Dreßler-Andreß, Horst

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Horst Dreßler-Andreß (1899–1979)
Horst Dressler-Andress
Horst Dressler-Andress

Horst Dreßler-Andreß (Lebensrune.png 8. April 1899 in Zeitz; Todesrune.png 19. Dezember 1979 in Berlin) war ein deutscher Regisseur, Politiker der NSDAP und Präsident der Reichsrundfunkkammer im Dritten Reich.

Leben

Horst Dreßler-Andreß wurde am 8. April 1899 in Zeitz aus einer einfachen Handwerkerfamilie geboren und besuchte die Volksschule, war dann Handarbeiter, Musiker und schließlich Schauspieler. Er war Teilnehmer am Ersten Weltkrieg. Er schloß sich dem nationalen Kampfbund Jungdeutscher Orden an und wurde am 1. Mai 1930 Mitglied der NSDAP, in der er die Gruppe der „Künstler und geistiger Arbeiter“ schuf und Chef des Rundfunkwesens im Nationalsozialismus wurde. Nach 1933 war er Ministerialrat im Propagandaministerium von Joseph Goebbels. Von 1933 bis 1937 war er Präsident der Reichsrundfunkkammer. Später wirkte er als Führer des Reichsamtes Kraft durch Freude und war im Zweiten Weltkrieg Propagandaleiter in den Ostgebieten. Zudem betreute den Aufbau der NSDAP in Galizien.

Drittes Reich

So führte ihn dann sein Weg in das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und an der Spitze des deutschen Rundfunks, den er als Leiter der Abteilung Rundfunk des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Schon bevor der ständische Aufbau durch die Bildung der Reichskulturkammer allgemein durchgeführt wurde, gründete Horst Dreßler-Andreß die Nationalsozialistische Rundfunkkammer e. V., in der er Hörer, Industrie, Einzelhandel, Rundfunkpresse, Rundfunkkritiker und die am Rundfunk sonst beteiligten geistigen und technischen Kräfte zusammenfasste. Nach der Eingliederung der Nationalsozialistischen Rundfunkkammer e. V. in die Reichskulturkammer wurde er zum Präsidenten dieser Kammer ernannt. Sein Wirken wurde am besten gekennzeichnet durch den Tätigkeitsbericht, den er am Tage des einjährigen Bestehens des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda geben konnte. Da hieß es:

„Ihr viel die schwere Aufgabe zu, die Überorganisation des ehemaligen Rundfunks zu beseitigen und nach einer grundlegenden Personalerneuerung den Rundfunk nach nationalsozialistischen Grundsätzen vollkommen neu aufzubauen. (…) Die Abteilung hat Rundfunkaufgaben von einem nie gekannten Ausmaß durchgeführt, insbesondere am 1. Mai und am 1. Oktober, auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg sowie bei der Übertragung der großen Rede des Führers am 10. November 1933 in allen deutschen Betrieben. Die Förderung des „Volksempfängers“, von dem bereits über 600.000 Stück verkauft sind und die Erhöhung der Zahl der Rundfunkteilnehmer von 4,3 Millionen am 1. Januar 1933 auf 5,3 Millionen am 1. Februar 1934 sind wohl der sicherste zahlenmäßige Gradmesser für Arbeit und Wirken dieser Abteilung.“

Die enge Zusammenarbeit mit der Funkwarteorganisation der NSDAP und dem Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer, durch die dem Rundfunk ein viel engere Kontakt mit dem Volke ermöglicht wurde, als es bei dem alten Rundfunk der Fall war, kam dem Aufbauwerk der von Ministerialrat Dreßler-Andreß geleiteten Abteilung sehr zustatten. Die Reichsrundfunkkammer wurde allerdings bereits am 28. Oktober 1939 aufgelöst. Zusätzlich war Dreßler-Andreß zwischen 1934 und 1938 Amtsleiter in der „NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude“. Nach der Auflösung seines Amtes wurde er in verschiedenen Arbeitsbereichen der NSDAP im Generalgouvernement Polen eingesetzt. So war er ab 1941 Leiter des Führungsamtes beim Arbeitsbereich II in Krakau, und übernahm hier zeitweise auch das Amt des Propagandaleiters, vor allem in den letzten Monaten des Krieges im Distrikt Lublin.

Chronologie

  • 1.4.1933 bis 14.6.1933 1. Referent in der Abteilung III (Rundfunk) im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP)
  • 15.6.1933 bis 19.3.1937 Leiter der Abteilung III (Rundfunk) im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie Leiter der Abteilung Rundfunk in der Reichsleitung der NSDAP
  • 15.11.1933 bis 19.3.1937 Präsident der Reichsrundfunkkammer und Mitglied des Reichskulturrates
  • 13.7.1934 bis 1938 Reichsamtsleiter des Haupt-Arbeitsgebietes 5 der DAF und Amtsleiter des Amtes NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ in der DAF
  • 20.4.1936 zum Ministerialrat befördert
  • 19.3.1937 bis 18.10.1938 Leiter der Abteilung XI (volkskulturelle Arbeit) im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
  • 2.10.1940 bis 15.4.1941 Leiter der Abteilung „Volksaufklärung und Propaganda“ in Lublin
  • 16.4.1941 bis 1943 Referent in der Hauptabteilung „Volksaufklärung und Propaganda“ in der Regierung des Generalgouvernements (Krakau)
  • 1941 bis 1943 Leiter des Führungsamtes II der NSDAP im Arbeitsbereich Generalgouvernement (Krakau)
  • 1943 bis Januar 1945 Leiter der Abteilung „Propaganda“ der NSDAP beim Distrikt Krakau

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurde er zwischen 1945 und 1948 im Speziallager Nr. 2 in Buchenwald interniert, ehe nach gerichtlicher Untersuchung am 1. März 1948 der Freispruch erfolgte. Anschließend nahm Dreßler-Andreß seine Tätigkeit als Regisseur und Schauspieler wieder auf. Vor allem in Eisenach trat er vermehrt auf die Bühne. Dennoch engagierte er sich nach wie vor politisch, indem er maßgeblich am Aufbau der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD) in der Sowjetischen Besatzungszone tätig war. Auch war er Mitglied im Hauptvorstand der NDPD. Er betreute die Rundfunkabteilung der Partei und wurde Oberspielleiter der Bühnen von Meiningen (1962) und Regisseur in Eisenhüttenstadt (1964).[1] Am 1. April 1964 ging Dreßler-Andreß in Rente.

Werke

  • Der Rundfunk - das Verkündigungsmittel der nationalsozialistischen Weltanschauung.,In: Hör mit mir., 1934, 5 Jg., Nr. 10
  • Arbeit und Kunst. Hochwart Verl. Junker, Berlin, 1935
  • Die Reichsrundfunkkammer. Junker u. Dünnhaupt, Berlin, 1935
  • Die Freizeitgestaltung in Deutschland. Braun, Karlsruhe, 1936
  • Drei Jahre Nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. Reichsdruckerei, Berlin, 1936
  • Die kulturelle Mission der Freizeitgestaltung. Reichsdruckerei, Berlin, 1936

Verweise

Fußnoten