Steinbrinck, Otto

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Otto Steinbrinck – „Sein Leben galt Deutschland!“

Otto Steinbrinck (Lebensrune.png 19. Dezember 1888 in Lippstadt; Todesrune.png 16. August 1949 in Landsberg am Lech in VS-amerikanischer Kriegsgefangenschaft „verstorben“) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, der SS (SS-Ehrenführer) und der Kriegsmarine sowie Ritter des Ordens „Pour le Mérite“. Auf 24 Feindfahrten hatte das U-Boot-As und späterer Wehrwirtschaftsführer insgesamt 216 feindliche Schiffe mit über 230.000 BRT versenkt.

Werdegang

SS-Oberführer Otto Steinbrinck

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg diente Steinbrinck als U-Boot-Kommandant:

„Der Tonnage nach steht an erster Stelle Kapitänleutnant Lothar von Arnauld de la Periére mit über 400000 Tonnen vor Kapitänleutnant Forstmann mit 380000 Tonnen und Kapitänleutnant Max Valentiner mit 300000 Tonnen. Alle drei haben den größten Teil ihrer Erfolge im Mittelmeer errungen. Hinsichtlich der Anzahl versenkter Schiffe steht der Flandernkommandant Kapitänleutnant Steinbrinck an führender Stelle mit 216 Schiffen. Über oder fast 100000 Tonnen wurden von weiteren 43 Kommandanten erreicht. Außer dem Befehlshaber der U-Boote und dem Führer der U-Boote in Flandern erhielten 29 Kommandanten für ihre und ihrer Besatzungen hervorragende Leistungen den höchsten Kriegsorden „Pour le Mérite“. Die erzielten Erfolge sind besonders groß, wenn man bedenkt, über welche verhältnismäßig geringe Anzahl von U-Booten Deutschland meist verfügte. Die Höchstzahl der gleichzeitig vorhandenen U-Boote betrug 140. Von diesen Standen am Feind gleichzeitig etwa ein Drittel zur Verfügung. Insgesamt hatte Deutschland während des Krieges 343 U-Boote, von denen 199 vor dem Feinde sanken. Mehr als die Hälfte der kämpfenden U-Boot- Mannschaften starb den Heldentod: 5132 Mann.“[1]

Chronologie

  • 1907 Abitur am Realgymnasium in Lippstadt.
  • 3. April 1907 - 6.11.1919 Eintritt in die Kaiserliche Marine als Berufssoldat.
  • Ab Ostern 1908 Besuch der Marineschule in Kiel (1. Inspektion) Fähnrich z. S. (Fähnrichsprüfung, mit „Allerhöchster Befriedigung“ vom 21.04.1908)
  • Ostern bis Herbst 1909 Teilnahme an verschiedenen Spezialkursen (i. a. bei der Artillerie- und Torpedowaffe) in Sonderburg und Flensburg-Mürwick
  • 1909 - 1911 als Fähnrich / Leutnant zur See auf Kleiner Kreuzer „Bremen“ in Ost- und Südamerika,
  • 1911 - 1912 bei der I. Matrosen-Division in Kiel, von dort zum Lehrgeschwader kommandiert
  • Ostern 1912 - Herbst 1914 als Wachoffizier auf den Unterseebooten U 15 und U 8, Spezialausbildung bei der Torpedowaffe
  • 29.9. - 4.11.1914 Kommandant von U 6
  • Dezember 1914 Wachoffizier auf dem U-Flottillen-Torpedoboot S 122.
  • 6.1. - 21.1.1915 erneut Kommandant von U 6.
  • 15.3.1915 - 12.1.1916 Kommandant von UB 10 (U-Flottille Flandern; 17 Feindfahrten; 27 Schiffe mit 13.379 BRT versenkt).
  • 16.2. - 27.10.1916 Kommandant von UB 18 (U-Flottille Flandern). Während dieser Zeit schuf sich Steinbrinck eine hohe Reputation als U-Boot-Kommandeur, da er in 14 Feindfahrten insgesamt 64 Schiffe mit 74.781 BRT Tonnage sowie das englische U-Boot E 22 versenkte.
  • 10.11.1916 - 31.7.1917 Kommandant von UC 65 (U-Flottille Flandern). Während dieser Zeit versenkte Steinbrinck bei 8 Feindfahrten 94 Handelsschiffe mit 99.803 BRT sowie den englischen Minenkreuzer „Ariadne“ mit 11.150 Tonnen.
  • 1917 Bekanntschaft mit Herbert Göring.
  • 19. Mai 1917 Hochzeit mit Lola Vogelsang.
  • 3. Juli 1917 - 1.1.1918 Kommandant von UB 57 (U-Flottille Flandern).
  • 2.1.1918 Abgabe des Kommandos an den Pour le Mérite-Ritter Oberleutnant z. S. Johannes Lohs wegen totaler Erschöpfung.
  • Ab April 1918 I. Admiralstabsoffizier beim Führer der U-Boote Flandern, Korvettenkapitän Karl Bartenbach.
  • Okt. / Nov. 1918 Kommandierung zur „U-Boot-Inspektion“ (UI), dann bei der „Waffenstillstandskommission“

Zwischenkriegszeit

Ab Februar 1925 war er Privatsekretär des Generaldirektors Friedrich Flick; später stieg er zum Vizepräsidenten auf. Auch arbeitete Steinbrinck als Vorstandsmitglied in zahlreichen Firmen. Nach der Gründung der Flick KG fungierte Steinbrinck von 1937 bis Sommer 1939 als Generalbevollmächtigter für den Flick-Konzern.

Chronologie ab 1918

  • 1918 - 1923 erst wissenschaftlicher Assistent, dann Syndikus und später Prokurist und stellvertretender Geschäftsführer bei der Vereinigung Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller. Er wirkte bei der Auslieferungsliste zum Versailler Schandvertrag mit und wehrte sich, so gut er konnte, gegen die Forderungen des Feindes
  • 1920 - 1922 nebenamtlicher Geschäftsführer sämtlicher Außenhandelsstellen im Rahmen der Außenhandelskontrolle und Mitglied im „Nationalen Club“.
  • 1923 bei der Rheinlandbesetzung durch die Franzosen sechs Wochen als angeblicher „Spion“ inhaftiert
  • 1923 Bekanntschaft mit FLICK und Eintritt in den Flick-Konzern als Sekretär von F. Möller, dem kaufmännischen Direktor der Linke-Hofmann-Lauchhammer Werke (Breslau).
  • Februar 1925 Privatsekretär von FLICK.
  • 1927 - März 1939 Vorstandsmitglied der Mitteldeutsche Stahlwerke AG (Mittelstahl; Riesa/Elbe).
  • 1928 Vorstandsmitglied der Charlottenhütte AG (Niederschelden).
  • 1930 Vorstandsmitglied der Eisenwerksgesellschaft-Maximilianshütte (Sulzbach-Rosenberg).
  • 1932 - Mai 1945 Mitglied im „Keppler-Kreis“ und Mitglied im Freundeskreis „Reichsführer-SS“, an den er bis Weihnachten 1944 100.000 RM p. a. spendete.
  • 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP (Mitglieds-Nr. 2.638.206)
  • 30. Mai 1933 Ehrenmitglied der SS (Mitglieds-Nr. 63.084) im Persönlichen Stab „Reichsführer-SS“ (Ehrendienstgrad SS-Standartenführer des SS-Oberabschnittes Ost)
  • 1934 Beiratsmitglied der „Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie“
  • September 1934 von Hitler als Begleiter der Familie von Hindenburg bei der Beisetzung von Reichspräsident von Hindenburg eingesetzt.
  • 6.10.1934 Anfrage des Heereswaffenamtes bei Steinbrinck, ob Mittelstahl bereit wäre, das Unternehmen „Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke Simson & Co“ (Simson; Suhl) zu übernehmen. Einige Monate später fragte auch KEPPLER diesbezüglich bei Steinbrinck an.
  • Jan. 1935 Entwurf eines Finanzierungsplanes zur Übernahme der Hochofenwerke Lübeck AG durch Steinbrinck.
  • Juni 1937 - Dez. 1939 Generalbevollmächtigter der Friedrich-Flick-KG (Vorgänger von WEIß) und damit direkter Vorgesetzter von BURKART.
  • Mitte 1937 Auftrag an Steinbrinck zur Entwicklung von Übernahmeplänen der jüdisch-tschechischen Petschek-Gruppe.
  • 13.11.1937 Anfrage von Steinbrinck bei Herbert Göring, wie die höchsten staatlichen Stellen das Petschek-Problem lösen wollten.
  • Seit 1938 öfters heftige Auseinandersetzungen mit FLICK und dessen Frau. Er verlangte von FLICK zu dessen offiziellen Nachfolger und Testamentsvollstrecker bestimmt zu werden.
  • 15. Januar 1938 Konferenz mit Steinbrinck und Dr. Carlos Wetzell, Vorstandsmitglied der beiden größten Julius-Petschek-Unternehmen. Im Verlauf der Konferenz gab Dr. Wetzell den entscheidenden Hinweis, daß Flick zur Beschleunigung der Angelegenheit einen offiziellen Auftrag zur Führung der Verhandlungen benötige und schlug ein Vier-Augen-Gespräch FLICK-GÖRING vor.
  • 19.1.1938 Treffen Steinbrinck-Posse zur Vorbereitung eines Gespräches mit GÖRING. Posse sagte zu, sich um einen Termin bei GÖRING zu bemühen.
  • 23. März 1938 Forderung eines verschärften Anti-Juden-Gesetzes durch Steinbrinck an das Amt für den Vierjahresplan. Kurz darauf erhielt der Flick-Konzern den Auftrag einen entsprechenden Entwurf auszuarbeiten.
  • April 1938 Ernennung zum Wehrwirtschaftsführer durch die Kriegsmarine
  • 20. Juni 1938 Fertigstellung des Entwurfes „Problem Ignaz Petschek“ und Übersendung an Steinbrinck.
  • Dezember 1939 Treuhänder des konfiszierten Thyssen-Vermögens.
  • 29.12.1939 Brief an FLICK, im dem er sein Ausscheiden aus dem Konzern begründet.
  • 20.3.1940 - 1945 Aufsichtsratsmitglied und später stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigten Stahlwerke AG (Düsseldorf; Thyssen-Konzern).
  • Mai 1940 - Aug. 1943 Reaktivierung in den aktiven Marinedienst.
  • Mai 1940 - Juli 1942 Generalbevollmächtigter für die Stahlindustrie in Luxemburg, Belgien, Nordfrankreich und Longwy.
  • Spätsommer 1940 Reaktivierung durch FLICK, der anfängliche Schwierigkeiten beim Erwerb der Rombacher Hüttenwerke im Elsaß hatte.
  • 3.3.1941 Gründung der Reichsvereinigung Kohle (RVK) durch FUNK im Einvernehmen mit GÖRING unter Generaldirektor PLEIGER.
  • April 1941 - Mai 1945 Mitglied im Präsidium der Reichsvereinigung Kohle.
  • Anfang 1942 - Sep. 1944 Reichsbeauftragter für Kohle in den besetzten westlichen Gebieten (= BeKo-West).
  • 1943 spendete Steinbrinck an den "Freundeskreis RF-SS insgesamt 100.000 RM.
  • 18. April 1944 Schreiben an den Bankier Kurt von Schröder/Köln in dem er eine Zahlung der Vereinigten Stahlwerke in Höhe von 100.000 RM auf das Sonderkonto „S“ für die nächsten Tage ankündigt. Weiterhin teilt er mit, daß von der Gewerkschaft bereits 50.000 RM überwiesen wurden.
  • 25. Mai 1944 Zusammen mit Speer, Kehrl, Pleiger und anderen Teilnahme an der 58. Besprechung der „Zentralen Planung“ im RM für Rüstung und Kriegsproduktion.
  • Oktober 1944 im Auftrag von Flick Reise als Sonderbeauftragter nach Stockholm, um mit früheren Hauptaktionären Kontakt aufzunehmen.
  • Dezember 1944 - April 1945 Verbindungsoffizier zwischen der Ruhrindustrie und der Heeresgruppe B (Generalfeldmarschall Model).
  • 22.3.1945 zusammen mit Pleiger u. a. Teilnahme an einer Konferenz mit SPEER, der zum Boykott von Hitlers „Verbrannte Erde“-Befehl vom 19.03.1945 aufrief.
  • 30.8.1945 Verhaftung durch die Siegermächte

Weitere Ämter

Von 1923 bis 1945 in folgenden wichtigen Stellungen:

  • Aufsichtsratsvorsitzender:
    • Linke-Hofmann Werke AG (Breslau)
    • Waggon- und Maschinenfabrik AG (Bautzen)
  • Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender:
    • Anhaltische Kohlenwerke (Halle)
    • Werschen-Weißenfelser Braunkohlen AG (Halle)
    • AG für Waggonwerte in Liquidation (Berlin; früher Linke-Hofmann-Busch-Werke AG)
    • Vereinigte Stahlwerke AG (Düsseldorf)
    • Gelsenkirchener-Bergwerks-AG (Essen; GBAG)
    • August-Thyssen-Hütte AG (Duisburg-Hamborn; ATH)
    • Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation AG (Bochum)
    • Dortmund-Hörder-Hüttenverein AG (Dortmund)
    • Rheinisch-Westfälische Industrie-Beteiligungs AG (Mühlheim/Ruhr)
  • Aufsichtsratsmitglied:
    • Harpener Bergbau AG (Dortmund)
    • Siegener Eisenindustrie AG (Düsseldorf)
    • Braunkohle-Benzin AG (Berlin; BRABAG)
    • Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat (Essen)
    • Deutsche Edelstahlwerke AG (Krefeld)
    • Deutsche Eisenwerke AG (Mühlheim/Ruhr)
    • Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke AG (Essen; RWE)
    • Vereinigte Stahlwerke AG (Düsseldorf)
  • Vorstandsmitglied:
    • 1927 - März 1939: Mitteldeutsche Stahlwerke AG (Riesa)
    • seit 1928: Charlottenhütte AG
    • 1930 - März 1939: Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte (Sulzbach-Rosenberg)

Anklage und Tod

Am 30. August 1945 wurde Steinbrinck von den VS-Amerikanern verhaftet und in Nürnberg im sogenannten „Flick-Prozeß“ angeklagt. Dort erlitt er am 2. Verhandlungstag einen Herzanfall und fehlte in der ersten Woche der Verhandlung. Steinbrinck wurde in mehreren Punkten angeklagt und durch Dr. Hans Flächsner, der auch Albert Speers Anwalt gewesen war, verteidigt. Am 22. Dezember 1947 Verfolgte die hanebüchene Verurteilung wegen Mitgliedschaft Freundeskreis des Reichsführers und wegen Ehrenmitgliedschaft in der SS zu fünf Jahren Gefängnis, vom Vorwurf der Sklavenarbeit, Plünderung und Arisierung wurde er freigesprochen.

Trotz schwerer Erkrankung nach dem Prozeß in der Haft erlaubten die britischen Bewacher zunächst keine Behandlung, erst am 12. August 1949, als er schon im Sterneb lag, erhielt er von den Briten die Erlaubnis zur Durchführung einer Operation. Am 16. August 1949 verstarb Steinbrinck infolge allgemeiner Schwäche durch die lang anhaltende Erkrankung als Häftling im Städtischen Krankenhaus Landsberg/Lech vier Tage nach zu spät genehmigter Gallenoperation.

Freunde, Familie und Kameraden nannten es zurecht Mord. Er wurde mit großer Anteilnahme beigesetzt, die Grabinschrift lautet: „Sein Leben galt Deutschland!“

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Literatur

  • Bodo Herzog: Kapitänleutnant Otto Steinbrinck — Die Geschichte des erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten in den Gewässern um England

Verweise

Fußnoten

  1. Werner von Langsdorff: U-Boote am Feind: 45 deutsche U-Boot-Fahrer erzählen, S. 11–12