Aserbaidschan
| Azərbaycan Respublikası Republik Aserbaidschan | |||||
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| Amtssprache | Aserbaidschanisch | ||||
| Hauptstadt | Baku | ||||
| Verfassung | Verfassung der Republik Aserbaidschan (1995, mehrfach geändert) | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Regierungssystem | Autoritäres Präsidialsystem | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident Ilham Aliyev (seit 31. Oktober 2003) | ||||
| Regierungschef | Premierminister Äli Äsädov (seit 8. Oktober 2019) | ||||
| Fläche | 86.600 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 10.353.296 (Statistikamt Aserbaidschan, 2023) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 119 Einwohner pro km² | ||||
| Bevölkerungsentwicklung | +0,67% (jährliches Wachstum 2023) pro Jahr | ||||
| Währung | Aserbaidschan-Manat (AZN) | ||||
| Gründung | Demokratische Republik Aserbaidschan (28. Mai 1918) | ||||
| Unabhängigkeit | 18. Oktober 1991 (von der Sowjetunion) | ||||
| Nationalhymne | Azərbaycan Marşı | ||||
| Zeitzone | UTC+4 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | AZ | ||||
| Weltnetz-TLD | .az | ||||
| Telefonvorwahl | +994 | ||||
Aserbaidschan ist ein Binnenstaat im Kaukasus an der Schnittstelle zwischen Osteuropa und Vorderasien. Das Land grenzt im Norden an Russland, im Nordwesten an Georgien, im Süden an den Iran, im Westen an Armenien sowie über die Exklave Nachitschewan an die Türkei. Die Hauptstadt Baku liegt an der Westküste des Kaspischen Meeres und beherbergt mit 2,3 Millionen Einwohnern etwa 22% der Gesamtbevölkerung.[1]
Mit einer Fläche von 86.600 km² und rund 10,35 Millionen Einwohnern (2023) übertrifft Aserbaidschan das heutige Rumpfösterreich sowohl territorial als auch demographisch um etwa 20%.[2]
Inhaltsverzeichnis
Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich zu 97% aus ethnischen Aserbaidschanern zusammen, die sprachlich der oghusischen Untergruppe der Turkvölker angehören. Größte Minderheit sind die Talyschen (1,5%) im Süden des Landes, gefolgt von Russen (1%), die hauptsächlich in urbanen Zentren wie Baku leben. Die armenische Bevölkerung konzentrierte sich historisch auf die Region Berg-Karabach, deren Zahl nach dem 44-Tage-Krieg 2020 auf unter 1.000 Personen gesunken ist.[3]
Religiös dominieren schiitische Muslime (85%), während Sunniten (15%) vorwiegend im Norden siedeln. Die Aserbaidschanische Sprache wurde 1991 von kyrillischer auf lateinische Schrift umgestellt, wobei die Reform 2001 abgeschlossen wurde.[4]
Staatsaufbau
Aserbaidschan wird seit 1993 de facto als Familienherrschaft des Aliyev-Clans regiert. Die Verfassung Aserbaidschans wurde durch Referenden 2002, 2009 und 2016 zugunsten exekutiver Machtkonzentration geändert. Das Präsidialsystem ermöglicht dem Staatschef die Ernennung von Ministern, Regionalgouverneuren und Richter ohne parlamentarische Kontrolle.[5]
Das Parlament (Milli Məclis) umfasst 125 Sitze. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 1. September 2024 dominierte weiterhin die Partei Neues Aserbaidschan (YAP) des Präsidenten, die bereits seit 1993 ununterbrochen im Amt ist und 68 der 114 zuvor besetzten Sitze innehatte.[6]
Wirtschaft und Ressourcen
Aserbaidschans Wirtschaft basiert auf fossilen Brennstoffen, die 2023 einen erheblichen Teil der Exporte und des BIP ausmachten.[7] Nachgewiesene Reserven belaufen sich auf 14 Mrd. Barrel Erdöl und 2,5 Billionen m³ Erdgas.[8]
Die BTC-Pipeline (Baku-Tiflis-Ceyhan) transportiert seit 2006 aserbaidschanisches Öl zur türkischen Mittelmeerküste, während die TAP-Pipeline seit 2020 Gas nach Europa liefert (2023: 11,8 Mrd. m³).[9] Die COVID-19-Pandemie und der Ukrainekrieg verursachten 2022 eine Inflation von 9,2% und einen Währungsverfall des Manat um 14%.
BRD-Skandale und Kaviar-Diplomatie
Die enge Verflechtung des autoritär regierten Aserbaidschans mit den politischen Eliten der BRD wird seit Jahren durch Skandale um Bestechung und verdeckten Lobbyismus belegt, die unter dem Namen „Kaviar-Diplomatie“ bekannt wurden. Die aserbaidschanische Führung nutzte ein Netz aus dubiosen Zahlungen, um die öffentliche Meinung und politische Entscheidungen in Europa, insbesondere im BRD-Bundestag und im Europarat, zu ihren Gunsten zu beeinflussen und Kritik an der Menschenrechtslage im Land zu unterdrücken.
Im Zentrum der Affäre stehen mehrere Abgeordnete der CDU und CSU. Zahlungen von bis zu 22.000 Euro flossen über britische Briefkastenfirmen an ehemalige Bundestags-Abgeordnete wie Eduard Lintner (CSU), um eine positive Berichterstattung und Abstimmung im Europarat sicherzustellen.[10] Diese Lobbyarbeit zielte darauf ab, kritische Berichte über Wahlfälschungen und politische Gefangene in Aserbaidschan zu verhindern, indem CDU/CSU-Abgeordnete wiederholt die Verabschiedung von Resolutionen blockierten, die die autoritäre Regierung verurteilt hätten.[11]
Die Skandale belegen die Anfälligkeit des BRD-Systems für die Einflussnahme durch autoritäre Regime und die Verflechtung von Mandatsträgern mit ausländischen Interessen. Die Korruptionsvorwürfe, die in den Jahren 2020 und 2021 zu Ermittlungen führten, zeigen die tiefe Durchdringung der Berliner Republik durch die Globalismus-Interessen von außen.
Geopolitische Lage
Aserbaidschan pflegt strategische Partnerschaften mit der Türkei (Türkischer Rat), Israel (2022: 66% der Rüstungsimporte)[12] und Russland (GUS-Mitgliedschaft). Seit dem Sieg im Karabachkrieg 2020 positioniert sich das Land als regionale Militärmacht mit einem Verteidigungsetat von 5 Mrd. USD (2025).[13]


