Marian, Ferdinand

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Ferdinand Marian (1902–1946)
Ferdinand Marian
Ferdinand Marian als Jud Süß (1940)
Grab von Maria Byk und Marian
München, Nordfriedhof
Inschrift des Grabsteins

Ferdinand Marian, eigentlich: Ferdinand Haschkowetz (Lebensrune.png 14. August 1902 in Wien; Todesrune.png 9. August 1946 bei München), war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Jugend

Ferdinand Marian entstammte einer Künstlerfamilie. Seine Großeltern waren künstlerisch tätig, sein Vater, dessen Künstlernamen er später übernahm, war Opernsänger an der Wiener Hofoper.[1] Seine Mutter Madeleine Marian war Operettensängerin in Budapest, eine Schwester seiner Mutter war Schauspielerin.

Auch wenn Ferdinand Marian aus einer Künstlerfamilie stammte, hielt er, so wie auch seine Eltern, nichts vom Theater. Seine Eltern hätten es lieber gesehen, wenn er einen anderen Beruf ergriffen hätte.

Er interessierte sich für Technik und besuchte daher nach Abschluß seiner Gymnasialbildung das Technologische Gewerbemuseum in Wien. Er studierte dort, bis er eines Tages das tat, was viele taten: Er riß einfach aus. Er dachte sich in jugendlicher Eselei, die Welt warte auf ihn, er müsse sie erobern. Natürlich eroberte die Welt ihn, und das war außerdem noch sein großes künstlerisches Glück. Das Abenteuer lockte. Bunt und gleißend lagen die tausendfältigen Möglichkeiten des Lebens vor ihm. Er begab sich auf eine Wanderschaft durch alle möglichen Berufe. Er arbeitete in Eisenwerken, er tat harte Arbeit und versuchte sich überall. Er kehrte ins Elternhaus zurück. Er hatte sich umgesehen, er war älter geworden, aber er stand doch ohne eine richtige Ausbildung da. Einer, der vieles, aber nichts konsequent getan und ausgeführt hatte. Er interessierte sich für Autos. Er legte seine Prüfung als Lastkraftwagenführer ab und fuhr in der Steiermark Holz.

Aus einem Gespräch mit einem seiner Kameraden, der schon seit zwanzig Jahren Chauffeur war, erkannte er, daß hier keine Entwicklungsmöglichkeit gegeben war. Wieder kehrte er nach Hause zurück, ziemlich niedergeschlagen. Sein Vater sagte zu ihm, daß er nun die Folgen seiner Dummheit spüren könne. Nichts habe er bis zu Ende durchgehalten, nichts könne ihn befriedigen und nirgends habe er wirkliche Kenntnisse. Er solle also zum Theater gehen. Das war keine schmeichelhafte Beurteilung des künstlerischen Berufs. Es klang so, als ob einem Menschen, der anderswo nichts Endgültiges hatte erreichen können, dieser Weg immer noch offen stünde. Es klang so, aber es war durchaus anders gedacht und gemeint. Denn bei diesem Beruf würde sich ja zeigen, ob der junge Marian soviel eiserne Selbstdisziplin aufbrächte, um auf diesem Gebiet voranzukommen. Marian stand damals auf dem Standpunkt, daß der Beruf des Schauspielers nichts für ihn sei. Von klein auf in den Garderoben des Vaters und der Mutter zu Hause, hatte er die Kulissen immer schon von hinten gesehen.[2]

Weimarer Republik

1924 begann er durch Vermittlung seines Vaters als Charge am Stadttheater Graz. Es folgten Anstellungen in Trier, Mönchen-Gladbach, Aachen, München (Kammerspiele/Staatstheater) und Hamburg (Thalia Theater / Kammerspiele).

Als er in Hamburg am Theater tätig war, gab er bei Heinz Hilpert an der Volksbühne in Berlin ein Gastspiel in „Maria Stuart“. Die Titelrolle spielte Käthe Dorsch, die Elisabeth Gerda Müller, den Leicester Johannes Riemann und er den Mortimer.

Zu Hilpert aber war er durch ein Vorsprechen gekommen. Er hatte ein Stück gesehen, das Hilpert inszeniert hatte, und wollte unter allen Umständen an diese Bühne. Es gelang ihm, Hilpert vorzusprechen. Er sprach aus einer modernen Komödie vor. Ein auf der Bühne stehender Stuhl war sein Partner. Er sprach seine Rolle, setzte dann den Stuhl an seine Stelle und sprach nun die Rolle des Stuhls, also des imaginären Partners. So wechselte er jeweils nach der Rolle, die er sprach, seine und die Stellung des Stuhls, der abwechselnd seinen Partner und ihn selbst darstellte. Hilpert wollte sich über diese „Rollenvertauschung“ halb totlachen, aber es machte Eindruck auf ihn, daß Marian beide Charaktere in schnellem Wechsel darstellte.[2]

Drittes Reich

Hilpert bot Ferdinand Marian öfter Rollen an, so unter anderem im Jahre 1936 den Angelo in „Maß für Maß“. Hier war Erich Engel Spielleiter, und so kam es, daß Marian auch Erich Engel vorsprach. Hier kam es nun nicht auf den Ausbruch an, sondern auf fein differenzierte und klar erfühlte, also sehr schwierige Dinge. Er sprach Engel den Roller aus den „Räubern“ vor, und zwar auf dem glatten Parkett des Foyers des Deutschen Theaters. Ferdinand Marian wollte seine Sache besonders gut machen und nahm einen gewaltigen Anlauf, und das ist wörtlich zu nehmen. Er wollte hervorschießen und nun beginnen. Dabei rutschte er auf dem vorzüglich gebohnerten Parkett aus, was natürlich ein großes Gelächter zur Folge hatte. Dennoch machte er beim folgenden Vorsprechen Eindruck auf Engel, der ihn verpflichten wollte. Marian konnte aber seine Hamburger Verpflichtungen so schnell nicht lösen und war gewiß, daß alle in Berlin nichts mehr von ihm wissen wollten, bis er eines Tages völlig überraschend ein Filmangebot nach Berlin erhielt. Auf Wunsch des Spielleiters Erich Engel sollte er in dem Film „Ein Hochzeitstraum“ mit Ida Wüst eine Rolle übernehmen. So war Ferdinand Marian gewissermaßen durch das Vorsprechen für ein Theaterengagement zum Film gekommen.

Seine ersten Filmerfolge 1937 in „Madame Bovary“ (mit Pola Negri) und „La Habanera“ (mit Zarah Leander) legten Marian schon zu Beginn seiner Karriere auf die Rolle des niederträchtigen, aber eleganten Schurken und Frauenhelden fest. Äußerlich attraktiv, innerlich kalt und verkommen: Diesem Klischee entsprechend wurde er nun meistens eingesetzt, als Repräsentant des Außenseiters, des Fremden, gegen den sich die Gesellschaft schützen mußte. 1938 verpflichtete Heinz Hilpert ihn nach Berlin ans Deutsche Theater. In zwei antibritischen Spielfilmen spielte er einen Engländer: einen Friedensrichter im Kampf gegen irische Patrioten in „Der Fuchs von Glenarvon“ und spielte Cecil Rhodes in „Ohm Krüger“. Zwischen diesen beiden Filmen übernahm er die Rolle, die ihm nach 1945 wie ein Makel anhaftete. Der „elegante Finanzberater des Hofes, der schlaue Politiker, kurz: der getarnte Jude“ („Der Film“, 20. Januar 1940), so charakterisiert Veit Harlan die Titelrolle seines Spielfilms „Jud Süß“, für die er in Marian die ideale Besetzung fand.

Nach diesen Filmen wirkte Marian noch in zehn weiteren Unterhaltungsfilmen mit, darunter Helmut Käutners „Romanze in Moll“, dieser Film schildert die tragisch endende Liebe zwischen einer verheirateten Frau (Marianne Hoppe) und einem Komponisten (Marian).

Ab 1942 war er häufig in Prag, wo er an einigen dort hergestellten Filmen mitwirkte und ging Ende 1944 nach Österreich.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende war er zunächst in München und dann in Freising ansässig.

Ferdinand Marian, verheiratet mit der Schauspielerin Maria Byk, starb am 7. August 1946 bei einem Autounfall in der Nähe von München. Bis heute ist es strittig, ob es ein Unfall oder Mord war.

Filmbeiträge

Filmographie

Darsteller
Hörspielsprecher

Theatrographie (Auswahl) 

Fußnoten

  1. Mein Film – Illustrierte Film- und Kinorundschau, Nr. 6338, 18. März 1938
  2. 2,0 2,1 Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 22, 2. Juni 1939
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 10, 10. März 1939