Mencken, Henry Louis

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Henry Louis Mencken

Henry Louis „Harry“ Mencken (Lebensrune.png 12. September 1880 in Baltimore, Maryland; Todesrune.png 29. Januar 1956 ebenda) war ein VS-amerikanischer Publizist, Schriftsteller und Kolumnist, vorwiegend deutscher Abstammung.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Die Familie, zunächst Mencke, später Mencken geheißen, stammte aus Oldenburg. Ein Atanasius Ludwig Mencken wirkte als politischer Berater Friedrichs des Großen; seine Tochter Wilhelmina Luise war die Mutter des Reichsgründers Otto von Bismarck. Noch heute gibt es in Leipzig eine Menckestraße.

Henry Louis' Großvater Burkhardt Ludwig Mencken (Lebensrune.png 1828 in Laas) war 1848 nach Amerika ausgewandert und hatte 1851 die britische Angelsächsin mit englischen und schottischen Vorfahren Harriet McLelland geheiratet, die als Neunjährige von Jamaika (davor war ihre Familie in Nordirland) in die VSA immigrierte. Sie hatten fünf Kinder. Harriet starb mit 26 Jahren an Tuberkulose. Burkhardt Ludwig hat schließlich in Baltimore seinem Sohn August eine kleine Zigarrenfabrik hinterlassen. Sein Vater August heiratete am 11. November 1879 die deutsche Immigrantin und vorerst ausschließlich deutschsprechende (später, so schreibt Mencken, beherrschte seine blonde und blauäugige Mutter Englisch in Vollendung) Anna Margaret Abhau (Vater: Carl Heinrich Abbau) – mütterlicherseits kam die Familie aus Niederbayern (Familie Gegner), väterlicherseits aus Hessen (Familie Abbau).

Henry Louis „Harry“ war stets stolz darauf, Stammhalter (er sprach es stets deutsch aus) zu sein – der älteste Sohn des ältesten Sohnes. Er sollte ursprünglich Heinrich Ludwig heißen, sein assimilierter Vater August setzte sich jedoch durch. Es gab nur einen Sohn Baltimores, der berühmter werden sollte als Mencken – ein weiterer Deutschamerikaner: der Baseballspieler Georg Hermann Ehrhardt Ruth (Babe Ruth). Henry Louis hatte drei Geschwister: Charles Edward Mencken (1882–1956), Anna Gertrude Mencken (1886–1980) und August Mencken (1889–1967).

Leben und Wirken

Henry Louis Mencken, der die Privatgrundschule „Friedrich Knapp's Institute“ mit Auszeichnung abschloß,[1] und als Pennäler der deutschen „Hollins Street Gang“ (einschließlich Kämpfe gegen andere „Gangs“, hauptsächlich aus Schwarzen) angehörte, arbeitete zunächst im Unternehmen seines Vaters August, wandte sich aber schon bald dem Journalismus zu. Er begann mit Artikeln in Lokalzeitungen seiner Geburtsstadt, 1906 ging er als politischer Kolumnist zur Baltimore Sun. Später zählte Mencken zu den meistgelesenen Kolumnisten der VSA, gab zwei Literaturmagazine heraus (Smart Set, American Mercury) und veröffentlichte 24 Bücher. Seine Grundansichten – u. a. von Friedrich Nietzsche beeinflußt –, galten als libertär; er verabscheute und geißelte in seinen Veröffentlichungen den damals in den VSA, vor allem im Süden, vorwaltenden Puritanismus.

1908 verfaßte Mencken eine Nietzsche-Studie und wurde mit der Zeit eine zentrale Figur der amerikanischen Nietzsche-Rezeption. 1918 übersetzte er Nietzsches Spätwerk „Der Antichrist“ (1888), welches das Christentum radikal verwirft. Zu Menckens bedeutendsten Arbeiten zählt seine Geschichte des American English; seine bissigsten Einlassungen darin wurden im „Mencken Schimpflexikon“ veröffentlicht.

Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte er in den 1920er Jahren. Bereits damals war Mencken in den VSA sehr bekannt und als Kritiker angesehen und auch gefürchtet. Bis heute wird er vielfach als einer der bedeutendsten Journalisten der VSA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Deutschtum und politische Haltung

Mit dem Philosophen Nietzsche, der wie die engere Familie Mencken aus Sachsen kam und in Leipzig studiert hatte, verband Mencken das kultivierte Deutschland, mit dem er sich gegen alles Mittelmaß in Amerika verbünden wollte. Das ging bis ins Private. Er nahm Klavierstunden („Es gibt nur zwei Arten von Musik – deutsche Musik und schlechte Musik“, erklärte er seinen Lesern) und gründete einen Musizierverein „Saturday Night Club“, mit ihm am Klavier.

1908 begab sich Mencken auf seine erste Europareise und entdeckte dabei seine Wurzeln und sein Deutschtum. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Menckens Entfremdung von amerikanischen Wertvorstellungen so weit fortgeschritten, daß er sich von allem Angelsächsischen abwandte. Er bemühte sich, die VSA vor einem Kriegseintritt gegen das Deutsche Reich zu bewahren. Schließlich nahm er vorbehaltlos für Deutschland Partei und mußte deswegen im Dezember 1916 seinen Posten bei der „Baltimore Evening Sun“ aufgeben. Er übersetzte fortan deutsche Essayistik und schrieb für einige Jahre nur noch Unpolitisches.

Mencken war ursprünglich Anhänger von Franklin D. Roosevelt, wandte sich aber 1932 von ihm ab. 1933 nannte Mencken Deutschland „das einzige zivilisierte Land in der Welt“. In den VSA schlossen die Behörden, weil Mencken nicht zu einer Verurteilung Hitlers bereit war, auf Illoyalität und ließen ihn beobachten. 1938 unternahm er eine weitere Europareise, um sich auf die Suche nach weiteren Vorfahren zu begeben.

Zum fanatischen antideutschen Kriegskurs des Präsidenten Roosevelt warf Mencken in die Debatte:

„Wenn es denn, bei Gott, unbedingt nötig ist, den Totalitarismus niederzuwerfen, so laßt uns damit auf Kuba, in Brasilien, Mexiko, Santo Domingo und in Mississippi beginnen.“

Die Machtzirkel der Ostküste warfen Mencken daraufhin vor, ein „Nazi“ zu sein. Mencken verleugnete nie seine deutsche Abkunft und wurde wegen seiner Sympathien, die er in beiden Weltkriegen für Deutschland äußerte, heftig angegriffen.

Noch heute gilt Mencken als der „gute Geist“ des Zeitschriftenverlages The Baltimore Sun.[2]

1948 traf Mencken ein schwerer Gehirnschlag, von dem er sich bis zu seinem Tod am 29. Januar 1956 nicht mehr erholte.

Zitate

  • „Der Glaube läßt sich knapp definieren als die unlogische Zuversicht, daß das Unwahrscheinliche geschehen wird. (…) [Er] nimmt die Form einer chronischen Erkrankung an. Was er sagt, ist im Grunde nichts anderes als: ‚Laßt uns auf Gott vertrauen, der uns bisher noch immer an der Nase herumgeführt hat!‘ “
  • „Das Hauptziel der Politiker besteht darin, die Bevölkerung dadurch in Angst zu versetzen (und sie begierig auf Erlösung von dieser Angst zu machen), daß man sie mit einer endlosen Reihe von Schreckgespenstern bedroht, die allein zu diesem Zweck erfunden worden sind.“ (1921)
  • „Es gibt im Grunde nur zwei Arten glückliche Menschen: verheiratete Frauen und ledige Männer.“
  • „Die meisten Menschen überzeugt man nicht mit Appellen an ihre Vernunft, sondern indem man sie bei ihren Gefühlen und Vorurteilen packt.“
  • „Die Juden könnten sehr plausibel für die unangenehmste Rasse gehalten werden, von der je gehört wurde. Wie häufig anzutreffen, fehlen ihnen viele der Eigenschaften, die den zivilisierten Menschen ausmachen: Mut, Würde, Unbestechlichkeit, Leichtigkeit, Selbstvertrauen. Sie haben Eitelkeit ohne Stolz, Sinnlichkeit ohne Geschmack und Gelehrsamkeit ohne Weisheit. Ihre Kraft, so wie die Dinge liegen, wird auf kindische Objekte verschwendet, und ihre Wohltätigkeit ist vor allem eine Form der Darstellung.“[3]
  • „England gab uns den Puritanismus, Deutschland das Pilsner – wählen Sie selbst!“[4]

Schriften (Auswahl)

Englisch

Deutsch

  • Die amerikanische Sprache, B. G. Teubner, Leipzig 1927
  • Demokratenspiegel, Widerstandsverlag, Berlin 1930
  • Gesammelte Vorurteile, Insel Verlag, Frankfurt am Main 2000
  • Ausgewählte Werke in 3 Bänden, hrsg. v. Helmut Winter, Manuscriptum, Waltrop 1999–2002
    • Band 1: Kulturkritische Schriften 1918–1926 (Die Verteidigung der Frau/Das amerikanische Credo (Vorrede)/Demokratenspiegel)
    • Band 2: Autobiographisches 1930–1948 (Autobiographisches Erzählen/Tagebuch 1930-1948/Deutschland 1938. Ein Reisebericht)
    • Band 3: Kommentare und Kolumnen 1909–1935 (Was es heißt, Amerikaner zu sein/Wie eine amerikanische Nationalliteratur aussehen könnte/Wie man Vorurteile plausibel macht/„Unheilbar deutsch“/Irritationen)

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Hier lernte er auch zahlreiche deutsche Juden kennen, die er stets bei seiner Kritik gegen das Judentum ausnahm.
  2. Baltimore war ab 1723 eine der deutschesten Städte der VSA, hier erfand Ottmar Mergenthaler 1886 die Linotype-Setzmaschine, Zeitungen gab es bis Anfang des Ersten Weltkrieges sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache.
  3. Mencken, Henry Louis: Treatise on the Gods, Knopf (ein jüdisches Verlagshaus, sic!), New York 1930, S. 345-346:
    „The Jews could be put down very plausibly as the most unpleasant race ever heard of. As commonly encountered, they lack many of the qualities that mark the civilized man: courage, dignity, incorruptibility, ease, confidence. They have vanity without pride, voluptuousness without taste, and learning without wisdom. Their fortitude, such as it is, is wasted upon puerile objects, and their charity is mainly a form of display.“
  4. Deutschsprachige Zitate aus: Gesammelte Vorurteile, Insel Verlag, Frankfurt am Main 2000
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