Schweitzer, Albert

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Ludwig Philipp Albert Schweitzer (Lebensrune.png 14. Januar 1875 in Kaysersberg bei Colmar; Todesrune.png 4. September 1965 in Lambarene in Gabun) war ein deutscher Arzt, Philosoph und Humanitarist.

Leben

Nach dem Abitur 1893 in Mülhausen studierte er an der Universität Straßburg Theologie und Philosophie und promovierte 1899 in Berlin.

Lebenslauf

Selbstverfaßter Lebenslauf bis 1900:

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Ich, Albert Schweitzer, wurde am 14. Januar 1875 als ältester Sohn des Pfarrers Ludwig Schweitzer Zu Kaysersberg im Oberelsass geboren. Meine erste Schulbildung erhielt ich auf der Elementarschule zu Günsbach im Oberelsass, wohin mein Vater kurz nach meiner Geburt als Pfarrer berufen wurde. Nachdem ich ein Jahr auf der Realschule zu Münster zugebracht hatte, fand ich bei meinem Grossoheim, Herrn Schuldirektor Schweitzer in Mülhausen, freundliche Aufnahme. Ich verbrachte in diesem gastlichen Hause 9 Jahre, während deren ich das Gymnasium zu Mülhausen besuchte. An dieser Anstalt wurde das wissenschaftliche Interesse in mir zuerst durch die Anregungen geweckt, welche ich durch den hervorragenden Geschichtsunterricht des Herrn Dr. Kaufmann erhielt. So wurde das Geschichtsstudium zu meinem Lieblingsfach während der Gymnasialzeit. Auf das philosophisch-religiöse Gebiet wurde meine Aufmerksamkeit durch den Unterricht des Direktors des Mülhauser Gymnasiums, Herrn Dr. Wilhelm Deecke, gelenkt, dessen Tod die elsasslothringische Schulwelt vor kurzem betrauerte. Nur wer den tiefen sittlichen Ernst, von welchem der Unterricht dieses hervorragenden und bescheidenen Lehrers getragen wurde, kannte, vermag den Einfluss zu ermessen, den er auf seine Schüler ausgeübt hat.

Mit dem Wintersemester 1893/94 bezog ich nach bestandenem Abiturientenexamen die Universität, um als Alumne des Collegium Wilhelmitanum zu Strassburg Theologie zu studieren. Neben dem theologischen Studium hörte ich mit Eifer Vorlesungen an der philosophischen Fakultät. Auf das philosophische Gebiet wurde ich von zwei Punkten aus gedrängt. Einmal durch den Zusammenhang der theologischen Studien mit der Religionsphilosophie überhaupt, sodann durch ästhetisch-künstlerische Interessen, welche in dem philosophischen Studium nach Klarheit rangen. — Nachdem ich am 6. Mai 1898 das theologische Staatsexamen bestanden hatte, ermöglichte mir die Zuweisung des Goll’schen Stipendiums, welches zum theologischen Licentiatenexamen verpflichtet, die Fortsetzung meiner Studien. Die vorliegende Abhandlung verfasste ich zum grössten Teil in Paris, wo ich mich während des Wintersemesters 1898/99 als Student an der Sorbonne aufhielt. Das Sommersemester 1899 verbrachte ich an der Universität zu Berlin.

Quelle: Selbstverfaßter Lebenslauf bis 1900, in: Die Religionsphilosophie Kants von der Kritik der reinen Vernunft, S. 72


  • 1901 folgte die theologische Dissertation und 1902 an der Universität Straßburg die Habilitation in Evangelischer Theologie. Anschließend war er Dozent für Theologie an der Universität Straßburg und Vikar an der Kirche St. Nikolai.
  • Von 1905 bis 1913 studierte Albert Schweitzer Medizin in Straßburg und heiratete 1912 die Jüdin Helene Bresslau, die Tochter des jüdischen Historikers Harry Bresslau.
  • 1913 gründete er in Französisch-Äquatorialafrika ein Urwaldhospital, in dem er das Leiden der von Frankreich unterjochten Neger lindern helfen wollte. Aus Dankbarkeit wurde er deswegen 1914 zusammen mit seiner jüdischen Frau verhaftet und 1917 in ein französisches KZ deportiert, da er Deutscher war.
  • 1918 ging er in seine nun ebenfalls französisch annektierte elsässische Heimat zurück und wurde gezwungen, deswegen die französische Staatsbürgerschaft anzunehmen.
  • 1924 kehrte er nach Afrika in sein Hospital zurück.
  • 1953 verlieh man ihm den Friedensnobelpreis.

Rückblick

Heute wird Schweitzer zunehmend der Vorwurf gemacht, er sei rassistisch gewesen, weil er die Rassentrennung in Südafrika befürwortete und sich wie folgt über Schwarze äußerte:

„Schau, die sind noch Kinder, die müssen wir jetzt langsam zu Erwachsenen heranziehen und müssen ihnen Kultur geben. Die haben noch keine Kultur.[1]

Zitate

  • „Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.“
  • „Auf die Füße kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen läßt, daß ihr Heil nicht in Maßnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht.“
  • „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“
  • „Der ärmste Mensch ist der, der keine Beschäftigung hat.“
  • „Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige.“
  • „Von einer Ausbeutung der aus dem Inneren zugezogenen Arbeiter durch die Holzhändler kann in dem Sinne wohl keine Rede sein, als ob diese in Ansehung ihrer Arbeit zu wenig erhielten. Was diese Primitiven leisten, steht manchmal in keinem Verhältnis zu den Kosten, die ihre Ernährung verursacht, und zu dem Lohne, der ihnen am Ende des Arbeitsvertrages ausgeliefert werden muß. In den ersten Monaten sind viele von ihnen fast ganz unbrauchbar, weil sie nie eine Axt in der Hand hatten und erst lernen müssen, mit diesem Ding umzugehen. Nirgends wohl, so merkwürdig es sich anhören mag, sind Arbeitskräfte teurer im Verhältnis zur wirklich geleisteten Arbeit als im Urwald.“[2]

Werke (Auswahl)

  • Geschichte der Paulinischen Forschung von der Reformation bis auf die Gegenwart (PDF-Datei)
  • Das Abendmahl im Zusammenhang mit dem Leben Jesu und der Geschichte des Urchristentums (PDF-Datei)
  • Die Religionsphilosophie Kants von der Kritik der reinen Vernunft bis zur Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (PDF-Datei)
  • Von Reimarus zu Wrede. Eine Geschichte der Leben-Jesu-Forschung (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Kritische Darstellung unterschiedlicher neuerer historischer Abendmahlsauffassungen (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • J. S. Bach (PDF-Datei)
  • Selbstdarstellung (1929) (PDF-Datei)

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • 1925: Bernhard-Nocht-Medaille
  • 1928: Goethepreis der Stadt Frankfurt
  • 1949: Ehrenbürger der Stadt Königsfeld im Schwarzwald
  • 1951: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels[3]
  • 1951: Johann-Peter-Hebel-Preis
  • 1952: Paracelsus-Medaille
  • 1952: Friedensnobelpreis (im Oktober 1953 rückwirkend für 1952 zuerkannt; entgegengenommen am 4. November 1954 in Oslo)
  • 1952: Die schwedische Prinz-Karl-Medaille, verliehen für verdienstvolle humanitäre Betätigung
  • 1952: Wahl in die Académie des sciences morales et politiques als Nachfolger Philippe Pétains
  • 1954: Pour le mérite für Wissenschaft und Künste
  • 1955: Order of Merit
  • 1958: Ehrendoktor der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster
  • 1959: Ehrenbürger der Stadt Frankfurt am Main
  • 1959: Sonning-Preis der Universität Kopenhagen
  • 1964: Ehrendoktor der Technischen Universität Braunschweig

Siehe auch

Filmbeiträge

Privataufnahmen des Arztes Albert Schweitzer in den 1920er Jahren

Verweise

  • Biographie
  • Colin Liddel: Der schwarze Grundzustand, Morgenwacht, 13. Mai 2014. Das Original: The Black Baseline, erschien am 8. Mai 2014 auf Counter-Currents Publishing. Übersetzung von Lucifex
Englischsprachig

Fußnoten

  1. Georg Halter: Kritische Stimmen zum Albert-Schweitzer-Jubiläum, SRF, 24. März 2013
  2. 96-book.png Google-BücherAlbert Schweitzer: Briefe aus Lambarene: 1924–1927, C.H.Beck, 2009, S. 72, ISBN 9783406592614
  3. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1951