Karl der Große

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Darstellung Karls des Großen, gemalt von Albrecht Dürer (1513)

Karl der Große (lat. Carolus Magnus oder Karolus Magnus), auch Karl I. genannt (Lebensrune.png 2. April 742 oder 747/748 in Ingelheim; Todesrune.png 28. Januar 814 in Aachen), war ein germanischer Heerführer und seit dem 9. Oktober 768 König des Fränkischen Reiches (bis 771 gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann), seit 774 König der Franken und Langobarden (Rex Francorum et Langobardorum) und seit dem 25. Dezember 800 als Karolus Serenissimus augustus a Deo coronatus magnus pacificus Imperator Romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam Dei rex Francorum atque Langobardorum[1]der erste germanisch-frühdeutsche Kaiser Europas sowie seit dem Ende des Römischen Reiches wieder der erste Herrscher eines europäischen Kaiserreiches,[2] aus welchem das spätere Heilige Römische Reich Deutscher Nation und die staatliche Keimzelle der Deutschen Nation entstand.

Leben

Karl der Grosse.jpg

Der Enkel Karl Martells aus dem Geschlecht der Karolinger erhielt bereits zu Lebzeiten den Beinamen der Große und gilt seit dem Mittelalter als einer der bedeutendsten Herrscher des Abendlandes. Das Frankenreich erfuhr unter ihm seine größte Ausdehnung; mit seiner Krönung am Weihnachtstag 800 durch Papst Leo III. in Rom wurde das Kaisertum im Westen erneuert. Auf Initiative Friedrich Barbarossas am 29. Dezember 1165 von Gegenpapst Paschalis III. heilig gesprochen und als Vater Europas verklärt, führten sowohl Deutsche als auch Franzosen die Anfänge ihrer Nationalgeschichte auf ihn zurück.

Obwohl man damals noch nicht von „Deutschen“ oder „Franzosen“ sprechen konnte, sondern ausschließlich von Germanen, war immer wieder umstritten, als was man Karl den Großen denn sehen sollte, jedoch ist er im wesentlichen als deutsch anzusehen, da „es auch den ausgesprochen romanischen Charakter Frankreichs noch nicht gab, sondern [die] germanische Bevölkerung bis weit nach Frankreich hineinreichte“ und er „urkundlich nachweisbar die germanische Volkssprache, und den fränkischen Dialekt, gesprochen hatte“, die Sprache wurde „thiotisk“ genannt, „woraus das Wort ‚deutsch‘ entstanden sei“. [3]

Karl der Große als Feldherr der römisch-katholischen Kirche

Karl der Große war ein großer Feldherr, wie schon der Langobardenfeldzug 773/774 zeigte, später im Dienste der römisch-katholischen Kirche. Im Zuge der von ihm angeführten Sachsenkriege unterwarf er die Sachsen und zwang ihnen die aus dem Judaismus stammende Glaubenslehre des Christentums auf.[4] Infolgedessen wurde der Sachsenführer Widukind im Jahr 785 getauft und der Missionar Willehad 787 zum Bischof geweiht.

Im Jahr 780 ließ Karl der Große eine den Sachsen hochheilige Irminsulsäule bei der Eresburg in Westfalen (in der Nähe der heutigen Orte Stadtberge, Marsberg und Eresberg) zerstören, womit der traditionelle Germanenglaube gebrochen werden sollte.[5] Karls Brutalität und Kompromißlosigkeit gegenüber dem germanischen Brudervolk trugen ihm den Beinamen „Sachsenschlächter“ ein.

Nachwirken

„Karlsbüste“ Karls des Großen aus dem Domschatz des Aachener Doms, vermutlich nach 1349. Die Büste soll die Schädeldecke Karls des Großen enthalten.

Ähnlich wie bereits bei Cäsar wurde auch der Name Karls des Großen posthum zu einem Synonym für König, so leiten sich etwa die Wörter der slawischen Sprachgruppe für König król (polnisch) und král (tschechisch) von dem Namen Karls des Großen ab.

Im Mittelalter galt Karl sowohl im ehemaligen Westen des fränkischen Reiches, das zu Frankreich wurde, wie im Ostfrankenreich, aus dem sich schließlich Deutschland herausbilden sollte, als Vorbild eines starken und gerechten Herrschers. Vor allem die römisch-deutschen Kaiser sollten sich auf ihn als ihren Urahnen beziehen, seine Kaiserkrönung in Rom wurde zum grundlegenden Ansatz ihres Selbstverständnisses. Auf Betreiben Kaiser Friedrich Barbarossas wurde Karl am 29. Dezember 1165 durch Rainald von Dassel, den Erzbischof von Köln, unter Billigung des Gegenpapstes Paschalis III. heiliggesprochen. Diese Heiligsprechung wurde von Papst Alexander III. nicht akzeptiert, doch hat die Kurie danach nie Einspruch gegen diese Heiligsprechung erhoben. In den Regesta Imperii steht dieses Ereignis beschrieben:

„Friedrich erhebt in Gegenwart zahlreicher Bischöfe und Fürsten und unter dem Jubel von Klerus und Volk auf dem Aachener Hoftag die Gebeine Karls des Großen aus dem durch göttliche Erleuchtung wiederentdeckten Sarkophag zur Ehre der Altäre und birgt sie in einem edelsteinbestzten Schrein. In der Folge ordnet der (für den Aachener Bereich zuständige) Kölner Metropolit, Rainald von Dassel, die Verehrung dieses Herrschers als Heiligen an. Friedrich und seine Gemahlin Beatrix schenken der (Aachener) Kirche aus diesem Anlaß königliche Gaben in der Form von goldenen Vasen und seidenen Tüchern und fügen eine Geldgabe von jährlich 10 Mark hinzu.“[6]

Erst mit der Abdankung des letzten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Franz II., im Jahre 1806 endete diese Traditionslinie in der Nachfolge Karls. Zur gleichen Zeit aber war es Napoleon Bonaparte, der sich 1804 – in bewußter Anknüpfung an Karl – zum Kaiser der Franzosen gekrönt hatte. Doch mit dem Auseinanderbrechen seines europäischen Reiches und dem Aufkeimen nationalstaatlicher Konkurrenzen im 19. Jahrhundert rückte zunächst auch die unmittelbar auf die Gegenwart bezogene Interpretation des Frankenherrschers in den Hintergrund.

Gesamteuropäische Bedeutung

Das Narrativ zu Karl ist im Abendland entsprechend seiner Geschichte rein christlich geprägt. Annähernd alle Geschichtenerzähler und Geschichtsschreiber über die Jahrhunderte waren Christen. Entsprechend ist ihr Verständnis, und entsprechend fielen ihre meist bewundernden und belobigenden Beschreibungen und Deutungen aus. Alle abweichende Einordnung des katholischen Heiligen wäre über längste Zeiträume mit härtesten Sanktionen bestraft worden. Anschaubar ist die traditionelle Verehrung Karls beispielsweise in dem idealisiert-romantisierenden Phantasiegemälde Albrecht Dürers aus dem Jahr 1513.

Eine nichtchristliche bzw. nichtchristoide Sicht käme zu einer ganz anderen Betrachtung und Würdigung:

Karl hatte größten Anteil daran, den germanischen Stämmen das Christentum, einen aus dem Judaismus kommenden und mit ihm untrennbar verwobenen Kult aus Asien als Religion aufzuzwingen. 774 stürzte er, vom Papst gerufen, das Langobardenreich. Desgleichen unterwarf er die bis 785 von Widukind geführten Sachsen in langen blutigen Kämpfen (772–805). Sie mußten den Wüstenkult aus der Levante annehmen.

Karl hat es durchgesetzt, daß germanische Stämme ihre eigenen Götter verließen und ihre naturreligiösen Anschauungen verwarfen, aus denen sie gelebt hatten. In der geschichtlichen Folge und unter anhaltendem Christianisierungsdruck schlossen sich die Europäer einer außereuropäischen Religion an, erhielten deren geistige Prägung und beten demzufolge in verschiedenen Bekenntnissen seit über tausend Jahren den Gott der Juden an. Karl zum Dank sprach ihn Papst Paschalis III. im Jahr 1165 heilig.

Aus dieser geschichtlichen Rolle und aus diesen Verdiensten Karls bezog und bezieht das höhere politische Personal insbesondere der EU-Staaten die Werte, die u. a. zur Stiftung und jährlichen Verleihung des Karlspreises geführt haben. Es sind die Werte des ursprünglichen, bis heute weltausgreifenden Katholizismus, der im Verein mit dem Judaismus und der säkularen Freimaurerei eine globale „Weltordnung“ herbeizwingen will, in der die europäischen Nationen aufgehen sollen und in welcher der arische europäische Geist vollends verebben soll.[7]

Zweifler an Karls Existenz

Nach dissidenter Geschichtsauffassung, die im deutschen Sprachraum besonders von Heribert Illig und Hans-Erdmann Korth vertreten wird, hat Karl der Große nie gelebt und ist seine (von Einardus abgefaßte) Biographie eine hagiographische Fälschung, da sein Leben in einer Phantomzeit stattgefunden habe. Für diese dissidente Geschichtsdeutung spricht u. a. das völlige Fehlen von Alltagsschriften im Frühmittelalter und der notorische politische Gebrauch, der von dieser Gestalt seit je gemacht wird. Auch die Technikgeschichte (am Beispiel der Steigbügel und an zahlreichen Beispielen der Architektur exemplifiziert) bietet eindrucksvolle Belege für diese – freilich grundstürzenden – Thesen.

Zitate mit Bezug auf Karl den Großen

Kaiserkrönung Karls des Großen (Fenster in der St. Paulskirche zu Aachen)
  • „Mit der Zeit nämlich werden die großen Männer von jeder Fraglichkeit der Taxation, von jeder Nachwirkung des Hasses derer, die unter ihnen gelitten, frei; ja ihre Idealisierung kann dann in mehrfachem Sinne zugleich erfolgen, so die Carls des Großen als Held, Fürst und Heiliger.“ — Jacob Burckhardt[8]
  • „Wahrlich, dieser Mann von überwältigender Größe, von Größe auf so verschiedenen Gebieten, von alles überstrahlenden Erfolgen und – nicht am leichtesten wiegend! – auch rein menschlich so reich an herzgewinnenden Zügen, dieser als Siegesheld und Friedenskönig, als Vater seiner Völker, als Rechtsbeschirmer und Retter zumal der von den Vornehmen verunrechteten geringen Leute, der freien, aber vielgedrückten Bauern: – dieser Mann mußte der Mittelpunkt eines weiten, farbenbunten Sagenkreises werden, wie kaum ein andrer, wie auch Dietrich von Bern und der keltische König Artus mit seiner Tafelrunde nicht.“Felix Dahn[9]
  • „Kaiser Karl [genannt zu werden] ist nicht gerade ein Kompliment.“Karl Lagerfeld

Siehe auch

Literatur

  • Konrad Fichtel: Die Katastrophe der germanischen und nordischen Welt – Karl der Westfranke, in: Konrad Fichtel: Roms Kreuzzüge gegen Germanien. 1.200 Jahre Grausamkeiten, Ausplünderung und Überfremdung. Grabert-Verlag, Tübingen 2004, ISBN 3878472099, S. 272–287
  • Heinrich Friedrich Theodor Kohlrausch / Heinrich Schneider: Bildnisse der deutschen Könige und Kaiser. Von Karl dem Großen bis Franz II. nach Siegeln, Münzen, Grabmälern, Denkmälern und Original-Bildnissen gezeichnet; nebst charakteristischen Lebensbeschreibungen derselben, Erste Abtheilung in 8 Heften von Karl dem Großen bis Maximilian I., 1844 (PDF-Datei)
  • Johann Christoph von Aretin: Aelteste Sage über die Geburt und Jugend Karls des Großen, 1803 (PDF-Datei)
  • Hermann Brosien: Karl der Große, Originalausgabe Leipzig 1885, Als Nachdruck beim Nachdruck-Verlag, Leipzig, ISBN 978-3-8262-0219-3
  • Felix Dahns sämtliche Werke poetischen Inhalts: Kaiser Karl und seine Paladine, Leipzig 1903 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Wilhelm Ohr: Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Eine kritische Studie (1904) (PDF-Datei)
  • Heribert Illig: Aachen ohne Karl den Großen – Technik stürzt sein Reich ins Nichts, Mantis-Verlag, 2011, ISBN 978-3928852432 (Bestellmöglichkeit)
  • Otto Reche: Kaiser Karls Gesetz zur politischen und religiösen Unterwerfung der Sachsen (1935)
  • Hans-Erdmann Korth: Der größte Irrtum der Weltgeschichte. Von Isaac Newton 1689 entdeckt – bis heute unvorstellbar, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2013, ISBN 978-3-95488-494-0
Englischsprachig

Verweise

Fußnoten

  1. Karls vollständiger Titel lautete: Serenissimus Augustus a deo coronatus magnus, pacificus, imperator romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam dei rex Francorum et Langobardorum, also: allergnädigster, erhabener, von Gott gekrönter, großer, Friede bringender Kaiser, der das Römische Reich regiert, durch Gottes Barmherzigkeit auch König der Franken und Langobarden.
  2. Das Byzantinische Reich war nur noch ein teileuropäisches Kaisertum.
  3. Joachim Fernau: Deutschland, Deutschland über alles ..., 20. Auflage, 1992, S. 23
  4. Ausführlich Konrad Fichtel: Roms Kreuzzüge gegen Germanien. 1.200 Jahre Grausamkeiten, Ausplünderung und Überfremdung, Grabert-Verlag, Tübingen 2004, ISBN 3878472099, S. 272–287
  5. http://www.suehnekreuz.de/VA/irminsaeulen.html
  6. RI IV 2,2.
  7. Siehe auch → Dietrich Schuler: „Die religiöse Wurzel des Antigermanismus
  8. zitiert nach Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes, München 2003, S. 685
  9. Felix Dahn: Kaiser Karl und seine Paladine, Leipzig 1887
  10. Der Verfasser Dietrich Schuler ordnet die Umerziehung im Gefolge der Christianisierung unter Karl als Urverhängnis Europas und der Deutschen ein.
  11. Britischer Historiker und Biograph


Vorgänger Amt Nachfolger
- Römischer Kaiser Ludwig der Fromme
Pippin der Jüngere König der Franken -
Tassilo III. Herzog von Bayern Lothar I.
Desiderius König der Langobarden Pippin