Dugin, Alexander

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Alexander Dugin

Alexander Geljewitsch Dugin (Lebensrune.png 7. Januar 1962 in Moskau) ist ein russischer Politikwissenschaftler, Geheimdienstkenner und Publizist. Er vertritt Positionen, die als patriotisch und traditionalistisch sowie als anti-modernistisch und auch dezidiert anti-rassistisch angesehen werden können. Des weiteren wirbt er für die geopolitische Idee des Eurasismus. Sein Traditionalismus ist christlich-orthodox, als Propagandist eines Vielvölkerstaats besteht Dugin aber auf der Feststellung, daß andere – den bereits im Großreich vereinnahmten Völkern zugehörigen – Religionen ein unbezweifelbares Existenzrecht hätten.

Die aus westeuropäischer Sicht sprunghaften und paradoxen Positionsbestimmungen Dugins erwachsen mutmaßlich einer sozialistischen Strategie der Einvernahme. Religiös fußen Dugins weitere Anschauungen – die in Wahrheit wenig verbunden sind mit seinem Bekenntnis zum orthodoxen Christentum und zur russischen Kirche – auf einer klassischen Variante antik-gnostischen Denkens: Dabei spielen die Grundmotive der „verworfenen“, verderblich-bösen Materie und der Wille zur schöpferischen Zerstörung eine zentrale Rolle.

Wirken

Dugin war 1994 Mitbegründer der „Nationalbolschewistischen Partei Rußlands“ und 2002 der „Eurasischen Partei“. Er soll als Gelehrter und als Berater über Zugang zu höchsten politischen Kreisen in Rußland verfügen.

Dugin lehrte als Professor Internationale Beziehungen an der Soziologischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität. Zum 1. September 2014 wurde ihm dort gekündigt. Dugin war zuvor in einem Gespräch, das die Ukraine-Krise thematisierte, gleichsam „durchgedreht“ und hatte zum Vergelten und Töten aufgerufen, um die Opfer des Massakers von Odessa zu sühnen, die durch ukrainische Extremisten am 2. Mai 2014 in einem Gewerkschaftshaus zu Tode gekommen waren.[1] Die Empörung über die filmisch genau dokumentierten, schwerwiegenden Gewaltvorgänge ist in der Bevölkerung der Russischen Föderation allerdings nicht geringer als die Empörung Dugins.

Rezeption

Im März 2014 kam es in verschiedenen Weltnetztagebüchern, sowohl deutsch-[2][3] als auch englischsprachigen, zu kontroversen Diskussionen, wie Dugins Vorstellungen zu werten seien, weil Dugin einerseits einen authentischen Traditionalismus fordert, andererseits aber Forderungen national-orientierter Europäer und Nordamerikaner ablehnt, die sich gegen Einwanderer und Mohammedaner richten, die er als Verbündete gegen die liberale globalistische Ordnung betrachtet.

Dugin wird etwa von Renegade Tribune für seine okkulten Hintergründe und seinen Bolschewismus kritisiert.[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Zitate

von Dugin
  • „Ich kann das Konzept der Nation nicht verteidigen, weil die Idee der ‚Nation‘ ein bourgeoises Konzept ist, das als Teil der Moderne ausgeheckt wurde, um traditionelle Gesellschaften (Reiche) und Religionen zu zerstören und sie durch künstliche Pseudogemeinschaften zu ersetzen, die auf dem Konzept des Individualismus beruhen. All das ist falsch. Das Konzept der Nation wird nun durch dieselben Kräfte zerstört, die es damals während des ersten Stadiums der Moderne schufen. Die Nationen haben bereits ihre Mission der Zerstörung jeder organischen und spirituellen Identität erfüllt, und nun liquidieren die Kapitalisten das Instrument, das sie dazu benutzten, zugunsten der direkten Globalisierung. Wir müssen den Kapitalismus als den absoluten Feind angreifen, der für die Schaffung der Nation als Scheinbild der traditionellen Gesellschaft verantwortlich war, und der auch für ihre Zerstörung verantwortlich war. Die Gründe hinter der gegenwärtigen Katastrophe liegen tief in der ideologischen und philosophischen Grundlage der modernen Welt. Am Anfang war die Moderne weiß und national; am Ende ist sie global geworden. Daher müssen weiße Nationalisten sich entscheiden, in welchem Lager sie sein wollen: in dem der Tradition, die ihre eigene indoeuropäische Tradition beinhaltet, oder in jenem der Moderne. Atlantizismus, Liberalismus und Individualismus sind alles Formen des absoluten Bösen für die indoeuropäische Identität, nachdem sie mit ihr unvereinbar sind.“ — Alexander Dugin[5]
über Dugin
  • „Indem Dugin in seiner Philosophie ethische Normen auflöst, verhilft er denjenigen zu einem guten Gewissen, die sich an keinem ethischen System mehr orientieren können. Um dieses Ziel zu erreichen, spürt Dugin die innere Logik jenes Prozesses auf, der von der Moderne über die Postmoderne zu einer Wiederkehr der Prämoderne führt, wobei die zivile Ethik zerstört wird. Indem Dugin etwa die Menschengruppen, die er beeinflussen will, wie Zielgruppen aus der Werbung behandelt, spricht er sie in einem Bereich an, der der demokratischen Kontrolle entzogen ist. Der demokratische Politiker rechnet im allgemeinen mit Gruppen, die bewußt ihre Konflikte austragen und daher offen gegeneinander Stellung beziehen. Der Werbestratege dagegen rechnet mit Gruppen, die nebeneinander leben und um sich selbst kreisen, ohne sich um das zu kümmern, was in den anderen Gruppen vor sich geht. So können die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen befriedigt werden, ohne daß es sie stören muß, was mit den anderen geschieht.“Vladimir Ivanov[6]

Siehe auch

Literatur

  • Vladimir Ivanov: Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke. Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungern der russischen Neuen Rechten. Mit einem Vorwort von Andreas Umland, ibidem-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-804-7

Verweise

Fußnoten

  1. National-Zeitung, 8. August 2014, S. 5
  2. Ernstfall.org: Alexander Dugin: „Offensiver Traditionalismus“ Verweis defekt, gelöscht oder zensiert!
  3. Alexander Dugin über „weißen Nationalismus“ und andere potentielle Verbündete in der globalen Revolution, As der Schwerter, 20. März 2014
  4. Sinead McCarthy: Chaos Magick and The Discordian Origins of the Alt Right, Renegade Vids, 5. Februar 2017 Verweis defekt, gelöscht oder zensiert!
  5. Alexander Dugin über „weißen Nationalismus“ und andere potentielle Verbündete in der globalen Revolution (noch gegen Beginn der sehr langen Kompilation), Kompilation und Übersetzung (durch John Morgan) von Texten Dugins auf seiner Facebook-Seite 2013, in: As der Schwerter, 20. März 2014
  6. Vladimir Ivanov: Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke. Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungern der russischen Neuen Rechten. Mit einem Vorwort von Andreas Umland, ibidem-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-804-7, S. 46