Harell, Marte

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Marte Harell (1907–1996)
Grab von Marte Harell und Karl Hartl
Wien, Hietzinger Friedho
Inschrift des Grabsteins

Marte Harell (Lebensrune.png 4. Januar 1907 in Wien; Todesrune.png 12. März 1996 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin aus Österreich.

Leben

Jugend

Marte Harell wurde am 4. Januar 1919 (nach anderen Quellen 1907) als Martha Schömig als Tochter eines Baumeisters in Wien geboren; sie war das letzte von zehn Kindern und wuchs in einem gutbürgerlichen Haus auf. Frühzeitig schon scheint die Entscheidung über ihren künftigen Lebensweg gefallen zu sein. Ihre Ausbildung zur Schauspielerin erhielt sie nach dem Lyzeum trotz des anfänglichen Widerstandes ihrer Eltern am Wiener Reinhardt-Seminar.

Drittes Reich

Ihr Theaterdebüt gab sie 1937 an den „Kammerspielen“. Dann verpflichtete man sie nach München, wo sie Gelegenheit fand, unter Otto Falckenberg zu lernen und zu spielen. Breslau war die nächste Station, und schon winkte auch Berlin. Im „Deutschen Theater“ stand sie 1939/40 bei Heinz Hilpert auf der Bühne.

Im gleichen Jahr spielte sie erstmals eine Rolle für den Film: Géza von Bolváry übertrug ihr die Hauptrolle der Elisabeth in „Opernball“ an der Seite Paul Hörbigers und seitdem war Marte Harell auf die verkörperung des feschen Wiener Mädels – später der eleganten Wienerin – festgelegt. Paul Hörbiger war auch in ihrem zweiten Film „Wiener Geschichten“ (1940) ihr Partner, wieder unter Bolvárys Regie, der sie zum Star seiner mit leichter Hand inszenierten Musikfilme machte.

Es folgen sektlaunige Lustspiele und Operetten wie beispielsweise „Rosen in Tirol“ (1940) mit Hans Holt und Johannes Heesters, „Die heimliche Gräfin“ (1942) mit Wolf Albach-Retty und Paul Hörbiger, Hans Thimigs „Brüderlein fein“ (1942), „Schrammeln“ (1944), mit ihr als die „Fiakermilli“ und Hans Holt als Josef Schrammel, oder Arthur Maria Rabenalts „Axel an der Himmelstür“ (1944) mit Johannes Heesters in der Titelrolle.

Nachkriegszeit

Auch im deutschen Nachkriegsfilm blieb Marte Harell eine vielbeschäftigte Darstellerin; in ihrem Fach hielt sich der Star in den 1950er und 1960er Jahren auf der Höhe der Popularität, verkörperte meist die schöne Frau der Jahrhundertwende, kühl, hochgewachsen und hoheitsvoll, in Seide und Brokat gekleidet und in Herzensangelegenheiten erfahren. Im Jahre 1951 wählte das österreichische Publikum Marte Harell zur beliebtesten Schauspielerin. So agierte sie unter anderem 1946 als Rosalinde Eisenstein in „Die Fledermaus“ neben Johannes Heesters in der Rolle des Herbert Eisenstein, als Anna Plochl in „Erzherzog Johanns große Liebe“ (1950) neben O. W. Fischer als Erzherzog Johann oder als Millie Trampusch in der Strauss-Verfilmung „Wiener Walzer“ (1951). In Hubert Marischkas „Du bist die Rose vom Wörthersee“ mimte sie 1952 die Rose Karnigg und spielte unter anderem neben Grethe Weiser, Waltraut Haas und Hans Moser; 1955 war sie in Franz Antels Thriller „Spionage“ die Gräfin Lichtenfels oder ein Jahr später erneut eine Gräfin in dessen Remake „Der Kongreß tanzt“. Bis Ende der 1960er Jahre agierte sie neben ihrer Arbeit für das Theater in Unterhaltungsfilmen und in den 1970er Jahren arbeitete Marte Harell vermehrt für das Fernsehen.

In der Fernsehserie „Hallo – Hotel Sacher… Portier!“ spielte sie 1973 die Marion Devoree, stand für Fernsehspiele wie „Van der Valk und die Reichen“ (1975), „Sechs Personen suchen einen Autor“ (1978) oder die „Tatort“-Folge „Mord im Ministerium“ (1974) vor der Kamera. Ihre letzte Leinwandrolle spielte sie 1981 in Franz Antels Drama „Der Bockerer“, 1985 zog sie sich endgültig ins Privatleben zurück. Im gleichen Jahr hatte man der Schauspielerin in Berlin das „Filmband in Gold“ für langjähriges und herausragendes Wirken im deutschen Film verliehen.

Marte Harell, die seit Beginn der 1970er Jahre mit einem Bronchialleiden zu kämpfen hatte, verstarb am 12. März 1996 mit 89 Jahren in ihrer Geburtsstadt Wien in einem privaten Altersheim und wurde auf dem Friedhof Hietzing in der Familiengruft beigesetzt. Sie war seit 1930 mit dem Regisseur Karl Hartl (1899–1978) verheiratet, der viele ihrer Filme auch produzierte; 1951 wurde die Ehe geschieden, acht Jahre später heiratete das Paar erneut.

Filmographie

  • 1950: Erzherzog Johanns große Liebe
  • 1951: Wiener Walzer
  • 1952: Du bist die Rose vom Wörthersee
  • 1953: Liebeskrieg nach Noten
  • 1955: Der Kongreß tanzt
  • 1955: Spionage
  • 1958: Im Prater blüh’n wieder die Bäume
  • 1963: Begegnung in Salzburg
  • 1964: Die große Kür
  • 1968: Otto ist auf Frauen scharf
  • 1971: Sie nannten ihn Krambambuli / Was geschah auf Schloß Wildberg?
  • 1973: Abenteuer eines Sommers
  • 1973: Van der Valk und die Reichen
  • 1974: Mord im Ministerium (Fernsehreihe Tatort)
  • 1981: Der Bockerer
  • 1982: Zug der Schatten