Ludwig XIV.

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Der französische König Ludwig XIV., Gemälde von 1701
Wappen des Königs von Frankreich und Navarra

Ludwig XIV. (frz. Louis XIV, Louis le Grand), geb. am 5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye, gest. am 1. September 1715 in Versailles, Sohn Ludwigs XIII. und Annas von Österreich, war König von Frankreich und Navarra. Bekannt ist er auch unter seinem Beinamen „der Sonnenkönig“ (frz. le Roi-Soleil).

Leben und Wirken

Mit dem Tode seines Vaters (14. Mai 1643) riß die Mutter die Regentschaft an sich und erhob Mazarin zu ihrem Minister. Noch während der Unterhandlung des Westfälischen Friedens zum Ende des Dreißigjährigen Krieges begannen die mit dem Parlament verbundenen, von Spanien unterstützten Adligen die Unruhen der Fronde, welche erste mit der Unterwerfung Condés und dem Pyrenäischen Frieden 1659 völlig endeten.

Der Gewinn, den Frankreich anscheinend aus diesem Vertrage zog, war die am 9. Juni 1660 vollzogene Vermählung Ludwigs mit der Infantin Maria Theresia, der Tochter Philipps IV. Damals erregte der junge, den Frauen und üppigen Festen ergebene, in Erziehung und Bildung verwahrloste König keine großen Erwartungen. Aber kaum war Mazarin gestorben (9. März 1661), so trat er selbstständig als Lenker seines Staates auf.

Wohl zog auch er die Kräfte heran, welche die Regierung hielten, die Colbert, Vauban, die Letelliers, Lyonne, aber einen Minister-Regent, wie Richelieu und Mazarin duldete er nicht mehr, vielmehr war er selbst der Erbe der beiden Kardinäle. In diesem Sinne hat man das Wort, das ihm in den Mund gelegt wird, aufzufassen: «L'Etat, c'est moi» (dt. Der Staat bin ich).

Kaum war der Staat durch Colbert, das Heer durch die Letelliers organisiert, so machte Ludwig XIV. die entwickelte Macht nach außen geltend, zunächst in den Etikettenstreitigkeiten mit Spanien und dem Papst. Nach dem Tode Philipps IV. erhob er als dessen Schwiegersohn unter dem Vorwande des Rechts der Devolution Ansprüche auf einen Teil der spanischen Niederlande. Er brach im Mai 1667 mit starker Kriegsmacht unter Turennes Kommando über die Grenze, eroberte viele Plätze, im Winter die ganze Freigrafschaft (Franche-Comté), und würde sich der gesamten Niederlande bemächtigt haben, hätte ihm nicht die Triple-Allianz zwischen England, den Generalstaaten und Schweden Halt geboten. Der am 2. Mai 1668 in Aachen geschlossene Westfälische Frieden ließ Französisch-Flandern und eine Reihe Grenzplätze in seinen Händen.

Die Niederlande hatten sich Ludwig XIV. jetzt zum leidenschaftlichsten Feind gemacht. Er gewann Karl II. von England, schloß Bündnisse mit den deutschen Reichsfürsten und hielt Kaiser Leopold I. durch einen geheimen, schon zu Neujahr 1668 geschlossenen Teilungsvertrag für die spanische Erbschaft abseits. Nachdem er 1670 dem Verbündeten der Generalstaaten, Herzog Karl IV. von Lothringen, das Land entrissen hatte, drang er im Mai 1672 mit Condé und Turenne in die Niederlande ein, eroberte binnen sechs Wochen die Hälfte der Provinzen und überließ dem Herzog von Luxemburg die Verheerung derselben. Zugleich mußte eine französische Flotte, mit der englischen vereinigt, die Niederländer zur See bekämpfen. Im folgenden Jahre führte Ludwig XIV. eine neue Truppenmacht auf den Kriegsschauplatz und begann die Belagerung von Maastricht. Die Generalstaaten verbanden sich indes mit Spanien und dem Kaiser, und auch das Reich trat endlich bei, nachdem eine französische Armee am Rhein das Erzstift Trier überfallen und die zehn Reichsstädte des Elsaß weggenommen hatte.

Ludwig XIV. stellte seinen Feinden im Frühjahr 1674 drei große Armeen entgegen. Mit der einen besetzte er selbst die Freigrafschaft (Franche-Comté). Die andere unter Condé machte die Niederlande zum Schauplatz des Krieges und siegte bei Senef. Eine dritte unter Turenne verheerte die Pfalz und begegnete den Kaiserlichen und dem Großen Kurfürst mit Schlachterfolgen im Elsaß. Nach einer kurzen Pause, welche der Tod Turennes und der Abgang Condés verursachte, erschien Ludwig XIV. Anfang 1676 mit Verstärkungen in den Niederlanden und eroberte viele Plätze, während Luxemburg den Breisgau verheerte und den Prinzen von Oranien bei Mont-Cassel schlug.

Alles Land zwischen Saar, Mosel und Rhein war auf Louvois' und des Königs Befehl zur Wüste gemacht worden. Erst infolge des feindlichen Auftretens Englands schloß Ludwig XIV. 1678 den Frieden zu Nimwegen und erhielt von den Generalstaaten eine Reihe von Gebieten und Örtlichkeiten, von Spanien aber die ganze Freigrafschaft (Franche-Comté). Dem Kaiser gab er Philippsburg zurück, erhielt aber dafür Freiburg und blieb in dem Besitz aller Eroberungen im Elsaß.

Die Reunionskammern

Nachdem er die zehn Reichsstädte und die Reichsritterschaft zur Huldigung gezwungen hatte, errichtete er in Metz, Breisach und Bisanz (Besançon) die berüchtigten Reunionskammern. Diese Gerichte, in denen er Kläger, Zeuge, Richter und Exekutur in einer Person war, mussten ihm alle Ortschaften, Distrikte, Grafschaften zusprechen, die nur jemals zu seinen gemachten Eroberungen gehört hatten. Er lud dann die Besitzer wegen verweigerter Huldigung vor und konfiszierte die Territorien, weil dieselben nicht erschienen, als verwirkte Lehen.

Straßburg wurde sogar am 28. September 1681 mitten im Frieden durch Überfall genommen. Ebenso verfuhr er an den niederländischen Grenzen. Um die Einverleibung Straßburgs rückgängig zu machen, wurde die Laxenburger Allianz geschlossen.[1]

Endlich verbanden sich die Generalstaaten, Spanien und der Kaiser und vermochten Ludwig XIV. am 15. August 1684 in Nimwegen zu einem 20jährigen Waffenstillstande zu zwingen, in welchem derselbe die Einstellung der Réunions versprach.

Im Jahr 1681 ließ Ludwig XIV. durch eine Flotte Tripolis, 1684 Algier und Genua beschießen.

Aufhebung des Edikts von Nantes

Ludwig XIV. befand sich jetzt auf der Höhe seiner Laufbahn. Er war er mächtigste Fürst in Europa: kein Land war so einheitlich organisiert, national so geschlossen wie Frankreich. Auch die religiöse Politik Ludwigs XIV., die in der Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) und der Erklärung der Gallikanischen Freiheiten gipfelte, zeigt die gleiche Geschlossenheit.

Denn derselbe Klerus, der auf dem Nationalkonzil im März 1682 in den vier Artikeln die Unabhängigkeit Frankreichs von Rom dekretierte und die in dieser Hinsicht mit dem Papst stimmenden Jansenisten verfolgte, trieb den König an, die hugenottischen Dissidenten zur katholischen Kirche zurückzubringen. So war dies keineswegs eine persönliche Laune des bigotten, von der Maintenon und den Jesuiten verführten Königs, sondern die seit 1675 wachsende Verfolgungssucht des gesamten katholischen Frankreichs.

Mit dem Papst Innocenz XI. stand Ludwig XIV. in derselben Zeit in äußerst gespannter Beziehung: 1688 kam es zu einem offenem Bruch, so daß Ludwig XIV. Avignon okkupierte und den Nuntius einsperren ließ. In demselben Jahre wurde Ludwig durch die englische Revolution, die Verbindung Englands mit Holland, den protestantischen deutschen Ständen und den Habsburgern in Österreich und Spanien zu einem neuen Krieg gedrängt.

Anlaß war für ihn neben anderem der Erbanspruch an die Pfalz, den er von dem angeblichen Rechte seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte von Orléans auf die Allodialgüter ihres Vaters, des verstorbenen Kurfürsten Karl Ludwig, herleitete. Verbündet mit dem Kurfürsten von Köln, Karl Egon von Fürstenberg, besetzte er und überzog im September 1688 die Pfalz, Baden, Württemberg und Trier. Anfang 1689 verwüsteten hierauf die französischen Truppen die Unterpfalz in fürchterlicher Weise.

Ludwig XIV. sandte Luxemburg mit einem starken Heer nach den Niederlanden, der die Verbündeten am 1. Juli 1690 bei Fleurus schlug, während Catinat Savoyen eroberte. Am 10. Juli schlug der Admiral Tourville die vereinigte britisch-niederländische Flotte auf der Höhe von Dieppe, so daß die Franzosen kurze Zeit zur See das Übergewicht erhielten.

Auch in den folgenden Jahren blieb das Kriegsglück auf Seiten Ludwigs XIV., der 1692 Namur belagerte, worauf Luxemburg die Schlacht von Steenkerken gewann. Dagegen wurde am 29. Mai die französische Flotte, welche die Landung des Prätendenten Jakob II. an der britischen Küste versuchen sollte, von Russell und Almonde bei Lahogue fast gänzlich vernichtet. Als ferner der Herzog von Savoyen in die Dauphiné einbrach, ließ Ludwig Friedensvorschläge machen, die jedoch die Kriegsoperationen nicht hinderten.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1693 verwüstete de Lorges die deutschen Rheingebiete, Bouflers durchzog die Niederlande und Luxemburg trug am 29. Juli den großen Sieg bei Neerwinden davon. Dessenungeachtet war Ludwig XIV. an Mitteln so erschöpft, daß er 1694 und 1695 kaum im offenen Felde operieren konnte; seine Generale beschränkten sich auf Einäscherung von Städten.

Auf den wiederholten Versuch Jakobs, mit bedeutender französischer Macht an der schottischen Küste zu landen, rächten sich die Engländer durch die Beschießung von Kalles (Calais) und die Verheerung der französischen Küsten. Im August 1697 gelang es endlich Ludwig XIV., den Herzog von Savoyen in einen Verbündeten zu verwandeln und in demselben Monat eroberte der Herzog von Vendôme Barcelona.

Frieden von Rijswijck

Diese Vorteile erleichterten den Abschluß der zu Rijswijk gepflogenen Friedensunterhandlungen. In einem Vertrag vom 20. September 1697 mit den Generalstaaten machten sich beide Teile zur Herausgabe der Eroberungen verbindlich, und gleiches geschah mit England und Spanien. Dem Hause Österreich trat Ludwig XIV. Freiburg und Breisach ab; die lothringische Dynastie aber erhielt unter Beschränkungen ihre Länder zurück. Auch sollten dem Reich alle reunierten Gebiete zurückgegeben werden. Allein Straßburg blieb mit allem, was am linken Rheinufer dazugehörte, in den Händen Frankreichs.

Spanischer Erbfolgekrieg

Frankreich war völlig erschöpft, als es wenige Jahre später durch den Tod Karls II. von Spanien aufs neue vor die Aufgabe gestellt wurde, einer europäischen Koalition die Spitze zu bieten.

Der Spanische Erbfolgekrieg, in dem Ludwig XIV., durch das Testament Karls II. ermächtigt, die gesamte spanische Monarchie gegen den mit den Seemächten und der Mehrzahl der deutschen Stände verbündeten Kaiser für seinen Enkel Philipp von Anjou zu erkämpfen suchte, schlug der Macht Ludwigs unheilbare Wunden.

In den Friedensschlüssen von Utrecht und Rastatt (1713) behauptete er zwar für seinen Enkel das Pyrenäenreich aber die italienischen und niederländischen Dependenzen gingen verloren und das mit den Generalstaaten eng verbündete England legte durch die Vernichtung der französisch-spanischen Flotten und die Eroberung einer Reihe ihrer Kolonien den Grund zu seiner maritimen Größe.

Die französische Monarchie aber erholte sich von den Schlägen von Höchstädt und Turin, Malplaquet und Namillies nie wieder. Seitdem seufzte sie unter der Schuldenlast, deren Druck vorzugsweise beitrug, die Revolution zu fördern. Das Verhältnis Ludwigs XIV. zu Rom hatte sich in den letzten zwei Jahrzehnten sehr verbessert; die Freundschaft mit Spanien gegenüber den deutschen und englisch-holländischen „Ketzerstaaten“ festigte den Bund mit der Hierarchie.

Das häusliche Leben des in heimlicher Ehe mit der Maintenon verbundenen Königs war am Ende schwer umdüstert. Am 13. April 1711 starb sein Sohn, der Dauphin Ludwig im Alter von 50 Jahren. Im Februar 1712 folgte die Herzogin von Burgund, die der König sehr liebte, und einige Tage darauf (18. Februar) ihr Gemahl, der Herzog von Burgund, welcher als der älteste Enkel Ludwigs der Thronerbe geworden war. Endlich starb auch am 8. März Ludwigs ältester Urenkel, der Herzog von Bretagne. Überdies kam ein Bruder des Herzogs von Burgund, der Herzog von Berri, durch einen Sturz vom Pferde am 4. März 1714 um, sodaß außer Philipp V. von Spanien, nur der zweite Sohn des Herzogs von Burgund übrigblieb, der dem Urgroßvater im Alter von 5 Jahren als Ludwig XV. folgte.

Schon früher hatte Ludwig XIV. seine beiden Söhne von der Montespan, den Herzog von Maine und den Grafen von Tolosa (Toulouse), legitimiert und denselben den Namen Bourbon beigelegt. Jetzt setzte er sie in seinem Testament als Mitglieder des Regentschaftsrates ein und erklärte sie unter Umständen für thronberechtigt. Doch blieb der König bis an sein Ende tätig und hielt die Repräsentationspflichten, welche ihm die prunkvoll starre Etikette seines Hofs zu Versailles auferlegte, unermüdlich aufrecht. Er starb am 1. September 1715.

Fußnoten