Arnauld de la Perière, Lothar von

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Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ Lothar von Arnauld de la Perière

Lothar von Arnauld de la Perière (Lebensrune.png 18. März 1886 in Posen; Todesrune.png 24. Februar 1941 bei Le Bourget, Paris) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, der Freikorps, der Reichsmarine und der Kriegsmarine. Er war der erfolgreichste U-Boot-Kommandant des Ersten Weltkrieges, gefolgt von Walter Forstmann und Max Valentiner. Insgesamt versenkte er bei 15 Feindfahrten mit SM „U 35“ und SM „U 139“ 194 Schiffe mit 453.716 BRT.

Werdegang

Sechs erfolgreiche U-Boot-Führer: Robert Moraht, Walter Forstmann, Wolfgang Steinbauer, Hans Rose, Arnauld de la Perière, Willy Petz

Der Urgroßvater von Lothar und Friedrich, Johann Gabriel Arnauld de la Perière, mußte nach einem Duell 1757 aus Frankreich fliehen und ging nach Preußen, wo er Offizier in der Armee Friedrich des Großen wurde. Einer seiner Söhne, Eugen Ahasverus Albert Arnauld de la Perière (Lebensrune.png 10. Oktober 1800 in Neidenburg), war der Großvater von Lothar von Arnauld de la Perière.

Kaiserliche Marine

Lothar von Arnauld trat bereits am 1. April 1903 im Alter von 17 Jahren in die Kaiserliche Marine ein (Crew 03). Der Seeoffizieranwärter (Crew IV/03) durchlief die übliche Ausbildung und segelte mit Fregattenkapitän Louis (von) Dombrowski auf dem Segelschulschiff SMS „Stein“ zu einer Ausbildungsfahrt nach Westindien. 1905 absolvierte er Spezialkurse für die Torpedowaffe und die Artillerie. 1906 wurde er Leutnant zur See. Während der kommenden Jahre folgten Kommandos auf den Linienschiffen SMS „Kurfürst Friedrich Wilhelm“, SMS „Schlesien“ und SMS „Schleswig-Holstein“ sowie auch bei der II. Torpedobootsdivision.

Von 1911 bis 1913 war Oberleutnant zur See von Arnauld de la Perière Torpedooffizier auf dem Kleinen Kreuzer SMS „Emden“. Bis zum Beginn des Krieges war er Adjutant beim Chef des Admiralstabes, Admiral Hugo von Pohl, in Berlin.

Erster Weltkrieg

Arnauld de la Perière, Lothar von.jpg

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete sich Lothar von Arnauld de la Perière zu den Marinefliegern. Am 1. April 1915 wechselte er zur U-Boot-Waffe. Nach absolviertem Kommandantenkurs mit Übungsfahrten in SM U 1 und SM U 3 übernahm er am 18. November 1915 in Pola das Kommando über SM U 35.

Kapitänleutnant von Arnauld de la Perière machte mit diesem Boot im Mittelmeer bis März 1918 14 Feindfahrten. Er konnte dabei insgesamt 189 Handelsschiffe mit 446.708 BRT und zwei Kanonenboote versenken. Die sechste Operation, die vom 26. Juli bis zum 20. August 1916 dauerte, war mit 54 versenkten Schiffen mit über 90.000 BRT die erfolgreichste Feindfahrt des Ersten Weltkrieges.

Am 11. Oktober 1916 wurde er dafür als dritter U-Boot-Kommandant der U-Flottille Pola mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet.

Mitten im Krieg besetzte Lothar von Arnauld de la Perière auch eine Rolle in einem Spielfim: „Der magische Gürtel“ (Deutschland, 1917).

Hinter diesem merkwürdigen Filmtitel verbirgt sich der authentische Filmbericht einer Feindfahrt des U-Bootes „SM U 35“ zu einem entscheidenden Zeitpunkt des von der Kaiserlichen Marine geführten uneingeschränkten U-Boot-Krieges. SM U 35 stand unter dem Kommando von Kapitänleutnant Lothar von Arnauld de la Perrière, einem „As“ der U-Boot-Waffe, dessen Ruhm dem des „Roten Barons“, Manfred von Richthofen bei der deutschen Luftwaffe entsprach. Auf der einen Feindfahrt von März bis Mai 1917, über die der Film berichtet, versenkte de la Perrière mit SM U 35 23 alliierte Schiffe im Mittelmeer und im Ost-Atlantik. Die Aufnahmen dieses Films waren so erstaunlich, daß nach dem Krieg Fassungen des Films auf dem britischen, amerikanischen und französischen Markt herauskamen.

Am 18. Mai 1918 stellte Lothar von Arnauld de la Perière den U-Kreuzer SM U 139, der den Namen „Kapitänleutnant Schwieger“ erhielt, in Dienst. Mit diesem Boot machte er eine Fahrt, auf der fünf weitere Schiffe mit 7.008 BRT versenkt wurden.

Freikorps

Nach Kriegsende blieb Lothar von Arnauld de la Perière bei der Marine und führte vom 1. Februar 1919 bis zum Oktober 1920 das Sturm-Bataillon „von Arnauld de la Perière“ in der 3. Marinebrigade unter Wilfried von Loewenfeld beim Garde-Kavallerie-Schützen-Korps.

Reichsmarine

1922 wurde er zum Korvettenkapitän befördert. In den folgenden Jahren war er als Navigationsoffizier auf den Linienschiffen SMS „Hannover“ und SMS „Elsaß“ sowie als Admiralstabsoffizier beim Chef der Marinestation Nordsee (damals Vizeadmiral Bauer) tätig.

Von 1928 bis 1930 war er, inzwischen zum Fregattenkapitän befördert, Kommandant des Leichten Kreuzers „Emden“. Am 30. September 1931 trat er, im Range eines Kapitän zur See, in den vorzeitigen Ruhestand. Zwischen 1932 und 1938 unterrichtete er an der türkischen Marineakademie.

Zweiter Weltkrieg

Lothar von Arnauld de la Perière wurde bei Kriegsbeginn reaktiviert und war bis März 1940 Marinebevollmächtigter in Danzig. Nach einer kurzen Zeit als Marinebefehlshaber Belgien-Niederlande war er dann als Konteradmiral zur Verfügung/Verwendung (z. V.) bis Juni 1940 Marinebefehlshaber Bretagne und anschließend Marinebefehlshaber Westfrankreich.

Am 1. Februar 1941 erfolgte die Beförderung zum Vizeadmiral.

Tod

Auf dem Weg zur Übernahme des Kommandos als Admiral Südost starb Lothar von Arnauld de la Perière beim Absturz seines Flugzeuges bei Le Bourget nahe Paris. Er ruht auf dem Berliner Invalidenfriedhof in der Nähe von Werner Mölders und Ernst Udet.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Beförderungen

  • Eintritt in die Kaiserliche Marine (1. April 1903)
  • Fähnrich zur See (15. April 1904)
  • Leutnant zur See (28. September 1906)
  • Oberleutnant zur See (27. März 1909)
  • Kapitänleutnant (16. Dezember 1914)
  • Korvettenkapitän (1. April 1922)
  • Fregattenkapitän (1. November 1928)
  • Kapitän zur See (1. Oktober 1930)
  • Charakter als Konteradmiral (25. Januar 1937)
  • Charakter als Vizeadmiral (19. August 1939)
  • Konteradmiral a. D. (1. Juni 1940)
  • Vizeadmiral z. V. (1. Februar 1941)

Verfilmung

Die Gebrüder Lothar (links; zuletzt Vizeadmiral z. V.) und Friedrich von Arnauld de la Perière (späterer Marineflieger, zuletzt Generalleutnant), 1905

Literatur

Verweis