Digitales Zentralbankgeld

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Das Projekt von Zentralbankwährungen in Europa befindet sich noch in den Anfängen – Infografik Statista (2021)

Digitales Zentralbankgeld (engl.: Central Bank Digital Currency, CBDC) ist programmierbares elektronisches Geld, das, von einer Zentralbank geschaffen, direkt auf Konten bei der Zentralbank liegt. Grundsätzlich könnte jeder Private, jedes Unternehmen und jede Institution ein Konto bei der Zentralbank führen.

Die meisten Staaten der Welt erforschen ein solches monetäres Werkzeug bzw. lassen eine entsprechende Struktur entwickeln, experimentieren damit oder haben das Zentralbankgeld schon eingeführt, wie Nigeria, die Bahamas, teilweise die Volksrepublik China. Andere Staaten haben die Arbeit an dem Vorhaben wieder aufgegeben (Dänemark, Ecuador, Singapur, Philippinen, Haiti). Die Europäische Zentralbank könnte unter günstigsten Umständen 2025 einen digitalen Euro herausbringen.[1]

Besorgnisse

Digitales Zentralbankgeld stellte den Zentralbanken und damit den Staaten diktatorische Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die finanzielle Freiheit der Konteninhaber in nie gekanntem Ausmaß ausgehöhlt und ihre wirtschaftliche Existenz „auf Knopfdruck“ vernichtet werden könnte. Als erstes würden die Reste von Privatsphäre und Datenschutz der Konteninhaber beseitigt. CBDCs erfordern jedoch einen langen Entwicklungszeitraum, vielleicht zehn Jahre, und benötigen zur Einführung eine Abstimmung der Regierungen zumindest mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und den G20-Staaten. Das ist höchst anspruchsvoll und das Umstellen auf CBDC birgt zusätzlich insbesondere für den Fed-Dollar der USA als Weltleitwährung eine gewisse Gefahr. Vom Jahr 2022 aus gesehen wird es voraussichtlich noch Jahre dauern, bis bei der EZB und in den USA CBDCs zum Einsatz kommen, sofern sie nicht verhindert werden können. Die EZB hat 2021 erklärt, daß eine digitale Zentralbankwährung frühestens 2026 eingeführt werden könnte.

Skeptiker wenden gegen das elektronische Geld ein, daß CBDCs in der Inflation das gleiche Schicksal wie die traditionelle Form des Fiatgeldes haben würden, sie könnten das währungsmäßige und monetäre Endspiel allenfalls kurzzeitig verlängern. Solange bis CBDCs mit ihren für die Staaten attraktiven Eigenschaften einsatzbereit wären, werde die rapide Geldentwertung nicht warten, d. h. tendenziell seien solche Pläne schon von heute aus gesehen eine Totgeburt.[2]

CBDCs keine Kryptowährungen

CBDCs sind keine Kryptowährungen. Die CBDCs sind in digitaler Form, werden in einem (von einer Zentralbank oder einem Finanzministerium geführten) Hauptbuch erfaßt und der Nachrichtenverkehr ist verschlüsselt. Doch damit endet die Ähnlichkeit mit Kryptowährungen.

Die CBDC-Ledger verwenden keine Blockchain, und CBDCs entsprechen definitiv nicht dem dezentralisierten Emissionsmodell, das Kryptoanhänger befürworten und unterstützen. CBDCs werden stark zentralisiert sein und von den Zentralbanken streng kontrolliert werden.

Siehe auch

Literatur

  • Saifedean Ammous:
    • Der Fiat-Standard: Das Schuldknechtschaftssystem als Alternative zur menschlichen Zivilisation, Aprycot Media, 2022, ISBN‎ 978-3949098116 [457 S.]
    • Der Bitcoin-Standard: Die dezentrale Alternative zum Zentralbankensystem, Aprycot Media, 2019, ISBN ‎ 978-3982109503 [432 S.]
  • Verein Monetäre Modernisierung (Hg.): Die Vollgeld-Reform. Wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, Solothurn ³2013, ISBN 978-3-9523955-0-9

Verweise

Englischsprachig

Fußnoten

  1. Aus der Sicht von Frühjahr 2022
  2. Why dollar CBDCs may never happen, goldmoney.com, 27. Januar 2022