Lorenz, Konrad

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Konrad Lorenz

Konrad Zaccharias Lorenz (Lebensrune.png 7. November 1903 in Altenberg bei Wien; Todesrune.png 27. Februar 1989 ebenda) war ein deutscher Zoologe und Verhaltensforscher. Er entwickelte den Begriff der sozialen Prägung und setzte sich zudem für die Rassenhygiene im Interesse eines gesunden Volkskörpers ein. 1973 erhielt er gemeinsam mit dem Zoologen Karl von Frisch und Nicolaas Tinbergen den Nobelpreis für Medizin.

Leben

Konrad Zaccharias Lorenz wurde am 7. November in Wien als Sohn von Emma Lorenz, geborene Lecher, und Dr. Adolf Lorenz, Professor für Orthopädie an der Universität Wien geboren. Als Student heiratete er 1927 die Medizinstudentin Gretl Gebhardt, die später lange Zeit durch ihre medizinische Praxistätigkeit für den Lebensunterhalt der jungen Familie sorgte. 1928 kam ihr Sohn Thomas (Todesrune.png 1982) zur Welt. Lorenz brach sich 1930 bei einem Motorradunfall den Unterkiefer und trug seither seinen charakteristischen Bart, im selben Jahr kam seine Tochter Agnes zur Welt.

Er nahm zunächst ein Medizinstudium auf, welches er 1928 abschloß, und promovierte zum Dr. med. Dann wechselte er auf Zoologie um und promovierte 1933 in diesem Fach ebenfalls.[1] Bereits während seines Studiums erforschte er Instinkthandlungen bei Tieren. Mit seiner Abhandlung „Über den Begriff der Instinkthandlung“ legte er im Jahre 1937 die Grundlagen der vergleichenden Verhaltensforschung.

Deutsches Bekenntnis

Am 28. Juni 1938, kurz nach dem Beitritt Österreichs, stellte Konrad Lorenz, der als deutscher Patriot seit 1920 in Österreich immer wieder Anfeindungen ausgesetzt war, einen Aufnahmeantrag an die NSDAP. Er untermalte sein Aufnahmegesuch wie folgt:

„Ich war als Deutschdenkender und Naturwissenschaftler selbstverständlich immer Nationalsozialist und aus weltanschaulichen Gründen erbitterter Feind des schwarzen Regimes (nie gespendet oder geflaggt) und hatte wegen dieser auch aus meinen Arbeiten hervorgehenden Einstellung Schwierigkeiten mit der Erlangung der Dozentur. Ich habe unter Wissenschaftlern und vor allem Studenten eine wirklich erfolgreiche Werbetätigkeit entfaltet, schon lange vor dem Umbruch war es mir gelungen, sozialistischen Studenten die biologische Unmöglichkeit des Marxismus zu beweisen und sie zum Nationalsozialismus zu bekehren. Auf meinen vielen Kongreß- und Vortragsreisen habe ich immer und überall mit aller Macht getrachtet, den Lügen der jüdisch-internationalen Presse über die angebliche Beliebtheit Schuschniggs und über die angebliche Vergewaltigung Österreichs durch den Nationalsozialismus mit zwingenden Beweisen entgegenzutreten. Dasselbe habe ich allen ausländischen Arbeitsgästen auf meiner Forschungsstelle in Altenberg gegenüber getan. Schließlich darf ich wohl sagen, daß meine ganze wissenschaftliche Lebensarbeit, in der stammesgeschichtliche, rassenkundliche und sozialpsychologische Fragen im Vordergrund stehen, im Dienste Nationalsozialistischen Denkens steht!“[2]

Zweiter Weltkrieg

Am 31. August 1940 folgte er einem Ruf nach Königsberg und wurde dort ordentlicher Professor und Leiter des Instituts für vergleichende Psychologie,[3] die Familie siedelte im Juni 1941 nach Königsberg über, kurze Zeit später wurde die zweite Tochter, Dagmar, geboren.

Am 20. Oktober 1941 wurde er als Soldat zur Wehrmacht eingezogen und arbeitete dort als Heerespsychiater und Neurologe in einem Lazarett in Posen. Interessanterweise waren zur selben Zeit auch der Bordfunker Joseph Beuys (an der Luftnachrichtenschule) und der Verhaltensforscher Heinz Sielmann (u. a. an der Reichsuniversität Posen) in der deutschen Stadt an der Warthe.

Im Frühjahr 1944 wurde Lorenz an die Front bei Witebsk versetzt und geriet im Frühsommer in russische Kriegsgefangenschaft, wo er sich als Mediziner um verwundete deutsche Soldaten bemühte und von russischen Ärzten oft zu Konsultationen hinzugezogen wurde. Er arbeitete als Lagerarzt in verschiedenen Lagern in Armenien und begann an seinem Lehrbuch der Ethologie, dem „Russischen Manuskript“ zu schreiben. 1946 starb sein Vater.

Nachkriegszeit

Nach seiner Entlassung im Februar 1948 ließ er sich wieder in Altenberg nieder, wo er im Jahr darauf das Institut für vergleichende Verhaltensforschung gründete. 1950 bzw. 1951 wurde Lorenz wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und begründete seine Forschungsgruppe zunächst auf dem Gut des Barons Rombach in Buldern bei Münster, dann 1956 gemeinsam mit Erich von Holst das Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen bei Starnberg. Ebenfalls 1951 erfolgte die Ernennung zum wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Institutes für Meeresbiologie in Wilhelmshaven.

1956 wurde Lorenz korrespondierendes Mitglied der Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur. 1957 wurde er Mitglied der Kaiserlichen Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle, 1959 erfolgte die Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Von 1961 bis 1973 war Lorenz Direktor des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensforschung in Seewiesen am Starnberger See und erhielt 1973 den Nobelpreis für seine Arbeit – in diesem Jahr veröffentlichte er sein Hauptwerk „Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens“. Zudem wurde er im selben Jahr Ordentliches Mitglied der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin.

„Todsünden als Lebensinhalt und zeitlose Lehre“

1973 beschrieb Professor Lorenz in seinem Buch „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ diese wie folgt:

  • die Überbevölkerung der Erde,
  • das fortschreitende Verwüsten des Lebensraumes,
  • der Wettlauf der Menschheit mit sich selbst, mit den Folgeerscheinungen des Wirtschaftswachstums und des Wettrüstens,
  • die Verarmung der Gefühle durch zunehmende Neigung zur Sofortbefriedigung,
  • genetischer Verfall,
  • Abreißen der Traditionsweitergabe von Alt zu Jung,
  • zunehmende Indoktrinierbarkeit der Menschenmassen durch Ideologien,
  • die Aufrüstung mit Kernwaffen.

Zitate

  • „Der Irrglaube, daß nur das rational Erfaßbare oder gar nur das wissenschaftlich Nachweisbare zum festen Wissensbesitz der Menschheit gehöre, wirkt sich verderblich aus. Er führt die ‚wissenschaftlich aufgeklärte‘ Jugend dazu, den ungeheueren Schatz von Wissen und Weisheit über Bord zu werfen, der in den Traditionen jeder alten Kultur wie in den Lehren der großen Weltreligionen enthalten ist. Wer da meint, all dies sei null und nichtig, gibt sich folgerichtig auch einem anderen, ebenso verderblichen Irrtum hin, indem er in der Überzeugung lebt, Wissenschaft könne selbstverständlich eine ganze Kultur mit allem Drum und Dran auf rationalem Wege und aus dem Nichts erzeugen. Dies ist nur um ein weniges weniger dumm als die Meinung, unser Wissen reiche hin, um durch Eingriffe in das menschliche Genom den Menschen willkürlich zu ›verbessern‹.“[4]
  • „Die Verfallstypen durchsetzen Volk und Staat dank ihrer größeren Vermehrungsquote und ihren vergröberten Wettbewerbsmethoden dem Artgenossen gegenüber in kürzester Zeit und bringen beiden aus analogen biologischen Gründen den Untergang, aus denen die ebenfalls asozialen Zellen einer Krebsgeschwulst das Gefüge des Zellstaates zugrunde richten.“[5]
  • „Wenn ein junger Mensch das geistige Erbe der Kultur, in der er aufwuchs, verloren und keinen Ersatz in der Geistigkeit einer anderen gefunden hat, ist es ihm verwehrt, sich mit irgend etwas und irgend jemanden zu identifizieren, er ist tatsächlich ein Nichts und ein Niemand, wie man heute in der verzweifelten Leere vieler jugendlicher Gesichter deutlich lesen kann. Wer das geistige Erbe der Kultur verloren hat, ist wahrhaft ein Enterbter.“

Werke (Auswahl)

  • Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit. München, Piper-Verlag 1973, ISBN 3-492-00350-8 [Zunächst Festschrift für Eduard Baumgarten, dann als Rundfunkproduktion verbreitet, aufgrund der großen Reaktionen danach als Mahnschrift im Taschenbuch]
  • Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression, Borotha-Schoeler Verlag, Wien 1963 [damals noch keine ISBN]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Professor Konrad Lorenz stellte 1963 in „Das sogenannte Böse“ fest, daß die Aggression eine arterhaltende Kraft sei.
  • 1951 Ehrenmitglied der Deutschen und der Amerikanischen Ornithologischen Gesellschaften
  • 1955 Medaille „in Gold“ der „New York Zoological Society“
  • 1962 Wilhelm-Bölsche-Medaille in Gold der Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart
  • 1962 Doctor of Science honoris causa, University of Leeds
  • 1964 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
  • 1964 Foreign Member of the Royal Society, London
  • 1966 Doktor medicinae et chirurgiae artisque et obstetriciae honoris causa, Universität Basel
  • 1966 Foreign Associate of the National Academy of Sciences of the USA
  • 1967 Doctor of Science honoris causa, Yale University, New Haven, Connecticut
  • 1968 Beccaria-Medaille in Gold der deutschen Kriminologischen Gesellschaft, Frankfurt a. M.
  • 1968 Doctor of Science honoris causa, University of Oxford
  • 1968 Ausländisches Mitglied der Zoologischen Klasse der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Stockholm
  • 1969 Kalinga-Preis der UNESCO für die Popularisierung der Wissenschaft
  • 1969 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold
  • 1969 Ernennung zum Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste
  • 1970 Doctor of Science honoris causa, Loyola University, Chikago
  • 1970 Jean-Delacour-Medaille
  • 1972 Goldene Medaille der Humboldt-Gesellschaft
  • 1972 Doctor of Science honoris causa, University of Durham
  • 1972 Eduard-Paul-Tratz-Medaille in Gold des Österreichischen Naturschutzbundes
  • 1972 Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1973 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin (gemeinsam mit Karl Ritter von Frisch)
  • 1973 Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste
  • 1973 Bayerischer Naturschutzpreis
  • 1973 Honorary Member of the Mark Twain Society, Kirkwood, Missouri
  • 1973 Paracelsus-Ring der Stadt Villach
  • 1974 Doctor of Laws honoris causa, University of Birmingham
  • 1975 Ehrenurkunde der Niederösterreichischen Bergwacht
  • 1979 Hans-Adalbert-Schweigart-Medaille des Weltbundes zum Schutze des Lebens
  • 1979 Ehrenmitgliedschaft in der Oberösterreichischen Wasserschutzwacht
  • 1980 Ehrenpräsidentschaft des Österreichischen Verbands für Vivaristik und Ökologie
  • 1981 Doctoris politicarum scientiarum honoris causa, Universita Cattolica del Sacro Cuore, Mailand
  • 1982 Ehrendoktor der Naturwissenschaften, Universität Salzburg (durch schamlosen Kniefall vor der Linken und niederträchtigste Negierung seiner wissenschaftlichen Leistungen aberkannt am 15. Dezember 2015 durch den Beschluß des Universitätssenats über die Aberkennungen im Einvernehmen mit dem Rektorat)[6]
  • 1984 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband
  • 1984 Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
  • 1985 Ordre de St. Fortunat in Gold der Union Internationale Prosper Montagné

Siehe auch

Literatur

  • Norbert Bischof: „Gescheiter als alle die Laffen“ – Ein Psychogramm von Konrad Lorenz, Piper-Verlag, München 1993 [Lizenzausgabe mit Genehmigung des Rasch und Röhring Verlages, Hamburg/Zürich], ISBN 3-492-11530-6

Verweise

Fußnoten

  1. Promotion zum Dr. phil. mit einer Dissertation über den Vogelflug
  2. Klaus Taschwer / Benedikt Föger: Konrad Lorenz (Biographie), Wien (2003) S. 84–85
  3. Lorenz wurde auf Vorschlag von Eduard Baumgarten, Otto Koehler und Kurt Mothes Professor für Psychologie am Kant-Lehrstuhl der philosophischen Fakultät in Königsberg.
  4. Konrad Lorenz: Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit, Piper-Verlag, München, 11. Auflage 1980, S. 70, ISBN 3-492-00350-8
  5. Konrad Lorenz: Die angeborenen Formen möglicher Erfahrung, Zeitschrift für Tierpsychologie 5, 1943, S. 294
  6. Universität Salzburg widerruft Ehrendoktorat von Konrad Lorenz