Behring, Emil von

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Prof. Dr. Emil von Behring; 1874 Studium der Medizin an der Militärärztlichen Akademie in Berlin, 1878 Promotion zum Dr. med. an der Universität Berlin mit der Arbeit „Neuere Beobachtungen über die Neurotomia opticociliaris“, 1894 außerordentlicher Professor in Halle, 1895 bis 1916 ordentlicher Professor in Marburg (auch Magistratsmitglied in Marburg), 1895 Direktor des Hygienischen Instituts der Universität Marburg, 1895 Geheimer Medizinalrat, 1901 Dekan der medizinischen Fakultät.

Emil Adolf Behring, ab 1901 von Behring (Lebensrune.png 15. März 1854 in Hansdorf bei Deutsch-Eylau, Provinz Westpreußen; Todesrune.png 31. März 1917 in Marburg), war ein deutscher Arzt und Träger des ersten Nobelpreises für Medizin. Er war ein Unterzeichner des Aufrufs an die Kulturwelt am Beginn des Ersten Weltkrieges gegen Deutschland.

Leben

Emil Behring als Stabsarzt der Preußischen Armee
Kranzniederlegung am Emil-von-Behring-Denkmal in Marburg, 1940; Vor dem neu eingeweihten Behring-Denkmal stehen HJ-Angehörige Wache während deutsche Frauen einen Kranz niederlegen. Im Hintergrund sind Zuschauer und NS-Schwestern zu sehen. Diese Aufnahme entstand im Rahmen der Behring-Feiern vom 4. bis 6. Dezember 1940 in Marburg.

Behring war das fünfte von 13 Kindern eines Dorfschullehrers, er stammte aus kleinen Verhältnissen. Studieren konnte er nur, weil er ein Stipendium bekam und sich für neun Jahre als Militärarzt verpflichtete. Nach seiner Promotion der Medizin in Berlin im Jahre 1878 blieb er beim Militär und durchlief eine militärärztliche Laufbahn. Seine Aufgaben veranlaßten ihn, sich mit Infektionskrankheiten zu beschäftigen und er wandte sich der Bakteriologie zu. Er entwickelte 1890 erste wirksame Heilseren gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf. Vor der Entwicklung des Impfstoffs war Diphtherie die Kinderkrankheit mit der höchsten Sterblichkeit.

Von 1895 an lebte und arbeitete er in Marburg/Lahn, wo er 1904 die Behringwerke gründete. Für die Entdeckung der Antikörper und die dadurch mögliche Herstellung von Impfstoffen erhielt er im Jahre 1901 den ersten Nobelpreis für Medizin und wurde in den Adelsstand erhoben. Mit dem von ihm hergestellten Tetanus-Antitoxin konnten im Ersten Weltkrieg gegen Deutschland zahlreiche verwundete Soldaten gerettet werden.

Kurzchronologie

  • 1854 Geburt von Emil Adolf Behring am 15. März in Hansdorf, Westpreußen, Kindheit in ärmlichen Verhältnissen als fünftes von 13 Kindern
  • 1874–1878 Studium der Medizin an der Pépinière, dem Medicinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelm-Institut in Berlin (1919 aufgelöst), mit Militärstipendium; 1878 Abschluß des Medizinstudiums mit Dissertation auf dem Gebiet der Augenheilkunde
  • 1880 Approbation zum Arzt, 1885 Kreisarztexamen
  • 1878–1886 Militärarzt und Sanitätsoffizier in Preußen (Wohlau, Winzig und Posen sowie in Bojanowo)
    • Chemische und bakteriologische Studien sowie Forschungen zur Sepsis (Blutvergiftung) und Antisepsis. Erfolgreiche Behandlung von an Diphtherie erkrankten Kindern (Diphtherieepidemie 1883) durch Tracheotomie (Luftröhrenschnitt)
  • 1882 Veröffentlichung der ersten wissenschaftlichen Arbeit
  • 1887 Ernennung zum Stabsarzt, Forschungsaufenthalt am Pharmakologischen Institut (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) bei dem Arzt und Pharmakologen Carl Binz, Forschungen zur Antisepsis und Bakteriologie, zu organischer Chemie und Infektionskrankheiten
  • 1888–1889 Stabsarzt an der Pépinière in Berlin und beim Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30 in Berlin
    • ab 1889 wissenschaftlicher Assistent bei dem Bakteriologen Robert Koch am Hygiene-Institut der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin (heute Humboldt-Universität zu Berlin), Forschungen zu Infektionskrankheiten
  • 1890 Entdeckung der Blutserumtherapie: die passive Immunisierung gegen die Infektionskrankheiten Diphtherie und Tetanus (Wundstarrkrampf) gemeinsam mit Shibasaburo Kitasato. Die Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse machte ihn weltberühmt.
  • 1892 Nach Zusammenarbeit mit Paul Ehrlich (Standardisierung, Wertbestimmung der Sera und Erprobung der Sera an Kindern)
  • 1892 Zusammenarbeit mit August Laubenheimer, Direktor der Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning, Höchst am Main (später Farbwerke Hoechst AG)
  • 1893 Verleihung des Professorentitels ohne Habilitation
  • 1894 Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Halle, Lehre im Fachgebiet Medizin
    • ab 1894 Produktion und Vertrieb des Diphtherieheilserums durch Farbwerke in Höchst am Main
  • 1895 Ordentlicher Professor für Hygiene und Direktor des Hygiene-Instituts der Universität Marburg auf Veranlassung des preußischen Ministerialrats Friedrich Althoff
  • 1896–1915 Forschungen zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Tuberkulose. Herstellung eines Impfstoffs gegen Rindertuberkulose (Bovovaczin), Forschungen zur Milchhygiene
  • 1895 Verleihung des Titels „Geheimer Medizinalrat“ durch Friedrich Althoff
  • 1896 Errichtung eines Privatlaboratoriums auf dem Schlossberg in Marburg (heute Teil des Herder-Instituts, Institut der Leibniz-Gesellschaft, Gisonenweg 5) und erste Serum-Abfüllstation in Marburg am Bunten Kitzel
    • ab 1896 Engagement in der Marburger Kommunalpolitik als Stadtverordneter und ehrenamtlicher Stadtrat
  • 29. Dezember 1896 Heirat mit der zwanzigjährigen Else Spinola (1876–1936)
  • 1898 Kauf seines Wohnhauses in Marburg („Villa Behring“, heute Wilhelm-Roser-Straße 2)
  • 1898 Gründung des „Instituts für Experimentelle Therapie“ in den Räumen der Chirurgischen Klinik (Pilgrimstein), später Verlegung in die Behringwerke (1927)
  • 1901 Erhebung in den erblichen Adelsstand durch Kaiser Wilhelm II.
  • 1901 Verleihung des erstmals vergebenen Nobelpreises für Medizin
  • 1903 Verleihung des Titels „Excellenz“ als „Wirklicher Geheimer Rat“ durch Kaiser Wilhelm II.
  • 1904 Gründung des Behringwerk-oHG in Marburg
  • 1907 bis 1910 schwere psychische Erkrankung mit langem Klinikaufenthalt im Sanatorium Neuwittelsbach bei München
  • 1911 Kauf mehrerer Grundstücke nördlich von Marburg, genannt die „Elsenhöhe“ (heute Wannkopfstraße)
  • 1913 Bau eines Laboratoriums „Unter der Kirchspitze“ in Marburg, Kauf der alten Ziegelei im Marbacher Hinkelbachtal bei Marburg, eines der zukünftigen Werksgebäude der Behringwerke Bremen und Marburg
  • 1913 Entwicklung des ersten Diphtherieschutzmittels T.A. (aktive Immunisierung)
  • 1914 Emil von Behrings 60. Geburtstag: er wird Ehrenbürger der Stadt Marburg
    • zahlreiche nationale und internationale Ehrungen und Orden zu Lebzeiten:
      • Patent als Geheimer Medizinalrat (1895)
      • Ehrenmitglied in vielen Gesellschaften (31)
      • Nobelpreis für Medizin (1901), Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse am schwarz-weißen Bande (1915).
  • 1914 Gründung der Behringwerke GmbH Bremen und Marburg mit Sitz in Bremen und Marburg. Produktion und Vertrieb von Sera und Impfstoffen in Marburg.
    • Im Ersten Weltkrieg große wirtschaftliche Erfolge der Behringwerke mit den Produkten Tetanusserum, Diphtherieheilserum sowie Tuberkulin und Veterinärsera[1]

Bildergalerie

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Benennungen​

  • Emil-von-Behring-Preis der Universität Marburg.
  • von Behring (Mondkrater)
  • Asteroid (65685) Behring
  • 1915, zum 25. Jahrestag der Entdeckung des Diphtherie-Serums, Gedenkmünze mit seinem Bild[11]
  • 1940, zum 50. Jahrestag der Entdeckung des Diphtherie-Serums, gab die Deutsche Reichspost zwei Gedenkbriefmarken heraus.
  • 1954, zum 100. Geburtstag, gab die Deutsche Bundespost eine Gedenkbriefmarke für den nur einen Tag älteren Paul Ehrlich und Emil von Behring heraus. Gleichfalls eine Sonderbriefmarke im Jahre 2004 zum 150. Geburtstag der beiden.
  • HELIOS Klinikum Emil von Behring, Berlin-Zehlendorf
  • Emil-von-Behring-Kaserne, Giebelstadt, Landkreis Würzburg, Sanitätsschule der Luftwaffe (Kaserne seit 1996 außer Dienst)
  • Emil-von-Behring-Gymnasium, Spardorf, Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Emil-von-Behring-Gymnasium, Großhansdorf, Kreis Stormarn
  • Emil-von-Behring-Schule (Gesundheit – Ernährung – Soziales), Geislingen/Steige
  • Emil-von-Behring-Schule in Marburg (www.evb-schule.de)
  • Emil-von-Behring-Straße in Langenhagen
  • mindestens zehn weitere Emil-von-Behring-Straßen und elf weitere Von-Behring-Straßen in deutschen Städten

Werke (Auswahl)

  • „Das Tetanusheilserum und seine Anwendung auf tetanuskranke Menschen“ (1892) (PDF-Datei)
  • „Die praktischen Ziele der Blutserumtherapie und die Immunisierungsmethoden“ (1892) (PDF-Datei)
  • „Gesammelte Abhandlungen zur ätiologischen Therapie von ansteckenden Krankheiten“ (1893) (PDF-Datei)
  • „Die Geschichte der Diphtherie mit besonderer Berücksichtigung der Immunitätslehre“ (1893) (PDF-Datei)
  • „Tuberculoseentstehung, Tuberculosebekämpfung und Säuglingsernährung“ (1904) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Behring, Emil Adolf von, Marburger Professorenkatalog online