Maurus, Gerda

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Gerda Maurus (1903–1968)
Rudolf Klein-Rogge und Gerda Maurus in dem Kriminalfilm „Spione“
Gerda Maurus’ Grabstein
Berlin-Zehlendorf, Städtischer Waldfriedhof

Gerda Maurus, eigentlich Gertrud Maria Pfiel (Lebensrune.png 25. August 1903 in Breitenfurt, Niederösterreich; Todesrune.png 31. Juli 1968 in Düsseldorf) war eine deutsche Schauspielerin aus Österreich, die durch ihre Auftritte in Stummfilmen zum Star wurde.

Leben

Gerda Maurus ging in Wien zur Schule, nach Noten gewertet mit „hohem“ Erfolg. Sie war nicht faul, aber ihr Interessengebiet lag ganz woanders, in dem Alter schon – es war einzig und allein und um den Preis der ganzen Welt das Theater. Eine geschenkte Theaterkarte gab den ersten Anstoß. Ihr erstes Glück versuchte sie bei einem kleinen Theaterverein mit nur dreizehn Jahren. Aber sie wollte zum richtigen Theater.

Gesegnet seien die Zeitungen, sie zeigten ihr den Weg. Das Lustspieltheater suchte „junge, gut aussehende, gesang-, tanz- und sprechbegabte Damen“, also Chormädels. Gerda Maurus hielt sich für all das, was die Annonce forderte, ging hin, sang, tanzte, sprach wie ein Wasserfall und beteuerte jedem, den sie erwischte, daß sie dabei sein müßte. Sie möchte zum Theater. Und das Wunder geschah – man wählte sie aus. Maurus erhielt einen richtigen Vertrag nebst freundlicher Ansprache des Direktors, die folgende Bedingungen aufzählte:

  1. Zöpfe aufstecken, damit man sein Haus nicht für ein Kindertheater halte,
  2. strengste Arbeitseinteilung nach Anleitung des Kapell- und Ballettmeisters, folgen, folgen, lernen, lernen.

Es klang leichter, als es sich hinterher erwies, aber – sie durfte sagen – sie hatte ihn nicht enttäuscht. Alle Lerngier, die sie nie in der Schule gezeigt hatte, entwickelte sich jetzt. Schon nach wenigen Wochen war sie die berühmteste „Einspringerin“ des Theaters, es gab bald keine Rolle mehr in dem Stück, die sie noch nicht gespielt hatte. Und von jedem einzelnen Einspringeabend erhoffte sie stets von neuem den großen Sprung zum „Solo“, aber nach ein paar Tagen wurde die andere wieder gesund, und sie mußte in den Chor zurück und alle Herrlichkeit so jäh und schnell versinken sehen, als wenn sie nie etwas anderes gewesen wäre als die „Dritte von links“. Sie konnte dieses Gefühl nicht ertragen, sie mußte weiter.

Ein Operettensoubrettenengagement in die Provinz war die neue Stufe, die zur Höhe führen sollte. Nach einer Saison kehrte sie nach Wien als Schauspielelevin zurück. Dieses Fach umfaßte zunächst winzige Stubenmädchenrollchen, die an Kleinheit nur noch eines Übertrifft – oder vielmehr unterbietet – die Gage. Dann folgte das Ischler Sommertheater, und schließlich holte man sie nach München und von da nach Nürnberg ans Intime Theater.

Man könnte dem Namen nach eine Stätte des leichten Salonspiels in ihm vermuten, aber dies war durchaus nicht so. Sie spielte ernste und schwerste Stücke. Der Bogen war für sie bis zu Ibsen, Strindberg und Shaw gespannt, große Aufgaben lockten. Und wie es nun mal so ist, man kann an Kleidung nicht so sparen, also tat man’s am Essen. Lehrjahre waren wirklich keine Herrenjahre.[1]

Ende der 1920er Jahre war Maurus auch in Berlin am Deutschen Theater engagiert.

In Berlin wurde Gerda Maurus vom Regisseur Fritz Lang entdeckt, der sie für die weibliche Hauptrolle in seinem Film „Spione“ (1928) auserkor. Sie faszinierte ihn derart, daß er die Verbindung mit seiner Partnerin und Ehefrau Thea von Harbou, die auch einige seiner Drehbücher schrieb, löste. Der Film „Spione“ bedeutete den Durchbruch für Gerda Maurus. Auch im zweiten Film von Fritz Lang, „Frau im Mond“ (1929), an der Seite von Willy Fritsch war sie erfolgreich.

Gerda Maurus spielte anschließend noch in etwa 20 Tonfilmen mit, unter anderem in „Der Dschungel ruft“ (1935), doch die ganz großen Erfolge blieben aus. Sie konzentrierte sich mehr auf die Bühnenarbeit und spielte in Berlin, Wien, München und Düsseldorf. 1937 heiratete Gerda Maurus den Regisseur Robert A. Stemmle, deren gemeinsame Tochter Philine 1943 auf die Welt kam. Während der Dritten Reiches hatte die Schauspielerin Kontakt zu Joseph Goebbels.

Nach 1945 spielte Gerda Maurus noch in drei westdeutschen Filmproduktionen mit. Darunter „Die kleine Stadt will schlafen gehen“ (1953) und zwei Fernsehproduktionen, doch an ihre früheren Erfolge konnte sie nicht mehr anknüpfen.

Wissenswertes

Filmmuseum Potsdam.jpg
  • Der eindringliche Blick, die Faszination ihrer Augen in Verbindung mit den hohen Wangenknochen ließen das Filmmuseum in Potsdam ihre Augen als Logo aufnehmen.[2]
  • Gerda Maurus gehörte zu den begehrten Zigarettensammelbildern der Serie „Gallery of Modern Beauty“ des Fabrikanten Josef Garbáty.

Filmographie

Synchronsprecher

Fußnoten