Deutsche Legion (1919)

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Erinnerungszeichen; Neben der offiziellen Stabsflagge in schwarz-weiß-rot gab es noch eine Stabsflagge mit einer silbergestickten Elchschaufel auf schwarzem Grund.

Die Deutsche Legion war ein Verband von deutschen Freikorps im Baltikum vom 25. August bis 18. Dezember 1919.

Geschichte

Besitzzeugnis für das Erinnerungszeichen
„Das Buch vom deutschen Freikorpskämpfer“ von Ernst von Salomon; zu den bekannten Angehörigen gehörten u. a. Alfred Kurz, Walter von Medem, Albert Leo Schlageter, Hans Thümmel und Otto Wagener.
Kapitän zur See Paul Siewert, in: „Von der Heimat geächtet“ von Otto Wagener (1920)

Am 25. August 1919 trafen sich die Führer deutscher Freikorps und Detachements in Miltau unter der Leitung von Kapitän Paul Siewert vom Schützenregiment „Baltenland“. Man wollte nicht dem Druck der Siegermächte des Ersten Weltkrieges nachgeben, nach Deutschland zurückkehren und die notleidende Bevölkerung mit den roten Banden zurücklassen. Der deutsche Kampf gegen den Bolschewismus sollte fortgesetzt werden. Beschlossen wurde der Zusammenschluß zu einer Division unter dem Kommando von Charakter-Kapitän zur See z. D. (zur Disposition) Siewert und Hauptmann Otto Wagener als Stabschef.

Der Aufruf An das deutsche Vaterland und an alle Kulturvölker der Erde wurde unterzeichnet vom

Die ab dem 1. September 1919 mit Stabsquartier Miltau aufgestellte Legion erhielt vom Generalkommando des VI. Reserve-Korps die Erlaubnis, sich in Tradition der russisch-deutschen Legion von 1812 Deutsche Legion zu nennen. Mitte September wurde der Verband in die Freiwillige Russische Westarmee unter Awaloff-Bermondt eingegliedert und am 1. Oktober in die Nähe von Bauske gebracht, um den Angriff ostwärts auf Dünaburg-Witebsk vorzubereiten.

Statt Dünaburg wurde gegen die Rot-Letten bei Thorensberg vorgegangen. Am 10. Oktober drang die Vorhut in die Stadt ein. Am 17. Oktober wurde Friedrichstadt erfolglos angegriffen, zwei Tage später fiel Rittmeister Ernst Waldemar von Jena. In der Zwischenzeit sperrte Deutschland den Nachschub, während zeitgleich die rot-lettischen, sowjetrussische und rot-litauische Truppen in die Offensive gingen.

Die am 12. November 1919 bei Bausk befohlene Versammlung der Legion konnte nur von der 2. Infanterie-Brigade eingehalten werden. Der Rest stand im Kampf, bei dem am 16. November der Führer Kapitän zur See Paul Siewert fiel. Am 23. November wurde Wilfried von Loewenfeld, Korvettenkapitän der Kriegsmarine und Befehlshaber der Marine-Infanterie, der neue Legionskommandeur. Nachdem sich der Verband nach Rückzugskämpfen in Janischki gesammelt hatte, begann am 29. November der weitere Rückzug nach Schaulen. Am 8. Dezember wurde Schaulen geräumt, die Ausrüstung und Gleisanlagen gesprengt. Im Fußmarsch wurde bis zum 13. Dezember die deutsche Grenze im Raum Tauroggen überschritten.

In Tilsit wurden die Legionäre am 18. Dezember 1919 verabschiedet. Die Übernahme in die Reichswehr wurde den Angehörigen der Legion ausdrücklich verwehrt.

Gliederung

Die Kriegsgliederung der Legion am 25. Oktober 1919:

  • Stab
    • Stabs-Kompanie
    • Meldereiter-Zug
  • Nachrichten-Kompanie „Worter“
  • Badisches Sturmbataillon
  • M.G.S.S.-Abteilung „Damm“
  • Regiment „Baltenland“
    • Detachement „von Weikhmann“
    • Abteilung „von Jena“
    • Detachement „von Brandis“
    • Abteilung „von Medem“
    • Detachement „Stever“
      • Artillerie-Abteilung „von Medem
      • Artillerie-Abteilung „von Brandis“
      • Artillerie-Abteilung „Stever“
      • Artillerie-Abteilung „von Weickhmann“
      • Artillerie-Abteilung „von Jena“
        • Batterie „Schröder“
  • 2. Flieger-Division
  • Kolonnen und Parks
  • Panzerzug „Siewert“
  • Gendarmerie-Abteilung (beritten)
  • Proviant-Amt
    • Feldbäckerei-Kolonne 311
  • Feldintendantur
  • Feldpost der Deutsche Legion
    • Feldpost 3075

Führung

Siehe auch

Literatur

  • Klietmann: Deutsche Legion. In: Zeitschrift für Heereskunde. Heft 288. 1980. S. 57–59
  • Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939

Verweise