Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

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Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei


1919-1945
Leiter Anton Drexler
Adolf Hitler

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war von 1933 bis 1945 die allein herrschende Partei im Deutschen Reich und Körperschaft des öffentlichen Rechts. Als einzige politische Organisation des deutschen Volkes, mit allen Rechten und Pflichten, war sie der Willensträger und ausschließliche Trägerin der politischen Willensbildung. Das Dritte Reich verband die NSDAP und Staat zu einer Einheit und der Führerstaat wurde geschaffen. Die NSDAP wurde 1945 mit allen ihren Untergliederungen durch die Siegermächte als "verbrecherische Organisation" verboten und aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

[bearbeiten] Entstehung und Entwicklung (1919 bis 1933)

Das Gründungsprotokoll der NSDAP vom 21.08.1925 mit der Unterschrift Adolf Hitlers
Das Gründungsprotokoll der NSDAP vom 21.08.1925 mit der Unterschrift Adolf Hitlers
Plakat der NSDAP 1920
Plakat der NSDAP 1920
Plakat zum Reichsparteitag 1927
Plakat zum Reichsparteitag 1927

Der am 5. Januar 1919 in München von dem Schriftsteller Harrer gegründeten Deutschen Arbeiterpartei schloß sich Adolf Hitler als 7. Mitglied an. Erst durch ihn wurde sie aus völliger Bedeutungslosigkeit zu einer machtvollen Bewegung entwickelt. Hitler übernahm den Vorsitz förmlich erst am 29. Juli 1921, doch trat er schon am 24. Februar 1920 zum erstenmal in einer Massenversammlung im Festsaal des Hofbräuhauses in München vor breiter Öffentlichkeit und entwickelte dort die Ziele der nunmehr NSDAP genannten Bewegung (25-Punkte-Programm). Zunächst wurde München zu einem starken Stützpunkt ausgebaut; nur langsam fasste die NSDAP in ganz Bayern Fuß, dann auch in Mittel- und Norddeutschland.

Am 8./9. März 1923 übernahm Hitler als Führer des Deutschen Kampfbundes, der außer der NSDAP die Bünde Oberland und Reichskriegsflagge vereinigte, zusammen mit General Ludendorff in München einen Umsturzversuch. Die Erhebung mißglückte, 16 Nationalsozialisten starben und die Partei wurde verboten, das gesamte Parteivermögen konfisziert, die Geschäftsstelle in München geschlossen und Hitler zu Festungshaft verurteilt, was die NSDAP veranlasste, für die Reichstagswahlen 1924 Wahlbündnisse mit der Deutschvölkischen Freiheitspartei einzugehen.

Nach seiner Entlassung aus der Festungshaft im Dezember 1924 löste Adolf Hitler die NSDAP aus dem Bündnis und begann mit der Reorganisation zu einer Führerpartei mit dem Ziel einer legalen Machtübernahme. Nach dem vorübergehenden Verbot der NSDAP kam es im Februar 1925 zu ihrer Neugründung, aus deren Anlaß Adolf Hitler im Bürgerbräukeller eine legendäre Rede hielt. Am 21. August 1925 kam es danach auch zur Gründung des Trägervereins der NSDAP. In der Zeit bis zu den Reichstagswahlen 1928 war die NSDAP nur eine von mehreren antisemitisch-völkischen Parteien, zeigte aber spätestens bei der Reichstagswahl ihre herausragende Stellung innerhalb dieses politischen Spektrums. 1929 erlangte die Partei durch gemeinsame Agitation mit der DNVP und dem Stahlhelm im Rahmen der Kampagne gegen den Young-Plan reichsweite Aufmerksamkeit. Die vielgelesenen Zeitungen des deutschnationalen Großverlegers Alfred Hugenbergmachten die NSDAP und besonders Adolf Hitler überall im Reich bekannt, obwohl die Kampagne selbst im Dezember 1929 mit nur 15% Zustimmung scheiterte. Finanziert wurden diese und die folgenden Agitationen und Wahlkämpfe weniger durch Spenden aus Hochfinanz und Großindustrie, die vom „Sozialismus“ im Parteinamen abgeschreckt wurde und lieber DVP und DNVP unterstützten (einzelne nationalsozialistische Schwerindustrielle wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf waren eine Ausnahme).

Bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP mit lediglich 18,3% der abgegebenen Stimmen zweitstärkste Partei hinter der SPD. Bereits im Januar 1930 trat die NSDAP in Thüringen (siehe: Baum-Frick-Regierung) und im weiteren Verlauf des Jahres dann in Braunschweig in Koalitionsregierungen ein - allerdings ohne großen Erfolg. Trotz der Regierungsbeteiligungen wurde sie weiterhin als Opposition gegen das System der Weinmarer Republik wahrgenommen. Die Forderungen der noch vom nostalgisch verklärten Kaiserreich geprägten Eliten in der Wirtschaft (Forderungen nach Abbau des Sozialstaates durch den Reichsverband der Deutschen Industrie), im Militär (Forderung nach Wiederaufrüstung und erneutem Bedeutungsgewinn) sowie in der Beamten- und Richterschaft (Absicherung ihrer Position in einem starken nationalen und autoritären Staat) liefen auf die Beseitigung des „Gewerkschaftsstaates“ und damit letztlich der demokratischen Weimarer Republik hinaus. Im Oktober 1931 verbanden sich auf Drängen Hitlers und Alfred Hugenbergs die NSDAP und die DNVP mit anderen nationalistischen Verbänden zur Harzburger Front als Gegner der Weimarer Republik. 1932 schaffte Hindenburg seine Wiederwahl zum Reichspräsidenten erst im zweiten Wahlgang gegenüber Hitler, bei den Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg und anderen Reichsländern erzielte die Partei deutliche Erfolge und wurde bei den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932 auch stärkste Partei im Reichstag. Zwar durchlief die Partei 1932 eine schwere Krise, welche in den Misserfolgen bei der Reichstagswahl am sechsten November gipfelte, doch konnte sie sich wieder erholen. Die Trendumkehr gelang bei der Landtagswahl im Januar 1933 in Lippe: 1933 zählte die NSDAP schon 850.000 Mitglieder. Die Wahlerfolge ist auf die erfolgreiche Mobilisierung von Nichtwählern zurückzuführen, welche den bis dahin regierenden Parteien nicht mehr zutrauten, die Weltwirtschaftskrise zu überwinden.

Reichspräsident Hindenburg hegte eine tiefe persönliche Abneigung gegen den „böhmischen Gefreiten” Hitler, der außerdem nicht bereit war, sich mit weniger als der Reichskanzlerschaft zufrieden zu geben. Er übergab die Macht zunächst nacheinander an von Papen und von Schleicher, die Präsidialkabinette bildeten. Der zunehmende Druck aus

Reichstagswahl vom 5. März 1933
Reichstagswahl vom 5. März 1933

Industrie- und Militärkreisen, vor allen Dingen aber aus den Kreisen der Landwirtschaft (Reichslandbund) sowie die rasante Destabilisierung der Weimarer Republik veranlassten ihn dennoch, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen und ihn mit der Bildung einer Koalitionsregierung aus DNVP und NSDAP zu beauftragen. Am 30. Januar 1933 führte dies zur formal legalen Machtübergabe.

Am 1. Mai 1933 wurde eine Mitgliedersperre verfügt, die bis zum 30. April 1937 währte.

Bei den neuen Reichstagswahlen am 5. März erhielt die NSDAP 288 Sitze, und in rascher Folge kam nun die nationalsozialistische Revolution überall im Deutschen Reich zum Durchbruch und zum vollen Sieg. Die NSDAP selber wurde am 1. Dezember 1933 durch Gesetz zur alleinigen politsichen Organisation des deutschen Volkes erklärt und war Teil Körperschaft des öffentlichen Rechts mit eigener Gerichtsbarkeit über ihre Mitglieder.

[bearbeiten] Das "Dritte Reich" (1933 bis 1939)

[bearbeiten] NSDAP im Krieg (1939 bis 1945)

[bearbeiten] Aufbau der Partei

Die Reichsgaue der Partei
Die Reichsgaue der Partei

An der Spitze der Bewegung steht der Führer; er wurde vertreten durch Rudolf Heß als Stellvertreter des Führers (ernannt am 27.April 1933). Der Führer, der Stellvertreter des Führers und die 18 Reichsleiter bildeten die Reichsleitung der NSDAP, die ihren Sitz in München hat.

Unter der Reichsleitung gliederte sich die NSDAP in Gaue, Kreise, Ortsgruppen (Stützpunkte), Zellen und Blocks. An der Spitze dieser Hoheitsgebiete stehen die Hoheitsträger bzw. die politischen Leiter.

Die Schulungsarbeit der NSDAP durch Führerschulen und Schulungslager war weitverzweigt; von besonderer Bedeutung waren die Ordensburgen. Das Hauptartikelblatt war der "Völkische Beobachter" aus dem Zentraverlag der NSDAP. Die Reichspropagandaleitung der NSDAP gab die "Parole der Woche", eine Wandzeitung zur Volksaufklärung heraus.

Das Symbol und Abzeichen der Partei bildete das Hakenkreuz.

[bearbeiten] Vorsitzende

  • Anton Drexler (24. Februar 1920 bis 29. Juli 1921) danach Ehrenvorsitzender
  • Adolf Hitler (29. Juli 1921 bis 30. April 1945)

[bearbeiten] Gliederungen der NSDAP

Der Partei waren folgende Organisationen angegliedert:

Einige Organisationen hatten aber eine eigene Rechtspersönlichkeit und eigenes Vermögen. Sie waren auch der Partei angeschlossen, wie zum Beispiel:

[bearbeiten] Reichsparteitage

siehe: Reichsparteitag

[bearbeiten] Auszeichnungen der NSDAP

Im Auszeichnungssystem des Dritten Reiches gab es folgende Auszeichnungen, die ausschließlich von der NSDAP verliehen wurden:

[bearbeiten] Mitglieder

[bearbeiten] Mitgliedszahlen

1938 wurden folgende Angaben zur Entwicklung der Mitgliederzahl zwischen 1919 und 1933 gemacht:[1]

Datum Mitglieder
Ende 1919 64
Ende 1920 3.000
Ende 1921 6.000
23. November 1923 55.787
Ende 1925 27.117
Ende 1926 49.523
Ende 1927 72.590
Ende 1928 108.717
Ende 1929 176.426
Ende 1930 389.000
Ende 1931 806.294
April 1932 1.000.000
Ende 1932 1.200.000
Ende 1933 3.900.000

Die NSDAP hatte zur Zeit der Revolution 849.009 Mitglieder (parteieigene Statistik), bis 1945 wuchs diese Zahl auf 7,5 Millionen an. Anfangs (und immer wieder) wurde versucht, die „Märzgefallenen“ (Opportunisten die sich nach der Machtübernahme, insbesondere nach dem Wahlsieg im März 1933 zur NSDAP bekannten) von der Partei fernzuhalten. Dazu wurde 1933 eine umfassende Aufnahmesperre verhängt (siehe Hauptartikel Aufnahmesperre der NSDAP).

[bearbeiten] Führende Parteimitglieder

  • Adolf Hitler (1889–1945) – seit 1921 Vorsitzender der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und seit 1934 „Führer und Reichskanzler“
  • Heinrich Himmler (1900–1945) – „Reichsführer“ SS ab 1929
  • Joseph Goebbels (1897–1945) – seit 1933 „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“, im April/Mai 1945 für zwei Tage Reichskanzler
  • Rudolf Heß (1894–1987) – von 1933 bis 1941 „Stellvertreter des Führers“ (in der Partei)
  • Hermann Göring (1893–1946) – preußischer Ministerpräsident und preußischer Innenminister, Reichsluftfahrtminister, Reichsforst- und Reichsjägermeister, Reichsmarschall
  • Joachim von Ribbentrop (1893–1946) – von 1938 bis 1945 deutscher Außenminister
  • Martin Bormann (1900–1945) – Leiter der Parteikanzlei der NSDAP mit den Befugnissen eines Reichsministers
  • Wilhelm Frick (1877–1946) – Reichsminister des Innern
  • Baldur von Schirach (1907–1974) – Reichsjugendführer der NSDAP
  • Hans Frank (1900–1946) – ab Oktober 1939 Leiter des „Generalgouvernements
  • Ernst Röhm (1887–1934) – langjähriger Leiter der SA, ermordet im Röhm-Putsch

[bearbeiten] Weitere Mitglieder

[bearbeiten] Entnazifizierung

Nach dem Krieg wurde in den einzelnen Besatzungszonen eine rigorose "Entnazifizierung" durchgeführt. Je nach Zone geschah dies unterschiedlich:

Die Sowjetunion ging zunächst sehr radikal vor und ehemaligen NSDAP-Mitgliedern wurde verboten, öffentliche Ämter wahrzunehmen. Offiziell behielt auch die DDR diesen Kurs bei. Untersuchungen nach dem Ende der DDR zeigen jedoch, dass in der SED ein erheblicher Teil der Kader von der NSDAP übernommen worden war. Zeitweise betrug ihr Anteil rund 10 Prozent, bezogen auf alle NS-Organisationen rund 25 Prozent. Aufgrund der Überalterung der Funktionärs-Strukturen fanden sich im Jahr 1989 immer noch zahlreiche Ex-Nationalsozialisten als Funktionäre in der SED. Diese Informationen durften in der DDR jedoch nicht publiziert werden. Die DDR-Führung benutzte die NS-Verstrickungen zur Erpressung von Parteimitgliedern der SED und anderer Bürger. Zudem wurde in der DDR, um die alten Anhänger des Nationalsozialismus einzubinden, die Blockpartei Nationaldemokratische Partei Deutschlands gegründet.

In den westlichen Besatzungszonen war das Vorgehen zunächst recht gründlich. Als allerdings der Kalte Krieg ernsthaft begann, geriet die Entnazifizierung aus dem Blickfeld. Viele verurteilte Kriegsverbrecher wurden begnadigt. Der angebliche mangelnde kritische Umgang mit der NS-Vergangenheit in der BRD war einer der Gründe für die deutsche Studentenbewegung der 60er Jahre.

Es folgen einige Politiker oder Wirtschaftsführer, die nach dem Krieg trotz ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP in höhere Positionen gelangten oder anderweitig Bekanntheit erlangten. Sie hatten in der Regel keine herausgehobene Rolle in der NSDAP gespielt.

Im Zuge der "Entnazifizierung" fanden vom 20. November 1945 bis zum 14. April 1949 mehrere Prozesse gegen ehemalige Persönlichkeiten im Nationalsozialismus statt, die sogenannten Nürnberger Prozesse.

[bearbeiten] Siehe auch

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Schriften

[bearbeiten] Audio

[bearbeiten] Literatur

  • "Berlin 1920-1936: Historischer Führer zu den Stätten der Kampfzeit der NSDAP in der Reichshauptstadt", Winkelried-Verlag, ISBN 978-3-938392-09-6

[bearbeiten] Einzelbelege

  1. ^ "Schlag nach!"; Bibliographisches Institut Leipzig, 1. Auflage, 1938.
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