Kühl, Ernst

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Ernst Kühl (Lebensrune.png 28. März 1888 in Breslau; Todesrune.png 2. Februar 1972 in Münster) war ein deutscher Rechtswissenschaftler, promovierter Verwaltungsjurist und unter Landeshauptmann Kolbow Kulturdezernent des westfälischen Provinzialverbands sowie Offizier des Deutschen Heeres und der Wehrmacht, zuletzt Oberst der Reserve der Luftwaffe, Kampfflieger und Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg. Zu Kriegsende Kommandeur der 5. Flieger-Division mit zwischen 315 und 400 Feindflügen, galt er neben Werner Baumbach, Joachim Helbig, Dietrich Peltz sowie Hermann Hogeback als erfolgreichster Kampfflieger der Luftwaffe.

Werdegang

Dr. jur. Ernst Kühl (4. von links) zwischen Rudolf Heß und Robert Ritter von Greim am 24. Dezember 1940 in Frankreich

Ernst Kühl studierte in Königsberg und Berlin Jura und war nach seinem Diplom Regierungsreferendar in der Verwaltung Preußens. 1910 und 1911 diente er als Einjährig-Freiwilliger in der Reiter-Abteilung des 1. Kurhessischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 11 und wurde als Leutnant der Reserve entlassen.

Als Leutnant d. R. wieder eingezogen, kämpfte er im Ersten Weltkrieg im Fußartillerie-Regiment Nr. 22. Nach Kriegsende wurde er 1919 aus der Vorläufigen Reichswehr entlassen und wurde 1928 Landrat in Münster. Nach Erwerb des privaten Flugzeugführerscheins 1932 (er absolvierte als Sportflieger drei Deutschlandflüge und nahm an diversen Flugwettbewerben teil) wurde er 1936 als Reserveoffizier in die neue Luftwaffe übernommen. Am 1. August 1939 wurde er nach einer Wehrübung zum Hauptmann d. R. befördert. Bei Kriegsbeginn kam er zum Kampfgeschwader 55, mit dem er am Polen- und Westfeldzug teilnahm.

Im September 1940 wurde Major Dr. Kühl beim Unternehmen „Adlerangriff“ verwundet, als seine He 111 P-2 von der Royal Air Force abgeschossen wurde. Er landete im Ärmelkanal, seine Besatzung und er wurden schließlich von den Fliegern des Seenotdienst geborgen. Kühl kam ins Lazarett nach Cherbourg. Im März 1941 wurde er nach über 100 Feindflügen Kommandeur der II. Gruppe des Geschwaders und im August 1942 zum Kommodore des KG 55 ernannt.

Nach 230 Feindflügen wurde er am 17. Oktober 1942 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Im November 1942 war er gleichzeitig „Lufttransportführer Morosowskaja“ (Transportfliegerführer 2), von wo aus er die unterstellten He 111 zum Versorgungseinsatz nach Stalingrad führte. Nach dem Fall von Stalingrad flogen die Restteile des Kampfgeschwaders Einsätze am Don. Am 8. August 1943 gab er das Kommando über das Geschwader ab, um Fliegerführer „Nord“ (Fliegerführer Nordmeer) am Eismeer zu werden. Am 18. Dezember 1943 wurde ihm das Eichenlaub verliehen. Im Februar 1944 übernahm er die 3. Flieger-Division, im Juli 1944 wurde er zum Fliegerführer Drontheim (Fliegerführer 4) ernannt.

Im Januar 1945 wurde er schließlich Kommandeur der 5. Flieger-Division in Narvik. Bei Kriegsende geriet er in britische Gefangenschaft.

Nachkriegszeit

Im September 1947 kehrte Kühl, der am Ende des Krieges in britische Kriegsgefangenschaft geraten war, nach Deutschland zurück und schrieb mehrere Werke und gehörte als Mitglied dem Sachverständigen-Ausschuß zur Neugliederung des Bundesgebietes an. Zudem erarbeitete er für den damaligen Ministerpräsidenten Karl Arnold ein Memorandum zur Neugliederung des Bundesgebiets. 1955 wurde er in dieser Sache in den Sachverständigen-Ausschuß für die Neugliederung des Bundesgebietes unter dem ehemaligen Reichskanzler Hans Luther delegiert.

Ferner baute Dr. Kühl in dieser Zeit den Aero-Club Münster auf, zu dessen 1. Vorsitzenden er ernannt wurde. Später delegierte ihn der Bundestag als Vertreter der neugegründeten Luftwaffe der BRD in den Personalgutachterausschuß für die Überprüfung und Einstellung von Generälen und Obersten der Bundeswehrstreitkräfte, u. a. auch Pöschl, Westhoven uvm.

Würdigung

Für sein Wirken in der Nachkriegszeit erhielt Oberst d. R. a. D. Dr. Ernst Kühl das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Mitgliedschaften (Auswahl)

Auszeichnungen (Auszug)

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945 – Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 480, ISBN 978-3-938845-17-2