Fiehler, Karl

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Reichsleiter Karl Fiehler

Karl Fiehler (Lebensrune.png 31. August 1895 in Braunschweig; Todesrune.png 8. Dezember 1969 in Dießen am Ammersee) war ein deutscher Politiker und zuletzt Reichsleiter der NSDAP sowie von 1933 bis 1945 Münchner Oberbürgermeister.

Leben

Karl Fiehler am 9. November 1933 beim Gedenkmarsch für die Gefallenen des Marsches auf die Feldherrnhalle

Jugend

Karl Fiehler wurde am 31. August 1895 in Braunschweig als Sohn eines Predigers geboren. 1902 kam sein Vater nach München, und so wurde Karl Fiehler Wahlbayer. Er wuchs in München auf und sprach die Mundart der schönen Kunststadt an der Isar. Nach dem Besuch der Realschule wurde Karl Fiehler Kaufmann und arbeitete ab 1914 in Schleswig-Holstein als Handlungsgehilfe.

Erster Weltkrieg

Im Mai 1915 wurde Fiehler Soldat, zuerst im Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments „von Manstein“ (Schleswigsches) Nr. 84, dann ab September 1915 als Musketier im preußischen Reserve-Infanterie-Regiment 215 an der Westfront. Er zeichnete sich bald aus und wurde im Mai 1917 Reserveoffizier. Im Juni 1918 wurde er so schwer verwundet, daß er erst im Dezember wieder ausgeheilt war. So erlebte er die Zeit des Novemberputsches und des Bürgerkrieges im Lazarett.

Weimarer Republik

Nach der Entlassung wurde er Kommunalangestellter der Stadt München, im Februar 1922 Verwaltungsobersekretär. Schon früh wurde er Mitglied der NSDAP (Mitglieds-Nr. 37), und 1923 wurde er Mitglied des Stoßtrupps „Adolf Hitler“, mit dem er auch an dem Aufstandsversuch vom 8. und 9. November 1923, dem historischen Marsch zur Feldherrnhalle, teilnahm.

Wegen Beihilfe zum „Hochverrat“ erhielt er 15 Monate Festungshaft in Landsberg am Lech. Die Stadt München entließ ihn fristlos. Da er Kriegsbeschädigter und Mitglied des Zentralverbandes Deutscher Kriegsbeschädigter war, wurde im Disziplinarverfahren diese Entlassung jedoch wieder aufgehoben.

Im Dezember 1924 entsandte ihn die Großdeutsche Volksgemeinschaft in den Münchener Stadtrat, dem er seit dieser Zeit ununterbrochen – jahrelang als stellvertretender Fraktionsführer – angehörte.

Von 1927 bis 1930 war er auch Ortsgruppenleiter in Schwabing. 1927 wurde er Schriftführer des Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervereins, der der juristische Träger der NSDAP war.

1929 veröffentlichte Karl Fiehler im Münchner Eher-Verlag, dem zentralen Parteiverlag der NSDAP, die Grundzüge der NS-Kommunalpolitik in seinem 80seitigen Buch „Nationalsozialistische Gemeindepolitik“. In den 1930er Jahren publizierte er mehrfach zu kommunalpolitischen Themen aus nationalsozialistischer Sicht.

1930 wurde er Referent für Kommunalpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP und, gemeinsam mit Dr. Rudolf Buttmann (bis Juni 1932), Leiter der „Kommunalpolitischen Abteilung“ (Abteilung I).

Drittes Reich

1933 wurde Fiehler Leiter des Amtes für Kommunalpolitik (Unterkommission B) der NSDAP. Am 20. März 1933 wurde er kommissarischer Erster Bürgermeister von München und im Mai endgültiger Bürgermeister Münchens.

Von 1935 bis 1945 bekleidete er den Rang eines Reichsleiters der NSDAP, zunächst als Schriftführer, danach als Leiter des Hauptamtes für Kommunalpolitik. Er gehörte damit zum höchsten Führungszirkel der NSDAP und zu den zwanzig engsten Mitarbeitern Adolf Hitlers in der Partei.

Auch innerhalb der SS (Mitglieds-Nr. 91.724) stieg Fiehler auf: Am 31. Juli 1933 wurde er Ehren-SS-Standartenführer, am 24. Dezember 1933 Ehren-SS-Oberführer und schließlich am 27. Januar 1934 SS-Gruppenführer (SS-Ehrenführer beim Oberabschnitt Süd). Am 30. Januar 1942 wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert und war bis zum 9. November 1944 dem Stab RFSS (Reichsführer-SS) von Heinrich Himmler zugeteilt.

Nachkriegszeit

Am 30. April 1945 erreichten die ersten amerikanischen Soldaten den Marienplatz in München. Mit der Übergabe des Rathauses endete die nationalsozialistische Zeit in München. Längst vor der kampflosen Besetzung Münchens hatte Fiehler das Rathaus verlassen. Am 4. Mai 1945, vier Tage vor der Kapitulation der Wehrmacht, setzten die Alliierten Karl Scharnagl ins Amt des Oberbürgermeisters ein.

Am 14. Januar 1949 wurde Fiehler, der seit 1918 verheiratet war und drei Töchter hatte, von der Hauptspruchkammer München als „Aktivist“ eingestuft und zu zwei Jahren Arbeitslager und der Einziehung eines Fünftels seines Vermögens, dem Verlust des aktiven und passiven Wahlrechts sowie zu zwölfjährigem Berufsverbot verurteilt. Als strafmildernd wurde berücksichtigt, daß Fiehler die Sprengung der Isarbrücken durch die Wehrmacht verhindert hatte. Die Haft mußte Fiehler nicht antreten, da man ihm eine dreieinhalbjährige Internierungszeit anrechnete.

Verwaltungsgericht

1962 verpflichtete ein Verwaltungsgerichtsbeschluß die Stadt München, Karl Fiehler die Pension eines städtischen Obersekretärs zu zahlen. Diese Stellung hatte er vor seiner Ernennung zum Bürgermeister innegehabt. Fiehler legte gegen diesen Beschluß Berufung ein, um das Ruhegehalt eines Oberbürgermeisters zu erstreiten. 1963 wurde die Berufung vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verworfen. 1965 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dieses Urteil.

Die letzten Jahre

Karl Fiehler lebte bis zu seinem Tod 1969 zurückgezogen mit seiner Familie in Dießen am Ammersee und arbeitete als Buchhalter.

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften

  • mit Kurt Jeserich: Handbuch der Gemeindeverwaltung – Alphabetisches Nachschlagewerk für die Praxis, Jehle, München/Berlin 1937

Literatur