Luisen-Orden

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Großkreuz des Luisen-Ordens (Museumsstück) für Großherzogin Luise von Baden

Der Königlich Preußische Luisen-Orden (auch: Louisenorden) war der höchste Damenorden des Königreiches Preußen und wurde am 3. August 1814 während der Freiheitskriege gegen Napoleon I. durch König Friedrich Wilhelm III. als Andenken an seine 1810 verstorbene Gemahlin Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz für ausschließlich Frauen und Mädchen aus Preußen gestiftet. Wer den hohen Orden empfangen hatte, war – wie bei den Ritterinnen des Eisernen Kreuzes – eine „Ritterin des Louisen- bzw. Luisenordens“.

Stiftung

Bruststern zum Großkreuz des Luisen-Ordens für Königin Auguste Viktoria

In der Stiftungsurkunde des Königs von Preußen („Cabinets-Ordre zur Stiftung des Luisen-Ordens für Mädchen und Frauen“ vom 3. August 1814) heißt es dazu:

„Als die Männer unserer tapferen Heere für das Vaterland bluteten, fanden sie in der pflegenden Sorgfalt der Frauen Labsal und Linderung. Glaube und Hoffnung gab den Müttern und Töchtern unseres Landes die Kraft, die Besorgniß um die Ihrigen, die mit dem Feinde kämpften, und den Schmerz um die Verlornen durch ausdauernde Thätigkeit für die Sache des Vaterlandes zu stillen und ihre wesentlichen Hilfeleistungen für den großen Zweck wurden nirgends vermißt. Unmöglich ist es diese Handlungen des stillen Verdienstes bei Allen öffentlich zu ehren, die ihr Leben damit schmücken, aber Wir finden es gerecht, Denjenigen unter ihnen eine Auszeichnung zu verleihen, deren Verdienst besonders anerkannt ist.“

Die Zahl der Damen, die den hierauf gestifteten Luisen-Orden erhalten konnten, war auf ein Hundert beschränkt.

„Das Capitel[1] zur Auswahl der Würdigen bestand aus vier Frauen, unter dem Vorsitz der Prinzessin Wilhelm (Marianne), der Staatsminister Gräfin von Arnim, der Generalin von Boguslawsky, der Frau des Kaufmanns Welper und der Wittwe des Bildhauers Eben. Auf Vorschlag dieses Capitels wurden zu Damen des Louisen-Ordens ernannt: Zuerst die Dame des Capitels, dann die Oberhofmeisterin Gräfin von Voß, Frau von Bassewitz, Fanquignon, Fichte, Herzbruch, Hotho, von Knobloch, von Podewils, Rhode, von Sobbe, von Troschke, Unger, von Winzingerode, Baronin von Hagen. Jetzt war die Theilnahme der Frauen und Mädchen an der großen Arbeit des Vaterlandes vollendet und dankbar anerkannt.“

Am weißen Bandes des Eisernen Kreuzes:

„Der König hat für die Damen, welche sich besonders wohlthätig der Verwundeten und Verwaisten annahmen, den ‚Luisen-Orden‘ gestiftet. Es ist ein kleines schwarz-emaillirtes goldenes Kreuz, hat ein himmelblau-emaillirtes rundes Schild, welches den Buchstaben L in einem Sternenkranze zeigt. Auf der Rückseite sind die Jahreszahlen 1813 und 1814 eingetragen und das Ganze hängt an dem weißen Bande des eisernen Kreuzes. Die Zahl der Ritterinnen ist auf hundert beschränkt.“[2]

Verleihung

Luisen-Orden (2. Modell) mit Schleife war oberhalb der linken Brust zu tragen, wurde aber, wie bei Kaiserin Augusta, nicht selten am linken Oberarm getragen.
„Luisenorden, vom König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 3. August 1814 zur Erinnerung an die Königin Luise für glänzende Beweise der Vaterlandsliebe und Menschenfreundlichkeit in den Jahren 1813–14 gestiftet, sollte nur 100 Mitglieder aus dem preußischen Staat, aber ohne Unterschied der Religion und des Standes, zählen. Am 15. Juli 1850 wurde er zur Verleihung an solche Jungfrauen und Frauen, die sich durch die Pflege von Verwundeten 1848 und 1849 ausgezeichnet hatten, erneuert. Ähnliche Erneuerungen fanden 1861, 1865, 1866 und 1871 statt. [...] Die Auswahl bestimmt das aus vier Frauen unter Vorsitz der Königin bestehende Ordenskapitel mit Autorisation des Königs. Das Ordenskreuz ist von Gold und schwarz emailliert. Das himmelblaue Mittelschild zeigt ein L. in einem Sternenkranz, auf der Rückseite die Zahlen 1813 und 1814 und seit der Erneuerung je die Jahre, für die er verliehen wird. [...] Das Band, an dem der Orden auf der linken Brust getragen wird, ist bei der ersten Abteilung weiß mit schwarzen Randstreifen, bei der zweiten weiß mit schwarzem Rand und einem Mittelstreifen.“[3]

Erneuerung

Der Orden wurde 1850 unter König Friedrich Wilhelm IV., 1865 unter Wilhelm I. und 1890 unter Wilhelm II. erneuert. Am 30. Oktober 1865 schuf König Wilhelm I. die zweite Abteilung des Ordens, die in zwei Klassen geteilt war und kleinere, nicht emaillierte Kreuze besaß.

  • II. Abteilung, 1. Klasse als Anerkennung für Frauen und Jungfrauen, die Kranke im Kriege gepflegt.
  • II. Abteilung, 2. Klasse für solche, die durch hochherzige und verdienstliche Handlungen im Krieg und Frieden sich ausgezeichnet haben.

Am 3. Jan. 1890 wurde von der Königin Auguste Viktoria bestimmt, daß in Zukunft die erste Klasse der zweiten Abteilung nur an solche Damen verliehen werden soll, die sich bereits im Besitz der zweiten Klasse dieser Abteilung befinden.

„In der Zeit, wo der große Kampf für Freiheit und Recht ganz Preußen beseelte, blieben auch die Frauen nicht zurück, sondern bethätigten ihren Patriotismus durch die schwersten Opfer und eine Selbstverläugnung, die zu der lautesten Anerkennung und Bewunderung auffordert. Friedrich Wilhelm III. von Preußen, durch so mannichfaltige Beispiele von Seelengröße, Muth und Vaterlandsliebe bewogen, stiftete am 3. August 1814 den Orden, der dadurch, daß er den Namen seiner unvergeßlichen Gemahlin tragt, nur um so ehrenvoller wird, und weihte ihn den Frauen, die in ihrem beschränkteren Wirkungskreis doch mit eben so regem Eifer, wie die Männer, Theil an den Vorgängen einer vielbewegten Zeit genommen, und ihre Kraft, so wie ihren redlichen Willen, auf die würdigste Weise bewährt hatten. ‚Als die Männer unserer tapferen Heere für das Vaterland bluteten‘, heißt es in der Stiftungsurkunde, fanden sie in der pflegenden Sorgfalt der Frauen Labsal und Linderung. Glaube und Hoffnung gab den Müttern und Töchtern des Landes die Kraft, die Besorgniß um die Ihrigen, die mit dem Feinde kämpften und den Schmerz um die Verlorenen, durch ausdauernde Thätigkeit für die Sache des Vaterlandes zu stillen, und ihre wesentlichen Hilfsleistungen für den großen Zweck wurden nirgends vermißt. Unmöglich ist es, diese Handlungen des stillen Verdienstes bei Allen öffentlich zu ehren, die ihr Leben damit schmückten, aber wir fanden es gerecht, denjenigen unter ihnen eine Auszeichnung zu verleihen, deren Verdienst besonders anerkannt ist. Keiner von allen bestehenden Orden für Frauen darf sich wohl eines so edlen Ursprungs rühmen, als der Luisenorden, der nicht eine Zierde der Eitelkeit, sondern ein Lohn der wahren Verdienste um die leidende Menschheit und um das Vaterland ist. Ob diese Verdienste auf dem Throne glänzen, oder die niedere Hütte schmücken, darnach fragen die Statuten nicht; sie begnügen sich, es anerkennend auszuzeichnen, wo sie es auch finden. Kein äußeres schimmerndes Attribut ist mit ihm verbunden; wie seine Entstehung und seine Bestimmung schon und edel ist, so sind seine Zeichen anspruchslos und bescheiden. Ein kleines goldenes Kreuz, schwarz emaillirt, wird an dem schwarz und weißen Bande, dessen auch der Orden des eisernen Kreuzes sich bedient, vermittelst einer einfachen Schleife auf der linken Brust getragen. Auf beiden Seiten desselben befindet sich in der Mitte ein runder himmelblauer Schild, auf welchem vorn ein von einem Sternenkranze umgebenes I. steht. Auf der andern Seite liest man die Jahreszahlen: 1813–1814. Damit die Erinnerung an vaterländische Tugend und Selbstverlängnung nicht in den Familien verlösche, wo sie einst so edle Früchte trug, wird dieses Ordenszeichen nach dem Tode der Besitzerinnennicht zurückgegeben, wie es bei anderen Orden üblich ist, sondern darf aufbewahrt werden zum Andenken, wie das Vaterland nicht nur die Tapferkeit und Treue seiner Krieger, sondern auch die edle Wirksamkeit des zarteren Geschlechts zu ehren und zu belohnen wußte. Ein aus vier Frauen und einer Vorsitzenden bestehendes Kapitel bestimmt die Auswahl neuer Mitglieder, deren erstes Erforderniß ist, durch Geburt, Heirath oder Nationalisirung dem preußischen Staate anzugehören. Der König selbst aber bestätigt jedes Mal erst die Auswahl; dann erfolgt die Ausfertigung von der Vorsitzenden unterzeichnet. Höher als hundert soll die Zahl der Ordensbesitzerinnen nicht steigen. Zur Geschäftsführung ist dem Kapitel ein Assistent beigegeben.“[4]

Klassen

  • Großkreuz
  • I. Abteilung (mit und ohne Eichenlaub)
  • II. Abteilung (mit silberner Bordierung und silbernen Buchstaben und Sternen
    • 1. Klasse
      • zweite Abteilung erster Klasse ggf. mit beweglicher goldener oder silberner Krone
    • 2. Klasse
      • zweite Klasse ohne Krone in Silber oder als Medaille (mit himmelblau emaillierten Medaillons, die Kreuzarme ohne Emaille)

Sonderform

Eine Sonderform, das Großkreuz des Luisenordens, wurde nur zweimal verliehen:

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Das Kapitel ist das oberste Organ eines Ordens.
  2. Morgenblatt für gebildete Stände, Nro. 220, 14. September 1814, Seite 880
  3. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 836
  4. Damen Conversations Lexikon, Band 6. [o.O.] 1836, S. 444-446