Flaig, Egon

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Prof. Dr. Egon Flaig

Egon Flaig (Lebensrune.png 16. Mai 1949 in Gronau in Württemberg) ist ein deutscher Althistoriker und Inhaber eines Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Universität Rostock.

Werdegang

Vortrag (AfD)
Prof. Flaig in der Bibliothek des Konservatismus (BdK), November 2016

Egon Flaig studierte nach Abitur und Wehrdienst von 1970 bis 1976 Geschichte und Romanistik in Stuttgart, Paris und Berlin. Anschließend war er von 1977 bis 1981 als Referendar und Lehrer an Berliner Gymnasien tätig. Von 1982 bis 1984 arbeitete er als Übersetzer und studierte nebenher Philosophie. Nach der Promotion in Berlin bei Alexander Demandt (Alte Geschichte) und Jacob Taubes (Philosophie) im Jahr 1984 zu „Angeschaute Geschichte. Zu Jacob Burckhardts Griechischer Kulturgeschichte“ und der anschließenden Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Freiburg im Breisgau bei Jochen Martin erfolgte 1990 die Habilitation mit einer Arbeit über Usurpationen in der römischen Kaiserzeit („Den Kaiser herausfordern“).

„Dass menschenrechtliche Prinzipien universal sein sollen, ist ein Gebot der Vernunft, das uns die Aufklärung auferlegt hat. Indes, wie sind die Erfordernisse dieses Universalismus zu erfüllen in der jeweiligen konkreten Weltlage? Das vermag uns nur eine politische Vernunft zu sagen, welche sich – anders als Kants praktische Vernunft – in Zeithorizonten bewegt. Aber eben diese Vernunft verliert heute rasch Terrain an antiuniversalistische Theorien, die kulturelle Sonderrechte propagieren und verfälschte Vergangenheiten produzieren. Dabei gerät die gute Gesinnung zum Maßstab des Handelns und die Entrüstung zum Mittel geistiger Auseinandersetzung. Um zu ermessen, was hierbei auf dem Spiel steht, verlangt Egon Flaig geistesgeschichtliche Rückbesinnung. Er fragt zum einen, welche Diskurse eine antiuniversalistische Einstellung legitimiert und vorangetrieben haben; und er erörtert zum anderen, weshalb die politische Vernunft auf historische Verankerung angewiesen ist. Denn allein aus einem kulturellen Gedächtnis heraus, das sich der Aufklärung verpflichtet weiß, gewinnen wir die Orientierung für politisches Handeln im Geiste eines emanzipatorischen Universalismus.“[1]

Islamkritik

Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt ein Essay Flaigs in der FAZ vom 15. September 2006. In diesem Artikel setzte er sich kritisch mit der Geschichte der Expansion des Mohammedanismus und dessen Verhältnis zur Gewalt auseinander; er kommt zu dem Schluß:

„Wer weiterhin das Märchen von der islamischen Toleranz“ verbreite, behindere „jene muslimischen Intellektuellen, die ernsthaft an jener Reform des Islam arbeiten, die im neunzehnten Jahrhundert so erfolgversprechend begann [...]. Gelänge es den Reformern, den Islam radikal zu entpolitisieren, dann könnten die Muslime zu wirklichen Bürgern in ihren Staaten werden. Übrig bliebe jene hochgradig spirituelle Religion, die nicht nur Goethe fasziniert hat.“

Über die „Singularität“ des Holocausts

Egon Flaig: „Weltgeschichte der Sklaverei“

Im Oktober 2007 veröffentlichte Flaig im „Merkur“ unter dem Titel „Zur Unvergleichlichkeit, hier wird’s Ereignis. Reflexion über die moralisch erzwungene Verdummung“ einen Beitrag zur Singularität des Holocausts. Flaig schrieb, daß die vermeintliche Singularität einer Banalität gleichkomme:

„Rein logisch ist alles Existierende singulär, weil die Bedingungen des Existierens für zwei Dinge unmöglich dieselben sein können, ja weil diese Bedingungen sich für ein und dasselbe Ding bereits geändert haben, während ich diesen Satz schreibe. Doch wenn ich wissen will, in welcher Hinsicht etwas singulär ist, dann komme ich nicht umhin zu vergleichen. Wer wird bestreiten, daß das Warschauer Ghetto ‚singulär‘ war? Aber jede einzelne Krankheit meines Großvaters war es ebenso. Sogar der Rotz in meinem Taschentuch ist singulär.“

Zitate

  • „Nicht nur die Behörden der Europäischen Union, sondern vor allem die Behörden des Europarates folgen dem Konzept des ‚Rassismus ohne Rasse‘, wonach jedwede Diskriminierung als Rassismus gelten kann. Daß damit der Begriff ‚Rassismus‘ zum Idiotenwort wird, ist jedem denkenden Menschen klar. Doch genau solche Nonsens-Begriffe erlauben es, die Meinungsfreiheit anzugreifen.“[3]
  • „Als der Vertrag von Maastricht die Währungsunion einleitete, wurden die Warner zu Nationalisten abgestempelt. Eine bürokratische Konterrevolution begann, die nun schleichend die demokratischen Verfassungen sämtlicher Mitgliedstaaten aushöhlt. Die letzten Hemmungen, sich über den Volkswillen hinwegzusetzen, vergingen, als der Euro durchgepeitscht wurde. Wer verlangte, daß dies zum Thema einer öffentlichen Diskussion und zum Gegenstand einer politischen Entscheidung des Souveräns selbst zu machen sei, wurde diffamiert. Eine selbstherrliche Politikerkaste unter Führung der europäischen Regierungschefs hat sich ermächtigt, jedwede Mahnung, daß die Staatsvölker zu befragen seien, wenn es um die politische Zukunft dieser Staatsvölker geht, als ‚Populismus‘ zu verfemen. Wem die Volkssouveränität etwas bedeutet, den sollte die Beschimpfung als ‚Populist‘ mit Stolz erfüllen.“[4]

Werke

  • (Hg.): Giovanni Boccaccio. Dargestellt von Egon Flaig, Salzburg 1984
  • Angeschaute Geschichte. Zu Jacob Burckhardts „Griechische Kulturgeschichte“, Rheinfelden 1987
  • Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich, Frankfurt / New York 1992
  • Ödipus. Tragischer Vatermord im klassischen Athen, München 1998
  • Ritualisierte Politik. Zeichen, Gesten und Herrschaft im Alten Rom, Göttingen 2003
  • Essay: Djihad und Dhimmitude. Warum der Scharia-Islam gegen die Menschenrechte steht. In: moritz. Nr. 60, Dezember 2006, S. 38–42
  • Weltgeschichte der Sklaverei, Verlag C.H. Beck, München 2009 (beck’sche reihe 1884), ISBN 978-3-406-58450-3
  • Gegen den Strom: Für eine säkulare Republik Europa. Essays, zu Klampen Verlag, September 2013, ISBN 978-3866741683
  • Die Niederlage der politischen Vernunft – Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen. Verlag Dietrich zu Klampen, Springen 2017, ISBN 978-3866745353

Verweise

Gespräch mit dem Althistoriker Egon Flaig über alte und neue Sklaverei:

Fußnoten

  1. Klappentext zu Die Niederlage der politischen Vernunft – Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen
  2. 33-cabinet.png Abgerufen am 9. Februar 2017. Bei WebCite® archivieren.Thomas Schmidt: 2 Bevölkerungsaustausch in Europa (III): PerspektivenSezession, 16. Juli 2015
  3. „Diffamieren und verleumden“, Junge Freiheit, 13. Januar 2017
  4. Egon Flaig: „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“ – Überlegungen zum Zustand der europäischen Republik, Deutscher Arbeitgeber Verband e. V. (DAV), Oktober 2017