Deutscher Bund

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Der Deutsche Bund 1815–1866

Der Deutsche Bund war ein als Folge des Sieges über Napoleon beim Sommerfeldzug von 1815 auf dem Wiener Kongreß durch die Bundesakte gegründeter Staatenbund der deutschen souveränen Fürsten sowie freien Städte unter Führung des Königreichs Preußen und des Kaisertums Österreich (→ Deutscher Bruderkampf). Der „Flickenteppich Deutschland“ bestand bis 1866 und umfaßte im wesentlichen die deutschen Gebiete des vormaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Deutscher Bund 1815–1866.png

Der Deutsche Bund bestand zunächst aus 41 und gegen Ende aus 33 Mitgliedern bzw. Bundesfürsten (siehe Liste der Bundesstaaten), welche zwar nach innen eigene Entscheidungsgewalt hatten, nach außen jedoch die Mehrheitsbeschlüsse des Deutschen Bundes zu befolgen hatten. Den Vorsitz hatte der Kaiser von Österreich als Präsident des Deutschen Bundes inne.

Von Kaisertum Österreich gehörten nur die deutschen Erblande (Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) und die Länder der böhmischen Krone (Böhmen, Mähren, österr. Schlesien) zum Deutschen Bund, die bereits zuvor als Erzherzogtum Österreich Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewesen waren. Von Preußen lagen Ost- und Westpreußen sowie Posen außerhalb der Bundesgrenzen. Dem Deutschen Bund gehörten jedoch die Könige von Dänemark (für Holstein), England (für Hannover) und der Niederlande (für Luxemburg) an. Das Bundesorgan war die in Frankfurt unter österreichischem Vorsitz tagende Bundesversammlung aller deutschen Gesandten, deren Arbeitsfähigkeit in hohem Maß von der Beziehung zwischen Preußen und Österreich (→ Deutscher Dualismus) abhängig war.

Reichsidee

Insbesondere unter dem Einfluß des österreichischen Staatskanzlers Metternich wurde der Deutsche Bund vor allem seit den 1830er Jahren ein Instrument zur Unterdrückung der deutschen Einheits- und Verfassungsbewegung. Nach der Revolution von 1848 – an die Stelle des Deutschen Bundes war zwischenzeitlich die deutsche Nationalversammlung getreten – wurde der Deutsche Bund durch Felix Fürst Schwarzenberg 1850 zunächst ohne die Beteiligung Preußens wiederhergestellt. Im sogenannten Olmützer Vertrag beschloß Preußen dennoch, dem Staatenbund wieder beizutreten.

Deutscher Krieg

Anläßlich der Frage nach einer groß- oder kleindeutschen Lösung verschärfte sich der Gegensatz zwischen Österreich und Preußen. Infolgedessen kam es zum Deutschen Bruderkrieg von 1866; Österreich mußte nach der Niederlage der k. k. Armee und dem Sieg der Preußischen Armee im Frieden von Prag die Auflösung des Deutschen Bundes anerkennen.

Norddeutscher Bund

Ein Teil Deutschlands organisierte sich daraufhin unter der Führung Preußens im Norddeutschen Bund, während aus dem Kaisertum Österreich die Donaumonarchie wurde.

Präsidenten des Deutschen Bundes

Einwohnerentwicklung im Deutschen Bund 1816–1865
Gebiet 1816 1865 Zuwachs
in Prozent
Durchschnitts-
zuwachsrate
pro Jahr in Prozent
Preußen (Bundesgebiete) 8.093.000 14.785.000 83 1,2
Schleswig-Holstein
(Schleswig nicht Mitglied des Bundes)
681.000 1.017.000 49 0,8
Hamburg 146.000 269.000 84 1,2
Mecklenburg-Schwerin 308.000 555.000 80 1,2
Hannover 1.328.000 1.926.000 45 0,7
Oldenburg 220.000 302.000 37 0,6
Braunschweig 225.000 295.000 31 0,5
Hessen-Kassel 568.000 754.000 33 0,6
Hessen-Darmstadt 622.000 854.000 37 0,6
Nassau 299.000 466.000 56 0,9
Thüringische Staaten 700.000 1.037.000 48 0,8
Sachsen 1.193.000 2.354.000 97 1,4
Baden 1.006.000 1.429.000 42 0,7
Württemberg 1.410.000 1.752.000 24 0,4
Bayern (mit bayer. Pfalz) 3.560.000 4.815.000 35 0,6
Luxemburg/Limburg
(Bundesgebiet)
254.000 395.000 56 0,9
Kaisertum Österreich
(Bundesgebiet)
9.290.000 13.856.000 49 0,8
Sonstige 543.000 817.000 51 0,8
Deutscher Bund 30.446.000 47.689.000 57 0,9

Gedicht (Auszug)

Hier, wo im Völkerkampf geflossen,
Das deutsche Blut, so treu und rein,
Hier werd’ ein deutscher Bund geschlossen,
Und dieser Bund soll ewig seyn.

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Siehe auch

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