Flugkapitän

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Flugkapitän der Deutschen Lufthansa (vier Ärmel-Rang-Streifen)

Ein Flugkapitän ist ein Luftfahrzeug- bzw. Flugzeugführer und Kommandant eines Verkehrsflugzeuges. Ihm untersteht nicht nur die Gesamtverantwortung und Befehlsgewalt (Entscheidungs- und Weisungsbefugnis) innerhalb der Führerkanzel (auch: Pilotenkanzel; engl.: Cockpit), sondern im gesamten Flugzeug. Flugkapitän wird, ähnlich dem Bundeskanzler, nicht verweiblicht. Ein Flugkapitän wird mit Herr oder Frau (Flug)Käpitän angesprochen.

Erläuterung

Der Flugkapitän (als Erster Führer) einer Fluggesellschaft wird von einem Ersten Offizier (Zweiter Führer; umgangssprachlich auch Kopilot genannt) unterstützt, bei längeren Flügen auch von einem dritten Mann, dem Flugingenieur, oder bei großen Flugzeugen wie die Airbus A380 ggf. zusätzlich von einem Zweiten Offizier, so daß die Flugbesatzung (Luftfahrzeugführer) bis zu vier Personen ausmachen kann. Früher, z. B. ohne Trägheitsnavigationssystem, gehörten auch ein Funker und ein Navigator zur Besatzung. Einen Sonderfall stellt der „Senioren-Offizier“ (engl.: Senior First Officer) dar, der bei einigen Langstreckenflügen im Reiseflug die Verantwortung über das Luftfahrzeug übernimmt, wenn der Kommandant eine (gesetzlich vorgeschriebene) Pause nimmt. Dieser ist wiederum dem Ersten Offizier in der Hierarchie vorgesetzt und sitzt links von diesem auf dem Führersitz des Flugkapitäns.

Ein Passagierflugzeug besteht zusätzlich noch aus der Kabinenbesatzung (Stewardessen bzw. Flugbegleiter), die für das Wohl der Passagiere zuständig ist, aber auch den verlängerten Weisungsarm des Kommandanten darstellen. Das Luftfahrtpersonal wird komplementiert durch Bodenpersonal, d. h. technisches Personal wie z. B. im Bereich der Flugzeugwartung (z. B. Fluggerätmechaniker) und Flugdienstberater.

Die Verantwortung des Flugkapitäns für Maschine, Besatzung und Insassen endet mit dem Verlassen des Fliegers bzw. dem Betreten des Flugfeldes oder des Flughafengebäudes. Beim Durchschreiten des Flugsteiges (engl.: Gate) ist auch ein Flugkapitän weisungsgebunden, ähnlich einem Passagier mit Flugschein.

Sitz

In Starrflügelflugzeugen sitzt der Kapitän in der Regel links vom Ersten Offizier, in Hubschraubern dagegen auf der rechten Seite. In den meisten modernen Kampfflugzeugen sitzen der Flugzeugführer und der Waffensystemoffizier wegen Platzmangels hintereinander in der Führerkanzel und verständigen sich über eine Sprechanlage.

Fliegendes Personal (Gliederung)

Das fliegende Personal ist ein Teil der Belegschaft einer Fluggesellschaft und arbeitet im Wesentlichen an Bord von Flugzeugen. Es zählt zum Luftfahrtpersonal und besteht aus verschiedenen Berufen bzw. Funktionsträgern:

  • Verantwortlicher Luftfahrzeugführer: amtliche Bezeichnung im Luftfahrerschein: „Verkehrsflugzeugführer“ bzw. „Berufsflugzeugführer“; Funktionsbezeichnung: „Flugkapitän“, auch „Kommandant“
    • Flugkapitän (Langstrecke)
    • Flugkapitän (Kurzstrecke)
  • Senior Erster Offizier (nach mehreren Jahren als Erster Offizier)
  • Erster Offizier: gesetzliche deutsche Bezeichnung: „Zweiter Flugzeugführer“
  • Flugingenieur (nur in einigen Typen)
  • Flugbegleiter
  • In der Militärluftfahrt unter anderem Waffensystemoffizier, Navigator, Lademeister, Beobachter, Bordschütze, Bordfunker

Wie auch das Bodenpersonal (sofern mit Publikumskontakt) trägt das fliegende Personal in aller Regel eine Berufskleidung (Uniform).

Luftschiff- und Raumfahrt

Bei Luftschiffen ist die Bezeichnung Schiffsbesatzung für das fliegende Personal üblich, Positionen sind hier unter anderem Navigator, Zahl- oder Proviantmeister (Purser), Flugbegleiter und verschiedenes militärisches Personal. Führer des Luftschiffes ist der Luftschiffführer mit der Funktion als Flugkapitän oder Luftschiff-Kapitän.

In der Raumfahrt bezeichnet der Begriff „Schiffsbesatzung“ die Mannschaft an Bord eines bemannten Raumschiffs, wobei der verantwortliche unter den Raumfahrern Kommandant betitelt wird.

Luftschiffkapitän

Der Kommandant eines Luftschiffes wird als „Luftschiffkapitän“ bezeichnet.

Geschichte

Hanna Reitsch war weltweit der erste weibliche Flugkapitän, Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg der zweite. Bekannte männliche Flugkapitäne der Lufthansa waren u. a.:

Siehe auch

Fußnoten

  1. Harry Erhard Rother (zuweilen auch Eberhard-Harry) gehörte zu den frühen Fliegern in der Weimarer Republik. Er war u. a. ein Freund Ernst Udets und Erprobungsflieger bei der Udet Flugzeugbau GmbH, so z. B. nahm er am 19. Januar 1926 den Erstflug der U 11 „Kondor“ vor. Als Flugkapitän der Lufthansa nahm er an zahlreiche Langstreckenflüge teil. Hauptmann Rother, inzwischen zwecks Kriegsdienst wieder bei der Luftwaffe, wurde im Mai 1941 als Kapitän der 1., der Transportstaffel „Rother“ bei der Kampfgruppe z. b. V. 106. Die 1. Staffel war nach Rhodos verlegt worden und nahm an einem Spezialeinsatz zur Versorgung Aufständischer in Syrien und dem Irak teil. Dafür wurden die 10 (nach anderen Quellen 20) Langstrecken-Ju-52/3m vom Typ „g4e“ mit irakischen Hoheitszeichen versehen. Das Unternehmen unterstand dem Sonderkommandos Junck beim Sonderstab F. Die 4. Staffel/Kampfgeschwader 4 (Hauptmann Helmut Schwanhäußer) stellte neun He 111 P-4 und die 4. Staffel/Zerstörergeschwader 76 (Oberleutnant Wilhelm Hobein) steltte neun Bf 110 E-1 dem Unternehmen zur Verfügung. Die Transportstaffel „Rother“ hatte im Pendelverkehr zwischen Athen, Rhodos und Syrien zusätzlich zu den drei eingesetzten Ju 90 für Nachschub in den Irak zu sorgen. Oberst Werner Junck war am 28. Mai 1941 von Mossul nach Athen gereist, um Verstärkung und Nachschub für den Irak-Einsatz zu erwirken. An seiner Besprechung mit dem Generalstabschef der Luftwaffe, General der Flieger Hans Jeschonnek, in Athen nahm auch Hellmuth Felmy teil. Es wurde ins Auge gefaßt, ein Bataillon vom Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“ einzusetzen und den Kampf gegebenenfalls auch von Syrien aus wieder aufzunehmen. Der am 29. Mai 1941 mit sechs Ju 52/3m der Transportstaffel „Rother“ eingeflogene Nachschub kam jedoch zu spät, denn der Widerstand der Iraker war zusammengebrochen, und das Vorrücken der Engländer auf Mossul mußte befürchtet werden. Daher verlegten an diesem Tag die beiden letzten noch flugfähigen He 111 auf Befehl des Ia des Sonderkommandos Junck, Major i .G. Kurt Hentschel, mit insgesamt 16 Mann fliegendem Personal nach Aleppo. Die restlichen Luftwaffenangehörigen wurden von zwei der sechs Ju 52/3m aufgenommen und gleichfalls nach Aleppo gebracht. In Mossul blieb der zuvor so dringend benötigte Nachschub an Bomben, Munition und Ersatzteilen zurück. Auf dem Weiterflug von Aleppo nach Rhodos verlor die Transportstaffel „Rother“ am 31. Mai 1941 eine Maschine. Am 1. August 1943 wurde Major Rother zum Oberstleutnant befördert (ggf. der Reserve) und war ab dem 24. Oktober 1943 Kommandeur der Flugzeugschleuse (endmontierter Flugzeuge für den Fronteinsatz) des Luftflottenkommandos 2 auf dem Fliegerhorst in München-Riem (später Erding). Die 1943 gebaute Junkers Ju-52/3m D-ADQW erhielt von der Lufthansa den Ehrennamen „Harry Rother“, die Maschine im Linienflug zerschellte am 15. Januar 1944 an einem Berg östlich des Flughafens Belgrad-Zemun, ob durch Feindeinwirkung konnte nie geklärt werden. Die drei Besatzungsmitglieder und zwei Passagiere starben.