Rühmann, Heinz

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Heinz Rühmann (1902–1994)

Heinrich „Heinz“ Wilhelm Rühmann (Lebensrune.png 7. März 1902 in Essen; Todesrune.png 3. Oktober 1994 in Aufkirchen, Bayern) gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielern des 20. Jahrhunderts.

Leben

Heinz Rühmann als „Quax, der Bruchpilot“

Jugend

Rühmann wurde als Sohn von Hermann und Margarethe Rühmann geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Essen, Wanne-Eickel und München.

In Wanne-Eickel hatte der Vater die Bahnhofsgaststätte im Bahnhof Wanne gepachtet. Heute noch erinnert der Bahnhofsvorplatz „Heinz-Rühmann-Platz“ an diese Verbindung. 1913 zog die Familie zurück nach Essen, wo seine Eltern das Hotel „Handelshof“ am Hauptbahnhof betrieben.

Seine Eltern ließen sich 1916 scheiden, worauf sein Vater Suizid beging. Seine Mutter zog mit ihren drei Kindern (Heinrich und seine beiden Schwestern) nach München. Dort besuchte Rühmann 1919 die Realschule und das Gymnasium, brach die Schule jedoch vor dem Abitur ab und nahm Schauspielunterricht.

Schon im Juni 1920 bekam er seine erste Nebenrolle in Breslau am Lobe- und Thalia-Theater. Er war in den Jahren 1921 bis 1925 an der Bühne in Hannover, wo er zusammen mit Theo Lingen auftrat.

Am 9. August 1924 heiratete er seine Kollegin Maria Bernheim (Künstlername Maria Herbot).

Bühnenlaufbahn

Dann war er an den Bühnen in Bremen und München. Sein erster Stummfilm „Das deutsche Mutterherz“, in dem er einen Rabensohn spielt, der seine Mutter schlägt, wurde 1926 gedreht. Nach weiteren Rollen beim Film erhöhte sich sein Bekanntheitsgrad, und er bekam eine Theaterrolle in Berlin.

Ab 1927 trat er im Deutschen Theater in Berlin auf. Bis 1935 war er abwechselnd an den Münchner Kammerspielen und in Berlin. 1930 gelang ihm mit dem Film „Die drei von der Tankstelle“ von Wilhelm Thieles der Durchbruch als Filmschauspieler; er gehörte von nun an zusammen mit Hans Albers zu den beliebtesten deutschen Schauspielern.

Er war die Inkarnation des schüchtern-lausbübischen kleinen Mannes, der durch Pfiffigkeit, kleine Schwindeleien und Frechheiten Erfolg hat, sich im übrigen in sein Geschick fügt und Widersprüche verharmlost. Auch als zurückhaltend-gewitzter Partner des draufgängerischen Hans Albers: „Bomben auf Monte Carlo“ (1931), „Der Mann, der Sherlock Holmes war“ (1937).

Drittes Reich

Von Mitte September bis Anfang November 1934 gastierte Heinz Rühmann an vielen deutschen Bühnen. In Mittel- und Norddeutschland, den Rhein hinauf bis Basel begeisterte er mit seiner Paraderolle „Der Mustergatte“ die Herzen seiner vielen Filmanhänger. Abgesehen von früheren längeren Gastspielen in einigen Großstädten war es seine erste ausgesprochene Bühnentournee.[1]

1938 führte Rühmann erstmals Regie bei „Lauter Lügen“ mit Hertha Feiler als Hauptdarstellerin, die ab 1939 seine zweite Frau wurde. Er produzierte seit 1938 als Herstellungsgruppenleiter bei der Terra-Filmkunst neben eigenen auch die ersten Filme Kurt Hoffmanns, u. a. „Quax, der Bruchpilot“. Zwischen 1938 und 1943 war er am Preußischen Staatstheater in Berlin tätig.

Adolf Hitler ehrte anläßlich seines 50. Geburtstages im April 1939 eine Reihe von deutschen Künstlern, darunter auch Heinz Rühmann. Er wurde zum Staatsschauspielerin ernannt.[2]

Nachkriegszeit

Den Einmarsch der Roten Armee erlebte Rühmann im Keller seines in den letzten Kriegstagen zerstörten Hauses am Wannsee. Gemeinsam mit seiner Frau Hertha Feiler, seinem dreijährigen Sohn Peter und dem Regisseur Helmut Weiss hatte er dort Schutz gesucht. Die Russen kündigten den Männern an, sie am nächsten Tag zu erschießen. Sie vergewaltigten Hertha Feiler mehrfach vor den Augen ihres Mannes.

Nach Kriegsende durfte er in den Westzonen nicht auftreten, Rühmann war mit dem Film „Der Mustergatte“ in eigener Inszenierung auf Tournee durch die Sowjetisch besetzte Zone, und 1947 kam es zur Aufführungen in München und Berlin.

Rühmanns Grab in Aufkirchen bei Berg am Starnberger See
Aufnahme: 2004

1947 gründete Rühmann mit Alf Teichs die Produktionsfirma Comedia, aber bereits 1952 ging diese Firma in Konkurs und hatte damit viele Schulden. Die Unbekümmertheit seiner Charaktere wich der Tragikomik. Rühmann war in ernsten, väterlichen und Charakterrollen auf der Bühne wie im Film erfolgreich: Mit Bundesfilmpreisen wurde Rühmann mit folgenden Filmen ausgezeichnet: „Der Hauptmann von Köpenick“ (Rühmann als Wilhelm Voigt; Regie: Helmut Käutner) und „Das schwarze Schaf“ (Helmut Ashley), ferner u. a. „Menschen im Hotel“ (Gottfried Reinhardt) und „Der brave Soldat Schwejk“ (Axel von Ambesser).

Ab 1968 betätigte sich Rühmann mit ungebrochener Beliebtheit vorwiegend an Fernseharbeiten. Für Rolf von Sydows Fernsehfilm „Ein Zug nach Manhattan“ wurde Rühmann 1981 in Neuyork ausgezeichnet. In den 80er Jahren war er viel im Fernsehen zu sehen – vom Quiz über Weihnachtlich-Besinnliches bis zur Gala.

1972 bekam er das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film und wurde Träger zahlreicher Publikums- und Kritikerpreise (z. B. 12mal den Bambi) sowie staatlicher Orden und Ehrenzeichen. 1978 erschien das Buch „Heinz Rühmann erzählt vom Geschenk der Weisen und andren Begebenheiten“.

Als am 20. März 1981 seine Kollegin Edith Schultze-Westrum verstarb, mit der er in den 1930er Jahren zu den „kleinen Großen“ bei Otto Falckenberg gezählt hatte, hielt er bei der Beisetzung auf dem Waldfriedhof Solln in München die Grabrede. 1982 veröffentlichte er unter dem Titel „Das war’s“ seine Autobiographie.

Seinen letzten Auftritt hatte Heinz Rühmann am 15. Januar 1994 in der Fernsehsendung „Wetten, daß ...?“ mit Moderator Thomas Gottschalk. Das anwesende Publikum feierte den bereits zur lebenden Legende gewordenen Schauspieler mit minutenlangem stürmischem Beifall und rührte ihn zu Tränen.

Tod

Am 3. Oktober 1994 starb Heinz Rühmann in Aufkirchen am Starnberger See und wurde einen Tag später – auf seinen Wunsch – eingeäschert. Die Urne wurde am 30. Oktober 1994 in Aufkirchen beigesetzt. Die Gemeinde Berg, zu der Aufkirchen gehört, benannte die Straße, in der er zuletzt gelebt hatte, in Heinz-Rühmann-Weg um.

Filmbeiträge

V.S.-Produktion: Schauspielerleben Heinz Rühmann (Staffel 3 / Folge 4, 2012) (herunterladen)
Heinz Rühmann: Der Clown
Heinz Rühmann: Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen

Auszeichnungen

Rühmann mit Hans Albers
Heinz Rühmann mit Lien Deyers in Lachende Erben.jpg
Heinz Rühmann, Hauptmann von Köpenick.png
  • 1938: Internationale Filmfestspiele von Venedig: Medaille (Schauspielerische Leistung) für Der Mustergatte
  • 1939: Ernennung zum Staatsschauspieler
  • 1940: Ehrenmitgliedschaft des dänischen Fliegerclubs
  • 1949: Internationale Filmfestspiele von Venedig: Sonderpreis (Geistvolle Darstellung der deutschen Nachkriegsverhältnisse) für Berliner Ballade
  • 1955: Ehrenmitglied der Internationalen Artistenloge[3]
  • 1957: Golden Gate Award (Best Actor) für Der Hauptmann von Köpenick
  • 1957: Kunstpreis der Stadt Berlin
  • 1957: Filmband in Gold (Bester Hauptdarsteller) für Der Hauptmann von Köpenick
  • 1959: Ernst-Lubitsch-Preis
  • 1961: Preis der deutschen Filmkritik
  • 1961: Bundesfilmpreis mit dem Filmband in Gold (Bester Hauptdarsteller) für Das schwarze Schaf
  • 1962: Bambi
  • 1963: Bambi
  • 1964: Bambi
  • 1965: Bambi
  • 1966: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1966: Silberner Bildschirm der Zeitschrift TV Hören und Sehen
  • 1967: Goldener Bildschirm
  • 1967: Bambi
  • 1968: Goldener Bildschirm
  • 1968: Bambi
  • 1969: Bambi
  • 1971: Bambi
  • 1972: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern
  • 1972: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
  • 1972: Goldene Leinwand (Sonderpreis) für besondere Verdienste
  • 1972: Ehrenmedaille der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) für das Lebenswerk
  • 1972: Bambi
  • 1973: Bambi
  • 1973: Goldene Leinwand des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater[3]
  • 1977: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband
  • 1977: Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
  • 1978: Bambi
  • 1978: Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Münchner Kammerspiele e. V.[3]
  • 1979: Goldene Kamera[3]
  • 1981: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
  • 1981: Silbermedaille des 24. International Film- and TV-Festival of New York für Ein Zug nach Manhattan[3]
  • 1982: Silberner Chaplin-Stock des Verbandes Deutscher Filmkritiker
  • 1982: Goldene Ehrenmünze der Landeshauptstadt München
  • 1984: Bambi
  • 1986: Bayerischer Filmpreis: Ehrenpreis
  • 1989: Ernennung zum Professor honoris causa für Kunst und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1990: Goldene Berolina
  • 1992: Magdeburger Otto für das Gesamtwerk
  • 1995: Goldene Kamera in der Kategorie Größter deutscher Schauspieler des Jahrhunderts (postum)
  • 2006: Platz 1 in der Sendung Lieblingsschauspieler der ZDF-Reihe Unsere Besten

Filmographie

Der Mann, der seinen Mörder sucht.jpg
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Verweise

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 46, 18. November 1934
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 17, 28. April 1939
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Das war’s (Seite 309)