Strasser, Peter

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Fregattenkapitän Peter Strasser

Peter Strasser (Lebensrune.png 1. April 1876 in Hannover; Todesrune.png gefallen 5. August 1918 bei Wells-next-the-Sea) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, zuletzt Fregattenkapitän und „Führer der Luftschiffe“ (F.d.L.) und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“. In dieser Position war er für die Planung und den Einsatz der Marineluftschiffe im Ersten Weltkrieg zuständig, nahm aber auch persönlich an Feindfahrten gegen England teil.

Leben

Peter Strasser, dessen Vater Architekt war, wurde am 1. April 1876 in Hannover geboren. Er besuchte von 1883 bis 1885 das dortige Kaiser-Wilhelm-Gymnasium. Nachdem seine Familie unterdessen bereits 1883 nach Bruchsal gezogen war, absolvierte er dann dort sein Abitur im März 1894. Am 16. April 1894 (Crew 94) trat er als Kadett in die Kaiserliche Marine ein.

Nach dreijähriger Ausbildung, u. a. auf der SMS „Stein“ und der SMS „Moltke“ sowie an den Marine-Infanterieschulen in Kiel und Wilhelmshaven, wurde er am 25. Oktober 1897 zum Leutnant zur See ernannt. Einer längeren Ostasienreise auf dem „Panther“ schloß sich ein Kommando als Erster Artillerieoffizier auf den Linien- bzw. Kriegsschiffen SMS „Mecklenburg“ und später SMS „Westfalen“ an.

Erster Weltkrieg

Bei Kriegsausbruch war der Fregattenkapitän Strasser der „Führer der Luftschiffe“ (F.d.L.). Ihm unterstanden die beiden vorhandenen Marineluftschiffe „L3 und L4“. Ausgebildetes Personal war nur in geringer Anzahl vorhanden, daher setzte an diesem Punkt seine Tätigkeit ein. Mit drei von der Marine übernommenen Verkehrsluftschiffen wurden planmäßig Luftschiffbesatzungen ausgebildet und so die Grundlage für eine wirkliche Aktionsfähigkeit der Marineluftschiffe geschaffen.

„Er hat die Waffe rein durch seine persönliche Einwirkung auf den Stand der Angriffsfähigkeit gebracht.“Reinhard Scheer

Peter Strasser war der Organisator und die Seele der deutschen Marineluftschifffahrt. Rund 1150mal starteten deutsche Luftschiffe zu Aufklärungsfahrten, und an die 200mal sind sie zum Bombenangriff gegen den Feind gefahren. Alle Fäden dieser unglückbringenden Kriegsfahrten liefen in den Händen von Strasser zusammen.

Tod

Am 5. August 1918, auf Feindfahrt mit einem ganzen Luftschiffgeschwader, wurde die vorletzte deutsche Zeppelin im Ersten Weltkrieg abgeschossen (L 53 wurde am 11. August 1918 abgeschossen). Der Seeflieger der Royal Air Force, Hauptmann Robert Leckie, schoß es über der Nordsee ab. Alle 22 Besatzungsmitglieder fielen: 19 Luftschiffer, Wachoffizier Leutnant zur See Kurt Krüger, Kommandant Kapitänleutnant Johannes von Lossnitzer und F.d.L. Fregattenkapitän Peter Strasser. Insgesamt sind 379 Offiziere und Mannschaften der Luftschiffabteilung der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg vor dem Feind geblieben.[1]


Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.
Fregattenkapitän Peter Strasser III.jpg

Mit Marineluftschiff in den Tod

Vor 95 Jahren, am 5. August 1918, fuhren die Marineluftschiffe „L 53, L 56, L 63 und L 65 und L 70“ zu einem Geschwaderangriff auf England. Der Erste Weltkrieg befand sich in der Endphase. Die „L 70/ LZ 112“ war das neueste Luftschiff der Marine mit einer Länge von 211,50 Metern und wurde erst wenige Wochen zuvor am 1. Juli in den Dienst gestellt. Sein Gasinhalt betrug 62 000 Kubikmeter, bei einer Nutzlast von 44,5 Tonnen. Mit sieben Maybachmotoren von je 260 PS erreichte es eine Geschwindigkeit von 131 Kilometern in der Stunde. An Bord der L 70 befand sich Korvettenkapitän Peter Strasser, der Chef der Marineluftschiffabteilung, der den Geschwaderangriff leitete. Die Führung der „L 70“ hatte Kapitänleutnant von Lossnitzer. Das Ziel des Angriffes waren englische Munitionsfabriken.

Gegen Abend des 5. August erreichten die Luftschiffe die Küste Englands, an der eine unerwartet starke Abwehr einsetzte. Mehr als 30 englische Flugzeuge waren gestartet, um die deutschen Luftschiffe mit Brandmunition anzugreifen. „L 70“ fuhr in mehr als 5000 Metern Höhe, aber auch die neusten englischen Jagdmaschinen konnten diese Höhe erreichen. Von einer dieser neuen Flugzeugtypen „De Havilland“ bekam das Schiff einen Volltreffer, so dass die Brandgeschosse den Schiffskörper augenblicklich in Brand setzten. Lichterloh brennend drehte die „L 70“ auf das Meer hinaus, um schnell als glühendes Gerippe nahe der britischen Küste in den Wogen der Nordsee zu versinken. Es gab keine Überlebenden. Inmitten der tapferen Mannschaft des „L 70“ hatte der Führer der Luftschiffe Peter Strasser den Tod gefunden.

Die anderen Einheiten, die das brennende Luftschiff „L 70“ beobachtet hatten, warfen ihre Bomben ab und kehrten um. Im Kriegstagebuch des Marine-Luftschifftrupps Ahlhorn steht verzeichnet: „Nach F. T. -Meldung unserer Marineluftschiffe wurde ,L 70’ mit dem F.d.L. an Bord an der Ostküste Englands brennend zum Absturz gebracht.“

Quelle: Dirk Faß: Birtes MartyriumDHK-IZAN


Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Feldspange und Große Ordensschnalle von Peter Strasser

Literatur

  • Thor Goote: Peter Strasser – Der F.d.L., Führer der Luftschiffe, Frankfurt/Main 1938

Fußnoten