Fiat-Geld

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Fiat-Geld (en. Fiat Money, Fiat /faɪət/: Anordnung, Erlaß) ist Bargeld und Buchgeld, für das keine Einlöseverpflichtung besteht und das somit zunächst und an sich wertlos ist.[1] Der Ausdruck „Fiat Geld“ heißt einfach „Es werde Geld!“ nach dem magischen Ausspruch „Es werde Licht!“, aus dem Nichts heraus durch Gotteskraft oder Zauberei. Diese Hinterbedeutung (oder literarische Bedeutung) ist der eigentliche Sinn der Formulierung. Die Bezeichnung geht auf ein hebräisches Zitat zurück, ganz am Anfang der Bibel (Altes Testament, Genesis 1,3), wo Gott selbst die Welt erschuf.

Ungedecktes Giral- und Papiergeld

Der „Wert“ des Fiatgeldes besteht nur im Vertrauen darauf, daß für das erhaltene wertlose Geld dennoch wieder ein Wert erworben werden kann. Diejenigen Ökonomen, die Fiat-Geld als „fortschrittlich“ ansehen, propagieren ihre Auffassung mitunter in pseudo-wissenschatlicher Form, indem sie Gold als reaktionär-chauvinistische Sache hinstellen. In der jüngeren Wirtschaftsgeschichte gab es im April 2013 einen schockartigen Tiefstand des Goldpreises.[2] Dieser völlig irrationale angebliche „Marktwert“ war eine gut verborgene Preismanipulation (mutmaßlich mittels papierförmigen Goldderivaten bewerkstelligt). In einer Phase, in der – neben den industriellen Abnehmern – Zentralbanken und Privatleute in Indien, China, Rußland und Brasilien ebenso wie Westeuropäer in großer Zahl eine konstant sehr hohe Goldnachfrage generierten, war ein derartiger plötzlicher Preiseinbruch marktwidrig. Hier gingen vielmehr Wall-Street-Ideologen zu Werke, die einen technischen Weg gefunden haben, den Goldanlegern der Welt zu sagen: „Glaubt bloß nicht an euer rückwärtsgewandtes Altgold! Der Goldmarkt ist ebenso volatil, wie irgendein Markt von Zeit zu Zeit. Beweis: April 2013.“ Obwohl Fachleute dieses Manipulationsgeschehen genau durchschauen, und Wirtschaftsredakteure offen darüber sprechen, hat bei gutbürgerlichen, nicht-sachkundigen Anlegern sich dennoch eine Lügenwirkung entfalten können und Gold gilt gerade bei Laien fälschlicherweise als „gestrige“, „unbewegliche“ und wenig aussichtsreiche Anlage.

Es gibt kein „Spiel freier Kräfte“

Ein Währungssystem, in welchem die Geldschöpfung ausschließlich im Wege des „Fiat Moneys“ geschieht, befindet sich in einem labilen Fließgleichgewicht, in dem die Geldmengenkontrolle einer Zentralbank wesentliche Festlegungen trifft über Leitzinsen und tolerable Inflationseffekte. In diesem Sinn handelt es sich — anders als Laissez-Faire-Ökonomen oft behaupten — dabei gerade nicht um ein „Spiel freier Kräfte“, sondern vielmehr um ein System der politischen Kontrolle von volkswirtschaftlichen Eckgrößen. Das in der neoliberalen Ideologie geforderte „Spiel der freien Kräfte“ kann überhaupt nicht stattfinden, wenn mittels Fiatgeld (→ Petrodollar) beispielsweise Unternehmen wie Google oder Facebook in beliebiger Höhe zu Neu-Investitionen imstande sind, während alle ihre Konkurrenten innerhalb sehr enger Kreditschranken tätig werden.

Kapitalismuskritik als Monopolkritik

Geldschöpfung aus dem Nichts ist vorsätzlicher Betrug. Die Politik hat – nach der fundamentalen Krise im Anschluß an die Lehman-Pleite vom 15. September 2008 – Banken mit dem Etikett „too big to fail“ („zu groß, um fallen zu können“ oder besser: „zu groß, um scheitern zu dürfen“) versehen. Damit hat sie ihre Unterwürfigkeit unter die manipulativ-betrügerische Geldmacht erklärt, sich selbst kastriert und alle Wähler für dumm verkauft. Wenn diese – zum unantastbaren Heiligtum erklärten – Banken sich an der Börse verzockt haben, wird ein weiteres mal der Staat zur Kasse gebeten. Das heißt, die Realwirtschaft bezahlt noch einmal jene Betrugsrealität.

Es gibt keinen Grund, den zugleich dummen und frechen Lügen zu glauben, wonach das Niedergangs- und Krisengeschehen „natürlich“ sei, als „überraschend“ gewertet werden müsse – und dann auch noch eine „Zahlungspflicht“ arbeitender Bürger begründe. Solche Deutungen, es sind die herrschenden Deutungen, gehen gänzlich fehl. Eine Großbank kann sehr wohl (mit den im Lande vorfindlichen Liegenschaften und Guthaben) national beschlagnahmt werden. Und eine Geldschöpfung aus dem Nichts kann sehr wohl in der Buchhaltung auf Null gestellt werden (eine „Buchgeld“-Schöpfung, wie schon wie der Name treffend und genau sagt, „Buch-Geld“, kann auch wieder ausgebucht werden, es sind lediglich Nummern in den Rechnern von Geschäftsbanken).

Wie könnte es denn andererseits sein, daß die Geldschöpfung aus dem Nichts werthaltig wäre, daß sie mit realen Arbeitsleitungen bezahlt werden muß, wobei – als Spitze der Unverfrorenheit – auch noch Zinsen verlangt werden. Es handelt sich bei dem Fiatgeld-System um einen ungeheuerlichen Schwindel, bei dem das Volk seine eigene Versklavung auch noch selbst finanziert.

Zitate

  • „Die Geschichte staatlichen Umgangs mit Geld ist, mit Ausnahme einiger kurzer glücklicher Perioden, eine Geschichte von unablässigem Lug und Trug.“ — Friedrich August von Hayek

Siehe auch

Filmbeitrag

Das Geheimnis von Oz (Lyman Frank Baum)

Literatur

  • Verein Monetäre Modernisierung (Hg.): Die Vollgeld-Reform. Wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, Solothurn ³2013, ISBN 978-3-9523955-0-9
  • Paul Schreyer: Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung, Westend Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86489-626-2
  • Thorsten Polleit und Michael von Prollius: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld, FinanzBuch Verlag 2014, ISBN 978-3898796910 [288 Seiten]
  • G. Edward Griffin: Die Kreatur von Jekyll Island: Die US-Notenbank Federal Reserve – Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf, Kopp-Verlag, Rottenburg 2006, ISBN 978-3938516287
  • John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. Goldmann Verlag, München, 6. Auflage 2007 [Originalausgabe: Berrett-Koehler Publishers, Inc.; San Francisco 2004], ISBN 978-3-442-15424-1
  • Oliver Janich: Das Kapitalismus-Komplott. Die geheimen Zirkel der Macht und ihre Methoden. FinanzBuch-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89879-577-7 [erschien 2012 bereits in der 6. Auflage, erweitert um 14 „neue Artikel“]
  • Hans-Peter Martin / Harald Schumann: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand. 17. Auflage, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1998 [Erstauflage: 1996], ISBN 3-498-04381-1
  • Alain de Benoist: Aufstand der Kulturen. Europäisches Manifest für das 21. Jahrhundert. Aus dem Französischen von Claude Michel. Verlag Junge Freiheit, Berlin 2003, ISBN 3-929886-04-9

Verweise

Fußnoten

  1. Die bildhafte Bezeichnung „fiat“ geht einfach auf eine Flexionsform des existenzaussagenden Verbs „esse“ (= sein) zurück, die ja auch im Deutschen zahlreiche Flexionsformen mit ganz unterschiedlichem Wortstamm ausgebildet hat („ist“, „war“, „sind“, „gewesen“). Dieser Umstand, der oftmals bei Fremdsprachenschülern für Verwirrung sorgt, hängt einfach damit zusammen, daß das existenzaussagende Verb („sein“) ganz besonders spät in den Kultursprachen entstand. Der lateinische Ausdruck „fiat“ ist also die dritte Person Singular des Konjunktiv Präsens Passiv und bedeutet: „Es werde!“
  2. Anleger starren auf Gold. Tiefster Stand seit Februar 2011, Teleboerse.de, 15. April 2013