Finkenzeller, Heli

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Heli Finkenzeller (1914–1991)
Heli Finkenzeller
Grab von Heli Finkenzeller und Will Dohm
München, Waldfriedhof (Alter Teil)
Inschrift des Grabsteins

Helene „Heli“ Finkenzeller (Lebensrune.png 17. November 1914 in München; Todesrune.png 14. Januar 1991 ebenda) war eine deutsche Bühnen- und Filmschauspielerin, deren große Erfolge hauptsächlich auf volkstümlichen Komödien basierten.

Leben

Jugend

Heli Finkenzeller wurde am 17. November 1914 (nach anderen Quellen 1911) in der bayerischen Landeshauptstadt München geboren und wuchs auch dort auf; ihre Eltern betrieben dort ein Familienunternehmen, welches Büroeinrichtungen verkaufte. Schon als Kind wollte die kleine Helene Opernsängerin werden und interessierte sich für alles, was mit dem Theater zusammenhing. Nach Abschluß der Schule besuchte sie wegen ihrer schönen Stimme zunächst ein Konservatorium, kam aber dann zu der Einsicht, daß ihre Stimme für die Opernbühne zu schwach war.

Drittes Reich

Sie nahm ab 1933 Unterricht bei Otto Falckenberg an dessen neu gegründeter Schauspielschule in Münchner – unter anderem bei Therese Giehse – und gab ein Jahr später an den Kammerspielen ihr Bühnendebüt. In den nächsten zwei Jahren spielte sie dort u. a. neben Ferdinand Marian, Elisabeth Flickenschild, Maria Bard und Heinz Rühmann und lernte ihren Kollegen und späteren Mann Will Dohm kennen und lieben. Als die junge Schauspielerin in dem bayerischen Dialektstück „Josef Filser“ die Hauptrolle einer kernigen Bäuerin spielte, wurde sie 1935 von UFA-Regisseur Karl Ritter für den Film entdeckt und stand erstmals in „Ehestreik“ als Pepi vor der Kamera. Die UFA holte sie dann nach Berlin und schon mit dem von den Herbert Maisch inszenierten zweiten Film „Königswalzer“, in dem sie 1935 die Theres Tomasoni spielte, kam der Erfolg. Bald erhielt Heli Finkenzeller Hauptrollen.

Schnell war Heli Finkenzeller einem breiteren Publikum bekannt geworden, bis Anfang der 60er Jahre wirkte die Schauspielerin in rund 40 Filmproduktionen mit und zählte zu den beliebtesten Filmstars. Sie ließ sich nie auf einen bestimmten Frauentypus festlegen und verkörperte unterschiedlichste Frauentypen. So war sie z. B. 1943 in der Doppelrolle der schönen Veronika und ihrer häßlichen, erfundenen Schwester Annamirl in „Kohlhiesels Töchter“, einer Adaption des klassischen Bauernschwanks von Hans Kräly, zu sehen.

Nachkriegszeit

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Heli Finkenzeller ihre Filmkarriere ungebrochen fortsetzen.

Ab den 60er Jahren konzentrierte sich Heli Finkenzeller verstärkt auf ihre Theaterarbeit und trat überwiegend in München in der Kleinen Komödie oder im Berliner Renaissance Theater auf; daneben wirkte sie auch vereinzelt bei verschiedenen Fernsehproduktionen mit; so sah man sie in der Serie „Das Traumschiff“ oder zuletzt 1988 in der Fernsehserie „Lorentz & Söhne“.

Heli Finkenzeller war – bis zu dessen frühen Tod am 28. November 1948 – mit dem Schauspieler Will Dohm verheiratet; aus der Verbindung stammen Sohn Michael sowie die 1943 geborene Tochter Gabriela, die später als Gaby Dohm selbst eine Schauspielerkarriere machte und durch die Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“ einem breiten Publikum bekannt wurde. In zweiter Ehe war Heli Finkenzeller seit 1950 bis zu dessen Tod 1971 mit dem Filmproduzenten Alfred Bittin verheiratet.

Heli Finkenzeller verstarb am 14. Januar 1991 in ihrer Heimatstadt München an den Folgen ihres Krebsleidens. Ihre letzte Ruhestätte fand die beliebte Schauspielerin neben ihrem ersten Mann Will Dohm auf dem alten Teil des Münchner Waldfriedhofs.

Filmographie

  • Wo ist Herr Belling? (1945) [Unvollendet]
  • Die Frau von gestern Nacht (1950)
  • Mikosch rückt ein (1952)
  • Am Brunnen vor dem Tore (1952)
  • So ein Affentheater (1953)
  • Briefträger Müller (1953)
  • Emil und die Detektive (1954)
  • Suchkind 312 (1955)
  • Es geschah am 20. Juli (1955)
  • Ciske – ein Kind braucht Liebe (1955)
  • Der erste Frühlingstag (1956)
  • Drei Orangen (1958)
  • Wegen Verführung Minderjähriger (1960)
  • ... und sowas nennt sich Leben (1960)
  • Heute gehn wir bummeln (1961)
  • Theorie und Praxis (1962)
  • Schönes Weekend, Mr. Bennet (1963)
  • Eine schöne Bescherung (1963)
  • Die lustigen Weiber von Tirol (1964)
  • Die rote Maske (1966)
  • Der Raub der Sabinerinnen (1970/71)
  • Glückspilze (1971)
  • Satansbraten (1975/76)
  • Anruf genügt (1984/85)
  • Der Fälscher (1986/87)
  • Das Traumschiff (1. Thailand; 2. Bali; 3. Brasilien; 4. Mexiko, 1986)