Draghi, Mario

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Mario Draghi

Mario Draghi (geb. 3. September 1947 in Rom) ist ein italienischer Wirtschafts- und Finanzpolitiker, Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler. Er war bis 2011 Präsident der Italienischen Nationalbank und ist seit dem 1. November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank. Sein Salär betrug im Jahr 2013 378.240 Euro.[1]

Werdegang

Mario Draghi wurde am 3. September 1947 in Rom geboren. Der Vater, ein hoher Zentralbank-Beamter, starb, als Draghi 15 Jahre alt war.

Draghi wurde an der Jesuitenschule Massimiliano Massimo erzogen. Danach studierte er an der Universität La Sapienza in Rom Ökonomie und schloß 1970 ab. 1971 ging er mit einem Stipendium ans Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1976 wurde er auf Basis der Arbeit „Essays on Economic Theory and Applications“ zum Ph.D. promoviert.

Posten

Ab 1975 lehrte Mario Draghi Wirtschafts- und Finanzpolitik an der Universität Trento. 1978 folgte eine Professur für Makroökonomie in Padua und eine weitere für Wirtschaftsmathematik in Venedig. Von 1981 bis (mit Unterbrechungen) 1991 war Draghi Professor für Finanzwissenschaften (Geldpolitik) in Florenz. 1984 delegierten ihn sechs südeuropäische Länder als ihren Exekutivdirektor zur Weltbank nach Washington, wo er bis 1990 das operative Geschäft mit Staaten der Dritten Welt regelte. Zwischenzeitlich war er 1989/1990 in einer Arbeitsgruppe für den italienischen Schatzminister Guido Carli tätig, einen vormaligen Gouverneur der Notenbank. 1990 rief ihn Italiens Zentralbankchef Carlo Azeglio Ciampi als Berater an seine Seite.

Draghi arbeitete für die Weltbank und 2001 an der Harvard Universität. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Er besaß Anteile an diesem weltweit tätigen Finanzkonzern, die er erst verkaufte, als er im Jahr 2006 Chef der italienischen Zentralbank wurde. Draghi löste Antonio Fazio ab, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Bestechung und Amtsmißbrauchs ermittelte. Mario Draghi ist aber nur ein besonders prominentes Beispiel für die versteckte Machtübernahme des Goldman Sachs-Netzwerks auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise.[2]

Vernetzung

Mitgliedschaft bei der „Group of Thirty“ (G30).[3][4]

Auszeichnungen

  • 2012: M100 Medienpreis[5]

Literatur

  • Walter Krämer: Kalte Enteignung — Wie die Euro-Rettung uns um Wohlstand und Renten bringt. Campus-Verlag, Frankfurt a.M., New York 2013, ISBN 978-3-593-39924-9
  • Udo Ulfkotte: Raus aus dem Euro — rein in den Knast. Das üble Spiel von Politik und Medien gegen Kritiker der EU-Einheitswährung. Kopp-Verlag, Rottenburg 2013, ISBN 978-3-864-45062-4

Verweise

Fußnoten

  1. „Gehälter - Draghi verdient mehr als das Doppelte wie Yellen“, finanzen.ch, 21. Februar 2014, [1]
  2. Michael Brückner: Goldman Sachs an Europas Schalthebeln der Macht
  3. Finanziert wird die »G30« unter anderem von Unternehmen, Banken, Stiftungen, Zentralbanken und Fonds. Mitglieder der G30 sind neben Mario Draghi beispielsweise auch der Gouverneur der kanadischen Notenbank, Mark Carney und Bank-of-England-Chef Mervyn King sowie der ehemalige Fed-Chef Paul Volcker.
  4. Ende Juli 2012 ist Beschwerde gegen EZB-Präsident und G30-Mitglied Mario Draghi von der Brüsseler Anti-Lobby-Gruppe „Corporate Europe Observatory“ eingelegt worden. Sie wirft dem EZB-Präsidenten einen Interessenkonflikt vor. Die „Group of Thirty“ weise alle Charakteristika einer Lobbyorganisation für Großbanken auf. Durch seine Mitgliedschaft fehle dem EZB-Präsidenten die Unabhängigkeit, argumentiert die Anti-Lobby-Gruppe.
  5. Die Auszeichnung steht „für Verdienste um den Schutz der freien Meinungsäußerung und die Vertiefung der Demokratie sowie für besondere Leistungen um die europäische Verständigung“.