „Deutschen Erhebung“, 1813; die Landwehrmänner tragen Schirmmützen mit Landwehrkreuz.

Die Landwehr (z. T. auch als Landmiliz, Bürgergarde oder Landsturm bezeichnet) war neben dem Stehenden Heer ein Teil der Streitkräfte. In einzelnen Ländern gab es zeitweise dafür auch den Begriff Landmiliz oder Landsturm. Ab 1813 verband sich im Befreiungskampf in einigen deutschen Staaten, wie Preußen, Hannover, Hessen und anderen, mit der Errichtung der Landwehr die erstmalige Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.

In anderen deutschen Staaten blieb die Aufstellung der Landwehr jedoch damals noch gleichbedeutend mit der Einziehung von Freiwilligen (Landsturm und Freikorps, freiwillige Jäger) oder irregulären Milizverbänden des Volksheeres. Die Landwehr ist ein Begriff des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ergänzend dazu gab es noch den Begriff der „Seewehr“ für die Marine.[1]

Geschichte

Preußische Landwehr im Deutschen Bruderkrieg 1866
Besitzzeugnis der Landwehr-Dienstauszeichnung für Arthur Daniel (1866–1933)
Soldaten des Landwehr-Infanterie-Regimentes Nr. 25, 1914–1918; dritter von links ein Reichsneger.

Im Zuge der Befreiungskriege erging ein Aufruf an alle Freiwilligen zur Abwehr des französischen Überfalls auf Deutschland. Diese erste Organisationsform von eigentlichen Zivilisten war die Vorstufe der späteren Wehrpflicht. Ursprünglich in Preußen eingeführt, gab es später auch in anderen deutschen Teilgebieten Landwehreinheiten. Schöpfer der Landwehr war Gerhard Johann David von Scharnhorst. Er wandelte das ursprüngliche Söldnerheer in ein stehendes Volksheer um und bereitete so die Organisation der Landwehr und die Befreiung Deutschlands vom französischen Joch des Napoleons vor.

„An den Erfolgen des Feldzuges 1815 hatte die Landwehr wieder ihren besonderen Antheil gehabt, so daß die neuesten Erfahrungen wohl geeignet waren, die Überzeugung von der Vortrefflichkeit der Grundsätze, welche man für das preußische Wehrsystem aufgestellt, nur um so stärker zu befestigen. Es wurde daher nach dem Friedensschluß ungesäumt Hand angelegt, um die fernere Konsolidierung zu fördern, und ein wichtiges Ausführungsgesetz für die am 3. September 1814 gegebenen Grundlagen zu erlassen. Es war dies die nachstehende Landwehr-Ordnung vom 21. November 1815.“[2]

Berliner Landwehr bei Langensalza (Gedicht)

„Berliner Landwehr bei Langensalza (27. Juni 1866)“ ist ein Gedicht von Theodor Fontane in Gedenken an die Schlacht bei Langensalza:


Berliner Landwehr, Gewehr in Hand,
Steht bei Langensalza in Sonnenbrand,
Ein Staub, eine Hitze, es perlt der Schweiß,
Berliner Landwehr, wird Dir’s zu heiß?
„Is nich!“


Die Hannoveraner sprengen heran,
Zweitausend gegen achthundert Mann,
Zweitausend Reiter sprengen her:
Ergieb Dich, Landwehr, streckt das Gewehr!
„Is nich!“


Zweitausend Reiter haben gesiegt,
Was hilft’s, Hannover unterliegt.
„Trink mit, Kamerad, aus meinem Glas!“
„„Wir dachten, ihr trügt uns einen Haß!““
„Is nich!“

K. k. Landwehr

Die kaiserlich-königliche Landwehr (auch: k. k. Landwehr) bestand von 1869 bis 1918 (im Ersten Weltkrieg als Teil der kaiserlichen und königlichen Armee) aus den Territorialstreitkräften der cisleithanischen Reichshälfte, die als Pendant zur königlich ungarischer Landwehr aufgestellt wurden. Die beiden Landwehren bildeten mit der Gemeinsamen Armee und der k. u. k. Kriegsmarine die Bewaffnete Macht bzw. Wehrmacht Österreich-Ungarns.

Im Gegensatz zum Deutschen Reich, wo sich die Landwehr größtenteils aus Reservisten und Ungedienten zusammensetzte, bestand die kaiserlich-königliche Landwehr aus regulären Verbänden. Sie war etatmäßig voll aufgestellt und nicht teilmobil oder gekadert. Die Landwehr ist nicht mit dem Landsturm zu verwechseln.[3]

Bei Kriegsausbruch 1914 bestand die k. k. Landwehr aus:

Literatur

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Landwehr
  2. „Geschichte der preußischen Landwehr. Historische Darstellung und Beleuchtung ihrer Vorgeschichte, Errichtung und späteren Organisation“, Druck und Verlag von E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1863
  3. Im Jahre 1917 wurde der Begriff Landwehr bei der Infanterie durch Schützen ersetzt, aus z. B. dem „Landwehr-Infanterie-Regiment“ wurde ein Schützen-Regiment