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Ostdeutschland
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Ostdeutschland (auch Deutsche Ostgebiete) ist die Bezeichnung für das deutsche Reichsgebiet östlich der Oder-Neiße-Linie.
Auszug aus dem Gedicht „Was wir verloren haben“ von Paul Warncke
Fälschlicherweise wird oft das Gebiet der ehemaligen DDR, die derzeitige Ost-BRD, als Ostdeutschland bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch um Teile Mitteldeutschlands und Norddeutschlands.
Gemäß dem Potsdamer Abkommen ist das deutsche Gebiet östlich von Oder und Neiße als Teil der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands der Republik Polen nur zur einstweiligen Verwaltung übergeben worden. Das Gebiet bleibt ein Teil Deutschlands. Niemand hat das Recht, aus eigener Machtvollkommenheit Land und Leute preiszugeben oder eine Politik des Verzichts zu treiben.– 13. Juni 1950, Erklärung aller Bundestagsfraktionen mit Ausnahme der KPD
(Anmerkung: Es gab kein Potsdamer Abkommen, sondern eine Potsdamer Konferenz)
Inhaltsverzeichnis |
Potsdamer Konferenz und Genozid Ostdeutschlands
Ostdeutschland wurde aufgrund des sogenannten Potsdamer Abkommens vorbehaltlich der Regelung durch einen „Friedensvertrag“ vorübergehend unter polnische, sowjetische und litauische Verwaltung gestellt. Zu den Gebietsrauben von 1945 gehörten mit 114296 km² mit (1939) 9,56 Mio. Einwohnern Ostpreußen fast ganz Schlesien, der größte Teil von Pommern und ein Teil Brandenburgs. Schon beim Versailler Vertrag und Vertrag von St. Germain wurden das Memelgebiet, Posen, Sudetenland, Danzig, Westpreußen (der sog. Polnischer Korridor) und Elsaß-Lothringen fortgerissen.
Die Bevölkerung in den Gebieten Ostdeutschlands wurde vertrieben oder ermordet. Es ist lediglich eine überschaubare Zahl an Deutschen – sogenannte Polendeutsche – zurückgeblieben. Rund 800.000 Deutsche sind bei der Vertreibung von 1945 zurückgeblieben. Ebenfalls heimatvertriebene Polen, Russen und Ukrainer der ehemaligen Sowjetunion besiedelten diese Gebiete vorerst neu.
Vor der Teilvereinigung
Daß die Potsdamer Konferenz mitnichten irgendeinen endgültigen Status der deutschen Ostgebiete festgelegt hatte, bestätigte sich auch noch danach in Form mehrerer Bekräftigungen von seiten beider Alliierten, der westlichen, wie des östlichen.
Westliche Bekräftigung auf der Marshall-Plan-Konferenz
Der Status Ostdeutschlands als unbestritten integralem Bestandteil Deutschlands wurde im Juli 1947 auf einer Konferenz um den Marshall-Plan nochmals bestätigt, indem es hieß:
- „(...) Die Konferenz war kaum mehr als ein Schlagabtausch, bei dem Molotow den Amerikanern und Briten vorwarf, sie wollten Deutschland mit Hilfe des Marshall-Plans wirtschaftlich versklaven und politisch spalten; die Außenminister Amerikas und Großbritanniens machten dagegen auf die Vorläufigkeit der Grenzen im Osten Deutschlands, insbesondere auf das Provisorium der "polnischen Verwaltung" der deutschen Ostgebiete, aufmerksam.“[1]
Östliche Bekräftigung in Ost-Berlin
Nach Äußerungen des russischen Hochkommissars Wladimir Semjonow in Gesprächen mit bürgerlichen Politikern der damaligen DDR ist von russischer Seite über die künftige Ostgrenze Deutschlands das letzte Wort noch nicht gesprochen:
- „Verblüfft beobachteten die SED-Genossen, daß sich der Sonderbotschafter Semjonow zunehmend mit Leuten umgab, die nie die Vorherrschaft der Sozialistischen Einheitspartei in der DDR anerkannt hatten. Meist waren es Politiker der bürgerlichen DDR-Parteien, die mit Stalins verständnisvollem Vertreter erörterten, wie man den Ulbricht-Staat liberalisieren und verbürgerlichen könne. Fleißig kolportierten sie dann das Semjonow-Wort vom "großen Deutschland", das wieder zusammengehöre, und genüßlich wurde weitergegeben, daß der Sowjetmensch auch gesagt habe, über die Oder-Neiße-Grenze sei noch nicht das letzte Wort gefallen.“[2]
Zwei-plus-vier-Vertrag
Mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag und dem Deutsch-Polnischen Grenzvertrag gab die BRD-Regierung (jedoch nicht das Deutsche Reich) einen Anspruch auf die deutschen Ostgebiete auf. Damit allerdings ein solcher Abtretungsvertrag jedoch überhaupt völkerrechtswirksam sein kann, hätte die Bundesrepublik Deutschland zuvor über die abzutretenden Gebiete völkerrechtlich auch abtretungs- und somit verfügungsberechtigt sein müssen. Dies war aber zu keinem Zeitpunkt der Fall, denn das Gebiet der Bundesrepublik erstreckte sich niemals auch über die ostdeutschen Gebiete jenseits von Oder und Neiße. Der sogenannte Deutsch-Polnische Vertrag über „gute Nachbarschaft“ und „freundschaftliche Zusammenarbeit“ erkennt die Existenz einer deutschen Minderheit im gegenwärtig durch Polen verwalteten Ostdeutschland an (siehe „Polendeutsche“). Zugleich wurde eine gemeinsame „Zusammenarbeit“ vereinbart.
Siehe auch: Rechtslage des Deutschen Reiches nach 1945
Regreßforderungen nach Friedensvertrag
Neben der Rückgabe des gestohlenen Gebietes und der Entschädigung für die begangenen Verbrechen kommen noch Kosten für den Nutzungsausfall auf die Vertreiberstaaten zu. Da dem deutschen Volk der von ihm kultivierte Raum über Jahrzehnte der eigenen Nutzung entzogen wurde, sind mittlerweile Schäden in gravierender Höhe entstanden. Dies betrifft z.B. Umwelt, Landwirtschaft, Wohnraum und die zwischenzeitlich geplünderten Bodenschätze.
Für solche Zahlungen gibt es Beispiele: Um Indianerstämme in North und South Dakota sowie Montana und Oklahoma für entgangene Einnahmen aus Bodenschätzen in gestohlenen Indianerterritorien zu entschädigen, hatte sich nach einem 13 Jahre währenden Rechtsstreit die VS-amerikanische Regierung im Jahre 2009 mit den Indianern geeinigt, 3,4 Milliarden US-Dollar zu zahlen.[3]
Neben den finanziellen Kosten besteht die Möglichkeit, daß die Vertreiberstaaten unentgeltlich über den Zeitraum von einigen Jahren dem deutschen Volk Arbeitskräfte zur Verfügung stellen, um Ostdeutschland und das Sudetenland wieder aufzubauen.
Stalins ursprüngliche Grenzpläne mit weitgehend deutsch verbliebenem Schlesien entlang der Glatzer Neisse (Die blauen Linien wurden eigenhändig von Stalin gezeichnet) |
Literatur
- Erich Marcks: Ostdeutschland in der deutschen Geschichte (1920) (PDF-Datei)
- Maximilian Beheim-Schwarzbach: Die Besiedlung von Ostdeutschland durch die zweite germanische Völkerwanderung (1882) (PDF-Datei)
- Ernst Wahle: Ostdeutschland in Jungneolithischer Zeit, ein prähistorisch-geo-graphischer Versuch (1918) (PDF-Datei)
- Martin May: Sind die fremdartigen Ortsnamen in der Provinz Brandenburg und in Ostdeutschland slavisch oder germanisch? (1897) (PDF-Datei)
- Heinz Nawratil: Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit, Universitas Verlag, ISBN-13: 978-3800414741
- Manfred Weinhold: Deutschlands Gebietsverluste 1919-1945, Handbuch und Atlas, Arndt-Verlag, ISBN 978-3-88741-197-8
- Rolf-Josef Eibicht (Hg.): "50 Jahre Vertreibung, Der Völkermord an den Deutschen, Ostdeutschland - Sudetenland: Rückgabe statt Verzicht"
- David Irving: Deutschlands Ostgrenze, Weder Oder noch Neiße: Die Rückkehr des deutschen Ostens (Klappentext)
- Deutscher Ostmarkenverein, Wilhelm Bock: „Die deutsche Ostmark“ (PDF-Datei) Für Nicht - VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
Kartenmaterial
- posselt-landkarten.de: Karte des Deutschen Reiches 1:100.000
- landkartenSHOP.de: Karten des Deutschen Reiches 1:100.000
Verweise
- Buch: Der Tod in Polen (über polnische Verbrechen an Deutschen)
- FAZ.net: Stalins Pläne: Niederschlesien wäre deutsch geblieben
- Gespräch mit Prof. Dr. Christoph Koch, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der BRD über die Frage der polnischen Westgrenze
- Udo Walendy: "Die völkerrechtliche Lage der Deutschen Ostgebiete (mp3, 26MB)
- Der polnische und der tschechische Imperialismus
- Gernot Kröslin: "Die Wiederauferstehung Ostdeutschlands"
- Genscher, der beste Außenminister, den Polen je hatte
- Klarstellung der deutschen Siedlungsgeschichte in Ostdeutschland (Blaue Narzisse)
- Rolf-Josef Eibicht: Ostdeutschland und Sudetenland: Schicksal und Leistung der deutschen Heimatvertriebenen von 1945 bis 2000
- Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder-Neisse, aus: „Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa“
- Aussagen zu den deutschen Ostprovinzen aus: Der große Wendig (nur nach Anmeldung)
- 24 Prozent der Deutschen empfinden Schlesien und Ostpreußen noch immer als deutsch, Der Spiegel, Februar 2007
Fußnoten
- ↑ Deutschegeschichte.de
- ↑
Umerziehungsliteratur: ArtikelHeinz Höhne, „Berija wollte die DDR liquidieren“, Der Spiegel, 24/1983, 13. Juni 1983. - ↑ vgl.: FAZ, 27. März 2012
