Breker, Arno

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Prof. Arno Breker, rechts Prof. Albert Speer (1940)

Arno Breker (Lebensrune.png 19. Juli 1900 in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal); Todesrune.png 13. Februar 1991 in Düsseldorf) war ein deutscher Bildhauer, Grafiker, Zeichner und Architekt. Der Großteil seines Werkes wurde bei Kriegsende 1945 in Berlin durch Bomben und absichtliche Zerstörung durch Soldaten der Siegermächte vernichtet. Das „Museum Arno Breker – Sammlung Europäische Kunst“ auf Schloß Nörvenich zeigt die größte öffentlich zugängliche Sammlung seines Schaffens.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Arno Breker in seinem Atelier (1939/40er Jahre)

Ausbildung

Das Erkennungszeichen der Metapedia zeigt einen Ausschnitt der Skulptur Jünglingsgestalt von Arno Breker.[1]

Arno Breker durchlief an der Düsseldorfer Akademie die klassische Schule im Sinne Hildebrands. Er ging 1927 nach Paris, lernte die großen Bildhauer Despiau und Maillol kennen. Maillol nannte später Breker den Michelangelo des 20. Jahrhunderts. In der idealen Überhöhung und Harmonisierung der Formen (sogenannte Apotheose) zur Ganzheit des Ausdrucks erreicht er die zeitlose Gültigkeit einer zwingenden plastischen Symbolik.

1933–1945

1933 folgten Studienaufenthalte in Rom, Florenz und Neapel. Die hier aufgenommenen Anregungen von der Skulptur der Antike und der Renaissance – insbesondere Michelangelos – beeinflußten nachhaltig Brekers mittlere, sogenannte „klassische Periode” zur Zeit des Nationalsozialismus.

1934 verließ Breker Frankreich und kehrte nach Deutschland zurück. Breker bekundete, das Drängen von Wilhelm Hausenstein, Grete Ring und Max Liebermann habe ihn bewogen, Paris zu verlassen, um sich in Berlin niederzulassen. Liebermann vermittelte Breker am neuen Wohnsitz das Atelier von August Gaul. Es entstand eine Büste von Liebermann, nach dessen Tod 1935 nahm Breker ihm die Totenmaske ab.

Löwenkopf von Breker im Braunschweiger Dom

Gegen den nach Ansicht der NSDAP zu frankreichorientierten Breker gab es zunächst Vorbehalte und so führte er in der ersten Zeit nach seiner Rückkehr vor allem Porträtaufträge von Industriellen, Militärs oder auch Künstlerkollegen aus. 1935 erhielt er zwar schon erste öffentliche Aufträge: die Hoheitszeichen am Berliner Finanzministerium, Steinreliefs am Gebäude der Nordstern-Lebensversicherung Berlin-Wilmersdorf, figürlicher Schmuck am Hauptportal der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, die Plastik „Der Flieger“ für das Hauptgebäude der Dresdner Luftkriegsschule, doch erst im Jahre 1936 begann sein rasanter Aufstieg zum prominentesten Bildhauer des Dritten Reiches. 1937 trat er der NSDAP bei.

Für die von 1936 bis 1938 durchgeführten Umbauten der Gruft von Heinrich dem Löwen im Braunschweiger Dom fertigte Breker ein Löwenkopf-Relief.

Sein Entwurf, den er anläßlich eines Wettbewerbs zur Gestaltung der Torpfeiler der Dietrich Eckart-Freilichtbühne auf dem Reichssportfeld einreichte, wurde aufgekauft. Im Anschluß daran erhielt er den Auftrag für zwei Monumentalfiguren für das „Haus des Deutschen Sports“ („Zehnkämpfer” und „Siegerin“), die insbesondere Hitlers Aufmerksamkeit erlangten. Für beide Figuren erhielt er bei der Olympischen Kunstausstellung in Berlin 1936 im Plastik-Wettbewerb die Silbermedaille des Internationalen Olympischen Komitees.

Mit den Olympischen Spielen 1936 war von offizieller Seite die stilistische Orientierung an der Antike beschlossen. Brekers Anlehnung an Plastiken der griechischen Antike kam diesen Bestrebungen entgegen. In Brekers Figuren sahen nicht nur Nationalsozialisten die ästhetischen Ideale der Rassenlehre, den „gesunden, arischen Menschentyp“, versinnbildlicht.

So wurde Brekers Ausdrucksform als „gestaltete Gesinnung, formgewordene Weltanschauung“, als richtungweisend für den „neuen deutschen Stil“ proklamiert und als Appell an die Arterhaltung verstanden. Rückblickend bezeichnete Breker selbst das Jahr 1936 als „Wendepunkt“ seiner Existenz. In der Folgezeit wurde er von der Regierung zum „bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart”, zum Vorkämpfer der nationalsozialistischen Revolution erhoben, schienen seine monumentalen Figuren doch hervorragend geeignet, den Kampf des „Neuen Reiches“ gegen die Verfallserscheinungen in der Kunst („Entartete Kunst“), als auch in der Gesellschaft visuell faßbar zu machen.

Breker gewann zunehmend Einfluß in kunstpolitischen Gremien. So war er Juror für die Abteilung Plastik der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung, die erstmals im Juli 1937 (dann jährlich bis 1944) im „Haus der Deutschen Kunst“ (München) stattfand. An der Seite des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Adolf Ziegler, nahm Breker die Auswahl der plastischen Werke vor. Breker selbst war auf der Ausstellung mit vier Plastiken vertreten. Bis Kriegsende konnte er zweiundvierzig seiner Werke auf dieser bedeutendsten Ausstellung nationalsozialistischer Kunst zeigen. So paßte Breker seinen eigenen Stil dem künstlerischen Ideal der staatlichen Führung an und förderte in seiner Eigenschaft als Juror diejenigen Künstler, die im Sinne des staatlichen Ideals arbeiteten.

Weitere öffentliche Aufträge folgten: für die Großplastik „Prometheus“ vor dem „Haus der Deutschen Kunst” (München), den „Ikarus“ für die Dresdner Luftkriegsschule, die „Rosseführer“ für die Bauten der Wehrmacht in Dessau, für die Stadt Hannover die „Löwen“ am Maschsee.

Im Jahre 1937 schuf Breker Skulpturen für den von Albert Speer konzipierten Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris. Arbeiten, die von Josef Stalin bewundert wurden, so daß er bei einem Besuch des Deutschen Pavillons den Wunsch äußerte, Breker zu engagieren – ein Angebot, das im Jahre 1946 wiederholt worden sein soll.

Weitere Staatsführer, die seine Arbeit in Anspruch nahmen, waren Benito Mussolini und Haile Selassie. Im selben Jahr wurde Breker Professor einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und heiratete die Griechin Demetra Messala. Ende 1937 erhielt er den Auftrag zu den beiden Monumentalfiguren „Partei“ und „Wehrmacht“ für den Ehrenhof der „Neuen Reichskanzlei“ (Einweihung am 9. Januar 1939). Gleichzeitig arbeitete er an fünf Figuren („Wager“, „Wäger“, „Anmut“, „Psyche“, „Eos“) und zwei Marmorreliefs („Genius“, „Sieger“) für den sogenannten „Runden Saal“ dieses Gebäudes.

Diese Aufträge bildeten den Beginn der engen persönlichen Zusammenarbeit zwischen dem Bildhauer und Albert Speer, dem am 30. Januar 1937 ernannten Generalbauinspektor/GBI für die Reichshauptstadt Berlin, der die „Neugestaltung Berlins zur Hauptstadt des Großgermanischen Reiches“ planen und durchführen sollte. Breker wurde die Aufgabe übertragen, die Neubauten mit seinen Plastiken zu schmücken. Gefördert wurde Brekers Aufstieg vermutlich von Wilhelm Kreis, Brekers ehemaligem Lehrer für Architektur an der Düsseldorfer Kunstakademie, mit dem Breker zeitlebens eine enge Freundschaft verband. Es entstanden Entwürfe Brekers für den „Brunnen am Runden Platz“, Reliefs für die geplante „Soldatenhalle“, für einen 240 Meter langen Relieffries an der geplanten Nord-Süd-Achse eine Reihe heroisierender Darstellungen mit den Titeln „Fackelträger“, „Opfer“, „Rächer“, „Wächter“, „Vergeltung“ und „Kameraden“, dann Reliefs für den „Großen Triumphbogen“ und den „Führerbau“.

Das Atelier in Berlin

Für diese große und dringliche Aufgabe wurde ihm in Berlin-Dahlem durch Hans Freese ein Großraumatelier eingerichtet. Zwischen 1939 und 1942 entstand das „Ateliergebäude am Käuzchensteig“, welches 1990 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Im Frühjahr 1938 wurde in Warschau und Krakau die Schau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ mit Breker, Georg Kolbe und Richard Scheibe ein großer Erfolg. 1940 erhielt Breker als erster bildender Künstler den „Mussolini-Preis“ der Biennale in Venedig. 1941 wurde Breker Vizepräsident der Reichskulturkammer der Bildenden Künste. Im Mai 1942 eröffnete die französische Regierung eine Arno-Breker-Einzelausstellung in der Orangerie des Tuileriengartens in Paris mit einem Staatsakt – in Anwesenheit von Abel Bonnard, Fernand de Brion, Jacques Benoist-Méchin und Georges Scapini. Weitere Einzelausstellungen während des Krieges fanden statt: 1943 im „Haus der rheinischen Heimat“ in Köln, dann von Juni bis September 1944 im Potsdamer Garnisonsmuseum Lustgarten – veranstaltet vom Generalbauinspektor/GBI für die Reichshauptstadt, Albert Speer und vom Gauleiter für die Mark Brandenburg, Oberpräsident Emil Stürtz.

Am 30. Juni 1940 – wenige Tage nach dem Waffenstillstand mit Frankreich – nahm Breker im Gefolge von Adolf Hitler, zusammen mit den Architekten Albert Speer und Hermann Giesler, an einer nur wenige Stunden dauernden Visite von Paris teil. Besichtigt wurden Pariser Oper, Champs Elysées, Trocadero, Eiffelturm, Invalidendom (Grabstätte Napoleons I), Pantheon und Sacré Coeur. 1940 erhielt Breker zu seinem vierzigsten Geburtstag das zur Gemeinde Eichwerder (in Wriezen) gehörende ehemalige Rittergut Jäckelsbruch von Hitler geschenkt, als Ausdruck der „dankbaren Anerkennung seiner schöpferischen Arbeit im Dienste der deutschen Kunst”. Die Schenkung umfaßte nicht nur das Schloß mit Park, sondern auch die gesamte Ausstattung des Hauses sowie ein vom Architekten Friedrich Tamms neu erbautes Atelier. In Wriezen/Oder selbst befand sich seit Mitte 1941 ein großes Werksgelände mit Gleisanschluß und Kanalhafen – die Steinbildhauerwerkstätten Arno Breker GmbH.

Bei den Steinbildhauerwerkstätten handelte es sich um eine Einrichtung der GBI, wodurch Speer die Möglichkeit erhielt, Aufträge ganz gleich welchen finanziellen Umfangs – ohne Genehmigungsverfahren – direkt an Breker zu vergeben. Aufgabe dieser Werkstätten war die Ausführung von Bildhauerarbeiten für die Neugestaltung Berlins sowie der Bauten auf dem Parteitagsgelände in Nürnberg. Die Werkstätten wurden in den folgenden Jahren kontinuierlich ausgebaut.

1944 erhielt Breker den Ruf an die damals Preußische Akademie der Künste als Vorsteher eines Meisterateliers und wurde in den Senat der Akademie aufgenommen. Ebenfalls 1944 wurde über Breker der Dokumentarfilm „Arno Breker – Harte Zeit, starke Kunst” gedreht. (Regie: Arnold Fanck, Hans Cürlis; Produktion: Riefenstahl-Film GmbH, Berlin). Angesichts dieser zahlreichen Aktivitäten wurde der Bildhauer auf die Sonderliste der unersetzlichen Künstler gesetzt.

Von den Monumentalplastiken wurden viele durch Kriegseinwirkung zerstört, andere Werke verschwanden in Depots oder befinden sich in privaten Sammlungen, einige seiner Werke stehen jedoch nach wie vor auf Sockeln in Museen, in Parks oder an Portalen und Plätzen, ohne auf den ersten Blick als Plastiken von Arno Breker erkannt zu werden.

Zahlreiche Bildbände und Fotopostkarten sind in dieser Zeit entstanden. Fotografiert wurden Brekers Werke von Charlotte Rohrbach.

Nachkriegszeit

Breker im Atelier (1980/90er Jahre)

Am Ende des Zweiten Weltkrieges floh Breker nach Wemding in Bayern. Was von seinen bis dahin geschaffenen Werken noch nicht dem Bombenterror der Alliierten zum Opfer gefallen war, wurde im Zuge der Bestrebungen, die „nationalsozialistische deutsche“ Kultur nachhaltig auszulöschen, systematisch zerstört. Manches ist als Diebesgut nach Ost und West verschwunden.

Bei der sogenannten Entnazifizierung wurde Breker als „Mitläufer“ eingestuft. 1950 kehrte Breker nach Düsseldorf zurück, wo er als Architekt arbeitete. In den Jahren 1954/55 fertigte Breker eine Büste des äthiopischen Kaisers Haile Selassie an. Er heiratete im Jahre 1958 Charlotte Kluge.

Wegen anhaltender Diskriminierungen gegen ihn in der BRD übersiedelte Breker wieder nach Paris, wo er erneut als Bildhauer und Grafiker arbeitete. Er schuf Skulpturen von bekannten Künstlern (u. a. Salvador Dalí und Ernst Fuchs), Politikern (u.a. Konrad Adenauer und Ludwig Erhard und Sportlern, u. a. einen „Olympia-Zyklus“. Mit lebensgroßen, ideal-athletischen Standfiguren nach Modellen deutscher Sportler (u. a. Ulrike Meyfarth und Kurt Bendlin) knüpfte Breker wieder an das inzwischen als „Nazi-Unkunst“ diffamierte Element der vollendeten Form an.

Von 1980 bis 1985 richtete die Familie des Kunsthändlers Bodenstein im Schloß Nörvenich (Landkreis Düren) ein „Museum Arno Breker – Sammlung Europäische Kunst“ ein. Es umfaßt die größte öffentlich zugängliche Sammlung von Werken des Bildhauers, Grafikers, Zeichners und Architekten.

Breker beteiligte sich an der Ausstellung „Paris 1937–47“, mußte seinen Beitrag jedoch wegen einer massiven Hetzkampagne totalitärer Kunstfeinde zurückziehen.

1983 wurde in den VSA die „Arno Breker Society International“ gegründet.

Mit dem Dichter Rolf Schilling schuf Breker das gemeinsame Buch „Tage der Götter“, das 1991, wenige Wochen vor seinem Tod, erschien. Wie der Verlag es ausdrückt, stellt der Gedicht- und Bildband das Vermächtnis des Bildhauers dar „und bezeugt, indem es die Brücke zwischen den Generationen schlägt, die Wiedergeburt der mythischen Weltsicht in der neueren deutschen Dichtung“.

Tod

Arno Breker starb am 13. Februar 1991 in Düsseldorf.

Ausstellung

Im Schleswig-Holstein-Haus von Schwerin wagte im Jahr 2006 zum ersten Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein Galerist, eine Einzelausstellung mit Werken Brekers zu veranstalten. Vom 22. Juli bis zum 22. Oktober wurden die expressiven frühen Plastiken ebenso wie die Entwürfe der 1930er und 1940er Jahre und Arbeiten zwischen 1945 und 1991 gezeigt. 35.500 Besucher dokumentierten das große Interesse der Öffentlichkeit an Brekers Kunstwerken.

Werke (Auswahl)

Zitate über Breker

Arno Breker Ernennungsurkunde
  • „Arno Breker ist der vitalste unter den Bildhauern der Zeit und die größte Zukunftshoffnung.“ — Jean Cocteau, 1928
  • „Breker eröffnet neue Dimensionen in der Darstellung des Menschen.“ — Charles Despiau, Weltausstellung Paris, 1937
  • „Breker ist der deutsche Michelangelo des XX. Jahrhunderts.“ — Aristide Maillol, 1942[2]
  • „Arno Breker ist der wahre Prophet des Schönen.“ — Ernst Fuchs, 1972
  • „Gott ist die Schönheit und Arno Breker sein Prophet.“ — Salvador Dali, 1975
  • „Breker ist ein Leuchtturm in der Kunst, der weit in das neue Jahrtausend strahlt.“ — Roger Peyrefitte, 1980

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Siehe auch

Buchveröffentlichung

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. http://www.revilo-oliver.com/Kevin-Strom-personal/Art/Junlingsgestalt.html
  2. Die Bezeichnung Brekers als „Michelangelo des 20. Jahrhunderts“ wird auch Salvador Dali zugeschrieben, so Marcello La Speranza: Brisante Architektur: Hinterlassenschaften der NS-Zeit: Parteibauten, Bunker, Weihestätten, 2015, S. 224 Vorsicht! Enthält politisch korrekte Verengungen und Versimpelungen im Sinne der Umerziehung!
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 7, 17. Februar 1939
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