Felmy, Hellmuth

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Hellmuth Felmy.png

Hellmuth Felmy (Lebensrune.png 28. Mai 1885 in Berlin; Todesrune.png 14. Dezember 1965 in Darmstadt) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Armee (Pionier der Fliegertruppe), der Schutztruppe (1. Juni 1918 bis 30. Dezember 1918), der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Flieger und Kommandierender General des XXXIV. Armee-Korps im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Hauptmann Hellmuth Felmy, seit 23. August 1916 Führer der Fliegerabteilung 300 „Pascha“ in Beersheba
Fliegerabteilung 300 „Pascha“ mit Abteilungsführer Hellmuth Felmy (Mitte, sitzend, weiße Tropenuniform)

Felmy trat am 18. Oktober 1904 als Fähnrich in das Infanterie-Regiment „von der Marwitz“ (8. Pommersches) Nr. 61 ein. Nach Beförderungen am 18. August 1905 zum Leutnant und am 21. Januar 1913 zum Oberleutnant wurde er nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 24. Dezember 1914 zum Hauptmann ernannt.

Deutsche Militärmission im Osmanischen Reich

Während des Ersten Weltkrieges war Felmy Fliegeroffizier, u. a. Führer einer „Fliegerabteilung 300“, die den Beinamen „Pascha“ trug. Die Abteilung flog 1916 bis 1918 in Palästina.

Generalmajor Hellmuth Felmy (Mitte) während einer Inspektion

Zweiter Weltkrieg

Hellmuth Felmy (Mitte)
General der Flieger Hellmuth Felmy (rechts) mit den Brandenburgern Walther und Wandrey, vermutlich auf Kreta, Januar 1944. Felmy war seit dem 8. Dezember 1944 kommandierender General des XXXIV. Armeekorps, er hatte mit dem General der Infanterie Friedrich-Wilhelm Müller Posten getauscht.

Bei Kriegsbeginn war Felmy Oberbefehlshaber der Luftflotte 2, die während des Polenfeldzuges und Sitzkrieges im Westen eingesetzt war. Er wurde jedoch am 12. Januar 1940 seines Kommandos enthoben und aus der Wehrmacht entlassen, weil sich zwei zu seinem Stab gehörende Offiziere bei schlechtem Wetter verflogen hatten und mit ihrem Flugzeug in Belgien notgelandet waren (Mechelen-Zwischenfall). An Bord hatten sie Unterlagen über die geplante Westoffensive (gegen die neutralen Benelux-Staaten), die dadurch zum Teil in die Hände des Gegners gelangten. Allerdings stellte sich später heraus, daß die Vorgewarnten zwar die Unterlagen ernst nahmen und z. B. alle Brücken mit Sprengladungen versehen haben, allerdings konnten deutsche Spezialeinheiten die meisten in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1940 im Handstreich nehmen.

Nach der Ausweitung der Krieges in den Mittelmeerraum wurde Felmy wegen seiner Nahost-Erfahrung aus dem Ersten Weltkrieg (als Jagdflieger, Aufklärungsfotograf und Kommandoführer hinter feindlichen Linien) im Heer reaktiviert. Vom 23. Mai bis zum 20. Juni 1941 leitete Felmy von Griechenland aus eine sogenannte „Deutsche Militärmission nach dem Irak“ mit dem Decknamen „Sonderstab F“ (für Felmy), die über 40 Mitarbeiter (Stand Ende Mai 1941) verfügte. Ihre Aufgaben waren: die anti-britischen Militärs im Irak zu unterstützen, die dort im April durch einen Militärputsch die Macht übernommen hatten, darüber hinaus weitere anti-britische Militärs im Raum; Erfahrungen und geheime Informationen für die Wehrmacht zu sammeln.

Ende Mai 1941 traf sich Felmy mit Fritz Grobba und Joachim Ribbentrop zum Thema „Politische Vorbereitungen für die deutsche Offensive durch die arabischen Länder“. Die drei meinten, die Araber seien den Briten gegenüber feindlich gesinnt, diese ihre Haltung sei durch deutsche Radiosendungen und Flugblätter zu fördern.

Am 21. Juli 1941 nahm der „Sonderstab F“ seien Dienstbetrieb am Kap Sunion in Griechenland auf. Mit Wirkung vom 26. Juli 1941 wurde dann auch die 11. (Sonder-)Kompanie des Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“ nach Sunion verlegt als Aufbaueinheit des „Sonderverbandes 288“[1]. Am 19. August 1941 belief sich der Personalbestand (1./Sonderverband 288) auf 30 Offiziere und Beamte, 54 Unteroffiziere und Mannschaften und 28 arabische Unteroffiziere und Mannschaften. Hinzu kam die Deutsch-Arabische Lehrabteilung/Sonderverband 287.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch 150 Araber für die Verwendung beim Sonderstab überprüft wurden, bat der spätere General der Flieger Felmy das OKW vor allem um die Zuweisung „deutschblütiger Fremdenlegionäre“ mit Kenntnissen in der arabischen Welt. Daraufhin wurden 224 Fremdenlegionäre deutscher Geburt aus der französischen Levantearmee im Lager Hinzert bei Trier gemustert. Nur 46 von ihnen waren für eine Sonderverwendung geeignet. Die meisten waren nicht tropendiensttauglich. Die deutsche Waffenstillstandskommission in Wiesbaden schlug deshalb vor, auf deutsche Fremdenlegionäre anderer französischer Einheiten zurückzugreifen.[2]

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende wurde General Felmy in den Nürnberger Prozessen 1948 als „Kriegsverbrecher“ im sogenannten Geiselmord-Prozeß angeklagt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Im Zuge der intensivierten Diskussion der westdeutschen Wiederbewaffnung nach Ausbruch des Koreakrieges ab Sommer 1950 reduzierte Hochkommissar John McCloy am 31. Januar 1951 auf Empfehlung des „Advisory Board on Clemency for War Criminals“ (Peck Panel) die Haftstrafe von General Felmy auf zehn Jahre. Felmy wurde vorzeitig freigelassen; bereits am 15. Dezember 1951 verließ er die Justizvollzugsanstalt Landsberg. In Darmstadt war er später Vorsitzender der Traditionsgemeinschaft „Alte Adler e. V.“ General der Flieger a. D. Felmy ist der Vater des Schauspielers Hansjörg Felmy.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Deutsches Kaiserreich

Drittes Reich

Werke

General der Flieger Hellmuth Felmy und General der Artillerie Walter Warlimont: The Cossack Corps, US Army Historical Division, Hailer Publishing, 2007[4]

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard Weber: Hellmuth Felmy. Stationen einer militärischen Karriere, Verlag Franz Philipp Rutzen, 2010, ISBN 978-3447062992

Verweise

Fußnoten

  1. . Der „Sonderverband 288“ war eine vollmotorisierte Einheit der Wehrmacht, aufgestellt für den Einsatz im Irak, Iran und Indien. Ab Juni 1941 wurden tropentaugliche Soldaten, darunter viele Gebirgsjäger, in der Hohenlohe-Kaserne in Potsdam für die Aufstellung des Sonderverbandes 288 versammelt. Der Verband hatte die Stärke eines Regimentes, gut 2.000 Mann, war aber für einen vollkommen selbständigen Einsatz vielseitiger in seiner Waffenausrüstung und Truppenzusammenstellung. Außerdem verfügte die Einheit unter anderem über eine Sanitätskompanie mit Tropenmedizinern, 20 Araber als Übersetzer, eine fahrbare Druckerei, die arabischsprachige Flugblätter herstellen konnte, und einen Trupp für den Betrieb von Ölförderanlagen. Die Grundlage für die Aufstellung des Sonderverbandes 288 war die Weisung Nummer 32 von Adolf Hitler vom 11. Juni 1941: „Vorbereitungen für die Zeit nach Barbarossa.“ Mit „Barbarossa“ war die Eroberung der Sowjetunion (Unternehmen „Barbarossa“) gemeint. In dieser Weisung 32 ist unter anderem der „Angriff“ der Wehrmacht „durch den Iran vorgesehen“, also der Einmarsch in Indien. Dafür wurde für den Sonderverband 288 auch eine Übersetzergruppe gebildet, die indische Sprachen beherrschte.
  2. Quelle: Franz Wilhelm Seidler, Avantgarde für Europa - Ausländische Freiwillige in Wehrmacht und Waffen-SS, S. 339f.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  4. Dieses Werk ist ein Fachbuch mit den persönlichen Aufzeichnungen der beiden Generäle zu den freiwilligen Kosaken der Wehrmacht und dem Reichskommissariat Kaukasien.