Kriegsgefangener

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Ernest Hemingway – ein Kriegsverbrecher und Deutschenhasser

Ein Kriegsgefangener ist ein Mensch (im allgemeinen Soldat) mit Kombattantenstatus (im Gegensatz zu Partisanen), der von einer gegnerischen Streitmacht während eines bewaffneten Konfliktes gefangengenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Deutsche Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg

Elsa Brändström (rechts) und Ethel von Heidenstam mit deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien, 1916. Der kaiserliche Landser im Vordergrund hatte beide Beine verloren.

Deutsches Heer

Das Deutsche Heer hatte ca. 3,1 Millionen deutsche sowie österreich-ungarische Soldaten nach dem Krieg in hauptsächlich russischer, aber auch englischer, VS-amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft.

Rußland

Von den ca. 2,3 Millionen Kriegsgefangenen im Osten wurden 9,97 % der Toten registriert, wobei das Schicksal von 33,02 % Soldaten ungeklärt (vermißt, verschollen, verschwunden) blieb und zu den Toten gezählt werden müssen. Je nach Quelle starben 600.000[1] und 1.100.000 deutsche Soldaten (einschließlich k. u. k.) elendig in russischer Kriegsgefangenschaft, aber auch Zehntausende ottomanische Türken und Kurden. Somit krepierten gut 40 % hinter feindlichem Stacheldraht durch Mißhandlung, Mord, Hunger und Krankheiten. Ohne Helden wie Elsa Brändström wären es deutlich mehr gewesen.[2]

Demgegenüber sind nur 5,39 % der russischen Kriegsgefangen im Deutschen Kaiserreich verstorben.

Kaiserliche Marine (Auswahl)

Nach dem Waffenstillstand 1918 wurden 74 Schiffe der deutschen Flotte in Scapa Flow interniert. Konteradmiral Ludwig von Reuter gab am 21. Juni 1919 den Befehl zur Selbstversenkung der Flotte. Er nahm an, daß die deutsche Regierung den Friedensvertrag von Versailles nicht annehmen werde und deshalb am folgenden Tag wieder Kriegszustand herrschen würde, bei der dann die Engländer die deutsche Flotte gegen das Reich einsetzen würde. Etwa 1.800 Angehörige der Kaiserlichen Marine (darunter zahlreiche Marine-Infanteristen) gingen in Kriegsgefangenschaft.

Deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg

Kriegsverbrechen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg: Gefoltert und beinahe verhungert – deutsche Gefangene nach dem Zweiten Weltkrieg im britischen Lager Bad Nenndorf
Land der Gefangenschaft Kriegsgefangene
der Wehrmacht und der SS
Verluste
absolut
Verluste
in Prozent
Frankreich 937.00024.178 2,6
UdSSR 3.060.0001.094.250 35,8
Ost- und Südosteuropa 289.00093.028 32,2
Großbritannien 3.635.0001.254 0,03
VSA 3.097.0005.802 0,2
sonstige 76.000675 0,9
Summe11.094.000[3]1.219.187 11,0

Rußland

Diese Soldaten der 9. Armee (Heeresgruppe Mitte) wurden Ende Juni / Anfang Juli 1944 im Kessel von Bobruisk (Weißrußland) gefangengenommen. Insgesamt gerieten in dem Kessel rund 18.000 Wehrmachtssoldaten in Gefangenschaft, etwa 16.000 Soldaten waren gefallen respektive „vor dem Feinde geblieben“.

Die Befürchtungen der deutschen Führung hinsichtlich der Behandlung von deutschen Kriegsgefangenen durch die Sowjets sollten sich als sehr begründet erweisen; von den ersten Tagen des Rußlandfeldzuges an wurden deutsche Soldaten, die der Roten Armee in die Hände fielen, meist getötet und oft grausam verstümmelt. Im weiteren Verlauf des Krieges pflegten die Sowjets häufig auch ganze Lazarette niederzumachen.

Die Todesstatistik für deutsche Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft sah wie folgt aus:

  • Von den 1941/42 in Gefangenschaft geratenen verstarben 95 %.
  • Von den 1943 in Gefangenschaft geratenen verstarben 70 %.
  • Von den 1944 in Gefangenschaft geratenen verstarben 40 %.
  • Von den 1945 in Gefangenschaft geratenen verstarben 25 %.
  • Von den ca. 3.155.000 deutschen Kriegsgefangenen in der UdSSR verstarben, meist als Folge von Unterernährung und Krankheiten, ca. 1.110.000 Mann, das sind 35,2 %.

Stalingrad

Ein spezielles Beispiel ist die Schlacht um Stalingrad, in der sich 91.000 deutsche Soldaten ergaben. Nur 5.000 überlebten die Gefangenschaft.

Achsenmächte

Bei den italienischen Soldaten, die sich in Kriegsgefangenschaft befanden, war die „Sterblichkeit“ (so wurde wohl Mord genannt) ebenfalls sehr hoch. Von den 54.000 Gefangenen starben 84,5 %.

Deutsche Soldaten in jugoslawischer Gefangenschaft

Zwischen 175.000 und 200.000 gerieten in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. Berücksichtigt man, daß in den Jahren 1948/1949 vom Roten Kreuz nur etwa 85.000 Rückkehrer gezählt wurden, überlebten weniger als die Hälfte der Kriegsgefangenen.

Russische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg

Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen von deutscher Seite wird heute meist einseitig und falsch dargestellt. Von den mehr als 5 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen sind nach einer Untersuchung von Oberst Roschmann nicht 3,3 Millionen, sondern 1,68 Millionen in deutscher Hand verstorben. Letztere Zahl ist natürlich kaum weniger erschreckend, aber dieses Massensterben ist zum größten Teil auf die objektiven Umstände, zum geringeren Teil auf Gleichgültigkeit zurückzuführen. Nur der kleinste Teil der sowjetischen Gefangenen dürfte Massenerschießungen zum Opfer gefallen sein. Die Masse der 5 Millionen Gefangenen fiel im Jahre 1941, als die Rote Armee beinahe zusammenbrach, in deutsche Hände. Bis zum September scheint die Versorgung der anfallenden Kriegsgefangenen einigermaßen funktioniert zu haben, aber im Herbst erfolgte ein Zusammenbruch, der auf mehrere Ursachen zurückzuführen ist.

Die Sowjets hatten auf ihrem Rückzug die Strategie der verbrannten Erde angewandt und, soweit es ihnen möglich war, das Eisenbahnsystem, Industrieanlagen, landwirtschaftliches Gerät und Nahrungsmittelvorräte zerstört und alles Transportable nach Osten verbracht. Die Wehrmacht stieß in ein ökonomisch verwüstetes Gebiet vor. Mit Einsetzen der Schlammperiode brach das völlig überdehnte und überlastete deutsche Transportsystem zusammen, und die Wehrmacht geriet in größte Versorgungsschwierigkeiten.

Der Zusammenbruch des Transportsystems wirkte sich auf die zu diesem Zeitpunkt besonders zahlreichen sowjetischen Kriegsgefangenen verheerend aus. Die Rotarmisten fielen häufig im Zustand der Unterernährung und der tödlichen Erschöpfung in deutsche Hände. Die Ernährung in den Gefangenenlagern war unzureichend, und dies begünstigte den Ausbruch von Seuchen, insbesondere Fleckfieber und Ruhr. Das dadurch verursachte Massensterben war von der deutschen Wehrmachtsführung keineswegs beabsichtigt, wie die vom Oberkommando des Heeres am 2. Dezember 1941 für die sowjetischen Kriegsgefangenen festgelegten Verpflegungssätze zeigen (zwei ähnliche Verfügungen waren bereits am 6. August und am 21. Oktober 1941 ergangen). Die hier vorgeschriebenen Rationen waren z. T. wesentlich höher als diejenigen, die die deutschen Normalverbraucher in den ersten Nachkriegsjahren erhielten.

Unter den Bedingungen des Herbstes und Winters 1941/42 war eine ausreichende Versorgung aber nicht zu verwirklichen, obwohl die zuständigen Befehlshaber der rückwärtigen Heeres- und Armeegebiete z. T. erhebliche Anstrengungen unternahmen, um das Los der Gefangenen zu verbessern. Im März 1942 veranlaßten OKH und OKW eine gründliche Umgestaltung der Verhältnisse in den Kriegsgefangenenlagern, im April sprach sich auch Adolf Hitler für eine „absolut ausreichende Ernährung der Russen“ aus. Ab Frühjahr 1942 konnten dann die sowjetischen Gefangenen ausreichend verpflegt und vernünftig untergebracht werden. Die Schreckensbilder des Winters 1941/42 gehörten der Vergangenheit an.

Generell wird die deutsche Besatzungspolitik im Osten, für die die Wehrmacht zunehmend verantwortlich gemacht wird, heute einseitig, wenn nicht falsch dargestellt. Anfang Januar 1943 hatte der Generalstab des Heeres eine Denkschrift ausgearbeitet, die in stichwortartiger Zusammenfassung die Probleme der deutschen Besatzungspolitik im Osten darstellte, die bereits getroffenen Maßnahmen zur Abhilfe schilderte und weitere Verbesserungsvorschläge machte:

„Widerstandswille der Roten Armee ungebrochen. Verstärkte Kraftentfaltung der Sowjets unter der Parole des ‚nationalen Krieges‘. Stimmung der bisher deutschfreundlichen Bevölkerung verschlechtert sich zusehends. […] Verstärkte Bandentätigkeit und schwerwiegende Fehler in der Behandlung der Bevölkerung beeinträchtigen das deutsche Ansehen fühlbar. Nur der Führer besitzt grenzenloses Vertrauen. Die Bevölkerung wird vielfach als ‚Bolschewiken‘ und ‚minderwertig‘ behandelt. Kulturelle Vernachlässigung (Schließung von Schulen und Instituten, infolgedessen auch zu unserem Nachteil Mangel an Ärzten, technischen Spezialisten usw.). Verkennung des starken Bildungstriebes, des Stolzes auf technische und ‚kulturelle‘ Errungenschaften, des Scham- und Ehrgefühls, besonders stark ausgeprägt bei der russischen Frau. […] Prügelstrafe, Hängen, Anrede mit ‚Du‘. Rücksichtslose Menschenjagd für Arbeitseinsatz in Deutschland, unwürdige Behandlung freiwilliger Arbeiter im Reich. […] Ungenügende Durchführung der Agrarordnung, keine Rückgabe des Privateigentums.
Bisherige Gegenmaßnahmen – Entlassung kriegsgefangener Ukrainer, Esten, Letten usw., bessere Behandlung der Gefangenen, Bevorzugung der Überläufer, Schonung der Kommissare, Verbot sinnloser Kollektivstrafen, Propagieren und Anlaufen der Agrarreform, großzügige Aufstellung landeseigener Verbände und Hilfswilliger, Belohnung bewährter Kämpfer und landeseigener Arbeiter, Verhinderung von Vergewaltigungen, Willkür, Rohheit, insbesondere durch die Verbündeten – blieben als Einzelmaßnahmen ohne entscheidenden Erfolg, da sie nicht von einer einheitlichen Grundthese getragen sind. Wo dieses angewandt wurde – Kaukasus, Krim –, trat die Bevölkerung geschlossen und todesbereit für die deutsche Sache ein. […]
Vorzuschlagende Maßnahmen: Erklärung des Führers, die allen Russen, die sich im Kampf gegen den Bolschewismus eingesetzt haben, Gleichberechtigung nach dem Leistungsprinzip als europäische Menschen zusichert. Erklärung der politischen Absichten für Restrußland.
Auf die Großrussen kommt es an! […] Verkündung einer neuen politischen Lehre, die den Bolschewismus ideell überwindet, auf der Grundlage der Selbstverwaltung unter deutscher Führung. Behandlung des Volkes in den besetzten Gebieten nach diesen zu verkündenden Grundsätzen. Verbot der Menschenjagden. Grundlegende Besserung der Behandlung russischer Arbeiter im Reich. […] Ausreichende Versorgung der Städte; Unterstützung, zumindest Duldung der Selbsthilfe der Bevölkerung. Rückgabe des Privateigentums in den Ostseeländern.“
Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Sowjet-bolschewistische Kriegsgefangenschaft

Siehe auch

Quelle

Literatur

  • Julius Beinhauer: Die Kriegsgefangenschaft nach den Bestimmungen der Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907, 1908 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Alfred E. Zips: Das Schicksal der Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges, in: Mißbrauchte Geschichte, S. 99, Hohenrain–Verlag, 2014, ISBN 978-3-89180-145-1
  • Erich Maschke (Hg.) / Kurt W. Böhme: Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges, 22 Bände, Bielefeld 1962–1974
  • Josef Martin Bauer: So weit die Füße tragen. Tatsachenroman (Klappentext)
  • Ernst Korn: Spuren hinterm Zaun. Jahre der Gefangenschaft 1945–1949 (Klappentext)

Verweise

Fußnoten

  1. Elsa Brändström: Unter Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien – 1914–1920, Berlin 1922, S. 8
  2. Hans Weiland und Leopold Kern: In Feindesland. Die Gefangenschaft im Weltkriege in Einzeldarstellungen, Bundesvereinigung der ehemaligen Österreichischen Kriegsgefangenen, Wien 1931
  3. Rüdiger Overmans: Soldaten hinter Stacheldraht. Deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs, Propyläen (2000), ISBN 978-3549071212

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