Mauer von Mussert

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Die Mauer von Mussert im Jahre 2015, mit den drei Ebenen im Gelände

Die Mauer von Mussert (ndl: Muur van Mussert) war Teil des Nationalheims (ndl: Nationaal Tehuis), das sich die niederländischen Nationalsozialisten in den 1930er Jahren auf dem Goldenen Berg in Luntern am Rande des Naturgebietes Die Veluwe errichten wollten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mitte der 1930er Jahren kaufte der Parteivorstand eine private Heidefläche eines Parteigenossen auf dem Goldenen Berg (ndl: Goudsberg). Hier soll sich vor Beginn der Zeitrechnung eine germanische Kultstätte befunden haben. Im Mittelalter diente der Berg als Gerichtsstätte. Zudem stellte der Berg den geographischen Mittelpunkt der Niederlande dar. Neben einigen Gebäuden, die Treffen der unterschiedenen Ebenen der Parteihierarchie ermöglichen sollten, wurde eine Mauer am Südrand des nunmehr mit Gras bewachsenen Geländes gebaut, um die einem Thingplatz ähnelnde Fläche kulissenartig abzuschließen.

Anders als bei den Reichsparteitagen in Nürnberg sollten keine militärisch anmutenden Aufzüge auf dem Gelände stattfinden, die von der NSB angestrebte niederdeutsche Variante sah eher eine Volksversammlung vor, die dann in den Jahren 1936 bis 1940 jeweils am Zweiten Pfingsttage an diesem Ort abgehalten wurde.

Ob die Wahl dieses in niederländischen reformierten Kreisen jeweils als Tag des Glaubensbekenntnisses bekannten Festtages aus dessen religiöser Nutzung hervorging, wurde bisher nicht erforscht. Unter den jeweils 25.000 bis 75.000 Besuchern der auf Niederdeutsch als Hagespraken bezeichneten Parteitage befanden sich mehrere Tausend reformierter Denomination. Unter anderem der Bauernleiter des NSB, der im Jahre 1974 ebenfalls in Luntern begrabene Evert Roskam, gehörte dieser orthodoxen Glaubensrichtung an, die nicht nur in den Dörfern der Veluwe ihre Anhänger hatte.

Die Hagesprachen

Jahr Tag der Hagesprache Jeweilige zweite Hagesprache
1936 Montag, 1. Juni
1937 Montag, 17. Mai Sonnabend, 9. Oktober
1938 Montag, 6. Juni
1939 Montag, 29. Mai
1940 Sonnabend, 22. Juni

Die am Pfinstmontag des Jahres 1940 vorgesehene Hagesprache konnte wegen der Sicherung der Niederlande von seiten reichsdeutscher Truppen im Rahmen des gerade stattfindenden Westfeldzuges nicht abgehalten werden. Der Parteiführer Anton Mussert konnte rechtzeitig in der Nähe von Hilversum abtauchen. Tausende Parteimitglieder wurden aber in niederländischen Konzentrationslagern eingesperrt, einige von ihnen kamen dabei ums Leben. Die Hagesprache des 22. Junis sollte daher im Zeichen der Sühne stehen, die Toten der niederländischen Bewegung sollten nicht gerächt werden, vielmehr sollten ihre Opfer dazu dienen, die Einheit des Volkes unter neuer Führung zu bestimmen. Anläßlich der Sicherung des Landes hielt Anton Mussert an diesem Tage seine bekannteste Rede.

„Achtet Ihr Euch im Kriege mit Deutschland? (Antwort des Volkes:) Nein! Achtet Ihr Euch befreundet mit England? (Wiederholte Antwort:) Nein!“ — Anton Mussert, Hagesprache vom 22. Juni 1940

Juden auf dem Goldenen Berge

Erst im Jahre 1936 wandt sich der NSB-Parteiführer Mussert nach einem Besuch beim reichsdeutschen Führer Adolf Hitler dem Nationalsozialismus zu. Zuvor hatte er vornehmlich den italienischen Faschistenführer Mussolini bewundert. Ab 1936 wurde Juden der Zutritt zur Nationalsozialistischen Bewegung in den Niederlanden verweigert. Juden, die bereits Mitglied der Bewegung waren, wurden nicht ausgegrenzt, sondern konnten sich nach wie vor an allen Aktivitäten beteiligen. Ein bekanntes halbjüdisches Parteimitglied war Max Blokzijl, der für die Rundfunksendungen der Partei zuständig war. Für die Ausgrenzung aller Juden aus der Partei waren unter anderem Herman van Houten, der Johannes Hendrik Feldmeijer in die Partei brachte, und der Hilversumer Pfarrer Gerrit van Duyl, der selber im Herbst 1937 von Mussert aus den Reihen der Partei entfernt wurde, da er die Person des Parteiführers hatte ausschalten wollen.

Anzunehmen ist, daß sich unter den Tausenden Besuchern der Hagesprachen mehrere Hundert Juden befanden. Im Laufe der Zeit traten Mitglieder, wie Fräulein Florentine Heubel, die einen „reineren“ Nationalsozialismus nach reichsdeutschem Vorbild befürworteten, aus der NSB aus. Feldmeijer nahm noch 1937 an den beiden Hagesprachen teil und trat dabei im Sommer auf dem Gelände als Redner in Erscheinung. Im September 1940 wurde er Voorman der Niederländischen SS. Bei einer Weiterführung der Hagesprachen nach Mai 1940 hätte diese Staffel wohl keine Rolle zum Tragen bekommen, die Wehrabteilung der NSB wäre für den ordnungsgemäßen Verlauf der alljährlichen Veranstaltung eingesetzt worden. Anton Mussert sah einerseits den Führer Adolf Hitler als „von Gott gegebener germanischer Führer Europas“, haßte andererseits die SS und ihren Führer Heinrich Himmler, den er „einen Teufel“ nannte. Im Gegensatz zu der großgermanischen Gesinnung der Niederländischen SS, soll die Ausrichtung der Besucher der Parteitage auf dem Goldenen Berge eher Großniederländisch oder Großdietsch gewesen sein. Dies geht zum Beispiel aus der Dichtung Hagespraak aus dem Jahre 1937 hervor. Als Großdeutsch, im Sinne einer Rückkehr (→ Heim ins Reich) der Niederlande ins Deutsche Reich, war weder die NSB noch die Niederländische SS einzustufen.

Inwieweit die jüdischen Teilnehmer an den Hagesprachen mit dem Parteiführer persönlich bekannt waren, wurde nicht erforscht. Das jüdische Ehepaar Spiering, mit dem Mussert persönlich befreundet war, soll an den Veranstaltungen, die nur für Parteimitglieder (ndt.: kameraden en kameraadskes) gedacht waren, nicht beteiligt gewesen sein. Aus dessen späterer Überstellung in ein reichsdeutsches Lager – Anton Mussert hatte sich vergeblich darum bemüht, seine Bekannten in den Niederlanden bzw. in der geldernschen Stadt Dutinchem verbleiben zu lassen – geht ausreichend hervor, daß die beiden Eheleute der NSB nicht zugehörten. Weitere Bekannte bzw. Verwandte von Mussert haben die niederdeutschen Parteitage ebenfalls nicht besucht, war doch seine Frau Rie Mussert keine Parteiangehörige, da Anton Mussert sie aus Fürsorglichkeit von seinen politischen Tätigkeiten fernhalten wollte, und war sein Bruder Jo Mussert, Offizier im niederländischen Heer, mit seiner faschistischen, später nationalsozialistischen Gesinnung nicht einverstanden.

Ende der Hagesprachen

Das Abhalten der Hagesprachen wurden ab dem Jahre 1941 von seiten der reichsdeutschen Verwaltung in den niederländischen Gebieten untersagt, da ein alliierter Luftangriff auf die Großversammlung befürchtet wurde.

Die Mauer von Mussert zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Im Jahre 2004 versuchten örtliche und regionale Heimatvereine, die Mauer unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Ihr Unterfangen scheiterte wegen der Haltung des CIDI, des Zentrums für Information und Dokumentation Israel in den Niederlanden. Zehn Jahre später wurde erneut eine Anfrage eingereicht, die Mauer war zu dieser Zeit bereits zerfallen und mit Dickicht überwachsen. Leiter des CIDI war dann der jüdische Homosexuelle Onno Hus. Die wenigen Mitglieder der Nationalen Bewegung in den Niederlanden besuchten die Mauer nur selten, eher unauffällig, unter Verzicht auf szenetypische Bekleidung und ideologisch geprägte Äußerungen. Aus dem Vorgehen des Berliner Pfarrers Jürgen Quandt mit dem Grab Horst Wessels im Jahre 2013 war ihnen deutlich geworden, wie ein öffentliches Gedenken das Anliegen ihrer Bewegung nur schaden würde.

Bildergalerie

Filmbeiträge

Profilti Den Haag
1940:

„Die Hagesprache der NSB in Luntern“

Siehe auch

Verweise

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