Mühlhausen (Thüringen)

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Mühlhausen (Thüringen)

Wappen von Mühlhausen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Provinz: Provinz Sachsen
Einwohner (2011): 35.875
Bevölkerungsdichte: 415 Ew. p. km²
Fläche: 86,34 km²
Höhe: 216 m ü. NN
Postleitzahl: 99974
Telefon-Vorwahl: 03601
Kfz-Kennzeichen: UH
Koordinaten: 51° 13′ N, 10° 27′ O
Mühlhausen (Thüringen) befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Freistaat Thüringen
Bürgermeister: Hans-Dieter Dörbaum (parteilos)

Mühlhausen ist eine deutsche Kreisstadt im Unstrut-Hainich-Kreis im Nordwesten Thüringens sowie ehemalige deutsche Reichsstadt.

Lage

Mühlhausen liegt am Nordwestrand des Thüringer Beckens. Das Stadtgebiet wird im Westen durch den Hainich und im Norden durch das Obereichsfeld begrenzt. Mühlhausen liegt an der Unstrut, einem Nebenfluß der Saale.

Geschichte

Ältere Zeit

Schon in der jungen Steinzeit bildeten die geologischen Bedingungen an der fruchtbaren Unstrutniederung ein gut besiedelbares Areal, was archäologische Funde bestätigen. Sie zeigen auch, daß der Ort zur Zeit des Thüringer Königreichs zwischen 400 und 531 kulturell und politisch bedeutsam gewesen sein kann. Insbesondere wird mit den Funden eine sagenhafte Erzählung verknüpft, in der Attila der Hunnenkönig auf dem Zug von Ungarn nach Frankreich im Jahre 451 auf der Burg Mulhus wohnte und zu Ehren des Ritters Georg eine Kirche erbauen ließ.

Mit dem Sieg der Franken über das thüringische Germanenreich im Jahre 531 begann die Staatskolonisation, die in der endgültigen Unterwerfung der Thüringer zu Beginn des 8. Jahrhunderts gipfelte. Gleichzeitig wurden die besetzten Gebiete missioniert, und das Christentum hielt Einzug.

967 wurde Mühlhausen erstmals urkundlich als mulinhuson durch Kaiser Otto II. erwähnt. Es war Zentrum eines bedeutenden Reichsgutbezirkes mit befestigtem Königshof, dessen Ursprünge bis in das Fränkische Reich Karls des Großen zurückreichen.

Im 11. Jahrhundert begann die Entstehung der Altstadt (Marktsiedlung), im 12. Jahrhundert folgte die der Neustadt um die Marienkirche unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Im Jahr 1135 söhnte sich Kaiser Lothar III. in der erstmals so bezeichneten „villa regia“ Mühlhausen endgültig mit Konrad von Staufen aus. Mit dem Jahr 1135 war Mühlhausen der erste Ort Thüringens, der die Stadtrechte erhielt. Heinrich der Löwe eroberte Mühlhausen, das sich zu einem bedeutenden Zentrum der Reichsgewalt entwickelt hatte, im Jahre 1180.

1548 konnte unter Kaiser Karl V. eine neue Reichsfreiheit ausgehandelt werden. Durch den Ankauf der Liegenschaften des Deutschen Ritterordens (1599) erwarb die Stadt einen großen Grundbesitz.

Jüngere Zeit

Auf dem Fürstentag zu Mühlhausen im März 1620 gab der Kurfürst von Sachsen Johann Georg I. die Sache der Protestantischen Union preis und erklärte sich mit den rheinischen Erzbischöfen für den Kaiser. Für das Verschontbleiben von der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg hatte Mühlhausen mit 1,75 Millionen Gulden schwer zu zahlen. Die Steuern wurden erheblich erhöht, eine allgemeine Verarmung trat ein. Die Bevölkerungszahl von Mühlhausen sank auf die Hälfte. Die umliegenden Dörfer wurden geplündert und abgebrannt, ihre Bürger flohen in den Schutz der Stadtmauern. Großbrände 1649 und 1689 sowie der Siebenjährige Krieg verminderten ebenfalls die Leistungskraft der Stadt. Bedeutende Mühlhäuser Bürger verließen die Stadt, so Gottfried Christoph Beireis und Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau.

Vom 16. bis 18. Jahrhundert erlebte Mühlhausen eine besondere Blüte der Kirchenmusik. 1707/08 war Johann Sebastian Bach Organist an der Hauptkirche Divi Blasii (Sankt Blasius). Zum Ratswechsel am 4. Februar 1708 entstand die Kantate Gott ist mein König BWV 71.

1802 endete die Reichsfreiheit, und Mühlhausen kam an das Königreich Preußen, 1807 an das von Napoleon konstruierte Königreich Westphalen und 1815 wieder an Preußen.

1831 wanderte Johann August Röbling, geboren 1806 in Mühlhausen, in die VSA aus und wurde dort zum Konstrukteur der größten Drahtseilhängebrücke der Welt, der Brooklyn Bridge in Neuyork (1883).

Am 4. April 1945 nahmen VS-Truppen die Stadt, deren Lazarette mit über 1.000 Verwundeten belegt waren, kampflos ein. Die VS-amerikanische Besatzung leerte vollständig alle Banken Mühlhausens von Geldvorräten, Gold und eingelagerten Wertgegenständen. Den Wert anderer durch die Amerikaner geraubter Güter schätzte eine Untersuchung aus der DDR-Zeit auf über 400.000 Reichsmark.

Bekannte, in Mühlhausen geborene Personen

Siehe auch