Reichskulturkammer

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Aufbau der Reichskulturkammer

Die Reichskulturkammer (RKK) war eine am 22. September 1933 auf Betreiben des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels durch das Reichskulturkammergesetz (RGBl. I, S. 661) und die Durchführungsverordnung vom 1. November und 9. November 1933 gegründete Institution, zuständig für die berufsständische Zusammenfassung und Gliederung aller Kulturschaffenden im Deutschen Reich in Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Reichskulturkammer hatte ihren Sitz in Berlin. Während die Verwaltung gemeinsam mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda am Wilhelmplatz 8/9 untergebracht war, verteilten sich die übrigen Kammern und Verbände über zahlreiche Dienstsitze im gesamten Stadtgebiet.

Gründung

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Die RKK wurde im September 1933 nicht als Umsetzung eines langfristigen Plans zur Kontrolle der deutschen Künstlerschaft gegründet, vielmehr schuf Goebbels eine berufsständische Dachorganisation mit Zwangsmitgliedschaft für alle im Kulturbereich tätigen Deutschen als Maßnahme zur Abwehr der Kontrollansprüche der von Robert Ley geführten Deutschen Arbeitsfront (DAF). Diese war im Sommer 1933 bestrebt, die Zwangsmitgliedschaft in der DAF auch auf die Künstlerinnen und Künstler auszudehnen. Die RKK war für Joseph Goebbels ein Ausweg, dem drohenden Verlust kulturpolitischer Kompetenzen zu entgehen.

Aufbau und Leitung

Den Vorsitz übernahm Goebbels selbst als Präsident. Die Reichskulturkammer untergliederte sich in sieben Einzelkammern:

Vizepräsident der Reichskulturkammer war Walther Funk und der zweite Vizepräsident war Leopold Gutterer. Die Sekretäre waren Karl Hanke und Werner Naumann. Sie machen auch die besonders enge Verflechtung mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erkennbar, denn alle Vizepräsidenten der RKK waren zugleich auch Staatssekretäre des RMVP.

Als Geschäftsführer – auch Reichskulturwalter genannt – der RKK fungierten unter anderem Hans Schmidt-Leonhardt, Franz Moraller und Hans Hinkel. Letzterer wurde von Goebbels mit dem Sonderauftrag zur „Entjudung des deutschen Kulturlebens“ berufen.

Der Präsident des RKK ernannte die Präsidenten der Einzelkammern, die einen Beirat, den Reichskulturrat, bildeten, und berief Mitglieder des 1935 errichteten Reichskultursenats. Die in den Reichskultursenat berufenen Persönlichkeiten repräsentierten den zeitgenössischen Kunst- und Kulturwillen der Nation. Den Präsidenten der Einzelkammern stand ein Präsidialrat zur Seite.

Aufgaben

Das Hauptziel der Reichskulturkammer war die staatliche Organisation und Überwachung bzw. Kontrolle der Kultur. Demnach diente die Reichskulturkammer der Gleichschaltung der Kultur, um alle gesellschaftlichen Bereiche zu kontrollieren. Wer Kunst- und im weitesten Sinne Kulturschaffender war, mußte der jeweils für ihn zuständigen Einzelkammer angehören. Wer keinen Ariernachweis erbringen konnte, wurde nicht aufgenommen oder, soweit er schon einer Kammer angehörte, wieder ausgeschlossen. Dies kam einem Berufsverbot gleich, das in erster Linie jüdische Kulturschaffende, aber auch solche Künstler betraf, die Entartete Kunst produzierten und von Goebbels als „Kulturbolschewisten“ bezeichnet wurden.

Zeitgenössische Publikationen

  • Hans Hinkel: Handbuch der Reichskulturkammer. Berlin: Deutscher Verlag für Politik und Wirtschaft 1937.
  • Hans Schmidt-Leonhardt: Die Reichskulturkammer. Berlin/Wien 1936.
  • Karl-Friedrich Schrieber u.a. (Hg.): Das Recht der Reichskulturkammer. Sammlung der für den Kulturstand geltenden Gesetze und Verordnungen, der amtlichen Anordnungen und Bekanntmachungen der Reichskulturkammer und ihrer Einzelkammern. 2 Bände. Berlin: Verlag Walter de Gruyter & Co. 1943.
Reichskulturkammer
Schrifttum Film Musik Theater Presse Bildende Künste Rundfunk (bis 1939)