Luftstreitkräfte im Deutschen Kaiserreich

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Fliegertruppe)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tatzenkreuz (Ritterkreuz), Hoheitszeichen der Luftstreitkräfte der Königlich-Preußischen Fliegertruppe des deutschen Kaiserreiches. Ab 1916/17 kam das bekannte Balkenkreuz dazu.

Die Luftstreitkräfte im Kaiserreich (vor Oktober 1916 Fliegertruppe des deutschen Kaiserreiches, Kaiserliche Fliegertruppe oder nur Die Fliegertruppe) während des Ersten Weltkrieges bestanden aus Verbänden des Deutschen Heeres. Seeflieger und Marineluftschiffe unterstanden dagegen der Kaiserlichen Marine.

Aufstellung und Auftrag

Ansichten einer Albatros D.III mit „Lozenge-Tarnung“
Schlachtflugzeug „Hannover CL.IIIa“ der Flieger-Abteilung (A) 287 b, 1918; Die FA (A) 287 b wurde am 28.11.1916 aus der Artillerie-Fliegerabteilung 102 b aufgestellt und bestand bis Kriegsende. Führer der Abteilung war Oberleutnant Theodor Triendl, die Einheit war bayrisch (b). Zu den bekanntesten Flugzeugführern der Abteilung gehörte Heinrich Müller, späterer SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei.
Jagdstaffel „Richthofen“ beim Jagdgeschwader Nr. I (10 von Jasta 11 und 1 von Jasta 6); von links: Lt. Siegfried Gussmann, Feldwebel-Leutnant (Fwlt.) Friedrich Schubert (Jasta 6 ), Lt. Hans-Georg von der Osten, Lt. Werner Steinhäuser, Rittmeister Manfred von Richthofen, Lt. Karl Esser, Lt. Friedrich-Wilhelm Lübbert, Oblt. Hans-Helmuth von Boddien, Lt. Hans-Karl von Linsingen, Lt. Eberhard Mohnicke und Vizefeldwebel (Vzfw.) Edgar Scholtz.

1912 entstanden die Königlich-Preußische Fliegertruppe mit unterstelltem sächsischen und württembergischen Abteilung innerhalb der Preußischen Armee, dazu die Königlich Bayerische Fliegertruppe der Bayerischen Armee und schließlich die Seeflieger der Kaiserlichen Marine. Letztere wurden ebenfalls im Jahr 1913 aufgestellt und bestanden aus Marineflieger- und Marineluftschiffer-Abteilungen. Die Luftstreitkräfte bestanden von 1914 bis 1918 aus

Zu ihnen zählten die entsprechenden Einheiten des Heeres unter dem Inspekteur der Flieger (IdFlieg) unter Generalmajor Walter von Eberhardt und der Luftschiffer (IdLuft), ab dem 8. Oktober 1916 zusammengefaßt unter dem Kommandierenden General der Luftstreitkräfte (KoGenLuft). Die Einheiten der Marine unterstanden dagegen dem Reichsmarineamt. Der „KoGenLuft“ Generalleutnant Ernst von Hoeppner galt, obwohl als Kavallerist ohne bisherige Erfahrung in der Fliegerei, als „ausgezeichneter Truppenführer mit liebenswürdigem Wesen, aber von energischer Willens- und Durchsetzungskraft.“

„Dieses Buch widme ich dem Gedächtnis der deutschen Luftstreitkräfte, ihnen, die im Großen Kriege wurden, wuchsen und zu wunderbarer Wucht gediehen, ihnen, die bis zum letzten Tage des gewaltigen Ringens, unbesiegt, vom Feinde gefürchtet und bewundert, wirkten: weit über entfernten feindlichen Landen eine drohende Wolke, an allen Fronten ein scharfes Auge und ein sichernder Schild, ihnen, die einst waren und heute nicht mehr sind.“ — Ernst von Hoeppner in seinem Vorwort zu seinem Buch Deutschlands Krieg in der Luft – Ein Rückblick auf die Entwicklung und die Leistungen unserer Heeres Luftstreitkräfte im Weltkriege, 1921

Erster Weltkrieg

Flugzeuge der k. u. k. Seeflieger mit k. u. k. Kriegsflagge und deutsches Tatzenkreuz der Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg.

Im Ersten Weltkrieg kämpften die Flieger und Luftschiffer an allen Fronten (West-, Ostfront, Balkan, Italien, Dardanellen, Palästina, Kaukasus, Mesopotamien), in den Kolonien (Tsingtao, Kamerun, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika) und, gestützt auf Kriegsschiffe, als Marineflieger auf hoher See. Sie führten Luftkrieg (Krieg in der Luft, Krieg aus der Luft); die Aufklärung von Bodenzielen aus der Luft („Luftaufklärung“) beeinflußte die Kriegsführung stark und die Unterstützung der deutschen „Ritter der Lüfte“ aus der Etappe erhielt oft Vorrang.

Mit der militärischen Niederlage Ende 1918 und der Auflösung des deutschen Kaiserreiches wurden alle Flieger- und Luftschiffertruppen in Heer und Marine demobilisiert. Bis 1919 dienten einzelne Flieger und Einheiten noch in den Freikorps sowie im Baltikum (Deutsche Legion) und im Grenzschutz Ost. Entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrags (unter Protest von den Deutschen am 28. Juni 1919 unterzeichnet) kam die Militärluftfahrt in Deutschland ab 1919 zum Erliegen. Das verbliebene Material mußte an die Alliierten abgeliefert, verkauft oder verschrottet werden.

Flugzeugmarkierungen und -anstriche

Die Flugzeuge hatten bei Kriegsbeginn meist keinerlei Tarnanstrich, sondern waren mit beigem oder später feldgrauem Leinen bespannt. Außerdem experimentierte man 1915 mit transparenter Verkleidung, um das Flugzeug am Himmel schwerer erkennbar zu machen. Werksseitig erhielten die Flugzeuge 1915/16 braun-grüne, ab 1916 auch violett-grüne Tarnanstriche. Im Laufe des Jahres 1917 setzte sich allerdings die Rauten- oder „Lozenge-Tarnung“ durch, ein regel- oder unregelmäßiges Muster aus verschiedenfarbenen Sechsecken von oben in dunklen oder an der Flugzeugunterseite in hellen Farbtönen.

Daneben führte das Bedürfnis, mit seiner Maschine für die Kameraden auch im Einsatz erkennbar zu sein, zu einer oft bunten Vielfalt an individuellen und zum Teil sehr kunstvollen Markierungen und Kennzeichen; am bekanntesten sind die des Jagdfliegers Manfred von Richthofen, der von den Alliierten wegen seiner stets rot bemalten Maschinen als „Roter Baron“ oder „Le Diable Rouge“ („Roter Teufel“) gefürchtet und dessen rotbunte Jagdstaffel als „Richthofen’s Flying Circus“ (Der Fliegende Zirkus) bekannt wurde.

Ganze Staffeln gingen nach dem Vorbild der roten Kampfflieger der Jasta 11 dazu über, ihre Maschinen mit einheitlichen Farben und individuell nach Flugzeugführer unterschiedlichen Symbolen zu bemalen. So bemalte das JG 1 die Rümpfe seiner Maschinen rot, das JG 2 blau. Das erleichterte die Führung geschlossener Verbände in der Luft und steigerte den Einsatzmut der militärischen Flieger, denn Freund und mitunter auch Feind wußten nun genau, wer im Luftgefecht wagemutig angriff oder „feige ausbüxte“. Zudem konnte eine abgestürzte Maschine rasch aus der Luft erkannt werden, was die Suche vermißter Kameraden erleichterte.

An den Rumpfseiten oder dem Seitensteuer wurden eindeutige Markierungen angebracht, die aus Herstellernamen, Verwendungszweck, Seriennummer und Baujahr bestanden. So bedeutete die Markierung Fok Dr.I 425/17, daß es sich um einen Fokker Dreidecker mit der Nummer 425 aus dem Jahr 1917, während bei einer Fok D.VII (Alb) 5147/18 es sich um eine in Lizenz von Albatros hergestellte Maschine aus dem Jahr 1918 handelte.

Jagdstaffel (JaSta)

Jasta-Rotte (Rottenführer und Rottenflieger) mit Pfalz-Jäger D.IIIa

In den Wochen vor der Somme-Offensive 1916 wurde von dem deutschen Oberkommando bemerkt, daß die Luft-Vorherrschaft der so erfolgreichen „Kampf-Einsitzer-Kommandos“ (KEK) allmählich verlorenging. Es mußte also dringend eine Reorganisierung stattfinden. Oswald Boelcke schlug in einer Denkschrift (Dicta „Boelcke“) daraufhin vor, die Kampfeinsitzer in größeren Einheiten zusammenzufassen, den Jagdstaffeln, die über reine Begleitschutz- und Sicherungsaufträge hinausgehend systematisch Feindflugzeuge angreifen und abschießen sollten. Diese als Jastas (auch: JaStas) bekannten Einheiten sollten kleiner als die britischen Jagdfliegerstaffeln (Squadrons) oder die französischen Escadrilles sein, aber trotzdem das Äquivalent dieser Einheiten in der Kaiserlichen Fliegertruppe darstellen. Es sollten selbständige Einheiten mit bis zu 18 Flugzeugen werden.

So erhielt Oswald Boelcke auf Betreiben des Chefs des Feldflugwesens Hermann von der Lieth-Thomsen den Auftrag, fronterfahrene Flugzeugführer aus verschiedenen Einheiten auszuwählen. Er stellte die Jagdstaffel (Jasta) 2 auf, der aus der Türkei zurückgekehrte Hans-Joachim Buddecke bildete aus dem KEK Vaux die Jasta 4. Zwischen dem 25. und 28. August 1916 starteten weitere fünf Jagdstaffeln zum Einsatz, jeweils mit Kampfdoppeldeckern der Typen Albatros, Halberstadt und Fokker ausgerüstet.

„Der gewaltigen Schaffenskraft des Obersten Thomsen hat Deutschland zu verdanken, wenn sich während des Krieges unsere Luftstreitkräfte immer weiter erfolgreich entwickelten.“Erich Ludendorff in seinen „Kriegserinnerungen"

Boelcke übte mit seinen Flugzeugführern systematisch den Einsatz in geschlossener Formation, in Rotte, Kette, Schwarm und dem Staffelkeil, der sich bald als klassische Kampfformation für Jagdfliegerverbände herausbildete. Als er am 18. September 1916 die Staffel erstmals über Achiet-le-Petit über dem Schlachtfeld der Somme in den Einsatz führte, meldete der Heeresbericht zehn Abschüsse. Der Heeresbericht vom 24. September 1916 meldete bereits 24 Abschüsse unter besonderer Nennung der Jagdflieger Buddecke, Höhndorf und auch Kurt Wintgens, der bereits am nächsten Tag nach 18 Luftsiegen fiel.

Die Jastas brachten weitere, noch erfolgreichere Jagdflieger hervor, darunter Manfred von Richthofen mit 80, Ernst Udet mit 62 Luftsiegen, Erich Loewenhardt mit 53, Werner Voß mit 48, Fritz Rumey mit 45 sowie Bruno Loerzer und Rudolf Berthold mit 44, Paul Bäumer mit 43, Josef Jacobs mit 41 sowie Oswald Boelcke, Lothar von Richthofen und Franz Büchner mit 40 Luftsiegen.

61 deutsche Jagdflieger erhielten die höchste Kriegsauszeichnung „Pour-le-Mérite“, 25 davon sollten noch während des Krieges fallen. Auch Oswald Boelcke, der als Lehrmeister in Theorie und Praxis die Einsatzgrundsätze der Jagdfliegerei herausgebildet hatte, fiel während eines Einsatzfluges am 28. Oktober 1916 dem tragischen Zusammenstoß mit der Maschine seines Staffelkameraden Leutnant Erwin Böhme zum Opfer.

Überblick der Jasta-Bildung

Die Jastas wurden im August und September 1916 gebildet. Aufgrund des großen Erfolges dieser neuen Formationen erhöhte sich ihre Zahl bis Dezember auf 36. Im April 1917 wurden auf deutscher Seite die ersten Kampffliegergruppen zusammengestellt, die die Jastas 3, 4, 11 und 33 in einer einzigen Kampffliegereinheit vereinte. Diese Konzentration von Kampf-Jastas wurde später zu einem permanenten „Jagdgeschwader“. Das später im Juni 1917 wieder von Manfred von Richthofen kommandierte Jagdgeschwader 1 wurde dann aus den Jastas 4, 6, 10 und 11 gebildet.

Gliederung und Einsatz der deutschen Heeres-Luftstreitkräfte

Grundgliederung August 1914 bis November 1918

Oswald Boelcke, gefallen Oktober 1916, gilt noch heute als Lehrmeister der deutschen Jagdflieger
Formation:  Bezeichnung Auftrag Aug. 14 Feb. 15 Okt. 15 Apr. 16 Juni 17 März 18 Juli 18 Nov. 18
Jagdflieger
KEK:  Kampfeinsitzerkommando Jagd- und Begleitschutz 3
Jasta:  Jagdstaffel Jagd- und Begleitschutz 37 80 80 81
Kesta:  Kampfeinsitzerstaffel Abfangjagd (Heimatschutz) 10 10 11
Aufklärungsflieger
FFA, später FA:  Feldfliegerabteilung/Fliegerabteilung Aufklärung 33 61 80 81 48 47 53 39
FstFA:  Festungsfliegerabteilung Aufklärung 7,5 4
AFA, später FA (A):  Fliegerabteilung (Artillerie) Artilleriebeobachtung 8 27 96 98 98 93
Schlachtflieger
Schusta:  Schutzstaffel Luftnahunterstützung, Begleitschutz 30
Schlasta:  Schlachtstaffel Schlachteinsätze (Luftnahunterstützung) 38 43 43
Bombenflieger
BA:  „Brieftaubenabteilung“ (Tarnbezeichnung!) taktische Bomber 1 2
Kasta:  Kampfstaffel taktische Jagdbomber 6
Kagohl:  Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung taktische Jagdbomber 5 4
Bogohl:  Bombengeschwader der Obersten Heeresleitung strat. Langstreckenbomber 7 8 8
RFA:  Riesenflugzeugabteilung strat. Langstreckenbomber 2 2 2 2 1

Daneben bestanden bei Waffenstillstand 1918

  • 7 Reihenbildzüge (RBZ),
  • 21 Armeeflugparks (AFP),
  • 2 Jagdstaffelschulen (JastaSch),
  • 1 Schlachtstaffelschule,
  • Fliegerschießschule Asch,
  • Artillerie-Fliegerschule Ost I und II,

und zahlreiche Ausbildungseinrichtungen und Spezialverbände.

Die Fliegerabteilungen verfügten über sechs, die Festungsfliegerabteilungen zunächst nur über vier Flugzeuge. Die Stärke der Jagdstaffeln variierte; grundsätzlich verfügte eine Staffel über 14 Flugzeugführer und Flugzeuge sowie vier Reservemaschinen.

Die Luftschifferabteilungen verfügten über 3–5 Ballonzüge, jeder davon mit einem Fesselballon plus einem in Reserve. Die Ballonbeobachter verfügten über Feldfernsprecher vom Typ Telefunken und Gewehre zur Selbstverteidigung.

Gefechtsauftrag

Auftrag und Einsatzgrundsätze für Luftschiffer sowie Feld- und Festungsflieger waren bei Kriegsbeginn nur wenig beschrieben. Als Kernaufgabe der Flieger galt zunächst die taktische Aufklärung, zum Teil auch die Erkundung von Geländeabschnitten und die Verbindungsaufnahme zwischen Gefechtsständen, die der Luftschifftruppe war die weiträumigere Aufklärung und der Bombenwurf.

Marineflieger

Die fünf erfolgreichsten Flieger der Jagdstaffel Richthofen – von links nach rechts: Sebastian Festner (gefallen im April 1917), Karl-Emil Schäfer (gefallen im Juni 1917), Manfred von Richthofen (gefallen im April 1918), Lothar von Richthofen (abgestürzt 1922) und Kurt Wolff (gefallen im September 1917).

Die Kaiserliche Marine verfügte über folgende Fliegerkräfte:

Bezeichnung  Standort
Seeflugstation (Nordsee)  Helgoland
Seeflugstation (Nordsee)  Borkum
Seeflugstation (Nordsee) Norderney
Seeflugstation (Nordsee)  List
Seeflugstation (Nordsee)  Tondern
Seeflugstation (Ostsee)  Holtenau
Seeflugstation (Ostsee)  Putzig
Seeflugstation (Marine Korps)  Zeebrügge
1. Marine-Feldflieger-Abteilung   Ghistelle
2. Marine-Feldflieger-Abteilung   Mele
Küstenfliegerstaffel I  
Küstenfliegerstaffel II  

Jagdflugzeuge (E-, D-, Dr.-Typen)

Einen Durchbruch in der Jagdfliegerei erzielte Deutschland 1915 mit den Kampfeindeckern mit synchronisiertem MG. Nachdem Anfang 1915 ein LVG E.I-Eindecker mit synchronisiertem MG auf dem Weg zur Fronterprobung zu Bruch gegangen war, griff Fokker die Idee auf und lieferte Jagdeindecker, die an der Front dringend benötigt wurden.

Kampfeinsitzer im Einsatz 1915/16

Fokker  E.I 56
Fokker  E.II 23
Fokker  E.III 258
Pfalz  E.I 74
Pfalz  E.II 80
Pfalz  E.III 20
Pfalz  E.IV 24
Pfalz  E.V 20
Pfalz  E.VI 20
Hanuschke  E.I 6
Junkers  E.I 6
Siemens-Schuckert  E.I 20
Siemens-Schuckert  E.III 6
Gesamt  653

Klassifizierung

Fokker Eindecker III (E.III), moderner, vollflugfähiger Nachbau

Die für die Heeresflieger zuständige Inspektion der Fliegertruppen (IdFlieg) teilte die von den Luftstreitkräften verwendeten Flugzeugtypen in definierte Gruppen ein. Im Ersten Weltkrieg wurden für die Luftstreitkräfte produziert:[1]

Typ Einsatzzweck 1914 1915 1916 1917 1918 Gesamt Bemerkung
A Aufklärungsflugzeug 294 13 22 0 0 329 Unbewaffnete Eindecker; nach 1914 nur noch als Schulflugzeuge verwendet
B Aufklärungsflugzeug 1.054 1.312 440 2.993 25 5.824 Unbewaffnete Doppeldecker; nach 1915 nur noch als Schulflugzeuge
C Aufklärungsflugzeug 0 2.674 4.726 10.337 7.320 25.057 Bewaffnete, einmotorige, zweisitzige Doppeldecker, ab 1915 im Fronteinsatz als Mehrzweckflugzeuge
Cl Schlachtflugzeug 0 0 0 leichtere Variante der C-Flugzeuge, ab 1917 im Fronteinsatz als Begleitjäger und Schlachtflugzeuge
D Jagddoppeldecker 0 1 2.129 4.945 5.132 12.207 Bewaffnete, einmotorige, einsitzige Doppeldecker, ab 1916 im Fronteinsatz
DJ (auch PE) Schlachtflugzeug 0 0 0 12.207 Mischung D- und J-Typ, einmotoriger, einsitziger Erdkampfdoppeldecker AEG DJ.I
Dr (F) Jagddreidecker 0 0 0 338 1 339 vor allem Fokker Dr.I
E Jagdeindecker 0 347 300 0 381 1.028 vor allem Fokker E und Pfalz E
ClS Schlachtflugzeug 0 0 0 0 Mischung zwischen J- und Cl-Flugzeug, nur Halberstadt CLS.I
S Schlachtflugzeug 0 0 0 0 2 2 nur Ago S.I
J Schlachtflugzeug 0 0 0 450 463 913 gepanzertes Infanterieflugzeug, vor allem Junkers J.I
G (auch K) Großflugzeug 0 185 465 589 789 2.028 Bewaffnete, zweimotorige, mehrsitzige Bomber
Gl Großflugzeug 0 185 465 589 789 2.028 leichtere Variante des G-Flugzeugs
R (VGO) Riesenflugzeug 0 - - - - - Bewaffnete, mehrmotorige, überschwere Bomber, ab 1916 im Einsatz
N Nachtbomber 0 0 100 94 10 913 modifiziertes C-Flugzeug, vor allem Sablatnig N.I
Gesamt 1.348 4.532 8.132 19.646 14.123 47.831

Nach dieser Klassifizierung wurden auch die Seriennummern der Flugzeuge vergeben: Hersteller (Abkürzung), ggfs. Lizenzhersteller, Verwendungszweck, Serie, Fabrikationsnummer, Baujahr, so bezeichnet z. B.[2] Fok. (Alb.) D.VII 5147/18 eine Fokker D.VII, gebaut von Albatros, mit der laufenden Nummer 5147 aus dem Jahr 1918.

Gruppeneinteilung

Angelehnt an das System des Heeres nahm die Kaiserliche Marine folgende Gruppeneinteilung für ihre Seefliegerkräfte vor:[3]

Typ Einsatzzweck 1914 1915 1916 1917 1918 Gesamt Bemerkung
B Aufklärungsflugzeug Unbewaffnetes zweisitziges Schwimmerflugzeug
B FT Aufklärungsflugzeug B-Flugzeug mit FT-Sender
H FT Aufklärungsflugzeug B-Flugzeug mit FT-Sender und Empfänger
C einmotorige, zweisitzige Schwimmerflugzeuge mit MG
C 2 MG einmotorige, zweisitzige Schwimmerflugzeuge mit einem starren und einem beweglichen MG
C 3 MG einmotorige, zweisitzige Schwimmerflugzeuge mit zwei starren und einem beweglichen MG
C HFT C-Flugzeug mit FT-Sender und Empfänger
E einsitziges Flugboot mit starren MGs
ED einsitziges Schwimmerflugzeug mit starren MGs
G Großflugzeug zweimotoriges Großflugzeug
T Torpedoflugzeug Torpedo-Seeflugzeug
R (Rs) Riesenflugzeug mehrmotoriges Riesenflugzeug oder Riesenflugboot
Gesamt

Abkürzungen

Max Immelmann, als „Adler von Lille“ einer der ersten deutschen Jagdflieger, gefallen im Sommer 1916
Zwölf Flieger des Ersten Weltkrieges und Träger des Pour le Mérite.
  • AFlA – Artillerieflieger-Abteilung
  • AFS – Artillerieflieger-Schule
  • AFP – Armee-Flug-Park
  • BAO – Brieftaubenabteilung Ostende
  • BAM – Brieftaubenabteilung Metz
  • BZ – Ballonzug
  • Bogohl/BG – Bombengeschwader
  • Bosta – Bomberstaffel
  • Et – Etappe
  • FFA – Feldflieger-Abteilung
  • FLA – Feldluftschiffer-Abteilung
  • FFA – Festungsflieger-Abteilung
  • FlAbt, FA – Flieger-Abteilung
  • FA(A) – Flieger-Abteilung (Artillerie)
  • FlgBtl – Flieger-Bataillon
  • FBS – Fliegerbeobachter-Schule
  • FEA – Fliegerersatz-Abteilung
  • FS – Fliegerschule
  • FT – Funk-Telegraf
  • Grufl – Gruppenführer der Flieger
  • Idflieg – Inspekteur der Fliegertruppe
  • IdLuft – Inspekteur der Luftschiffertruppe
  • JG – Jagdgeschwader
  • Jasta – Jagdstaffel
  • JastaSch – Jagdstaffel-Schule
  • KEK – Kampfeinsitzerkommando
  • Kest, Kesta – Kampfeinsitzerstaffel
  • Kagohl/KG – Kampfgeschwader
  • Kasta – Kampfstaffel
  • Kofl/Stofl – Kommandeur der Flieger/Stabsoffizier der Flieger
  • Kogenluft – Kommandierender General der Luftstreitkräfte
  • Lb – Luftbild
  • LsBtl – Luftschiffer-Bataillon
  • RA, RFlA – Riesenflugzeugabteilung
  • RBZ – Reihenbildzug
  • Schlasta – Schlachtstaffel
  • Schusta – Schutzstaffel

Siehe auch

Literatur

  • Das fliegende Schwert! Wesen, Bedeutung und Taten der deutschen Luftflotte in Wort und Bild, 1917 (Netzbuch)
  • 96-book.png PDF Georg Paul Neumann: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege, 1920 Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • 96-book.png PDF Rumpler-Werke: Rumpler – Zehn Jahre Deutsche Flugtechnik, 1919 Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Taschenbuch der Luftflotten 1915 (Netzbuch)
  • Rolf Roeingh: Flieger des ersten Weltkrieges, Heft 2, 1941 (PDF-Datei)
  • Hugo von Waldeyer-Hartz: Ran an den Feind. Seeschlachten und Fliegerkämpfe im Weltkriege 1914/15. Mit mehrfarb. Umschlagbild von Willy Stoewer u. mehrfarb. Innenbildern von Hans Bohrdt, Jugendhort-Verlag, Berlin 1915, in Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft zur Verbreitung guter Jugendschriften und Bücher (PDF-Datei)
  • Abbildungen deutscher und feindlicher Flugzeuge, 1918 (Netzbuch)

Englischsprachig

Fußnoten

  1. Olaf Gröhler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der DDR, Berlin 1981
  2. Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–1918, Lehmanns-Verlag, München 1958, S. 12
  3. Günter Kroschel / Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918, Lohse-Eissing-Verlag Wilhelmshaven 1977, ISBN 3920602188