Reichsarchiv

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Werner Beumelburg: „Schlachten des Weltkrieges“, Band 1

Das Reichsarchiv war von 1919 bis 1945 ein zentrales Archiv. Generaloberst Hans von Seeckt schlug der Reichsregierung in einer Denkschrift vom 12. Juli 1919 die Umwandlung der kriegsgeschichtlichen Abteilungen des vom Versailler Schandvertrag aufgelösten Großen Generalstabs in ein Reichsarchiv vor. In den 1930er Jahren wurde die Forschungsabteilung als „Forschungsanstalt für Kriegs- und Heeresgeschichte“ dem Reichswehrministerium unterstellt. Nachfolger des Reichsarchivs wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Bundesarchiv in Koblenz.

Erläuterung

„Der Weltkrieg 1914–1918“, Prachtausgabe (12 Bände und Bildermappe), 1925–1939

Das Reichsarchiv in Potsdam wurde zur Verwaltung des Urkunden- und Aktenmaterials der Reichsbehörde gegründet. Die ursprünglich mit ihm vereinigten Archivbestände des alten Heeres waren als Heeresarchiv von ihm getrennt. Dagegen waren ihm die Archive des Wetzlarer Reichskammergerichts, des Deutschen Bundes von 1815 bis 1866 und der Frankfurter Nationalversammlung als Abteilung Frankfurt am Main angegliedert. 1939 wurden die Wiener Zentralarchive als Reichsarchiv Wien vereinigt und die früheren österreichische Landesarchive als Reichsgauarchive organisiert. Ferner bestanden seitdem Reichsarchive in Danzig, Posen, Reichenberg und Troppau. Durch den Zustrom von Materialien zur deutschen Geschichte seit 1867 wurde das Reichsarchiv zum eigentlichen Hauptarchiv für die neuere Geschichte Deutschlands.[1]

Heeresarchiv Potsdam

„Der Krieg zur See 1914–1918“ bestand aus 21 Bänden und behandelte mit jeweils mehreren Bänden den Krieg in den türkischen Gewässern durch die Mittelmeer-Division, den Kreuzerkrieg in den ausländischen Gewässern, den Krieg in der Ostsee und der Nordsee. Die Nordsee beanspruchte sieben Bände, wobei Band 6 1937 und Band 7 erst 1965 erschien.

1936 wurden die militärischen Akten in das neu gegründete Heeresarchiv Potsdam unter Friedrich von Rabenau überführt. Durch den Bombenterror der Royal Air Force am 14. April 1945 wurden fast alle Akten der Preußischen Armee, die nicht ausgelagert waren, vernichtet. Die verbliebenen Akten gingen nach dem Zweiten Weltkrieg in das Militärarchiv Potsdam ein und wurden nach der deutschen Teilvereinigung 1990 Bestandteil des Bundesarchiv-Militärarchivs.

Reichsfilmarchiv

Die Filmbestände des Archivs wurden 1935 ins neu gegründete Reichsfilmarchiv ausgelagert.

Walter Vogel

Der letzte lebende Angehörige des Reichsarchivs war der 2005 verstorbene Archivar Walter Vogel.

Präsidenten

  • 1919 bis 1930 Dr. phil. h. c. Generalmajor Hermann Ritter Mertz von Quirnheim
  • 1931 bis 1934 Dr. phil. h. c. Generalmajor a. D. Hans von Haeften
  • 1935 bis 1945 Dr. rer. pol. Ernst Zipfel
    • Nach der Ernennung zum Oberarchivrat (1935) sowie zum Leiter des Reichsarchivs und zum kommissarischen Generaldirektor der preußischen Staatsarchive (1936) folgte 1938 die endgültige Einweisung in dieses Amt. Von Haeftens Nachfolger Dr. Zipfel erhielt als Archivleiter jedoch nur die Amtsbezeichnung „Direktor des Reichsarchivs“.

Marine-Archiv

Parallel zum Heersarchiv bestand das Marinearchiv der Kaiserlichen Marine, was institutionell zur Reichs- und später Kriegsmarine gehörte. Im Gegensatz zum Heeresarchiv überlebte ein Großteil von dessen Akten aufgrund frühzeitiger Auslagerung und befindet sich heute im Bestand des Bundesarchiv-Militärarchivs in Freiburg im Breisgau.

Leitung der Abteilung

Leiter Marine-Archiv Wien

Kriegsarchiv der Waffen-SS

Hauptartikel: Kriegsarchiv der Waffen-SS

Literatur

Fußnoten

  1. Meyers Lexikon, Band 9, Bibliographisches Institut AG., Leipzig, 8. Auflage 1942