Schwidetzky, Ilse

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Prof. Dr. phil Dr. h. c. Ilse Schwidetzky-Rösing galt als eine der bedeutendsten Anthropologinnen im Nachkriegsdeutschland. So setzte sie Freiherr von Eickstedts in Schlesien begonnenen rassekundlichen Untersuchungen später an westfälischen Schulkindern fort.[1] Sie veröffentlichte unter ihrem Mädchennamen, nicht unter ihrem verheirateten Namen.

Ilse Schwidetzky, ab 1940 verheiratete Rösing (Lebensrune.png 6. September 1907 in Lissa, Provinz Posen; Todesrune.png 18. März 1997 in Mainz), war eine deutsche Anthropologin, Rassenforscherin und Hochschullehrerin. Ihr Forschungsschwerpunkt war die Bevölkerungsbiologie lebender und historischer Bevölkerungen. Zu ihren Schülern gehört Andreas Vonderach.

Leben

„Die Rassen Deutschlands und des übrigen Europa“ (links oben: teuto-nordische Unterrasse), herausgegeben von Prof. Dr. Egon Freiherr von Eickstedt und Dr. Ilse Schwidetzky (Tafel I und II), Stuttgart 1934; Illustrator: Willy Planck

Ilse Schwidetzky Tochter des Juristen Georg und Susanne Schwidetzky. Susanne Schwidetzky, die um 1900 an der Universität Berlin Mathematik studierte, starb 1911 an Tuberkulose. Sie studierte Geschichte, Biologie und Anthropologie in Leipzig und Breslau. Im April 1934 wurde sie in Breslau bei Manfred Laubert mit dem historischen Thema „Die polnische Wahlbewegung in Oberschlesien“ zum Dr. phil. promoviert. Sie habilitierte sich Juli 1937 mit der Arbeit „Rassenkunde der Altslawen“.

Seit Anfang April 1935 war sie in Breslau Assistentin des Anthropologen Egon von Eickstedt, mit dem sie schon seit 1934 zusammenarbeitete. Es folgte die Mitarbeit an der anthropologischen Landesaufnahme Schlesiens. Sie vertrat diesen während dessen zweiter Indien-Expedition. Ab 1939 wirkte sie an der Universität Breslau als Dozentin und führte Vorlesungen beim sogenannten „Oststudium“ durch. Sie war Mitherausgeberin der von Eickstedt gegründeten „Zeitschrift für Rassenkunde“ und „Rasse, Volk und Erbgut in Schlesien“.

Nach dem Zusammenbruch 1945 wurde sie aus ihrer schlesischen Heimat nach Westdeutschland vertrieben. Auch hier setzte sie ihre Arbeit fort mit Werken wie „Grundzüge der Völkerbiologie“ (1950), „Das Problem des Völkertodes“ (1956), einer Studie über die Anthropologie der Westgoten (1957) und einem Lehrbuch über „Das Menschenbild der Biologie“ (1959, 2. Aufl. 1970). Sie war 1956 bis 1997 Mitherausgeberin der Zeitschrift „Homo – Zeitschrift für vergleichende Forschung am Menschen“.

Zitate

  • „Unter planmäßiger Förderung des Führers und seiner Mitarbeiter tritt die Rassenwissenschaft ihren Siegeszug in die schon verfallende Welt des Liberalismus an und versetzt ihr durch ihre Durchschlagskraft den Todesstoß. Wegen ihrer weltanschaulichen Bedeutung kann man der Rassenkunde nicht nur den Wert eines beliebigen neuen Wissensgebiet zumessen, man muß sie vielmehr als eine Wissenschaft größter politischer und pädagogischer Ausdehnung betrachten.“ (1933)[2]
  • „Dem Nationalsozialismus ist wiederholt der Vorwurf der Demagogie in seiner Rassenlehre, vor allem in der Judenfrage, gemacht worden. Und doch kommt man bei einer gründlichen und tiefen Beschäftigung mit dieser Frage zu einem Ergebnis, das den offiziellen Standpunkt der NSDAP vollkommen verständlich macht.“ (1933)[3]

Familie

1940 heiratete Ilse Schwidetzky den Kaufmann Bernhard Rösing (Lebensrune.png 30. Dezember 1906 in Kiel). Der Ehe entstammen drei Kinder, darunter die Ethnologin Ina Rösing (früher Spiegel-Rösing) und der Anthropologe Friedrich W. Rösing. Ihr Mann kam 1944 als Obergefreiter der Reserve am 21. Oktober 1944 ums Leben. Manche Quellen behaupten bei einem Zugunglück, andere dagegen bei einem Bombenangriff auf Nürnberg. Vermutlich stimmt die Schilderung vom Zugunglück, den Rösings Reserveeinheit hatte den Befehl erhalten, die Aufräumarbeiten nach dem schweren Angriff auf Nürnberg durch die Royal Air Force in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1944 zu unterstützen. Bernhard Rösing ruht auf der Kriegsgräberstätte in Nürnberg Südfriedhof; Endgrablage: Block 70, Reihe L, Grab 26. Er war das einzige Mitglied der engeren Familie von Ilse Schwidetzky, das im Zweiten Weltkrieg starb. Alle ihre Kinder, ihre Geschwister und ihr Vater haben den Krieg überlebt.

Mitgliedschaften

  • Historische Kommission für Schlesien
  • Permanent Council der International Union of Anthropological and Ethnological Sciences (1974 Vizepräsidentin)
  • Société d’Anthropologie de Paris
  • Anthropologische Gesellschaft in Wien
  • Société Royale Belge d’Anthropologie
  • Sociedade de Geografia de Lisboa
  • Sociedad Española de Antropologia Biologica
  • Akademie für Bevölkerungswissenschaft Hamburg
  • Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat in Marburg
  • Deutsche Gesellschaft für Anthropologie (1967–1969 Vorsitzende)
  • Deutsche Gesellschaft für Anthropologie und Humangenetik (1968–1970 Vorsitzende)
  • Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (April 1968 bis 18. März 1997)

Ehrungen (Auszug)

Werke (Auswahl)

  • Rassenkunde der Altslawen, Stuttgart 1938 (PDF-Datei)
  • Rassenkunde des nordöstlichen Oberschlesien (Kreise Kreuzburg, Rosenberg, Guttentag), Aus dem Anthropologischen Institut der Universität Breslau, Reihe: Rasse, Volk, Erbgut in Schlesien, Heft 2. Priebatsch’s Buchhandlung, Breslau 1939
  • Grundzüge der Völkerbiologie, Stuttgart 1950 (spanische Übersetzung 1953: Ethnobiologica)
  • Das Problem des Völkertodes – Eine Studie zur historischen Bevölkerungsbiologie, Enke, Stuttgart 1954
  • Das Menschenbild der Biologie Ergebnisse und Probleme der naturwissenschaftlichen Anthropologie, G. Fischer, Stuttgart 1959 (2. Auflage 1970)
  • Hauptprobleme der Anthropologie – Bevölkerungsbiologie und Evolution des Menschen, Rombach, Freiburg i. Br. 1971
  • Grundlagen der Rassensystematik, BI, Mannheim 1974
  • Rassen und Rassenbildung beim Menschen, Fischer, Stuttgart 1979 (Auszug: „Neue Merkmale“ HTML-Version)
  • Rassengeschichte der Menschheit, R. Oldenbourg Verlag, München 1968–1993 (Herausgeber des 1. Bandes war Karl Saller)

Verweise

Fußnoten

  1. Prof. Dr. phil Dr. h. c. Ilse Schwidetzky
  2. Ausgewählte Lichtbilder zur Rassenkunde des deutschen Volkes, 1933 Begleitheft, 2. Auflage, S. 5. Herausgegeben von Eickstedt, wissenschaftlich verantwortlich I. Schwidetzky
  3. Ausgewählte Lichtbilder zur Rassenkunde des deutschen Volkes, 1933 Begleitheft, 2. Auflage, S. 19. Herausgegeben von Eickstedt, wissenschaftlich verantwortlich I. Schwidetzky