Boehm-Tettelbach, Alfred

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Alfred Boehm-Tettelbach

Alfred Boehm, seit 1926 Boehm-Tettelbach (auch: Böhm-Tettelbach: Lebensrune.png 28. März 1878 in Erstein; Todesrune.png 12. Juli 1962 in Berlin) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Infanterie z. V. im Zweiten Weltkrieg.

Werdegang

Bruder Hans Walther Luigi Boehm-Tettelbach (1873–1959), er soll enge, manche urteilen dubiose Beziehungen zu Franz Halder, Hans Oster und Wilhelm Canaris gepflegt haben.
Unterschrift als Befehlshaber des Höheren Kommandos z. b. V. XXXVII

Lexikon der Wehrmacht

„Alfred Boehm trat am 1. Oktober 1896 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 1. Unter-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 132. In diesem wurde er am 27. Januar 1898 zum Sekondeleutnant befördert. 1899 wurde er dadurch zum Leutnant ernannt. Im Herbst 1908 wurde er als Oberleutnant im Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92 versetzt. Von diesem wurde er dann zur Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 1. Oktober 1913 zum Hauptmann befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er dann auf den verschiedensten Positionen im Generalstab eingesetzt. Vor allen auf Posten die sich mit dem Bereich des Feldeisenbahnwesens beschäftigen war er zu finden. Am 22. März 1918 wurde er zum Major befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen und dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern noch sehr viele weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er anfangs beim Stab vom Wehrkreiskommando IV eingesetzt. Von dieser wurde er als Mitglied der Linienkommission Berlin zum Wehrkreiskommando III abgestellt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zuerst zum Stab der 3. Division der Reichswehr. Im Sommer 1921 wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er zum Kommandeur des III. Bataillons vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden ernannt. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1923 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Juni 1926 wurde er dann in den Stab vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Kolberg versetzt. Im Jahr 1926 nahm Alfred Boehm den Nachnamen Boehm-Tettelbach an, der ihm auf Antrag vom preußischen Justizministerium genehmigt worden war. In der Rangliste im Frühjahr 1927 erschien er erstmals als Oberstleutnant Boehm-Tettelbach. Dort wurde er am 1. April 1927 zum Oberst befördert. Als solcher wurde er am 1. November 1928 zum Kommandeur des 14. (Badisches) Infanterie-Regiment in Konstanz ernannt. Am 1. November 1930 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor wieder in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er zum Chef vom Wehramt (WehrA) ernannt. Dort wurde er am 1. Oktober 1932 zum Generalleutnant befördert. Am 31. Januar 1933 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Am 1. Juni 1935 kehrte er wieder in den Dienst zurück. Er wurde jetzt als Lehrer für Kriegsgeschichte an der wieder in der Öffentlichkeit in Erscheinung getretenen Kriegsakademie eingesetzt. Am 1. November 1938 wurde er dann wieder z. V. gestellt, wodurch sein Rang Generalleutnant z. V. lautete. Am 10. September 1939 wurde er dann zum Kommandant des rückwärtigen Armeegebietes 581 (Korück 581) ernannt. Am 10. Januar 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Höheres Kommando z.b.V. XXXII in Lublin ernannt. Am 1. März 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Höheres Kommando z. b. V. XXXVII ernannt. Mit diesem wurde er dann im Westen eingesetzt. Ab dem 1. Juli 1940 wurde er dann gleichzeitig zum Befehlshaber der deutschen Truppen in Holland ernannt. Am 1. September 1940 wurden ihm die Charakter eines General der Infanterie verliehen. Am 1. Dezember 1940 wurde er zum General der Infanterie z. V. befördert. Am 25. Mai 1942 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandierenden General des LXXXII. Armeekorps ernannt. Am 1. November 1942 wurde er von seinem Kommando abgelöst. Er blieb aber noch eine Weile zur Verfügung des OKH. Am 15. Januar 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Am 28. Februar 1943 wurde er endgültig aus dem Heer entlassen.“[1]

Familie

Alfred Boehm-Tettelbach, Grabstätte.jpg
Alfred Boehm-Tettelbach, Grabstätte II.jpg

Alfred Boehm war der Sohn des Kreisdirektors und Oberregierungsrates Carl Boehm (1838–1925) und der Constanze, geb. Caggiati (1851-1932). Seine Brüder waren Oberstleutnant Hans Walther Luigi Boehm-Tettelbach[2] (1873–1959) und Oberstleutnant beim Generalstab der Luftwaffe Georg Arthur Boehm-Tettelbach[3] (1875–1952; 1938 Honorarprofessor für Wehrwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock). Sein Neffe, der Sohn seines Bruders Hans Walther, war der in Portland, Oregon geborene Oberstleutnant Karl Boehm-Tettelbach (1910–2001).

Ehe(n)

Alfred Boehm-Tettelbach war zuletzt mit Christine, geb. Spiller (1904–1993) verheiratet. Aufgrund des großen Altersunterschied ist davon auszugehen, daß es sich um seine zweite Ehe handelte.

Tod

General der Infanterie a. D. Boehm-Tettelbach verstarb am 12. Juli 1962 in Berlin. Er wurde zunächst in Berlin-Dahlem beigesetzt. Nach der Deutschen Wiedervereinigung fand er seine letzte Ruhestätte im Familiengrab auf dem Friedhof „Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf“. Mit ihm ruhen seine Eltern, sein Bruder und seine Ehefrau.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Werke (Auswahl)

  • 1934: zusammen mit Friedrich von Cochenhausen
    • Conrad von Hoetzendorf – Eine Studie über seine Persönlichkeit, Junker und Dünnhaupt, Berlin
    • Der böhmische Feldzug Friedrichs des Großen 1757 im Lichte Schlieffenscher Kritik, Junker und Dünnhaupt, Berlin

Fußnoten

  1. Boehm-Tettelbach, Alfred, Lexikon der Wehrmacht
  2. Capt Hans W L Boehm
  3. Boehm-Tettelbach, Arthur
  4. 4,00 4,01 4,02 4,03 4,04 4,05 4,06 4,07 4,08 4,09 4,10 4,11 4,12 4,13 4,14 4,15 4,16 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Ernst Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S. 108
  5. Klaus D. Patzwall, Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945. Geschichte und Inhaber. Band II. Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X, S. 537