Goldenes Militär-Verdienst-Kreuz

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Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz für Soldaten der Preußischen Armee und später des Deutschen Heeres war seit dem 27. Februar 1864 die höchste militärische Auszeichnung für Mannschaften und Unteroffiziere (ohne oder mit Portepee).

Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz (seit 1793 Militär-Ehrenzeichen, 1806 als solches erneuert) wurde am 27. Februar 1864 durch König Wilhelm I. von Preußen gestiftet und erstmalig für den Deutschen Bruderkrieg verliehen. Beim „Mannschafts-Pour le Mérite“ GMVK handelte sich dabei um die höchste militärische Auszeichnung für Mannschaften und Unteroffiziere.

Erläuterung

Militär-Ehrenzeichen I. Klasse von 1848 und 1864 sowie das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz und das Militär-Ehrenzeichen II. Klasse von 1864
Miniatur
„Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz ist aus dem 1793 von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen gestifteten Preußischen Militär-Ehrenzeichen entstanden und war die höchste militärische Auszeichnung für Mannschaften und Unteroffiziere, die das Königreich zu vergeben hatte. Sie wird auch Pour le Mérite für Mannschaften und Unteroffiziere genannt und ist diesem Orden gleichgestellt. Die Stiftung erfolgte am 27. Februar 1864 durch König Wilhelm I. von Preußen. Seine Verleihung fand erstmals im Jahre 1866 an 16 Unteroffiziere und Mannschaften statt, die sich während des Krieges gegen Österreich in ganz besonders herausragender Weise durch Tapferkeit ausgezeichnet und verdient gemacht hatten. Das Ordenszeichen ist ein aus Gold (später Silber vergoldet) gefertigtes Kreuz. Im Medaillon die von einer Krone überragte und verschlungene Initiale des Stifters W R (Wilhelm Rex). Rückseitig die Inschrift KRIEGS VERDIENST und darunter zwei kleine Lorbeer- und Eichenzweige. Getragen wurde die Auszeichnung an einem schwarzen Band mit weißen Seitenstreifen. Im Ersten Weltkrieg wurde die Auszeichnung lediglich 1760-mal an deutsche Soldaten verliehen.“[1]

Die Auszeichnung wurde für vorzügliche Tapferkeit vor dem Feinde verliehen und war durchaus mit dem HalsordenBlauer Max“ vergleichbar, der allerdings aus Gründen etwaiger Standesdünkel nur an Offiziere verliehen wurde. Den Inhabern des Heeres, der Fliegertruppe und der Kaiserlichen Marine standen Ehrensold, bevorzugte Behandlung bei Börden, Militärische Ehrenbezeugung durch den Präsentiergriff und eine Trauerparade beim Tod zu.

Diese Auszeichnung wurde durch König Wilhelm I. am 27.Februar 1864 gestiftet. Das Verdienstkreuz wurde verliehen für besondere und nochmalige Verdienste und tapfere Taten. Empfangsberechtigt waren Soldaten vom Feldwebel abwärts. Es wurden die Kreuze aus verschiedenen Materialien hergestellt. Aus Gold wurde diese Auszeichnung von 1866 bis 1906 verliehen, Silber vergoldet waren die Kreuze von 1914 bis 1918 und aus Bronze vergoldet nach 1918. Die ersten Kreuze sind sehr selten da die Verleihungszahl unter 40 Stück beträgt. Im 1.Weltkrieg wurden ca. 1800 Stück verliehen. Die Fertigung aus Bronze vergoldet gehört wohl auch zu diesen Auszeichnungen und wurde erst später ausgehändigt wegen Materialknappheit. Die goldenen Kreuze tragen die Herstellerbezeichnung – H – die Silber vergoldeten – W -.[2]

Der gefallene Flugzeugführer Heinrich Ernst Schäfer (1893–1918) war der einzig bekannte Inhaber, der postum mit dem Goldenen Militär-Verdienst-Kreuz ausgezeichnet wurde. Karl Heinzmann (Lebensrune.png 6. April 1889), der letzte Inhaber des Goldenen Militär-Verdienst-Kreuzes, verstarb am 24. April 1990 im Alter von 101 Jahren. Er erhielt das GMVK am 18. Mai 1918 (640. Verleihung) als Offizier-Stellvertreter im Feld-Artillerie-Regiment (3. Badisches) Nr. 50.

Verleihungsvoraussetzungen

Die ersten Goldenen Militär-Verdienst-Kreuze wurden 1866 für die Erbeutung feindlicher Regimentsfahnen vergeben. Diese Verleihungen waren unabhängig vom Besitz des Militär-Ehrenzeichens oder einer anderen Auszeichnung. Im Ersten Weltkrieg war die Voraussetzung der Besitz der II. und I. Klasse des Eisernen Kreuzes. Bei Verübung von Straftaten konnte die Auszeichnung nachträglich wieder aberkannt werden (StGB §33).

Taten (Beispiele)

  • Eroberung einer feindlichen Truppenfahne (vor dem Ersten Weltkrieg)
  • Führung eines erfolgreichen Stoßtruppunternehmens gegen einen überlegenen Feind (meist als Gruppen- oder Zugführer, seltener als Kompanieführer)
  • Abwehr von Angriffen einer feindlichen Übermacht
  • erfolgreiche Erkundung bzw. Aufklärung hinter den feindlichen Linien
  • Rettung von Kameraden oder wertvoller Ausrüstung in feindlichem Feuer
  • Ausschaltung feindlicher Panzer oder wichtiger Maschinengewehrstellungen
  • 9 bis 20 Luftsiege als Jagdflieger
  • mindestens 150 Feindflüge als Aufklärer, Artilleriebeobachter, Infanterie- oder Kampfflieger

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurde der Orden insgesamt 1.773 mal verliehen (nur ein Soldat unter rund 7.200 Unteroffizieren und Mannschaften erhielt diesen Orden).[3] Erstmalig am 15. Oktober 1916 verliehen, wurde das zweite Militär-Verdienst-Kreuz erst am 14. Juni 1917 verliehen. 1917 sollten es dann insgesamt 53 werden. 1918 erfolgten schließlich 1.715 Verleihungen, zuletzt am 8. November 1918. Fünf der Inhaber erhielten das GMVK als Unteroffiziere und, nach ihrer Beförderung zum Leutnant der Fliegertruppe 1918, den Offiziersorden „Pour le Mérite“: Paul Bäumer, Julius Buckler, Otto Könnecke, Fritz Rumey und Karl Thom.

Tannenbergtag

Als Militärische Ehrung bekamen die Träger des Goldenen Militär-Verdienst-Kreuzes durch besonderen Erlaß im Jahre 1939 am Tannenbergtag den Charakter als Leutnant der Landwehr verliehen, sofern sie nicht bereits einen höheren Dienstgrad erreicht hatten. Trotz dieses Erlasses, der wohl nicht allen Trägern und Dienststellen bekannt war, dienten noch einige Träger im Zweiten Weltkrieg als Unteroffiziersdienstgrade in der Wehrmacht.

Inhaber mit RKdEK

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Klaus D. Patzwall (H.): Das preussische Goldene Militär-Verdienst-Kreuz, Militair-Verlag Patzwall, Norderstedt 1986 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Orden und Ehrenzeichen, Band 2)
  2. Militär-Verdienstkreuz 1864, ehrenzeichen-orden.de
  3. Goldene Militär-Verdienst-Kreuz (Fliegertruppe)