Dugin, Alexander

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Alexander Dugin

Alexander Geljewitsch Dugin (Lebensrune.png 7. Januar 1962 in Moskau) ist ein russischer Politikwissenschaftler, Geheimdienstkenner und Publizist, den manche als den Chefideologen des Eurasismus betrachten. Er vertritt Positionen, die als patriotisch und traditionalistisch sowie als anti-modernistisch und auch ausgesprochen anti-rassistisch (im Sinne von „anti-weiß“) angesehen werden können. Als Propagandist für einen Vielvölkerstaat stellt sich Dugin gegen den Nationalismus (mit Ausnahme des russischen Nationalismus) und befürwortet Multikulturalismus.

Wirken

Dugin war 1994 Mitbegründer der „Nationalbolschewistischen Partei Rußlands“, und im April 2001 gründete er die pan-russische politisch-soziale Bewegung „Eurasia“. Zu ihren Führern gehören der Oberste Mufti Russlands, Talgat Tadschudin, sowie buddhistische und jüdische Funktionäre (einschließlich des chassidischen Rabbiners und Zionisten Avraam Shmulevich, Führer der Bead-Arzeynu-Bewegung[1]). Der Eurasismus ist ein altes politisches Programm von Ben Gurion[2]. Dugin selbst erklärte, daß er für seinen Traditionalismus von einem jüdischen Vorbild (Gershom Scholem) inspiriert wurde. In den gleichen Jahren lernte er den russischen Milliardär Konstantin Malofeev kennen, einen Unternehmer und Politiker, der Putin nahe steht, sowie den Besitzer der pan-russischen Medien Tsargrad, was Dugin öffentliche Sichtbarkeit in ganz Rußland verschafft[3].

Dugin lehrte als Professor Internationale Beziehungen an der Soziologischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität. Zum 1. September 2014 wurde ihm dort gekündigt. Dugin war zuvor in einem Gespräch, das die Ukraine-Krise thematisierte, gleichsam „durchgedreht“ und hatte zum Vergelten und Töten aufgerufen, um die Opfer des Massakers von Odessa zu sühnen, die durch ukrainische Extremisten am 2. Mai 2014 in einem Gewerkschaftshaus zu Tode gekommen waren.[4] Die Empörung über die filmisch genau dokumentierten, schwerwiegenden Gewaltvorgänge ist in der Bevölkerung der Russischen Föderation allerdings nicht geringer als die Empörung Dugins.

Rassenfrage

In seinem bedeutendsten Buch mit dem Titel „Die vierte politische Theorie“ wendet sich Dugin scharf gegen die Nationalsozialisten, er macht sie für die Ausrottung ganzer Volksgruppen als Verbrecher verantwortlich, lehnt nominell den Rassismus in all seinen Formen ab und betont, dass der Nationalsozialismus ohne Rassismus kein Nationalsozialismus ist[5]. Obwohl Dugin sich als Antirassist ausgibt, hat er wiederholt rassistische Ansichten gegen das, was er als die „weiße Zivilisation“ geäußert, deren physische und kulturelle Vernichtung er befürwortet.

  • „Ich bin ein Unterstützer der Schwarzen. Die weiße Zivilisation - ihre kulturellen Werte??, das falsche, entmenschlichende Modell der Welt, das sie aufgebaut haben - hat sich nicht ausgezahlt. Alles geht auf den Beginn der antiweißen Pogrome im planetarischen Maßstab zurück. Russland wurde nur durch die Tatsache gerettet, dass wir nicht rein Weiß sind. Raubtierhafte multinationale Konzerne, Unterdrückung und Unterdrückung aller anderen, MTV, Schwule und Lesben - das ist die Frucht der Weißen Zivilisation, die es loszuwerden gilt. Ich bin also für Rote, Gelbe, Grüne, Schwarze - aber nicht für Weiße.“ — Alexander Dugin[6]

Dugins als Antirassismus getarnter Rassismus ist ein Lehrbuchbeispiel für den typischen, von Trotzki geerbten Rassismusvorwurf im bolschewistischen Stil. Tatsächlich nimmt Dugin in seinen rassistischen Aussagen willkürlich und ohne Argumente eine Übertragung der Judenfrage auf nicht-jüdische Völker vor.

Vermischter Traditionalismus

Als Anhänger des Panslawismus und der geopolitischen Theorie von Halford Mackinder ist Dugin ein Verfechter einer Idee des Traditionalismus, die verschiedene Quellen vermischt: Guénon, Evola, Gershom Scholem. Sein Traditionalismus ist nicht nur christlich-orthodox, sondern auch jüdisch und für ein Bündnis mit den Muslimen. Religiös fußen Dugins weitere Anschauungen – die in Wahrheit wenig verbunden sind mit seinem Bekenntnis zum orthodoxen Christentum und zur russischen Kirche – auf einer klassischen Variante antik-gnostischen Denkens: Dabei spielen die Grundmotive der „verworfenen“, verderblich-bösen Materie und der Wille zur schöpferischen Zerstörung eine zentrale Rolle.

Der italienische Kontakt der duginistischen Bewegung ist Claudio Mutti, auch bekannt als Omar Amin, da er 1978 zum Mohammedanismus konvertierte: Mutti leitet in der Tat die duginistische geopolitische Zeitschrift Eurasia, nachdem er von 1981 bis 1986 die Zeitschrift Jihâd geleitet hatte[7].

Rezeption

Im März 2014 kam es in verschiedenen Weltnetztagebüchern, sowohl deutsch-[8] als auch englischsprachigen, zu kontroversen Diskussionen, wie Dugins Vorstellungen zu werten seien, weil Dugin einerseits einen authentischen Traditionalismus fordert, andererseits aber Forderungen national-orientierter Europäer und Nordamerikaner ablehnt, die sich gegen Einwanderer und Mohammedaner richten, die er als Verbündete gegen die liberale globalistische Ordnung betrachtet.

Im Jahr 2014 fand am 31. Mai in Wien auf Initiative des Milliardärs Konstantin Malofeev ein Treffen zum Thema „Die Zukunft der Grundwerte der christlichen Zivilisation in Europa“ mit Vertretern der europäischen nationalistischen Parteien statt. Neben Aleksandr Dugin waren unter anderem Aymeric Chauprade und Marion Maréchal-Le Pen zu Gast.

Im Oktober 2014 traf sich Aleksandr Dugin in Moskau mit Jean-Marie Le Pen, dem damaligen Ehrenvorsitzenden des Front National. Der französische Politiker traf sich bei dieser Gelegenheit auch mit einem Wladimir Putin nahestehenden Oligarchen, Konstantin Malofeev, der den Investmentfonds Marshall Capital Group leitet und Dugins eurasianistische Ideen unterstützt.

Dugin wird etwa von Renegade Tribune wegen seiner okkulten Hintergründe und seines Bolschewismus kritisiert.[9]

Privatleben

Dugin war verheiratet mit Eugenia Debryanskaya (Евгения Дебрянская), einer Schriftstellerin und Aktivistin der LGBT-Bewegung[10].

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Konflikte der Zukunft, die Rückkehr der Geopolitik, Bonus, 2015

Zitate

von Dugin
  • „Ich las auch die wertvollen Bücher des [jüdischen Kabbalisten] Gershom Scholem, den ich für den größten traditionalistischen Denker halte.“ [11]
  • „Ich kann das Konzept der Nation nicht verteidigen, weil die Idee der ‚Nation‘ ein bourgeoises Konzept ist, das als Teil der Moderne ausgeheckt wurde, um traditionelle Gesellschaften (Reiche) und Religionen zu zerstören und sie durch künstliche Pseudogemeinschaften zu ersetzen, die auf dem Konzept des Individualismus beruhen. All das ist falsch. Das Konzept der Nation wird nun durch dieselben Kräfte zerstört, die es damals während des ersten Stadiums der Moderne schufen. Die Nationen haben bereits ihre Mission der Zerstörung jeder organischen und spirituellen Identität erfüllt, und nun liquidieren die Kapitalisten das Instrument, das sie dazu benutzten, zugunsten der direkten Globalisierung. Wir müssen den Kapitalismus als den absoluten Feind angreifen, der für die Schaffung der Nation als Scheinbild der traditionellen Gesellschaft verantwortlich war, und der auch für ihre Zerstörung verantwortlich war. Die Gründe hinter der gegenwärtigen Katastrophe liegen tief in der ideologischen und philosophischen Grundlage der modernen Welt. Am Anfang war die Moderne weiß und national; am Ende ist sie global geworden. Daher müssen weiße Nationalisten sich entscheiden, in welchem Lager sie sein wollen: in dem der Tradition, die ihre eigene indoeuropäische Tradition beinhaltet, oder in jenem der Moderne. Atlantizismus, Liberalismus und Individualismus sind alles Formen des absoluten Bösen für die indoeuropäische Identität, nachdem sie mit ihr unvereinbar sind.“[12]
über Dugin
  • „Indem Dugin in seiner Philosophie ethische Normen auflöst, verhilft er denjenigen zu einem guten Gewissen, die sich an keinem ethischen System mehr orientieren können. Um dieses Ziel zu erreichen, spürt Dugin die innere Logik jenes Prozesses auf, der von der Moderne über die Postmoderne zu einer Wiederkehr der Prämoderne führt, wobei die zivile Ethik zerstört wird. Indem Dugin etwa die Menschengruppen, die er beeinflussen will, wie Zielgruppen aus der Werbung behandelt, spricht er sie in einem Bereich an, der der demokratischen Kontrolle entzogen ist. Der demokratische Politiker rechnet im allgemeinen mit Gruppen, die bewußt ihre Konflikte austragen und daher offen gegeneinander Stellung beziehen. Der Werbestratege dagegen rechnet mit Gruppen, die nebeneinander leben und um sich selbst kreisen, ohne sich um das zu kümmern, was in den anderen Gruppen vor sich geht. So können die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen befriedigt werden, ohne daß es sie stören muß, was mit den anderen geschieht.“Vladimir Ivanov[13]

Siehe auch

Literatur

  • Vladimir Ivanov: Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke. Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungern der russischen Neuen Rechten. Mit einem Vorwort von Andreas Umland, ibidem-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-804-7

Verweise

Fußnoten

  1. Schmulevitch, Vorsitzender der Bewegung, leitet die Bewegung von Hebron, Israel, aus; dagegen handelt der Leiter der europäischen Abteilung, Elia Ryvkin, von Nürnberg aus. Die „Bead Arzeynu“ – „Fürs Heimatland“ – ist eine israelische Bewegung, die sich den islamistischen Organisationen in Europa und dem Nahen Osten entgegensetzt und mit den patriotischen Bewegungen Europas zusammenarbeitet. „Bead artzeinu“ bedeutet „fürs Vaterland“: Der Satz „Tov lamut bead artzeinu“ (טוב למות בעד ארצנו) „Es ist gut, fürs Vaterland zu sterben“ ist ein in der israelischen Kreisen verbreiteter Slogan, der auf den angeblichen letzten Worten von Joseph Trumpeldor beruht, einem zionistischen Kämpfer, der in der Schlacht von Tel Hai starb.
  2. „Western and Eastern Europe will become a federation of autonomous states having a Socialist and democratic regime. With the exception of the USSR as a federated Eurasian state, all other continents will become united in a world alliance, at whose disposal will be an international police force“, Ben Gurion, in: Look Magazine, 16. Januar 1962.
  3. „Putin steht für Souveränität“ – Interview mit Alexandr Dugin, Bilderberger.ch, 14. September 2014
  4. National-Zeitung, 8. August 2014, S. 5
  5. Golden Dawn and Russian neo-Nazism, GRReporter, 15. April 2014 [1]
  6. Auf Englisch: „I am a supporter of blacks. White civilization – their cultural values??, false, dehumanizing model of the world, built by them – did not pay off. Everything goes to the beginning of the anti-White pogroms on a planetary scale. Russia saved only by the fact that we are not pure White. Predatory multinational corporations, oppression and suppression of all others, MTV, gays and lesbians – this is the fruit of White civilization, which is necessary to get rid of. So I am for reds, yellows, greens, blacks – but not for whites“. [2]
  7. Philippe Baillet, « Les métamorphoses du „traditionalisme-révolutionnaire“: le cas Claudio Mutti et la revue Totalité », in: Philippe Baillet, L'Autre Tiers-mondisme: des origines à l’islamisme radical - Fascistes, nationaux-socialistes, nationalistes-révolutionnaires entre « défense de la race » et « solidarité anti-impérialiste », Akribeia, Saint-Genis-Laval, 2016. 475 S., S. 182, 195-231. (ISBN 978-2913612617)
  8. Alexander Dugin über „weißen Nationalismus“ und andere potentielle Verbündete in der globalen Revolution, As der Schwerter, 20. März 2014
  9. What is Duginism and Why Does it Matter?, Renegade Tribune, 23. April 2017 (englischsprachig)
  10. Литературная Россия, № 15, 13.04.2007.[3]
  11. Auf englisch: „I was also reading the precious books of [jewish Kabbalist] Gershom Scholem, whom I consider to be the greatest traditionalist thinker“. [4]
  12. Alexander Dugin über „weißen Nationalismus“ und andere potentielle Verbündete in der globalen Revolution (noch gegen Beginn der sehr langen Kompilation), Kompilation und Übersetzung (durch John Morgan) von Texten Dugins auf dessen Facebook-Seite 2013, in: As der Schwerter, 20. März 2014
  13. Vladimir Ivanov: Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke. Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungern der russischen Neuen Rechten. Mit einem Vorwort von Andreas Umland, ibidem-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-804-7, S. 46