Einsatzgruppen-Schauprozeß

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Von links: Otto Ohlendorf, Heinz Jost, Erich Naumann und Erwin Schulz kurz vor dem Siegertribunal, Nürnberg am 7. Juli 1947

Der sogenannte Einsatzgruppen-Prozeß, richtiger jedoch Einsatzgruppen-Schauprozeß (offiziell The United States of America vs. Otto Ohlendorf, et al.), war der neunte der zwölf „Kriegsverbrecherprozesse“, die die alliierten Invasoren nach dem Zweiten Weltkrieg im besetzten Deutschland abhielten.

Siegerjustiz

Rechtsanwalt Rudolf Aschenauer (rechts)

Ablauf

Um die gewünschten Aussagen mit möglichst wenig Aufwand zu erhalten, übergaben die auch bei diesem Prozeß tonangebenden Juden die gefangenen Deutschen zur „weiteren Befragung“ an ehemalige Häftlinge. Der als Hauptankläger fungierende Jude Benjamin B. Ferencz berichtete:[1]

„Einmal sah ich, wie ehemalige Häftlinge einen SS-Mann schlugen und ihn dann mit Riemen an der Stahlbahre eines Krematoriumofens festbanden. Sie schoben ihn hinein, heizten den Ofen und zogen ihn wieder hinaus. Dann schlugen sie ihn wieder und schoben ihn zurück in den Ofen, bis er bei lebendigem Leibe verbrannte. Ich tat nichts, um sie zu stoppen. Ich glaube, ich hätte mit meine Waffe schwingen oder einen Schuß in die Luft abgeben können, aber ich war nicht geneigt, dies zu tun. Macht mich das zu einem Mordkomplizen?“

Ferencz, der später einer der Gründer des Internationalen Gerichtshofes wurde, rechtfertigt sich damit, daß damals unter den Militärgesetzen vieles möglich war, das es heute nicht mehr wäre. Als ein weiteres Beispiel dafür, wie er Geständnisse erlangte, gab er an:[2]

„Ich würde in ein Dorf gehen, wo, sagen wir, ein amerikanischer Pilot mit dem Fallschirm abgesprungen war und zu Tode geschlagen wurde, und reihte alle an einer Wand auf. Dann würde ich sagen: ‚Wer lügt, wird auf der Stelle erschossen.‘ Es kam mir nie in den Sinn, daß unter Zwang gemachte Aussagen ungültig sein könnten.“

Die Angeklagten

Name Funktion „Urteil“ Ausgang
Otto Ohlendorf SS Brigadeführer; Mitglied des SD; kommandierender Offizier der Einsatzgruppe D Tod durch Erhängen Ermordet am 7. Juni 1951
Heinz Jost SS Brigadeführer; Mitglied des SD; kommandierender Offizier der Einsatzgruppe A Lebenslange Haft Umgewandelt zu 10 Jahren Haft
Erich Naumann SS Brigadeführer; Mitglied des SD; kommandierender Offizier der Einsatzgruppe B Tod durch Erhängen Ermordet am 7. Juni 1951
Otto Rasch SS Brigadeführer; Mitglied des SD und der Gestapo; kommandierender Offizier der Einsatzgruppe C Verfahren wurde aus medizinischen Gründen ausgesetzt Am 1. November 1948 verstorben
Erwin Schulz SS Brigadeführer; Mitglied der Gestapo; kommandierender Offizier des Einsatzkommandos 5 der Einsatzgruppe C 20 Jahre Haft Umgewandelt zu 15 Jahren Haft 1951; entlassen am 9. Januar 1954
Franz Six SS Brigadeführer; Mitglied des SD; kommandierender Offizier des Vorkommandos Moskau der Einsatzgruppe B 20 Jahre Haft Umgewandelt zu 15 Jahren Haft; entlassen am 30. September 1952
Paul Blobel SS Standartenführer; Mitglied des SD; kommandierender Offizier des Sonderkommando 4a der Einsatzgruppe C Tod durch Erhängen Ermordet am 7. Juni 1951
Walter Blume SS Standartenführer; Mitglied des SD und der Gestapo; kommandierender Offizier des Sonderkomando 7a der Einsatzgruppe B Tod durch Erhängen Umgewandelt zu 25 Jahren Haft; entlassen 1955
Martin Sandberger SS Standartenführer; Mitglied des SD; kommandierender Offizier des Sonderkommando 1a der Einsatzgruppe A Tod durch Erhängen Umgewandelt zu lebenslanger Haft; entlassen 1958
Willi Seibert SS-Standartenführer; Mitglied des SD; von Mai 1941 bis Sommer 1942 stellvertretender Kommandeur der Einsatzgruppe D Tod durch Erhängen Umgewandelt zu 15 Jahren Haft; entlassen 1954
Eugen Steimle
Ernst Biberstein
Werner Braune
Walter Haensch
Gustav Adolf Nosske
Adolf Ott
Eduard Strauch
Emil Haussmann
Waldemar Klingelhöfer
Lothar Fendler SS-Sturmbannführer; zugeteilt dem Einsatzkommando 4B der Einsatzgruppe C im Jahre 1941
Waldemar von Radetzky
Felix Rühl
Heinz Schubert SS-Obersturmführer; Mitglied des SD; Adjutant des kommandierenden Offiziers der Einsatzgruppe D unter Otto Ohlendorf (1941/42) Tod durch Erhängen Umgewandelt zu 10 Jahren Haft; Entlassung 1952
Matthias Graf

Verweise

Fußnoten

  1. Matthew Brzezinski: Giving Hitler Hell, S. 5Washingon Post, 24. Juli 2005:

    „I once saw DPs beat an SS man and then strap him to the steel gurney of a crematorium. They slid him in the oven, turned on the heat and took him back out. Beat him again, and put him back in until he was burnt alive. I did nothing to stop it. I suppose I could have brandished my weapon or shot in the air, but I was not inclined to do so. Does that make me an accomplice to murder?“

  2. Matthew Brzezinski: Giving Hitler Hell, S. 5Washingon Post, 24. Juli 2005:

    „I'd go into a village where, say, an American pilot had parachuted and been beaten to death and line everyone one up against the wall. Then I'd say, 'Anyone who lies will be shot on the spot.' It never occurred to me that statements taken under duress would be invalid.“