Heiberg, Kirsten

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Kirsten Heiberg (1907–1976)

Kirsten Heiberg (Lebensrune.png 25. April 1907 oder 1912 in Kragerö, Norwegen; Todesrune.png 2. März 1976 in Oslo) war eine norwegische Sängerin und Schauspielerin. Sie war ein UFA-Star und „Femme fatale“ des deutschen Films im Dritten Reich.

Leben

Jugend

Kirsten Heiberg wurde im norwegischen Kragerö, nahe der Küste geboren und wuchs in einem künstlerisch orientierten Elternhaus auf.

Als Fünfjährige besuchte sie schon in Oslo die Schule, als Backfisch ging sie auf ein halbes Jahr in die Schweiz, nach Lausanne, von da aus einige Monate nach Oxford und dann wieder zurück nach Oslo. Die französische Literatur war der Hauptinhalt ihres Studiums.

Wie es bei manchen Künstlern zu geschehen pflegt, kam ihr plötzlich die Erkenntnis, daß sie Schauspielerin werden möchte. Sie studierte in Oslo, bei verschiedenen Lehrern mangels einer Theaterschule Sprechen, Singen und Tanzen. Ihr Vater, dem es von allem Anfang nicht besonders behagte, entdeckte, daß das junge Mädchen sich um das strenge Studium nicht mehr bekümmerte. Er stellte ein Entweder-Oder auf, dessen Ergebnis war, daß Kirsten einfach nach Paris abreiste.

„Ich versuche in Paris alles mögliche, um Wohnung und das Essen bezahlen zu können. Es ging auch ganz schön weiter. Ich setzte mein Studium in Gesang und Tanz fort und stand schon vor einem Vertragsabschluß, als mich mein Vater nach Oslo zurückrief. Auch in Oslo hätte ich an ein bekanntes Theater kommen können. Aber wissen Sie, wenn die Eltern so gar keine Freude mit dem beabsichtigten Beruf ihres Kindes haben, ist es kein Vergnügen, Theater zu spielen. Ich lehnte also ab. Aber es dauerte nicht lange und mein Eigenwille setzte sich wieder durch und ich schloß auf drei Jahre mit dem Staatlichen Theater in Bergen ab. Ich spielte alle nur erdenklichen Rollen und, wie ich sagen darf, mit schönem Erfolg. Später wurde ich für drei norwegische Filme verpflichtet. Eines Abends, ich weilte gerade in Stockholm, erreichte mich ein Telegramm mit der Anfrage, ob ich eine Rolle der Zarah Leander übernehmen möchte. Ich lehnte ab. Ich hoffe, Sie werden mich verstehen. Ich bin von Frau Leander sehr begeistert und überzeugt, daß sie unsere größte Schauspielerin ist. Aber eine Rolle von ihr zu übernehmen, das kann ich nicht. Man versucht immer wieder, für mich Lieder in der Art zu komponieren, wie sie für Frau Leander geschrieben werden. Und sehen Sie, ich glaube, daß ist ganz falsch. Zarah Leander und ich sind voneinander grundverschieden, obwohl so viele Leute glauben, daß wir es nicht sind, weil wir aus der gleichen Heimat stammen und beide eine tiefe Stimme haben. Ich hoffe, diesen Unterschied in meiner weiteren künstlerischen Laufbahn noch eindeutiger als bisher klar legen zu können.“[1]

Drittes Reich

1937 kam sie nach Wien, wo sie den Komponisten Franz Grothe kennenlernte und ihn kurze Zeit später heiratete. Mit ihm zog sie nach Berlin und kam auch in Deutschland mit dem Filmgeschäft in Berührung. Bereits 1934 hatte sie in ihrem Heimatland erstmals in „Syndere i sommersol“ vor der Kamera gestanden und war in vier weiteren norwegischen und schwedischen Filmproduktionen aufgetreten. In dem Curt-Goetz-Film „Napoleon ist an allem schuld“ schaffte sie dann mit der Rolle der Fifi den Durchbruch zu einer erfolgreichen, wenn auch kurzen Leinwandkarriere. Sie gehörte bald mit Filmen wie „Frauen für Golden Hill“ (1938) zu den populären Darstellerinnen der UFA.

Als rassige „femme fatale“ trat sie in Abenteuer- und Spionagefilmen auf, agierte neben UFA-Stars wie beispielsweise Hans Söhnker oder Johannes Heesters und sang sich auch als Chansonette mit vielen Filmliedern ihres Ehemannes in die Herzen der Zuschauer.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging die Ehe der Schauspielerin mit Franz Grothe in die Brüche, Kirsten Heiberg kehrte nach Norwegen zurück, wurde dort aber wegen ihrer Zeit im Dritten Reich als „Vaterlandsverräterin“ abgestempelt und von den Filmproduzenten nicht beschäftigt; lediglich auf der Theaterbühne war sie später in Norwegen eine gefragte Schauspielerin. Kirsten Heiberg hatte zwar Ende der 40er Jahre versucht, mit den Filmen „Amico“ (1949), „Hafenmelodie“ (1949) und „Opfer des Herzens“ (1950) in der BRD an ihre früheren Leinwanderfolge anzuknüpfen, dies gelang ihr jedoch nicht. Letztmalig erhielt sie 1954 in „Bei Dir war es immer so schön“ eine kleine Rolle als Sängerin.

Der ehemalige UFA-Star verstarb am 2. März 1976 von den Medien unbeachtet in ihrer Wohnung in Oslo; Franz Grothe war bei ihrer Beerdigung zugegen.

Filmographie

Diskographie (Auswahl)

  • Abends am Klavier, 1937 (Duett mit Fritz Spielmann)
  • Unsichtbare Tränen, 1937
  • Wie der Schnee vom vergangenen Jahr, 1937
  • Frag nicht nach der Vergangenheit, 1937
  • Warum hat der Napoleon, 1938
  • Ich bin wie ich bin, 1938
  • Schließ deine Augen und träume
  • Zeig der Welt nicht dein Herz,1938
  • Auf den Flügeln bunter Träume, 1938
  • Ganz leise, 1938
  • Mein lieber Freund, sie sind heut eingeladen, 1939
  • Ja und nein, 1939
  • Wallonisches Volkslied, 1940
  • Ich liebe alle Männer, 1940
  • Wenn ein junger Mann kommt, 1940
  • Für eine Stunde Leidenschaft, 1942
  • Serenade vom Rattenfänger, 1942
  • Komm, Zauber der Nacht, 1943
  • Ich bin heut frei, meine Herren, 1943
  • Mein Herz liegt gefangen in deiner Hand, 1943
  • Ich steh’ allein’, 1945
  • Es bleibt doch unter uns, 1945
  • Didi Song (Halunkenpostille), 1949
  • Das Lied von den ausfahrenden Schiffen, 1949
  • Die Moritat vom verlorenen Sohn, 1949
  • Valse bleue in Moll, 1950
  • Komm, Zigeuner nimm die Geige, 1950
  • So oder so ist das Leben, 1954

Fußnoten