Schwidetzky, Ilse

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Ilse Schwidetzky (Lebensrune.png 6. September 1907 in Lissa, Provinz Posen; Todesrune.png 18. März 1997 inMainz) war eine deutsche Anthropologin und Rassenforscherin. Ihr Forschungsschwerpunkt war die Bevölkerungsbiologie lebender und historischer Bevölkerungen. Zu ihren Schülern gehört Andreas Vonderach.

Leben

Ilse Schwidetzky studierte Geschichte, Biologie und Anthropologie in Leipzig und Breslau. 1938 promovierte sie und habilitierte sich 1939 mit einer Arbeit über die „Rassenkunde der Altslawen“. Sie war die Assistentin von Egon Freiherr von Eickstedt.

Nach dem Zusammenbruch 1945 wurde sie aus ihrer schlesischen Heimat nach Westdeutschland vertrieben. Auch hier setzte sie ihre Arbeit fort mit Werken wie „Grundzüge der Völkerbiologie“ (1950), „Das Problem des Völkertodes“ (1956), einer Studie über die Anthropologie der Westgoten (1957) und einem Lehrbuch über „Das Menschenbild der Biologie“ (1959, 2. Aufl. 1970). Sie war Mitherausgeberin der Zeitschrift „Homo – Zeitschrift für vergleichende Forschung am Menschen“.

Zitate

  • „Unter planmäßiger Förderung des Führers und seiner Mitarbeiter tritt die Rassenwissenschaft ihren Siegeszug in die schon verfallende Welt des Liberalismus an und versetzt ihr durch ihre Durchschlagskraft den Todesstoß. Wegen ihrer weltanschaulichen Bedeutung kann man der Rassenkunde nicht nur den Wert eines beliebigen neuen Wissensgebiet zumessen, man muß sie vielmehr als eine Wissenschaft größter politischer und pädagogischer Ausdehnung betrachten.“ (1933)[1]
  • „Dem Nationalsozialismus ist wiederholt der Vorwurf der Demagogie in seiner Rassenlehre, vor allem in der Judenfrage, gemacht worden. Und doch kommt man bei einer gründlichen und tiefen Beschäftigung mit dieser Frage zu einem Ergebnis, das den offiziellen Standpunkt der NSDAP vollkommen verständlich macht.“ (1933)[2]

Ehrungen

  • Permanent Council der International Union of Anthropological and Ethnological Sciences (1974 Vizepräsidentin)
  • Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz
  • Société d’Anthropologie de Paris
  • Anthropologische Gesellschaft in Wien
  • Société Royale Belge d’Anthropologie
  • Sociedade de Geografia de Lisboa
  • Sociedad Española de Antropologia Biologica
  • Akademie für Bevölkerungswissenschaft Hamburg
  • Herder-Forschungsrat in Marburg
  • Deutsche Gesellschaft für Anthropologie und Humangenetik (1968–1970 Vorsitzende)

Werke (Auswahl)

  • Rassenkunde der Altslawen, Stuttgart 1938 (PDF-Datei)
  • Rassenkunde des nordöstlichen Oberschlesien (Kreise Kreuzburg, Rosenberg, Guttentag), Aus dem Anthropologischen Institut der Universität Breslau, Reihe: Rasse, Volk, Erbgut in Schlesien, Heft 2. Priebatsch’s Buchhandlung, Breslau 1939
  • Grundzüge der Völkerbiologie, Stuttgart 1950 (spanische Übersetzung 1953: Ethnobiologica)
  • Das Problem des Völkertodes – Eine Studie zur historischen Bevölkerungsbiologie, Enke, Stuttgart 1954
  • Das Menschenbild der Biologie Ergebnisse und Probleme der naturwissenschaftlichen Anthropologie, G. Fischer, Stuttgart 1959 (2. Auflage 1970)
  • Hauptprobleme der Anthropologie – Bevölkerungsbiologie und Evolution des Menschen, Rombach, Freiburg i. Br. 1971
  • Grundlagen der Rassensystematik, BI, Mannheim 1974
  • Rassen und Rassenbildung beim Menschen, Fischer, Stuttgart 1979 (Auszug: „Neue Merkmale“ HTML-Version)
  • Rassengeschichte der Menschheit, R. Oldenbourg Verlag, München 1968–1993 (Herausgeber des 1. Bandes war Karl Saller)

Verweise

Fußnoten

  1. Ausgewählte Lichtbilder zur Rassenkunde des deutschen Volkes, 1933 Begleitheft, 2. Auflage, S. 5. Herausgegeben von Eickstedt, wissenschaftlich verantwortlich I. Schwidetzky
  2. Ausgewählte Lichtbilder zur Rassenkunde des deutschen Volkes, 1933 Begleitheft, 2. Auflage, S. 19. Herausgegeben von Eickstedt, wissenschaftlich verantwortlich I. Schwidetzky