Marloh, Klaus-Christoph

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Klaus-Christoph Marloh

Klaus-Christoph Marloh (Lebensrune.png 28. Juli 1923 in Hamburg; Todesrune.png 16. März 2009 in Seevetal, Landkreis Harburg, Niedersachsen) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Oberleutnant zur See der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Klaus-Christoph Marloh (Mitte, sitzend) als Jungvolkführer (Fähnleinführer) 1939

Klaus-Christoph Marloh war der zweite von sechs Kindern. Sein Vater Otto Marloh war Offizier im Ersten Weltkrieg, trotz Kriegsversehrung (amputierter Arm) Freikorpskämpfer und später SA-Führer. Seine Mutter war eine stolze Preußin.

Schule

Marloh besuchte die Grundschule und ging – gemeinsam mit seinem am 18. Juli 1922 geborener Bruder Friedrich-Wilhelm (Crew 40; als Fähnrich zur See am 7. Dezember 1941 als U 208 beim Mittelmeerdurchbruch in der Straße von Gibraltar von der Royal Navy versenkt wurde), der im Jahr davor auf das Plöner Schloß kam als es noch Staatliche Bildungsanstalt (Stabila) hieß –, von 1933 bis 1939 die Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA) in Plön, die offizielle Umbenennung der einstigen Kadettenvoranstalt, die 1920 aufgrund des Versailler Diktats zur Bildungsanstalt wurde, war im Sommer 1934 erfolgt. Plön war die erste ihrer Art.

Marloh wurde schnell Landknechtstrommler seines NPEA-Zuges. In allen anderen Fächern herausragend, mangelte es doch im Fach „Mathematik“, so daß er 1939 auf Drängen des Vaters in Celle auf die Staatliche Oberschule kam.

Zweiter Weltkrieg

Obersekunda Marloh, am 1. September 1939 noch Jungvolkführer (Fähnleinführer im Jungvolk) auf der Gebietsführerschule, meldete sich bei Kriegsausbruch freiwillig und kam nach Bergen-Belsen in eine Munitionsfabrik. 1940 wurde er nach freiwilliger Meldung eingezogen und erhielt den Reifevermerk Unterprima (Kriegsabitur). Nach der Rekrutenausbildung in Stralsund fuhr er als Angehöriger der 34. Minensuchflottille auf Minensuchbooten vor Hollands Küste sowie in der südlichen Biskaya, zu dieser Zeit beantragte er seine Offiziersausbildung bei der Kriegsmarine.

Am 1. Mai 1941 kam er als Seeoffiziersanwärter zur Crew V/41 an die Marineschule Mürwik, insgesamt ließen sich 882 junge Männer zu Marineoffiziere ausbilden, die meisten zur Verwendung bei der U-Bootwaffe als Wachoffizier.

Im Herbst 1942 kam er als 19jähriger Fähnrich zur See (gemeinsam mit seinem Kameraden Fähnrich zur See Brinkmann) auf U 517 (2. Unterseebootsflottille) unter Kapitänleutnant Paul Hartwig (nach dem Krieg zuletzt Vizeadmiral der Marine der Bundeswehr und als Befehlshaber der Flotte). Hier absolvierte er seine ersten erfolgreichen Feindfahrten im Sankt-Lorenz-Strom (10 Schiffe mit 45.000 BRT versenkt), obwohl diese für die jungen Offiziere ursprünglich nur als „Praktikantenfahrten“ vorgesehen waren. Nach erfolgreicher Ausbildung zum Wachoffizier kam er als Zweiter Wachoffizier (II. WO) auf U 123, welches bis vor die VS-Küste lief.

Am 1. November 1943 wurde er zum Leutnant zur See befördert. 1944 bekam seine Besatzung eines der neuesten U-Boote der Klasse XXI (U 2506). Hier wurde er Erster Wachoffizier (I. WO) und diente als rechte Hand von Kommandant Horst von Schröter. Auf U 2506 wurde Marloh Zeuge der Torpedierung der „Wilhelm Gustloff“ mit über 10.000 Vertriebenen und Flüchtlingen an Bord, welche sich in unmittelbarer Nähe aufhielt.

„Im Januar lagen wir in Gotenhafen, wir alle waren begeistert von den neuen Booten. Wir bekamen ein Übungsgebiet zugewiesen, dort fuhren wir am Tage mit dem Schnorchel, also mit Dieselantrieb, auf Sehrohrtiefe und luden die großen Batterien auf, nachts gingen wir auf Tiefe und probten mit den Elektrobatterien. Am 30. Januar nachts, ich hatte Wache, gab es schwere Detonationen. Wir sagten als alte Fahrensleute, das waren Torpedos. Aber wieso? Hier bei Gotenhafen Torpedodetonationen? Unmöglich, wir bleiben unten. Morgens ging es auf Sehrohrtiefe, die Diesel wurden angelassen, da kam ein deutscher Zerstörer, wir mußten auftauchen und waren erschüttert und fassungslos, als er uns den Untergang der ‚Gustloff‘ mitteilte. Wir bekamen sofort Befehl zum Abbrechen aller Übungen und mußten nach Gotenhafen einlaufen. Die Pier war voller Flüchtlinge, alte Männer, Frauen, Mütter, Kinder. Alle U-Boote erhielten dann den Befehl, bei der Heimatwerft die Restarbeiten durchführen zu lassen. Die neuen Boote durften aus verständlichen Geheimhaltungsgründen keine Fremden mitnehmen. Keine Soldaten, keine Zivilpersonen. Das hat mein so großartiger Kommandant nicht befolgt. Man stelle sich vor, die Pier war schwarz von Menschen. Er rief mich und sagte: ‚I. WO, ich kann den Befehl nicht ausführen, gehen Sie an Land und suchen Sie 30 Flüchtlinge – Mütter mit Kindern und alte Gebrechliche – aus. Bestellen Sie diese für heute um 18.00 Uhr zu einem bestimmten Platz, wir nehmen sie mit nach Westen.‘ Das war die schwerste Aufgabe meines bisherigen Lebens. Ich bat alle Aufgeforderten um größte Geheimhaltung, da es sonst zur Panik kommen könnte. Keiner hat etwas gemerkt, als die armen Menschen glückselig an Bord kamen. Unser Smutje kochte erstmals ein ordentliches Essen, wir räumten unsere Kojen. Ablegen, das Probetauchen war den Flüchtlingen etwas unheimlich. Unterwegs kamen britische Flieger, aber die wollten uns nicht. In Swinemünde gingen die Menschen von Bord, und sie waren so dankbar. Mitte April liefen wir von Hamburg nach Norwegen aus. Machten Tieftauchversuche, dabei platzte bei 250 Metern Tiefe ein druckfester Schlauchbootbehälter, ausgelegt waren die Boote für eine Tiefe von 400 Metern. Über Christiansand ging es dann auf Feindfahrt Richtung Gibraltar. Dann hatten wir einen Bruch am Schnorchelkopf und liefen zur Reparatur in Bergen ein. Dort erlebten wir die Kapitulation. U-2511 – Eichenlaubträger Kapitän Schnee – war vor uns schon draußen. Bei der Rückfahrt nach Bergen traf U-2511 den britischen Flottenverband, der nach Bergen unterwegs war. Nur um zu wissen, was die neuen Boote alles können, fuhr er einen Probeangriff gegen den Verband und keiner hat’s gemerkt. Die Briten in Bergen wollten es nicht glauben, aber als alle Daten miteinander verglichen waren, da waren sie fassungslos. In der Ostsee versenkten die Sowjets noch die Lazarettschiffe ‚Steuben‘ und ‚Goya‘. Die Briten versenkten in der Neustädter Bucht die ‚Cap Arkona‘ und die ‚Thielbek‘, die KZ-Häftlinge aus Bergen Belsen nach Schweden bringen sollten. Mit Phosphorgranaten und Bordwaffen wurde das gemacht. Die KZ-Häftlinge bildeten mit ihrer gestreiften Kleidung große Buchstaben ‚KZ‘. Aber es half nichts, 7000 Menschen kamen um, ein Denkmal bei Eutin erinnert an dieses britische Verbrechen.“ – Klaus-Christoph Marloh in „Das Ostpreußenblatt“, 10. Februar 2001; Betr.: Folge 4/01, „,S 13‘ versenkte die ,Wilhelm Gustloff’“

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde U 2506 vor Irland versenkt, und Oberleutnant zur See Marloh (vermutlich am 1. April 1945 befördert) geriet in Bergen in britische Kriegsgefangenschaft, wo er bis zuletzt die Kriegsflagge von U 2506 in seiner Feldflasche bewahrte. Sein Vater war allerdings länger interniert, als Landrat und NSDAP-Mitglied verbrachte er vier Jahr in einem englischen Konzentrationslager in Recklinghausen-Hillerheide.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg war Klaus-Christoph Marloh bei verschiedenen deutschen Unternehmen tätig und zuletzt wohnhaft im Fachenfelder Weg 57 in Seevetal. Er engagierte sich für die Freilassung von Rudolf Heß und war unter anderem Fahrer von Karl Dönitz, der ebenfalls bei einer seiner Veranstaltungen anwesend war. Er war Mitglied der Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft (DESG), Vorsitzender des Freundeskreis Filmkunst e. V. (FKFK), Mitbegründer (u. a. gemeinsam mit der ehemaligen Führerin im Bund Deutscher Mädel Gertrud Herr) und Mitglied des Norddeutschen Kulturkreises e. V. (NK) bei der Burschenschaft Germania Königsberg und von 1985 bis 1990 Vorsitzender des Vereins „Heide Heim e. V.“ in Hetendorf.

Er war 1997 ein Unterstützer des Bürgerforums „Wir sind das Volk“ und mutiger Unterzeichner des „Aufrufs an alle Deutschen zur Notwehr gegen die Überfremdung“:

„Wir, die Unterzeichner, rufen alle volkstreuen Deutschen zur Notwehr auf gegen den von der Staatsführung amtlich geplanten und mit brutalen Methoden durchgeführten Völkermord am deutschen Volke.“

Am 22. Oktober 2006 berichtete er in Dresden über seine Ausbildung, Fronteinsätze und Nachkriegszeit.[1] Er organisierte bis zu seinem Tod die Besatzungstreffen der Ehemaligen von U 123.

Tod

Oberleutnant zur See a. D. Marloh verstarb im März 2009. Er ruht, wie dies sein Wunsch war, auf dem Kadettenfriedhof Plön vor der Prinzeninsel.

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Filmbeiträge

Soldaten erzählen – Klaus-Christoph Marloh
Audio-Interview mit dem Institut für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen

Fußnoten

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