Fischer, Eugen

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Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Eugen Fischer

Eugen Franz Leopold Fischer (Lebensrune.png 5. Juli 1874 in Karlsruhe; Todesrune.png 9. Juli 1967 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Mediziner, Anatom, Anthropologe, Rassenhygieniker und Sanitätsoffizier. Mit Erwin Baur und Fritz Lenz verfaßte er 1921 das Standardwerk „Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“.

Leben

Eugen Fischer fotografiert eine eingeborene Frau und ein Kind in Deutsch-Südwestafrika, 1908
Anatomisches Institut der Universität Freiburg nach dem feindlichen Fliegerangriff am 14. April 1917
Eugen Fischer mit Max Planck
Rektor Prof. Dr. Eugen Fischer (Mitte) während der Nationalhymne bei einer Kundgebung an der Berliner Universität 1934; links: der Führer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Albert Derichsweiler; rechts: Prof. Franz Bachér; die Kundgebung der Studenten in der Neuen Aula der Berliner Universität erfolgte gegen die Prager Übergriffe, als die germanophoben Tschechen im November 1934 deutsche Studenten der Karl-Ferdinands-Universität angriffen.[1]

Eugen Fischer wurde am 5. Juli 1874 in Karlsruhe (Baden) als Sohn eines Kaufmanns geboren. Die Familie stammt von fränkischen Bauern ab. Er wuchs nach dem Umzug der Familie nach Freiburg im Jahre 1876 in der großherzoglich­ badischen Idylle der Siebziger und Achtziger­ Jahre auf. Von vornherein gehörte das vorwal­tende Interesse des in gesicherten Verhältnis­sen Heranwachsenden allem, was lebt: zunächst den Pflanzen im großen elterlichen Garten und den Tieren. Nach der Schulzeit, zuletzt am Humanistischen Gymnasium zu Freiburg, die er ohne die geringsten Schwierigkeiten durch­lief, wollte er eigentlich Zoologie studieren; aber dies hielt sein nur praktisch denkender Vater für eine brotlose Kunst, so daß sich Fischer zur Medizin entschloß.

Fischer studierte Medizin und Naturwissenschaften in Freiburg und München. 1898 absolvierte er sein Staatsexamen. Er war Assistent am anatomischen Institut in Freiburg. 1908 unternahm er eine Forschungsreise zum Studium von Rassenkreuzungen nach Deutsch-Südwestafrika. 1910 gründete er die Ortsgruppe Freiburg der Gesellschaft für Rassenhygiene. 1925 unternahm er eine weitere Forschungsreise auf die Kanarischen Inseln.

Fischer befaßte sich mit der genetischen Variabilität des Menschen, er war einer der Exponenten der humangenetischen Richtung innerhalb der damaligen Anthropologie. Er bestätigte unter anderem, daß die menschlichen Rassenmerkmale nach den Mendelschen Regeln vererbt werden. Als entschiedener Befürworter und Mitbegründer der Rassenhygiene gilt er als Wegbereiter der nationalsozialistischen Rassenlehre. Sein Nachfolger in der Führung des Kaiser-Wilhelm-Instituts, Otmar von Verschuer, war Mentor und Chef von Josef Mengele. Fischer legte Wert darauf, daß seine Rassenlehre dem Nationalsozialismus vorausgegangen war.

Rassenlehre

Fischer lehnte aufgrund seiner Untersuchungen die rassische Mischehe zwischen Weißen und Negern entschieden ab und vertrat den Standpunkt der angewand­ten Rassenhygiene, d. h. des strikten Verbots der Vermischung und damit der Verhinderung des Übergangs nachteiligen Erbguts auf die Nachkommenschaft. Seine Interessengebiete waren schon im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts sehr vielfältig. Seine Vorlesungen umfaßten Topographische, Anatomie, Entwicklungsge­schichte, Vererbung beim Menschen, Allgemei­ne und Spezielle Anthropologie, Rassenlehre und Prähistorie.

Zwischen 1898 und 1918 ver­öffentlichte Fischer 51 wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit Hockergräbern (1903), Papuas (1905), Haarfarben (1907) sowie Inzucht- und Bastar­disierungsproblemen beim Menschen (1912) befaßten. Bei seinen Studenten erwarb er sich den Ruf des „Studentenvaters“. Erst 1913 erschien das Buch „Die Rehobother Bastards und das Bastardisie­rungsproblem beim Menschen“, das seinen Ruhm im In- und Ausland begründete. Er wies nach, daß Rasseneigenschaften sich nach den Mendelschen Erbgesetzen vererben. Dieser Nachweis wurde und wird von vie­len Gelehrten als erbracht betrachtet. Das Werk bedeutete die Wegführung der Anthropologie von reiner Beobachtung des äußeren Erscheinungsbildes zur genetischen Kausalanalyse, zur Humangenetik.

Chronologie

Eugen Fischer III.jpg
Eugen Franz Leopold Fischer.jpg
Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, Erb- und Rassenbiologie
  • 1884–1893 Großherzogliches Gymnasi­um Freiburg, Abitur
  • 1893–1894 Einjährig-Freiwilliger im I. Bataillon/5. Badischen Infanterie-Regiment Nr. 113 in Freiburg
    • gleichzei­tig ab Wintersemester 1893/94 stud. med. an der Universität Frei­burg (bis 1898), Wintersemester 1896/97 an der Universität Mün­chen
  • 1898 Promotion zum Dr. med., Dissertation summa cum laude bei Robert Wiedersheim; Arbeit: „Anatomische Beschreibung des Beckensitus eines weiblichen Orang-Utans. Beiträge zur Anatomie der Uro-Genitalorgane des Orang-Utans“; ärztliche Staatsprüfung sehr gut, ab Wintersemester 1898/99 Assi­stent bei Prof. Wiedersheim
  • 1900 Habilitationsschrift: „Das Primordialcranium von Talpa europaea. Ein Beitrag zur Morphologie des Säugetierschädels“; Privat­dozent
  • 1904 Titularprofessor
  • 1908 Forschungsreise als Professor der Universität Freiburg nach Deutsch-Südwestafrika zu den Rehobother Bastards zum Studium von Rassenkreuzungen (Rassenmischungen)
  • 1909 Gründung der „Badischen Heimat“
    • 1913 Erster Vorsitzender
    • 1929 Ehrenvorsitzen­der
  • 1909 Gründung einer Freiburger Ortsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene
  • 1912–1913 I. Prosektor an der Universität Würzburg, a. o. Professor
  • 1913 Rückkehr nach Freiburg in gleicher Eigenschaft
  • 1914 Stabsarzt der Reserve
  • 1915 Chef­arzt im Reservelazarett Offenburg
  • 1917 Leiter der Chirurgischen Abtei­lung im Orthopädischen Reservelazarett Ettlin­gen
  • 14. April 1917 Zerstörung der Freiburger Anatomie bei zwei voneinander getrennten Fliegerangriffen
    • Der 14. April 1917 gilt bei den Historikern als Freiburgs schwärzester Tag im Ersten Weltkrieg. Die Luftabwehr konnte nichts ausrichten. Innerhalb von 27 Minuten fielen durch französische und britische Flieger 64 Bomben, 13 Menschen starben, das Anatomische Institut der Universität wurde schwer getroffen.
  • 1917 Ende der militärärztlichen Tätigkeit Fischers
  • 1918 Ordinarius für Anatomie an der Universität Freiburg

Zwischenkriegszeit

  • 1919 Eintritt in die Deutschnationale Volks­partei (DNVP), 1927 Austritt
  • 1925 Kanarische Inseln Forschungsreise
  • 1926 Mitherausgeber von „Volk und Rasse
  • 1927–1942 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Vererbungslehre und Eugenik  (KWI-A) in Berlin-Dahlem[2] und gleichzeitig Leiter der Abteilung für Anthropologie; die für menschliche Vererbungslehre leitete der Humangenetiker Otmar Freiherr von Verschuer und die für Eugenik Hermann Muckermann, ab 1933 Fritz Lenz. Die Eugenik-Abteilung wurde dann in „Abteilung für Rassenhygiene“ umbenannt.
    • Ordi­narius für Anthropologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin
    • 1933–1935 Rektor der Universität Berlin
    • 4./5. März 1933 Unterzeichnung des Aufrufs „Die Berliner Hochschullehrer für Adolf Hitler“
    • Richter am Erbgesundheitsgericht
  • 1. Januar 1940 Eintritt in die NSDAP
    • Mitglieds-Nr. 7.383.062
    • Generalarzt für rassenbiologische Fragen der Reichsstelle für Sippenforschung und Ausbilder für Eignungsprüfer zur Eindeutschung der germanischen Waisenkinder nach dem Polenfeldzug
    • 1941 im Beirat der Forschungsabteilung „Judenfrage“ in Walter Franks „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland“
  • 18. März 1942 Emeritierung, Rückkehr nach Freiburg
    • 1943–1967 Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied beim KWI-A, Direktor von 1942 bis 1948 war Otmar Freiherr von Verschuer (zuvor 1934–1935 Wissenschaftliches Mitglied bzw. 1935–1942 Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied)
  • Juni 1944 Umbenennung des Kaiser-Wilhelm-Instituts in Berlin-Dahlem in „Eugen-Fischer-Institut“
  • Dezember 1944 wegen des Bombenterrors Evakuierung nach Solz (Bebra) bei Sontra (Nordhes­sen), wo Fischer mit Gemahlin und den Kindern auf dem Familiengut von Otmar Freiherr von Verschuer wohnte, wohin Freiherr von Verschuer zur Sicherheit einen Großteil des Materials und der Einrichtung des Institutes gebracht hatte. Was in Berlin blieb, wurde für die Opfer der alliierten Terrorflieger und für die Vertriebenen verwendet.
    • Das Institut wurde schon 1943 kriegsbedingt nach Beetz/Mark und Rottmannshagen bei Stavenhagen sowie nach Lübbecke teilverlagert.

Nachkriegszeit

  • 10. November 1947 „Entnazifizierung“: von der Spruchkammer in Rotenburg an der Fulda als Mitläufer eingestuft, Sühne von 300 Mark
  • 1950 Rückkehr nach Freiburg im Breisgau
  • 1954 Rechts­stellung eines emeritierten Ordinarius der Universität Freiburg
    • Ministerpräsident Gebhard Müller erkannte ihm die Rechtsstellung eines emeritierten Ordinarius der Universität Freiburg zu, das Land Baden-Württemberg zahlte die Ruhestandsbezüge. In den 1960er Jahren setzte er sich mit Erfolg dafür ein, vier seiner zu unrecht „belasteten“ Schüler auf den neun anthropologischen Lehrstühlen in den Universitäten der Bundesrepublik unterzubringen.

Familie

Fischer war der Sohn des gleichnamigen Großkaufmanns Eugen Fischer und dessen Gemahlin Josephine, geb. Sallinger. Er hatte drei Geschwister: die ältere Schwester Fanny und die jüngeren Brüder Franz und Konstantin. 1901 heiratete er in Freiburg seine Verlobte Else Walter, aus der Ehe sind drei Kinder entsprossen:

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

  • Beiträge zur Anatomie der weiblichen Urogenitalorgane des Orang-Utan, 1898
  • Rassen und Völker, 1912
  • Die Rehobother Bastards und das Bastardierungsproblem beim Menschen, Jena 1913; Neudruck: Graz 1961 (Einführung und Bestellmöglichkeit, Netzbuch und Möglichkeit zum Herunterladen einzelner Seiten als PDF-Datei) letzteres Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Das Problem der Rassenkreuzung beim Menschen, Freiburg 1914
  • mit Erwin Baur und Fritz Lenz: Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene, 1921
  • Anthropologie, Leipzig 1923
  • Die Anfänge der Anthropologie an der Universität Freiburg, 1926
  • Deutsche Köpfe nordischer Rasse, München 1927 (Mit zip gepackte PDF-Datei)
  • Rasse und Rasse-Entstehung beim Menschen, Berlin 1927
  • Das Preisausschreiben für den besten nordischen Rassenkopf, veranstaltet vom Werkbund für deutsche Volkstums- und Rassenforschung, in: „Volk und Rasse“, 1927
  • Der völkische Staat, biologisch gesehen. In der Berliner Universität gehaltene Rede. Junker & Dünnhaupt 1933
  • Der Begriff des völkischen Staates, biologisch betrachtet. Rede am 29. Juli 1933. Preuß. Druckerei- u. Verl.
  • Erbe als Schicksal. Vortrag, gehalten auf der 8. Techn. Tagung des Vereins für die bergbaulichen Interessen in Essen am 20. Juni 1939
  • Zur Rassenfrage der Etrusker, 1938
  • Versuch einer Phänogenetik der normalen körperlichen Eigenschaften des Menschen, 1939
  • Die menschlichen Rassen als Gruppen mit gleichen Gen-Sätzen, 1940
  • Die Wissenschaft vom Menschen. Anthropologie im 20. Jahrhundert. In: Hans Schwerte und Wilhelm Spengler (Hgg): Forscher und Wissenschaftler im heutigen Europa. Erforscher des Lebens: Mediziner... Reihe: Gestalter unserer Zeit, Band 4. Stalling, Oldenburg 1955, S. 272–287
  • Das antike Weltjudentum – Tatsachen, Texte, Bilder mit Gerhard Kittel, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1943

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Christian Uebach: Karlsuniversität in Prag: Der blutige Streit um Gründungsrechte und Insignien, Junge Freiheit 52 u. 53/98 18. Dezember / 25. Dezember 1998
  2. Schon 1922 hatten prominente Wissenschaftler die Einrichtung eines rassenkundlichen Instituts in Deutschland gefordert. Adolf von Harnack, der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG), unterstützte die Einrichtung eines wissenschaftlichen Zentrums für Anthropologie, menschliche Vererbungslehre und Eugenik.